Ich kann dich gut verstehen, aber alte Ausbildung nach
Trieb-Zwang-Trieb ist so richtig Mist (hatten wir aber schon ein paar
Seiten vorher geklärt), und moderne (nicht neue) Ausbildung gibt es
auch nicht erst seit letzte Woche. Das Problem ist, dass die alte
zwar alt aber noch lebendig ist, zumindest in Teilen auf vielen
Plätzen, und die moderne für viele immer noch neu ist.
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unter Mischmotivation verstehe ich auch etwas anderes...
Natürlich kann ich nicht sagen, dass ich den Knopf drücke und der Hund kommt in den Bereich oder in den Bereich...
Tatsächlich aber kann ich dafür sorgen, dass der Hund möglichst immer gleich an eine Sache herangeführt wird, nicht mal so und mal so.
Und wenn man, ich, dem Hund zubillige, dass er Werte vor dem Figuranten schützen kann und auch darf, dann werde ich darüber kein Hasenjagen initialisieren.
Und ja, auch für meine Hunde soll der Figurant ein ernster, aber beherrschbarer Gegner sein.
Und ich möchte erreichen, dass das den Schutzdienst trägt.
Wenn ich den Ausfruck Beuteaggression oder Kanalisierung von dem einen in das andere lesen, dann habe ich da ein etwas anderes Verständnis von Schutzdienst.
Und ich denke, das entscheidet auch, wo man in der Grundarbeit seine Schwerpunkte setzt. Tatsächlich aber zeigt einem der Hund, ob das, was man im Moment macht, das Ziel näher bringt oder einen davon entfernt.
Gruß Reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183972#post183972 schrieb:Kanalisierung von dem einen in das andere
Kanalisierung ist auch so ein Kuriosum aus der
Trieb-Zwang-Trieb Kiste. Als gäbe es eine Art abstrakte Energie, die
man beliebig wie Wasser in verschiedene Kanäle leiten könne.
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ma-re-sa,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183973#post183973 schrieb:tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183972#post183972 schrieb:Kanalisierung von dem einen in das andere
Kanalisierung ist auch so ein Kuriosum aus der
Trieb-Zwang-Trieb Kiste. Als gäbe es eine Art abstrakte Energie, die
man beliebig wie Wasser in verschiedene Kanäle leiten könne.
Hallo,
das ist aber schon etwas, was man beim z. B. Heuwinkl-Aufbau sehr deutlich wiederfindet. Ich weiß nicht, ob die das wirklich "kanalisieren" nennen, aber dieses Umsetzen von einerseits Aggression aus der Beuteverteidigung in die tote Beute (Helfer macht Hund Beute streitig, Hund zeigt Aggression gegen Helfer, Helfer flüchtet, Hund bekommt die tote Beute) ist eigentlich mehr oder weniger dasselbe, was Raiser damals mit "kanalisieren" meinte. Der Hund ging dann nicht in die tote Beute sondern hat nach dem Aggressionsbereich am Helfer gebissen (weswegen manche Hunde das eben nicht klar wechseln konnten und zu viel Aggression da mit rein gebracht haben), aber von der grundsätzlichen Logik war es dasselbe.
Das "Drumherum", also die Methoden, waren andere. Das grundsätzliche Modell, mit welchen Stimmungen da gearbeitet wurde, war aber identisch.
Viele Grüße
Sören
Sören,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183975#post183975 schrieb:Helfer macht Hund Beute streitig, Hund zeigt Aggression gegen Helfer, Helfer flüchtet, Hund bekommt die tote Beute)
Ja klar, der Hund will die Beute und nutzt Aggression als
Mittel in der Interaktion.
Die alte Dampfkesseltheorie, die Raiser sprachlich etwas
moderner verpackt, aber sieht Lebewesen als Behälter, wo sich im
Laufe der Zeit Triebe als Energie aufstauen, die man durch verschiedene Öffnungen
im Behälter wie man will kanalisieren und ablassen kann. Da gab es
natürlich auch einen Aggressionstrieb, der von Zeit zu Zeit
abgelassen werden muss, wenn es nicht zur Explosion kommen sollte.
Aggression ist also nicht an konkrete Interaktion gebunden.
Ich will niemanden mit weiteren wissenschaftlichen
Details langweilen. Einfach merken: ist 100 Jahre alt und längst
widerlegt. Passt aber vorzüglich, wenn man das Nutztier Hund als Triebbündel
ohne bestimmte kognitive Fähigkeiten, Gefühle, wtp und Empathie
sieht.
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Hallo Sören,
die „tote“ Beute ist ja nicht tot...
Der Wert ist hier doch der, dass man darüber sehr viel Freude und Spaß haben kann.
Heißt, es geht nicht um Beutejagdverhalten.
Aber es geht um das Verlangen die Beute zu besitzen. Der Hund kann ja verschiedene Gründe haben es zu besitzen zu wollen.
Für mich z.b. wäre es schon toll, wenn er es nicht auch vor mir sichert, sondern es mir zum Zerren präsentiert, solange der Figurant sich außen vor hält, also meidet.
Betritt dieser wieder die Bildfläche und zeigt Anspruch, dann sollte sich der Hund wieder eigenständig zum Figuranten ausrichten, mit einem möglichen Trennkommando seinerseits in der Nichtbeißphase nachdrücklich Besitzanspruch anmelden...
Gruß Reinhard
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ma-re-sa,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183976#post183976 schrieb:Die alte Dampfkesseltheorie, die Raiser sprachlich etwas
moderner verpackt, aber sieht Lebewesen als Behälter, wo sich im
Laufe der Zeit Triebe als Energie aufstauen, die man durch verschiedene Öffnungen
im Behälter wie man will kanalisieren und ablassen kann.
das war doch wohl eher die Triebtheorie von K. Lorenz, die damals ganz gut passte, um Hundeausbildung zu erklären.
Diese Theorie hat sich in der Wissenschaft lange gehalten.
Klar sind wir nun seit Jahren schlauer und ich wage mal die Behauptung, dass sich dies in einigen Jahren mit der heutigen Denkweise auch verändert.
Bye Uwe
Das "sprachlich moderner verpackt" nicht
"erfunden" bedeutet, ist dir klar?
Eigentlich kommt sie von Freud und hält sich deshalb noch bei
Laien, weil jeder vom Sexualtrieb her den Zustand der Notgeilheit
kennt oder zumindest mal davon gehört hat. :geist: Nach Freud konnte man den
auch kanalisieren z.B. in besondere geistige Schöpferkraft. Alles
Quatsch wie beim Hund, wo man auch nichts kanalisieren kann.
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Tschuldigung für das "Kanalisieren", ist alles immer noch so drin... Ich wusste nicht, wie ich es besser ausdrücken soll und nahm an, Ihr versteht, was ich meine
Schönen Ostersonntag und LG,
Bine
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Ich finde das nach Langem mal wieder eine fruchtbare Diskussion und gebe gern zu, dass unser "Ghostwriter" viel produktiv dazu beiträgt.
Noch schöner wäre es, wenn es nicht durch unnötige Arroganz und sachliche Ungenauigkeiten Widerstand erzeugte!
Natürlich geht der "Dampfkessel" auf Lorenz zurück, vor 50 und nicht vor 100 Jahren. Und sicher kann Uwe auch zwischen "erfunden" und "sprachlich moderner verpackt" unterscheiden.
Dieses Triebmodell, wie auch viele andere, ist an sich nicht schlecht. Ein Modell versucht immer einen Zustand oder Vorgang zu beschreiben, indem es sich auf einzelne Einflussgrößen beschränkt und bewusst andere weglässt. Diese Vorgehen macht jedes Modell angreifbar.
Besonders überholt wirkt das vorliegende Beispiel jedoch, weil man sich (zurecht) vom Begriff TRIEB abwendet und mehr in Stimmungen, Emotionen denkt. Das ist aber eigentlich nichts wirklich Neues: früher hat man halt zu einem Hund , der in der sozialen Interaktion schnell in eine aggressive Stimmung kam, gesagt "der hat einen hohen (Wehr-)Aggressionstrieb. Und zu einem, der auf Bewegungsreize euphorisch bis durchgedreht reagiert "der hat aber einen ausgeprägten Beutetrieb".
Vieles dreht sich um Begrifflichkeiten und damals (70er, Lorenz, Dampfkessel, etc.) wie heute gab und gibt es Leute, die richtige Ableitungen herstellen konnten und können.
So, genug davon, meinen Klugscheißertrieb zu befriedigen. Schöne Ostern!
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