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Ursache für Hüftgelenkdysplasie entdeckt
#31
Ich glaube, ich verstehe was Du meinst.

Es gibt für Hunde einige Gentests, die darauf beruhen, dass ein monogenetischer Defekt vorliegt. Wenn beide Allele des Gens defekt sind, ist der Hund erkrankt, wenn eines der Allele defekt ist, gilt er als Merkmalsträger und wenn keines der Allele defekt ist, als Merkmalsfrei.

Nur in diesem Fall funktioniert diese Rechnung.

Handelt es sich um eine Erkrankung die polygenetischer Natur ist, das heißt, wenn mehrere Gene die Krankheit auslösen, wird die Sache schon wesentlich komplizierter. Dazu kommt noch, ob der Erbgang autosomal rezessiv oder dominant ist. Bei einem dominanten Erbgang reicht ein defektes Allel, um die Krankheit klinisch auszuprägen.
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#32
Das ist mir schon klar... Trotzdem ist das Erbgut von Vollgeschwistern nicht gleich. Und wenn ich Kenntnisse darüber habe (durch Genotypisierungen), dann kann ich z.B. guten Gewissens einen nicht oder weniger stark belasteten Rüden zum Decken verwenden, obwohl sein Bruder an einer Erbkrankheit leidet. Mit dem heutigen Wissenstand hätten zumindest "echte" Züchter (= keine Vermehrer) dabei Bauchschmerzen, denn auch der Bruder könnte genetisch belastet sein.

Je mehr man aufdecken kann was im Erbgut schlummert, desto gesündere Hunde kann man züchten. Indem Risikopaarungen vermieden werden können. Es geht nicht darum "genetisch saubere" Hunde zu züchten. Sondern solche, bei denen es phänotypisch möglichst nicht zum Ausbruch genetisch bedingter Erkrankungen kommt.

Im übrigen lassen sich auch mehrere Gene, die sich gegenseitig beeinflussen, durch Genotypisierungen nachweisen. Wenn man weiss wonach man sucht, dann findet man es auch. Sprich die betreffenden genetischen Sequenzen müssen identifiziert sein. Aber das gilt ja auch für Gene, die allein mit einer Erkrankung in Zusammenhang stehen.
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
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#33
Ja Antje, aber umgehen wir mir der Konzentration auf den Phänotyp, langfristig nicht den Genotyp?
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#34
Antje,

ich stimme mit Dir da vollständig überein. Die Forschung gibt den Züchtern die Möglichkeit, bereits im Vorfeld zumindest gewisse Krankheiten nicht entstehen zu lassen. Das bedeutet nicht, dass dadurch der Genpool geschmälert würde. Bei Verpaarung mit merkmalsfreien Tieren mit Merkmalsträgern, lässt sich eine Krankheit sogar mit züchterischen Mitteln eliminieren, sofern der Erbgang rezessiv ist.

Mir ist auch klar, dass das Erbgut von Geschwistern nicht vollständig gleich ist. Dafür müssten sie eineiig sein. Das ist ja auch eine intelligente Erfindung der Natur, innerhalb von eng Verwandten eine gewisse Varietät zu wahren.
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#35
Zitat: Im übrigen lassen sich auch mehrere Gene, die sich gegenseitig beeinflussen, durch Genotypisierungen nachweisen. Wenn man weiss wonach man sucht, dann findet man es auch. Sprich die betreffenden genetischen Sequenzen müssen identifiziert sein. Aber das gilt ja auch für Gene, die allein mit einer Erkrankung in Zusammenhang stehen.
Schön wäre das, dann wären wir alle Plagen der Welt los.
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#36
Andreas Bolz,'index.php?page=Thread&postID=157354#post157354' schrieb:Ja Antje, aber umgehen wir mir der Konzentration auf den Phänotyp, langfristig nicht den Genotyp?

Nein, denn Du züchtest ja Hunde und keine Genotypen. Wenn Du das Ergebniss von Genotypisierungen in die Zuchtauswahl mit einfliessen lässt, züchtest Du ja immer noch die Hunde, die Du phänotypisch favorisierst. Du wirst nur den einen oder anderen, der Dir phänotypisch gefällt, nicht zur Zucht verwenden, wenn Du durch das Ergebniss von Genotypisierungen wüsstest dass in Kombination mit dem Erbguut Deiner Hündin mit einer vermehrten Gefahr zu rechnen wäre dass bei der Nachzucht diese oder jene Erbkrankheit vermehrt auftreten könnte bzw. würde.

Aber das selbe machst Du doch heute wahrscheinlich auch schon. Es gibt z.B. bestimmt Rüden, die Dir persönlich phänotypisch gut gefallen, die Du aber nicht zum Decken verwendest (oder von denen Du keinen Welpen kaufen würdest) weil Deines Wissens über dessen Vater oder seine Mutter eine bestimmte Erkrankung schon mehrfach aufgetreten ist.

Die Auswahlkriterien würden sich teilweise verschieben, das ist richtig. Aber wenn dadurch die Anzahl der kranken Hunde verringert werden würde, dann ist das doch O.K. so. Wir sind doch alle nicht nur "Hersteller", sondern auch "Verbraucher", und wollen alle möglichst gesunde Hunde haben.

Ich sehe in den Genotypisierungen zudem die Chance den Genpool weniger stark einzuengen. Wenn mir z.B. ein Rüde supergut gefällt, aber die Ergebnisse seiner Genotypisierungen ergeben würden dass er diesbezüglich besser nicht mit meiner Hündin verpaart werden sollte (weil dann vermehrt mit schwerwiegenden Erkrankungen bei der Nachzucht zu rechnen wäre), dann würde ich in seinem direkten verwandtschaftlichen Umfeld zu suchen beginnen ob es nicht vielleicht einen Bruder gibt, mit dem es besser passen würde, und den ich mir daraufhin anschauen würde. Auf den ich nie aufmerksam geworden wäre, den ich mir nie angeschaut hätte, wenn ich bei seinem Bruder hätte decken lassen. Wir wissen doch alle dass viele gut veranlagte Hunde in Händen stehen, in denen sie nicht entsprechend auf Leistungsveranstaltungen präsentiert werden können. Man würde viel häufiger nach Alternativen suchen, was für die Zucht nur zum Vorteil wäre. Es ist für den Genpool besser wenn viele Rüden wenige Deckakte machen, als wenn wenige Rüden viele Deckakte machen. Jeder "Alternativrüde" jenseits der ausgetretenen Wege ist ein Gewinn für die Blutbasis. Natürlich vorausgesetzt dass Du auch weiterhin auf den Phänotyp selektierst. Die Genotypisierungen sind nur eine Hilfe zur Zuchtauswahl, um Erbkrankheiten zurückzudrängen.
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
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#37
zedemar,'index.php?page=Thread&postID=157356#post157356' schrieb:Schön wäre das, dann wären wir alle Plagen der Welt los.

Es wurde ja noch nicht von jeder Plage der Welt das Genom entschlüsselt.
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
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#38
ist es denn nicht auch so, dass bei der Auswahl nach genetischen Merkmalen, die nicht Krankheitsbehaftet sind, die Leistungsmerkmale dabei in den Hintergrund treten müssten?
Ein "toller" Rüde, leider genetisch belastet....sein nicht "toller" Bruder, genetisch ok......was bedeutet dies dann ??????

Das Gesundheit ein hohes Gut ist, dass ist und bleibt dabei unbestritten.
Bye Uwe
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#39
Ich denke beim Zuechten muss man ab und an auch einfach ein Risiko eingehen. Das gehoert einfach zum Zuechten dazu.
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#40
Man muss einfach abwägen, welche Hoffnung einem wichtiger ist als welches Risiko.

Z.B. toller Rüde, der vielleicht krank wird oder nicht ganz so toller Rüde, der gesund bleibt, was ist mein Zuchtziel?

Viele züchten heutzutage nach der Devise: Lieber ein Spitzenhund im Wurf mit 4 "schrott- Geschwistern" als 5 durchschnittlich gute Hunde. Dagegen helfen nur zuchtlenkende Maßnahmen der Zuchtleitung. Aber die steht offenbar auch auf gut zu verkaufende Spitzentiere.
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