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Stellungnahmen Pro und Contra Schutzdienst
#21
Heinz.S,'index.php?page=Thread&postID=136212#post136212' schrieb:Frage, kann man bei einem Gebrauchshund überhaupt darauf verzichten und wenn ja, woraus ergiebt sich ein solcher Hund, wenn wir nicht wollen, das brauchbare Reaktionen allein aus Nervenschwäche resultieren?
hallo heinz, guter einwand, ich denke man kann nicht darauf verzichten, auf ein gutes aggressionsverhalten, ich denke nur auch das man sehr kontrolliert und aus fachkompetenz sowohl ausbilden als auch abprüfen sollte. das findet nur bedingt durch die sporthundeausbildung statt.
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#22
Detlef Berensmann,'index.php?page=Thread&postID=136161#post136161' schrieb:
Reisender,'index.php?page=Thread&postID=136160#post136160' schrieb:Wie Du weißt, bin ich Ringsportfan und fühl mich dort zu Hause. Von daher würde ich der alten PO keine Träne nachweinen.
hallo frank, wo liegen deiner meinung nach die unterschiede zwischen den beiden PO? was gefällt dir an der ringsport PO besser und warum?

Morgen Detlef,

nun, mit der VPG haben wir ein genormtes Programm, wobei die Ausführungsbestimmungen – z.B. wie soll „Fuß laufen“ aussehen, Einstellen, der Hund soll selbständig trennen oder vorher noch mal eine reinhauen- - von den Besten sowie den Richtern vorgegeben werden. Je nachdem, wie der aktuelle Hund so ist oder der Richter es schön findet.

Der Hund wird also dressiert, immer das Gleiche in einer bestimmten Form vorzuführen. Mittels verschiedener Methoden soll dieses Ziel erreicht werden. Ohne Stachelhalsband und Teletakt – sie sind ein Synonym für Zwangsausbildung. Dafür nur mit dem Clicker. Den nehme ich mal als Stellvertreter für alle anderen Methoden, da ich ihn kenne und benutze. In Seminaren lernt man die Methoden kennen. Nach dem Erwerb von diversen Leinchen, immer eine für einen Zweck und Täschen hier und Spezialbällchen dort (kann sein, dass sich hier Spuren von Sarkasmus offenbaren) geht’s dann los.

Oft stellt der Hundeführer fest, dass sein Liebling nicht in einem bestimmten Winkel sitzt und das rechte Ohr etwas direkter nach vorn und mit besserer Linkswinkelung stehen könnte. Dass die Granate von Hund mit dreifachen Salto über die Hürde gesprungen ist, ist unwichtig. Dass er nach einem 5 m Rücksprung und 3 m Vollbremsung leicht anstieß und etwas direkter hätte vorsitzen können – nun bitte nicht das rechte Ohr vergessen- kostet ihn (alles entscheidende) Punkte. Der Hund ist nicht gut, oft kommt dann Nachersatz. Die Existenz vieler Hunde hängt also an einer Laune des Richters. Im Ring dagegen: Es läuft die Zeit, der Hund bringt oder bringt nicht. Stellt ein oder nicht. Fertig.

Dieses „erfüllt die Aufgabe“ oder „hat Aufgabe nicht erfüllt“ in Zusammenarbeit mit der Stoppuhr macht für mich den wesentlichen Unterschied zwischen VPG und den Ringen aus. Zumal im letzteren der Herder ein viel härteres Programm zu erfüllen hat und bei den anderen offensiv gegen den Hund gearbeitet wird. Die Übungen sind zwar auch dort immer die gleichen, aber die Reihenfolge und die Art der Durchführung ist immer verschieden. Mit einer Ablaufdressur kommt man nicht sehr weit.

Auf manchen Prüfungen kann man sehen, wie dem Hund das Beißen noch ermöglicht wird, wie auch immer. Bei extremer Belastung durch Umweltreize oder durch harte Helferarbeit entfällt diese Möglichkeit der Schummelei.

Die Sprünge scheinen die Ringhunde vor HD zu schützen und, was mir ein wesentlicher Punkt ist: Das Ergebnis der gesamten Arbeit ist, dass mit den arbeitenden Hunden keine Triebarbeit gemacht werden muss. Was passiert, wenn man es doch macht, konntest Du an meinem Mali sehen.

Noch ein Wort zu den Besten sowie heutiger, moderner Ausbildung: Die Meisten der Elite werden (mit ihren Team) immer beste Ergebnisse erzielen. Ob mit Stachel, Tele oder Clicker ist gleich. Sicher ist es besser, mit weniger mehr zu erreichen. (Wobei das Kontingenzschema nicht unterschlagen werden sollte, zumindest nicht die negative Belohnung). Mein Hund ist mein Freund und Freunde verprügelt man nicht.

Die dauerhaften Leistungsträger haben gelernt, ihren Hund immer GLEICH zu führen. Sie sind für den Hund berechenbar, vorhersehbar in ihrem Handeln in dem Sinne, dass der Hund immer weiß, was er tun und lassen muss, (um ein Ziel zu erreichen). Wie ein Hund funktioniert oder als Hund im Alltag wahrgenommen wird ist keine Frage der Ausbildungsmethode, sondern der Psyche, welche dem Hund gegenübersteht. Nimmt er sie ernst, bietet sie dem Hund ausreichend Orientierung?

Wenn meine Oma die Zeitung zusammenrollte, war es der Fall. Das mag man bemängeln, aber Oma war so, der Hund war auch da – wo sollten Oma oder er denn hin? So hat man sich arrangiert und alles war in Ordnung.

Wenn X seinen Hund nicht mehr ausführt, da sein Hund ihn beim Wildern hinter sich her zieht, ist das ungünstig. Vielleicht ist X auch blöd und hat kein Buch über Hundepsychologie gelesen. Wenn X sich nun einen Tacker zulegt und wieder seinen Hund unter Kontrolle bekommt, kann der Hund wieder raus. Diese Entscheidung für den Tacker würde ich für klug halten. Das Tele gibt Sicherheit zur Veränderung der Psyche.

Das mit der Psyche ist das, was die meisten Hundeexperten nicht lehren. Wenn alle ihrem Hund mal die Ohren langziehen würden, (das Kind ist doch schon in den Brunnen gefallen, trotz oder gerade wegen Hundeschule und Experten), hätten sie nicht mehr ausreichend Kunden.

Gruß Frank

PS: Es ist richtig, dass mittels Clicker Hunde am schnellsten lernen (können), aber die Erwartung, alle Menschen KÖNNEN so arbeiten, geht am Leben vorbei. Noch viel schlimmer ist es, einem hilflosen Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn er(in seiner Wut) mal gegen den Hund vorgeht, um wieder ein vernünftiges Leben führen zu können.
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#23
hallo frank, gefällt mir ausgesprochen gut was du schreibst. eine frage noch....
welchen stellenwert hat das aggressionsverhalten beim ringsport??
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#24
@ Reisender

Danke!

Sehr schöner Beitrag.
  • [Bild: thumbup.png]
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#25
Zitat
Das verstehe ich nicht. WEDER der Hund noch die Gesellschaft braucht das. Bereits hier kommt durch, was sich als wissenschaftliches Urteil über die Gesamtargumentation zieht: ES GIBT KEINEN AGGRESSIONS-, WEHR- o.ä. TRIEB. Aggression ist immer die Reaktion auf störende äußere Reize. Genau da irrte KONRAD LORENZ – und viele, die sich auf ihn beziehen. Also BRAUCHT der Hund DIESE Form der Beschäftigung nicht. Er kann auch anders und tiergerecht/er ausgelastet werden. Und was die Gesellschaft betrifft: Die mag Diensthunde in der Hand von Polizist/inn/en brauchen, so wie sie evtl. Leopardpanzer in der Hand professioneller Soldaten brauchen mag. Aber deswegen käme doch auch keiner auf die Idee Motorsport mit scharf munitionierten Kampfpanzern zu erlauben – und den Freizeitsoldaten auch noch zu erlauben auf dem Weg zum und vom Übungsplatz diese Panzer durch die Straßen zu steuern…
Zitat Ende


Meine Hunde waren zu keiner Zeit Panzer und sicherlich sind sie durch Hundesport nicht scharf munitioniert, welch ein Hohn.
Da hat der Schreiberling wirklich nicht viel Ahnung.
Lediglich Frau Feddersen-Petersen kann ich noch durchgehen lassen, als Haarmodel bei Heidi Klum.

Gruß
Dirk
Nen Kotlett kann man einfach nicht hart kloppen!
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#26
@dirk, .... danke, ich denke ich verstehe was du meinst. wobei das mit panzern durch die straße fahren ja nicht unbedingt bedeutet das die anfangen zu schiessen, aber ja, diese aussage läßt den spielraum dieser interpretation.
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#27
@Reisender

:appl: :appl: :appl:

Manni
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#28
Hallo Frank,

viele wahre Worte !!!
Die größte Leistung besteht darin, nicht andere, sondern sich selbst zu übertreffen
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#29
Heinz.S,'index.php?page=Thread&postID=136212#post136212' schrieb:
Detlef Berensmann,'index.php?page=Thread&postID=136211#post136211' schrieb:
Volpi,'index.php?page=Thread&postID=136208#post136208' schrieb:Wenn man die dominanzorientierte, soziale Resourcen-Wettberbssituation auf den notwendigerweise vorhandenen Widersacher zurückführt ist es "natürlich" auch nur eine "Reaktion". Das führt aber wieder zu einem Vermengen von rein reaktiver (Wehr-)aggression und aktiver Aggression zum Zwecke der Resourcengewinnung. Welche davon können wir im Sport wohl brauchen?
hierzu noch mal folgendes. alleine dieser absatz enthält so viele informationen das man stunden bräuchte um das jemanden zu erklären. das zu lernen und in der praxis bewußt zu nutzen bedeutet einen noch höheren zeitaufwand. die wenigsten sind bereit das zu leisten, ..... leider!
Frage,kann man bei einem Gebrauchshund überhaupt darauf verzichten und wenn ja,woraus ergiebt sich ein solcher Hund,wenn wir nicht wollen,das brauchbare Reaktionen allein aus Nervenschwäche resultieren?

Anmerkung....weiß jemand,ob das Interwiew überhaupt statt gefunden hat oder ist das wieder so ein gegenüberstellen bekannter Meinungen?
Mir kommt das irgendwie gestellt vor.
LG heinz
@Heinz: Natürlich brauchen wir das, ohne aktive Sozialaggression ist es kein Schutzdienst. Ergeben tut sich das durch sehr frühzeitige Förderung des aktiven Verhaltens eines (geeigneten) Hundes, der Spass daran findet auf dem HuPla durch dominantes Auftreten zu seinem Ziel des Resourcenerwerbs (Ärmel) zu kommen, der Spass an der Auseinadersetzung hat und dabei gelernt hat, daß (a) Regeln einzuhalten sind und (b) dieses Verhalten kontextbezogen nur auf dem HuPla vor dem entsprechend gekleideten Helfer stattfindet.

Vor längerer Zeit brach hier mal eine Diskussion zu genau diesem Thema aus unter dem Motto "Dominanz-Ausbildung". Protagonisten waren Alf (leider anonym und deshalb von vielen abqualifiziert und Sören. Schon bald konnte kaum mehr einer folgen, weil es natürlich ggü. dem so beliebten, angeblich öffentlickeitsfreundlicherem, m.E. aber gefährlichen und unsinnigen Beute-Schutzdienst einen Paradigmen-Wechsel darstellt.

@Detlef: Berechtigte Frage, wer das bereit ist zu lernen. Die Mehrzahl der bekannten Seminarleiter arbeiten im Grundsatz nach diesem Prinzip, und selbst bei denen habe ich schon Leute den Raum verlassen sehen, wenn im Theorieteil die Aggression als unverzichtbarer Bestandteil genannt wurde.

Wegen der hohen Intelligenz unserer Hunde, der Fähgkeit kontextbezogen zu lernen und gleichzeitig auch Diszipiln zu trainieren ist dieses Gleichnis von Ganßloser mit den Panzern auch Quatsch. Genausowenig, wie der Soldat außerhalb der Übung mit seinem Panzer rumballert, beisst der gut trainierte Hund abseits des Platzes irgendwelche Leute.

Man verzeihe mir das vermenschlichende Beispiel: Der gewaltbereite Jugendliche aus sozialen Brennpunkten kann sehr wohl im Kampfsporttraining lernen, mit seinen Emotionen umzugehen, Disziplin zu wahren und Regeln einzuhalten und nimmt dieses Verhalten allenfalls im positiven Sinne mit auf die Strasse, wo er eben nicht wahllos Passanten umwuchtet. Jeder Sozialpädagoge wird bestätigen, dass dies nicht nur mit harmlosen Ballspielen zu erreichen ist.

@Dirk: M.E. falsche Einstellung zu Dorit F.-P. Wenn immer nur Leute aus der Walldorf-Kindergarten Fraktion bereit sind, mit ihr zu diskutieren, wird sich dieses Verhältnis nicht verbessern. Die ist eigentlich zurecht eine, wenn nicht die, führende Kynologin bei uns. Du wärst überrascht, wieviel gerade sie bereits für uns getan hat, wenn es um die geforderte Abschaffung unseres Sports ging. Sie postuliert, allen voran, die Gefährlichkeit der reinen Beuteorientierung u.a. im Schutzdienst, weil es die Beutejunkies sind, die durch übersteigerte Reizbarkeit auf kleinste Bewegungen zu unkontrolliertem Schnappen neigen.

@Frank: Sehr richtig alles! Allerdings ist eben gerade jene Standardisierung gemäß der IPO eine wichtige Grundlage für die Ritualisierung und für das kontextbezogene Lernen.
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#30
Detlef Berensmann,'index.php?page=Thread&postID=136234#post136234' schrieb:aber ja, diese aussage läßt den spielraum dieser interpretation.
Läßt sie überhaupt eine andere zu?

Dirk.H.,'index.php?page=Thread&postID=136233#post136233' schrieb:ES GIBT KEINEN AGGRESSIONS-, WEHR- o.ä. TRIEB. Aggression ist immer die Reaktion auf störende äußere Reize. Genau da irrte KONRAD LORENZ –
PS,Ich weiß,von wem dieses Zitat ist.......... :peace:

Also, wem bitte verdanken wir diese Erkenntnis ?????????
Und wenn es so ist,wie gehe ich mit dem Problem um,wenn die alleinige Anwesenheit eines anderen Wesens schon ein störender Reiz ist ??????????
Schaffen wir das,was wir Menschen untereinander nicht schaffen,Konflikte durch Streichhölzchen ziehen zu lösen,das unseren Hunden beizubringen,damit es in die heile Welt der "modernen Hundehalter" passt?

Auszug aus der Zeitschrift "Nippers 3/12 Seite 4

"Neben dem bisherigen Angebot der telephatischen Tierkommunikation mittels Foto und dem Namen des Tieres kommt die Tierkommunikatorin..................nun auch zum individuellen Wohnort oder ggf. Reitstall des Tieres.Dabei stellen die Besitzer selbst die Fragen an ihr Tier und erhalten die Antworten unmittelbar.
Bla Bla bla.............http://www.ihre-tierkommunikatorin.de

Mein Gott,kann Leben doch einfach sein...... :lol :lol oder
Wie lange übersteht eine Gesellschaft ein Sorgenfreies leben,bis sie verblödet........
Das Hirn ist keine Seife - es wird nicht weniger, wenn man es benutzt!

(Hinweis: Die Signatur ist wie eine Visitenkarte: Sie dient der selbstdarstellenden Information über den Autor - nicht der Beurteilung des Lesers)
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