Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Hund vor dem SD "anreizen"
#11
Also wenn ich es richtig vestehe, ist das Dominanztraining im Endeffekt nichts anderes als Helfertreiben, oder?
Zitieren to top
#12
das würde ich so nicht behaupten. es geht weniger darum den helfer zu treiben, als vielmehr die motivation und das motiv im hund zu formen welches den hund befähigt für sich selber glaubhaft in der der lage zu sein einen konkurenten zu vertreiben.

ich finde zedemar seinen ansatz sehr gut und denke auch nicht zu schwer in der umsetzung. vielleicht sollte man diesem weg mal eine chance geben.
Zitieren to top
#13
beginnend aus dem neutralen bereich wird in dem hund ohne viel tamtam interesse am figuranten erzeugt, welches sich m.m. nach für den sport immer im kontext anzug und versteck bewegen sollte. der hund lernt, dass er über sein eigenes auftreten die situation und den helfer steuern kann. dafür braucht es entsprechend des wesens des hundes zeit. allerdings, so meine ich auch, nehmen wir hier schon einfluss in der wesensbildung für die interaktion zwischen hund und helfer. der hund soll hier selbstbewußtsein entwickeln. nicht er ist es, der belastet wird, sondern er ist es, der am ende den helfer belastet.

das verwehren eines direkten kontaktes des hundes durch passive zwänge wie zaun oder leine erzeugt man frust. frust ist ein guter verstärker zum erzeugen von aggression. da der figurant immer meidet, wird aus der frustration ein offensives verlangen des hundes zu einer auseiandersetzung. und dann erst geht es los.

dann sind störungen, wie peitsche, klapperstock oder verunsicherungsversuche des figuranten für den hund später nur weitere faktoren, die ihm klar sagen: der typ im anzug gehört hier nicht her. der hund soll von diesem ganzen gehabe des helfers nicht aktiv werden, sondern versuchen über sein schon vorher offensives auftreten dieses abzustellen.

d.h. am ende, dass der hund überhaupt nicht wehrt, weil er gar nicht meidet.

das ist für mich ersteinmal wesensbildung durch helfertreiben. für den sporthund dann allerdings im kontext versteck und figurant situations- und ipo gebunden, für den diensthund generalisierend auf alle bereiche und zivilisten.
aber am ende sollte der selbstbewußte hund in der auseinandersetzung sein.

der arm selbst ist nur ein weiteres motiv für den hund sich gegen den figuranten durchsetzen zu wollen. als spielobjekt, welches er durchaus m.m. nach als wichtige ressource auch zum stressabbaus sehen darf, soll er den helfer darauf als konkurrent sehen, dieses verteidigen, ihn beeindrucken und zu entreißen versuchen. und dahin geht dann auch der schwerpunkt im ipo.

das ist für mich dominanz. der hund darf keine hemmungen haben. dann packt er sich das ding auch. also kein getriebwechsel oder beuteaggression oder was es sonst noch für beschreibungen gibt.

du beschreibst den dobermann ja subjektiv aus deiner wahrnehmung, siehst aber am ende nur eine auswirkung von mischmotivativen einflüssen, die dann den hund in dieser situation die fähigkeit nehmen, einen klaren entschluss zu fassen. also durch den konflikt gehemmt. oftmals resultiert es daraus, dass man zu früh in der einstellungsfindung beginnt, den hund verhalten abzuzwingen. kommt dieses dann auch noch helferseitig, so steht der hund in einem dilemma und verliert seine durchsetzungfähigkeit, wird abhängig, reaktiv.

was bei den dobermännern, die ich kenne, nach noch erschwerend dazu kommt, dass scheint m.m. nach eine art anbissverzögerung zu sein. während der dsh und mali auch bei etwas unklareren bildern i.d.r. durchzieht und griffe setzt, hat der dobermann ein kleines loch. wenn oben beschriebenes noch dazu kommt, dann wird das ein großes. mit den pfoten erstmal kontakt, dann erst der griff.

was bei dem virtuellen hund jetzt im kopf vorgeht, das kann keiner sagen. teilweise weiß ich das bei meinem eigenen neben mir kaum.

ich kann nur bei unserem sagen, dass wir bei unserem dobermann lange dieses dominanztraining gemacht haben, erst mit einem jahr angefangen, parallel dazu mit einem zivilen bezugshelfer technik und verhalten in den bildern des ipo den hund haben erlernen lassen und ihn erst jetzt richtig im schutzdienst belasten. und auch erst jetzt lösen sich auch die von dir beschriebenen anbissprobleme.

der hund nimmt die sache einfach ernst, hat keine sorgen und setzt sich am helfer durch. das auch mal ein griff daneben geht, shit happens, aber danach muss der hund dann richtig gas machen und nicht nur nach hinten eingefangen werden.

aber wahrscheinlich alles wieder viel zu theoretisch. wir haben einen erwachsenen hund, der im schutzdienst eingestellt hat, neu darüber neu eingestellt, und mit unseren beiden jetzigen, einem mali und einem dobermann, zwei gute hunde erzeugt. da ich selbst ja noch einen schritt in der beuteverteidigung weitergehe, weiß ich auch, dass unsere hunde nicht nur blenden. aber jeder hund hat auch seine grenzen. unsere auch. und da höre ich dann auf oder paße meine ziele den möglichkeiten meines hundes an.

gruß reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
Zitieren to top
#14
@tinka: Super Beitrag!!!
Zitieren to top
#15
@ tinka, auch von mir, klasse Beitrag !
Zitieren to top
#16
wie gesagt, man sollte wissen, wohin man mit dem eigenen hund will...

ich für meinen teil habe jetzt seit diesem, meinem letzten beitrag wieder weitere erfahrungen gemacht, die unterstreichen, was ich geschrieben habe.

aber "nur" deswegen, weil ich an meinem hund sehe, daß er deutlich zu differenzieren weiß, wann er auf dem platz ipo-bildern gegenübersteht, und wann er sich eigentlich identischen situationen nur in anderen bildern zu stellen hat.

und plötzlich stehst du als hundeführer da und denkst: ey, was hast du da blos für ne muschi am band... da kauft ein 6 monatiger hund deinem fast 4 jährigen den schneid ab...

und setzt du dann dort an, dann verändert sich der hund in den neuen bildern, spielt eben nicht nur lernverhalten ab, sonder verändert seine einstellung. und du mußt erkennen, dass du eben etwas versäumt hast. aber, und da kommen wir auf die güte des hundes: er läßt sich drauf ein und verändert sich in der situation.

schlußendlich entscheidet eben der hund, wie er mit verschiedenen situationen umgeht. und, da kommen wir zur ausbildung: wo will man hin mit seinem hund. wesensbildung schaffen wir bis zum ende seiner tage, da wir ihn über erfahrung immer wieder mit seiner genetischen veranlagung konfrontieren und lernen lassen. oftmals müssen wir uns selbst bei fehlverhalten ohnmächtig das eigene kommunikative scheitern in der ausbildung eingestehen...

denn: der hund lernt immer!

von daher können wir sportlich überflieger schaffen, oder aber luschen unausbildbar darstellen, dass jeder dort decken läßt...

den inhalt einer botschaft bestimmt immer der empfänger. weiß ich, was der empfänger hören oder lesen will, so gestalte ich die botschaft dementsprechend.

und das ist für mich ausbildung, ... wesensbildung.

gruß reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
Zitieren to top


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste