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Cheomotherapie beim Hund-ein persönlicher Erfahrungsbericht - Druckversion +- Das Leistungshundeforum (https://www.leistungshundeforum.de) +-- Forum: Ernährung / Gesundheit (https://www.leistungshundeforum.de/forum-23.html) +--- Forum: Gesundheit (https://www.leistungshundeforum.de/forum-25.html) +--- Thema: Cheomotherapie beim Hund-ein persönlicher Erfahrungsbericht (/thread-5092.html) Seiten:
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Cheomotherapie beim Hund-ein persönlicher Erfahrungsbericht - Petra Janke - 23-09-2008 Liebe Foris, im Februar diesen Jahres wurde bei meiner damals 9jährigen DS-Hündin Lymphdrüsenkrebs festgestellt. Als Folge dieser Erkrankung war sie zu diesem Zeitpunkt bereits drastisch abgemagert (hatte einen guten Appetit, aber das Futter wurde nicht verwertet) und wirkte zeitweise sehr in sich gekehrt, fast apathisch. Als noch zu erwartende Lebensdauer, ohne adäquate Behandlung, wurden noch allenfalls 3 Monate prognostiziert. Die behandelnde Ärztin informierte uns über die Möglichkeit einer Chemotherapie und erläuterte auf Nachfragen, dass die Nebenwirkungen einer Chemotherapie beim Hund in keiner Weise vergleichbar seien mit denen, wie sie oftmals in der Humantherapie auftreten. Ich gebe zu, glauben konnte ich ihr nicht so recht! Wer denkt bei dem Wort „Chemotherapie“ nicht sofort an das Horrorbild von kraftlosen, abgemagerten, glatzköpfigen Menschen, die ständig von Übelkeit geplagt werden und sich regelrecht durch die Therapie „quälen“ ? Das wollte ich natürlich meiner Hündin –deren allgemeiner Gesundheitszustand sowieso nicht der beste war- nicht zumuten. Andererseits, nichts tun? Gleich einschläfern lassen? Ich begann, mich über alternative Behandlungsmethoden, aber auch über die Chemotherapie –unter anderem auch in diesem Forum- näher zu informieren. Ich konnte nur wenig Hundebesitzer ausfindig machen (insgesamt 4), die eine Chemo bei ihrem Hund haben durchführen lassen. Die meisten hatten diese abgelehnt, da sie die oben beschriebenen Nebenwirkungen fürchteten und ihrem Hund nicht zumuten wollten. Die 4 jedoch, die es „gewagt“ hatten, berichteten von sehr erfreulichen Ergebnissen und vor allem bestätigten sie die Aussage meiner Tierärztin, dass es keine oder nur äußerst geringe negative Nebenwirkungen gab. Ich möchte allen Lesern die weiteren inneren Fragen und Kämpfe, die wir bis zur letztendlichen Entscheidung noch zu klären hatten, ersparen. Letztendlich war es eine Bauchentscheidung zu sagen: „O.k., wir packen es an und versuchen es mit der Chemotherapie!“ Dabei hätten wir jederzeit abbrechen können, wenn es uns als unzumutbar erschienen wäre. Um es abzukürzen: die Chemotherapie war ein voller Erfolg!!!! Von der ersten Medikamentengabe an blühte meine Hündin auf. Sie wurde wieder lebhaft, erschien mental wesentlich wacher und das Futter wurde endlich wieder verwertet, sodass sie wieder ein normales Gewicht erhielt. Von negativen Nebenwirkungen keine Spur! Kein Erbrechen, Durchfall, Übelkeit oder Haarausfall. Lediglich nach dem regulären Fellwechsel war sie nach dem Abhaaren zunächst „dünner“ im Haarkleid, als gewohnt. Jetzt, nach 4 Wochen ist das Fell wieder wie gewohnt voll und glänzend. Es ist jetzt fast 7 Monate her, seit wir mit der Chemo begannen und diese ist seit fast 2 Monaten beendet. Diese 7 Monate waren ein absoluter Gewinn nicht nur hinsichtlich der Lebenszeitverlängerung (dies allein war nie das primäre Ziel !), sondern vor allem im Hinblick auf die deutliche Verbesserung der Lebensqualität meiner Hündin. Wir sind einfach nur glücklich, wenn wir z.B. sehen, wie sie unseren Rüden durch den Garten jagt. Eine Chemotherapie ist sicherlich kein Allheilmittel für jegliche Krebserkrankung , selbstverständlich muss auch immer der individuelle Gesundheitszustand des Hundes berücksichtigt werden, auch gibt es keine Garantie, dass der Krebs uns nicht in ein paar Monaten schon wieder „einholt“ und wahrscheinlich wird sich nicht jeder die Kosten einer Chemo leisten können…. aber wir würden uns bei einem ähnlich gelagerten Fall (Lymphosarkom) immer wieder so entscheiden! Letztendlich soll dieser Erfahrungsbericht auch nur ein wenig mit den Vorstellungen aufräumen, dass eine Chemotherapie auf jeden Fall einen Horrortrip für den Hund darstellt. Weitere Fragen beantworte ich gerne (so weit ich es kann ), wollte diesen ohnehin schon länglichen Beitrag jedoch nicht schon von vornherein mit zusätzlichen Details überfrachten.Gruß Petra - Harzhexe - 23-09-2008 Hallo Petra, zunächst möchte ich mich bei Dir entschuldigen, das ich auf Deine PN nicht mehr geantwortet habe. Sie ist schlichtweg einfach untergegangen und dann hab ich sie vergessen ![]() Ich kann Deine Ausführungen nur unterstreichen. Auch ich lies damals bei meiner Rotti-Hündin eine Chemo machen, ebenso hatte ein ein Lymphosarkom. Ich freue mich so für Euch, das es Deiner Hündin gut geht und wünsche Ihr alle Krafr der Welt, gegen den Krebs weiter anzukämpfen und das er nicht wiederkommt. Lieben Gruß Bea (die Harzhexe )
RE: Cheomotherapie beim Hund-ein persönlicher Erfahrungsbericht - Copain - 23-09-2008 Petra Janke,index.php?page=Thread&postID=55878#post55878' schrieb:Letztendlich soll dieser Erfahrungsbericht auch nur ein wenig mit den Vorstellungen aufräumen, dass eine Chemotherapie auf jeden Fall einen Horrortrip für den Hund darstellt.Hallo Petra, danke für den Bericht, denn bis jetzt hatte ich auch beim Gedanken an eine Chemotherapie mehr die Belastung im Vordergrund gesehen. Wie läuft die Behandlung denn ab, mußt Du dafür in eine bestimmte Klinik oder kann dies der "normale" TA übernehmen? Grüßle Helga - Petra Janke - 23-09-2008 Hallo Helga, meine Hündin wurde mit einer Kombitherapie behandelt, die im Gegensatz zu einer Monotherapie (Verwendung eines einzelnen Medikamentes) aus unterschiedlichen Zytostatika in Form von Spritzen, Tabletten (die ich ihr zu Hause gab) und Infusionen bestand. Die Kombitherapie verspricht eine höhere Erfolgsrate. Die Dauer der Therapie betrug ca. 5 Monate, während dieses Zeitraumes gab es auch wochenlange Phasen, in denen keine Medikamentengabe erfolgte. Für die Verabreichung der Spritzen und der Infusionen gingen wir in eine Tierklinik. Die Dauer und die medikamentöse Zusammensetzung solcher sogenannter "Chemoprotokolle" ist durchaus unterschiedlich, je nach Erkrankung des Hundes, aber auch nach der Erfahrung der jeweiligen Ärzte mit einzelnen Protokollen, die sie für besonders wirksam halten. Eine Chemotherapie kann und darf nicht von jedem Tierarzt durchgeführt werden. Man muss sich schon erkundigen, welcher Arzt (in der Regel handelt es sich um Tierkliniken) diese durchführt. Die Verabreichung von Spritzen und die Tablettengabe ist jedem Hundebesitzer sicherlich bekannt. Daher nur noch kurz das Wesentliche zu den Infusionen, wie wir sie erleben durften: Die Verabreichung einer einzelnen Infusion, bei meiner Hündin waren es insgesamt 5, dauerte ca. 1 1/2 Stunden. Wir hatten uns eine Tierklinik gesucht, in der es erlaubt war, während dieser Zeit beim Hund zu bleiben (gestatten leider nicht alle Kliniken). Ich reiste immer "dick bepackt" an, Decke für meine Hündin, Sitzkissen für mich, die ärztlichen Unterlagen und ein Buch zum Lesen, um die Zeit zu überbrücken. Die Kanüle wird sehr fest am Bein fixiert, denn der absolute SuperGAU wäre es, wenn die Zytostatika nicht in die Vene, sondern in das Gewebe laufen würden, z.B. wenn die Kanüle bei einer heftigen Bewegung verrutscht. Nun ist es jedoch so, dass die überwiegende Zeit während der Infusion eine "harmlose" Kochsalzlösung verabreicht wird, gut im Infusionsschlauch zu unterscheiden -da farblos- von den eingefärbten Medikamenten. Diese wurden in kleinen Einheiten und in großen Zeitabständen durch eine "Weiche" in den Infusionsschlauch zugeführt. In dieser jeweils ein paar Minuten dauernden Zeit habe ich schon besonders darauf geachtet, dass meine Hündin sich ruhig verhielt, wobei ein Aufsetzen, oder Umlegen des Hundes auch kein Problem darstelllt. Bei der 1. Infusion waren wir schon sehr aufgeregt, nachher alle zusammen "alte Hasen". Meine Hündin hat zum Schluss nur sehr entspannt auf der Decke vor sich hingedöst und mein Felllkraulen genossen. Hier noch einmal der link zu einer Seite, auf der viele sehr interessante Publikationen veröffnetlicht sind. U.a. auch eine 3-teilige Abhandlung über das Lymphosarkom und die Chemotherapie. Sie ist sehr gut verständlich beschrieben, da sie sich an Hundebesitzer richtet, die sich über eine Chemotherapie informieren wollen. Diese Publikation war mir übrigens auch von meiner Ärztin als infomaterial ausgehändigt worden. Man muss ein wenig nach unten scrollen, um die drei Berichtsteile zu finden. http://www.diavet.ch/d/publikationen/labor.php Gruß Petra - NinaD - 23-09-2008 Hallo Petra, dass die Chemotherapie beim Hund bei Weitem nicht so schlimme Folgen hat wie beim Menschen, wusste ich. Das liegt doch aber lediglich daran, dass die Chemotherapie beim Menschen immer kurativ motiviert ist und demzufolge die Bestrahlungsdosen erheblich höher sind als beim Hund, oder? Als ich vor einem Jahr über eine Chemotherapie nachgedacht habe, haben mich weniger die möglichen Folgen einer solchen abgehalten als vielmehr der mögliche Stress für einen alten (Tierarzt hassenden) Hund durch die Prozedur an sich. Mich würde interessieren, wie deine Hündin das so verkraftet hat. Ist denn das Lymphosarkom mittlerweile weg? Ich glaube, gerade diese Tumorart spricht oft ganz gut auf eine Chemo an, oder? @ Helga Da müsste man schon in eine größere Tierklinik fahren. Der normale Haustierarzt wird nicht enstsprechend ausgestattet sein.. LG Nina - NinaD - 23-09-2008 @ Petra Ups, da warst du schneller... Fragen teilweise beantwortet...
- Petra Janke - 23-09-2008 Hallo NinaD, da haben wir ja fast gleichzeitig gepostet. Eine Bestrahlung findet ncht statt. Die Behandlung erfolgte mittels Spritzen, Tabletten und Infusionen (s. meinen vorherigen Beitrag). Die Nebenwirkungen sind meines Wissens nicht deshalb geringer, weil die Dosis nicht auf eine Heilung ausgerichtet ist. Vielmehr ist es so, dass -auch beim Menschen- viele Formen des Lymphdrüsenkrebses nicht heilbar sind, das heißt, man muss immer wieder -auch nach langer Zeit der Remission- mit Rezidiven (Rückfällen) rechnen. Man spricht zwar nach einer gewissen Zeit, in der kein Rezidiv festgestellt wurde von einer Heilung, aber..... Allerdings sind diese Formen des Lymphdrüsenkrebses -wenn auch wie gesagt i.d.R. nicht heilbar, so doch sehr gut behandelbar. Insofern hast Du recht, dass Hunde bei dieser Form der Erkrankung gut auf eine Chemo ansprechen. Gut und richtig ist sicherlich auch Dein Gedanke, dass man vorher auch die psychische Belastungssituation für den Hund hinterfragen sollte. Für viele sicherlich kein oder nur ein geringes Problem, für andere könnte es ausschlaggebend sein, diese Therapie nicht zu beginnen. Ich habe mir ähnliche Sorgen und Gedanken gemacht, wie Du. Nicht, weil meine Hündin eine Tierarzthasserin wäre, sondern weil ich sie eher als das Gegenteil eingeschätzt habe (ich muss dies nun wirklich in der Vergangenheitsform formulieren). Sie ist beim Tierarzt eher der ängstliche Typ, ich befürchtete, dass ich sie nach 1-2 Behandlungen vielleicht gar nicht mehr durch die Kliniktür bekommen würde. Das hat sich Gott sei Dank überhaupt nicht bestätigt, ich hatte nachher sogar das Gefühl, dass sie die Zeit der Infusionen als "gemeinsame Kuschelzeit" genoss. ABER das ist sicherlich von Hund zu Hund verschieden. Meine Tierärztin war auch in dieser HInsicht sehr offen und sagte sinngemäß: " Wenn es für einen Hund schon Streß bedeutet, wenn er Tabletten verabreicht bekommt, dann sollte man die Finger davon lassen." Gruß Petra - Copain - 24-09-2008 Hallo Petra, der Link ist sehr interessant, DANKE , auch nochmal für Deine weiteren Schilderungen, man bekommt einen ganz anderen Einblick . Grüßle Helga - Harzhexe - 27-09-2008 Hallo Nina, ich kann Dir nur sagen, das meine Braska damals auch eine sehr große Tierarzthasserin war . Allerdings vom ersten Tag der Chemo an, benahm sie sich dann plötzlich, als wäre sie da zu Hause. Vorher war eine Impfung nur mit Maulkorb usw. möglich, und nun ging sie wie selbstverständlich da rein, lies sich Braunülen legen, wartete geduldig, bis Infusionen durchliefen und lies sich von jedem am Kopf tätscheln der vorbeilief und mit Leckerchen vollstopfen. Ganz so, als wenn sie geahnt hätte......wenn ich jetzt zicke, dann war´s das
- Mix - 06-10-2008 Da ich mich seit kurzem auch mit dem Thema Krebs beim Hund befassen muss, hat es mich sehr gefreut, diesen so Mut machenden und positiven Bericht über die Chemo beim Hund zu lesen...
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