23-09-2008, 14:09
Liebe Foris,
im Februar diesen Jahres wurde bei meiner damals 9jährigen DS-Hündin Lymphdrüsenkrebs festgestellt. Als Folge dieser Erkrankung war sie zu diesem Zeitpunkt bereits drastisch abgemagert (hatte einen guten Appetit, aber das Futter wurde nicht verwertet) und wirkte zeitweise sehr in sich gekehrt, fast apathisch. Als noch zu erwartende Lebensdauer, ohne adäquate Behandlung, wurden noch allenfalls 3 Monate prognostiziert. Die behandelnde Ärztin informierte uns über die Möglichkeit einer Chemotherapie und erläuterte auf Nachfragen, dass die Nebenwirkungen einer Chemotherapie beim Hund in keiner Weise vergleichbar seien mit denen, wie sie oftmals in der Humantherapie auftreten.
Ich gebe zu, glauben konnte ich ihr nicht so recht! Wer denkt bei dem Wort „Chemotherapie“ nicht sofort an das Horrorbild von kraftlosen, abgemagerten, glatzköpfigen Menschen, die ständig von Übelkeit geplagt werden und sich regelrecht durch die Therapie „quälen“ ? Das wollte ich natürlich meiner Hündin –deren allgemeiner Gesundheitszustand sowieso nicht der beste war- nicht zumuten. Andererseits, nichts tun? Gleich einschläfern lassen?
Ich begann, mich über alternative Behandlungsmethoden, aber auch über die Chemotherapie –unter anderem auch in diesem Forum- näher zu informieren. Ich konnte nur wenig Hundebesitzer ausfindig machen (insgesamt 4), die eine Chemo bei ihrem Hund haben durchführen lassen. Die meisten hatten diese abgelehnt, da sie die oben beschriebenen Nebenwirkungen fürchteten und ihrem Hund nicht zumuten wollten. Die 4 jedoch, die es „gewagt“ hatten, berichteten von sehr erfreulichen Ergebnissen und vor allem bestätigten sie die Aussage meiner Tierärztin, dass es keine oder nur äußerst geringe negative Nebenwirkungen gab.
Ich möchte allen Lesern die weiteren inneren Fragen und Kämpfe, die wir bis zur letztendlichen Entscheidung noch zu klären hatten, ersparen. Letztendlich war es eine Bauchentscheidung zu sagen: „O.k., wir packen es an und versuchen es mit der Chemotherapie!“ Dabei hätten wir jederzeit abbrechen können, wenn es uns als unzumutbar erschienen wäre.
Um es abzukürzen: die Chemotherapie war ein voller Erfolg!!!! Von der ersten Medikamentengabe an blühte meine Hündin auf. Sie wurde wieder lebhaft, erschien mental wesentlich wacher und das Futter wurde endlich wieder verwertet, sodass sie wieder ein normales Gewicht erhielt. Von negativen Nebenwirkungen keine Spur! Kein Erbrechen, Durchfall, Übelkeit oder Haarausfall. Lediglich nach dem regulären Fellwechsel war sie nach dem Abhaaren zunächst „dünner“ im Haarkleid, als gewohnt. Jetzt, nach 4 Wochen ist das Fell wieder wie gewohnt voll und glänzend.
Es ist jetzt fast 7 Monate her, seit wir mit der Chemo begannen und diese ist seit fast 2 Monaten beendet. Diese 7 Monate waren ein absoluter Gewinn nicht nur hinsichtlich der Lebenszeitverlängerung (dies allein war nie das primäre Ziel !), sondern vor allem im Hinblick auf die deutliche Verbesserung der Lebensqualität meiner Hündin. Wir sind einfach nur glücklich, wenn wir z.B. sehen, wie sie unseren Rüden durch den Garten jagt.
Eine Chemotherapie ist sicherlich kein Allheilmittel für jegliche Krebserkrankung , selbstverständlich muss auch immer der individuelle Gesundheitszustand des Hundes berücksichtigt werden, auch gibt es keine Garantie, dass der Krebs uns nicht in ein paar Monaten schon wieder „einholt“ und wahrscheinlich wird sich nicht jeder die Kosten einer Chemo leisten können…. aber wir würden uns bei einem ähnlich gelagerten Fall (Lymphosarkom) immer wieder so entscheiden!
Letztendlich soll dieser Erfahrungsbericht auch nur ein wenig mit den Vorstellungen aufräumen, dass eine Chemotherapie auf jeden Fall einen Horrortrip für den Hund darstellt.
Weitere Fragen beantworte ich gerne (so weit ich es kann
), wollte diesen ohnehin schon länglichen Beitrag jedoch nicht schon von vornherein mit zusätzlichen Details überfrachten.
Gruß
Petra
im Februar diesen Jahres wurde bei meiner damals 9jährigen DS-Hündin Lymphdrüsenkrebs festgestellt. Als Folge dieser Erkrankung war sie zu diesem Zeitpunkt bereits drastisch abgemagert (hatte einen guten Appetit, aber das Futter wurde nicht verwertet) und wirkte zeitweise sehr in sich gekehrt, fast apathisch. Als noch zu erwartende Lebensdauer, ohne adäquate Behandlung, wurden noch allenfalls 3 Monate prognostiziert. Die behandelnde Ärztin informierte uns über die Möglichkeit einer Chemotherapie und erläuterte auf Nachfragen, dass die Nebenwirkungen einer Chemotherapie beim Hund in keiner Weise vergleichbar seien mit denen, wie sie oftmals in der Humantherapie auftreten.
Ich gebe zu, glauben konnte ich ihr nicht so recht! Wer denkt bei dem Wort „Chemotherapie“ nicht sofort an das Horrorbild von kraftlosen, abgemagerten, glatzköpfigen Menschen, die ständig von Übelkeit geplagt werden und sich regelrecht durch die Therapie „quälen“ ? Das wollte ich natürlich meiner Hündin –deren allgemeiner Gesundheitszustand sowieso nicht der beste war- nicht zumuten. Andererseits, nichts tun? Gleich einschläfern lassen?
Ich begann, mich über alternative Behandlungsmethoden, aber auch über die Chemotherapie –unter anderem auch in diesem Forum- näher zu informieren. Ich konnte nur wenig Hundebesitzer ausfindig machen (insgesamt 4), die eine Chemo bei ihrem Hund haben durchführen lassen. Die meisten hatten diese abgelehnt, da sie die oben beschriebenen Nebenwirkungen fürchteten und ihrem Hund nicht zumuten wollten. Die 4 jedoch, die es „gewagt“ hatten, berichteten von sehr erfreulichen Ergebnissen und vor allem bestätigten sie die Aussage meiner Tierärztin, dass es keine oder nur äußerst geringe negative Nebenwirkungen gab.
Ich möchte allen Lesern die weiteren inneren Fragen und Kämpfe, die wir bis zur letztendlichen Entscheidung noch zu klären hatten, ersparen. Letztendlich war es eine Bauchentscheidung zu sagen: „O.k., wir packen es an und versuchen es mit der Chemotherapie!“ Dabei hätten wir jederzeit abbrechen können, wenn es uns als unzumutbar erschienen wäre.
Um es abzukürzen: die Chemotherapie war ein voller Erfolg!!!! Von der ersten Medikamentengabe an blühte meine Hündin auf. Sie wurde wieder lebhaft, erschien mental wesentlich wacher und das Futter wurde endlich wieder verwertet, sodass sie wieder ein normales Gewicht erhielt. Von negativen Nebenwirkungen keine Spur! Kein Erbrechen, Durchfall, Übelkeit oder Haarausfall. Lediglich nach dem regulären Fellwechsel war sie nach dem Abhaaren zunächst „dünner“ im Haarkleid, als gewohnt. Jetzt, nach 4 Wochen ist das Fell wieder wie gewohnt voll und glänzend.
Es ist jetzt fast 7 Monate her, seit wir mit der Chemo begannen und diese ist seit fast 2 Monaten beendet. Diese 7 Monate waren ein absoluter Gewinn nicht nur hinsichtlich der Lebenszeitverlängerung (dies allein war nie das primäre Ziel !), sondern vor allem im Hinblick auf die deutliche Verbesserung der Lebensqualität meiner Hündin. Wir sind einfach nur glücklich, wenn wir z.B. sehen, wie sie unseren Rüden durch den Garten jagt.
Eine Chemotherapie ist sicherlich kein Allheilmittel für jegliche Krebserkrankung , selbstverständlich muss auch immer der individuelle Gesundheitszustand des Hundes berücksichtigt werden, auch gibt es keine Garantie, dass der Krebs uns nicht in ein paar Monaten schon wieder „einholt“ und wahrscheinlich wird sich nicht jeder die Kosten einer Chemo leisten können…. aber wir würden uns bei einem ähnlich gelagerten Fall (Lymphosarkom) immer wieder so entscheiden!
Letztendlich soll dieser Erfahrungsbericht auch nur ein wenig mit den Vorstellungen aufräumen, dass eine Chemotherapie auf jeden Fall einen Horrortrip für den Hund darstellt.
Weitere Fragen beantworte ich gerne (so weit ich es kann
), wollte diesen ohnehin schon länglichen Beitrag jedoch nicht schon von vornherein mit zusätzlichen Details überfrachten.Gruß
Petra




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