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Moderner Aufbau Schutzdienst
Volpi,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183981#post183981 schrieb:Natürlich geht der "Dampfkessel" auf Lorenz zurück

Mein verwendeter Begriff
„eigentlich“ ist dir klar? Lorenz kommt eigentlich von bestimmten
Freudschen Ideen. Wie Freud sieht er die Aggression als eine sich
permanent anstauende Energie, die von Zeit zu Zeit abgelassen werden
muss.


Volpi,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183981#post183981 schrieb:Dieses Triebmodell, wie auch viele andere, ist an sich nicht schlecht.


Begriffe haben Bedeutungen.
Verschiedene Begriffe, verschiedene Bedeutungen.Wenn man also einem
konkreten Hundeverhalten einen falschen Begriff gibt, deutet man ihn
meist auch falsch. Aus falscher Deutung kann schnell falsche Praxis
entstehen. Und genau das ist bei Trieb-Zwang-Trieb geschehen.

Wenn ich auf Begriffen rumreite, dann
nur um zu erklären, dass dahinter ein ganzes Modell, d.h. Bild vom
Hund steht, das wiederum eine ganz bestimmte Einstellung zum Umgang
mit ihm rechtfertigt. Es geht nicht in erster Linie darum, Begriffe
zu ändern, sondern die Einstellung zu ändern. Dann wird auch die
Praxis besser.

Wenn man den Hund nicht mehr als
widerspenstigen triebgesteuerten Konditionierungsautomaten sieht, der
mit Zwang und durch Konflikte lernen muss, sondern als mitdenkenden
kooperationswilligen Partner, der am besten ohne Zwang und Konflikte
lernt, dann kann daraus eine bessere Praxis entstehen, auch wenn man
kein perfekter Theoretiker ist. Zumindest verbieten sich bestimmte
Dinge dann von selbst. Über die auf dieser Grundlage möglichen
verschiedenen Wege kann im Einzelfall dann ja produktiv gestritten
werden. Da ist die moderne Ausbildung auch noch lange nicht am Ende.
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Zitat:Wenn man den Hund nicht mehr als widerspenstigen triebgesteuerten Konditionierungsautomaten sieht, der mit Zwang und durch Konflikte lernen muss, sondern als mitdenkenden kooperationswilligen Partner, der am besten ohne Zwang und Konflikte lernt, dann kann daraus eine bessere Praxis entstehen, auch wenn man kein perfekter Theoretiker ist.
So geschehen gestern beim Übungbetrieb. Kleines praxis Beispiel.
Ein Hundeführer mit einem 7 jährigen Malinois kam zu mir mit dem Hinweis das keiner seinen Hund mehr arbeiten will weil es immer eskaliert und der Hund entweder den Hundeführer oder den Helfer angreift. Der Hund ist einer der den Helfer immer als Gegner einstuft, der kann und will nicht dein Freund sein. Nach kurzem Gespräch wurde der Plan für die Session gemacht.

Es ging darum an der Beziehung zwischen Hundeführer und Hund zu arbeiten. Der HF sollte nicht als strafendes oder kontrollierendes Element auftreten, sondern sich darauf konzentrieren was der Hund richtig macht. Über das Hörzeichen „Pack (Freigabe)“ durfte der Hund immer dann beißen wenn er sich richtig verhalten hat bzw die Hörzeichen richtig ausgeführt hat. Der Hund hat die gesamte Session über nicht einmal den Ärmel überlassen bekommen oder getragen usw usw.

Eine interessante Erfahrung für den Hundeführer, wie er mir sagte, und um es vorweg zu nehmen, es gab keine Eskalation, keine Entgleisung, der Hund verhielt sich mehr und mehr kooperativ.

PS:: Der Hund ist schon auf einem DMC Championat und anderen Meisterschaften gelaufen, er hatte also durchaus schon Erfolge gehabt. Trotzdem ging die Ausbildung insgesamt nach hinten los.
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ma-re-sa,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183933#post183933 schrieb:Erst eine allgemeine Andeutung von dir
über „Konflikte rein“ und dann keine Antwort von dir auf
konkrete Nachfrage. Hoffentlich ist das nicht bezeichnend für die
Art von Konflikten, die du nicht erläutern willst.

Erstens war ich in Australien und hatte wenig Zeit....zweitens verweise ich auf mein Statement in Anonyme Menschen

Der eine kämpft für sein Recht auf Anonymität, der andere ignoriert diesen Anonymen und diskutiert nur mit Leuten, die auch mit ihrem Namen dazu stehen! So ist es in einem freien Land! Solltest du dich outen, bin ich gerne für eine offene Diskussion bereit :whistling:
Ansonsten frohe Ostern :thumbsup:
beste Grüße

Uwe
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dberensmann,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183985#post183985 schrieb:Der HF sollte nicht als strafendes oder kontrollierendes Element auftreten, sondern sich darauf konzentrieren was der Hund richtig macht.


:daumenhoch:
Gute Idee! Schön auch, dass sie so schnell belohnt wurde. Das ist
nämlich nicht immer der Fall, oft wird ein guter Weg zu schnell
abgebrochen, und dann heißt es: hat auch nix gebracht.
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Guten Morgen Detlef,

das aus entspricht genau dem, was ich gemeint hatte mit dem umgelenkten Verhalten. Das unterscheidet sich ja von einer Ersatzhandlung, wo der Hund sich lediglich kratzt oder gähnt, am Boden schnuppert.

Eigentlich hat der Hund, zumindest für mich, die richtige Stimmung zum richtigen Zeitpunkt, allerdings dann das verkehrte Ziel, resultierend aus Aggression, geringer Frustartionstoleranz. Daraus kann auch eine Reizschwellenerniedrigung entstehen.

Verhält sich wie als wenn sich zwei territoriale Rudelgenossen in die Wolle bekommen, weil sie einen anderen Hund nicht zu fassen bekommen, der auf der anderen Seite des Zaunes läuft. Ich denke, da erreicht man mit Gegenwehr auch nichts, außer, dass der Hund sein Verhalten noch intensivieren wird.
Für den Hund ist das nervlich auf jeden Fall eine Tortour.

Ich denke, über das, was Du jetzt machst, wird das Ziel im Grundsatz einfach klarer, darüber vielleicht auch die Frustrationstoleranz. Ich finde gut sich auch eines so erfahrenen Hundes anzunehmen, um das zu biegen.

Die Frage aber ist immer, wie lange es braucht, dass der Hund das umgelenkte Verhalten tatsächlich ablegt.

Wenn daraus schon eine Gegnerschaft von vorne und Hinten entstanden ist, er als arme Wurst dazwischen, dann wird das eine Aufgabe.
Dann geht es nicht alleine um das ZIel für das Beißen.

Frohe Ostern und viel Erfolg
Reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
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tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183988#post183988 schrieb:Eigentlich hat der Hund, zumindest für mich, die richtige Stimmung zum richtigen Zeitpunkt, allerdings dann das verkehrte Ziel, resultierend aus Aggression, geringer Frustartionstoleranz. Daraus kann auch eine Reizschwellenerniedrigung entstehen.
Morgen Reinhard und frohe Ostern.
Den obigen Absatz verstehe ich nicht, weiß nicht was du meinst. Kannst du das einfacher erklären?

tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183988#post183988 schrieb:Die Frage aber ist immer, wie lange es braucht, dass der Hund das umgelenkte Verhalten tatsächlich ablegt.
Das werden wir heraus finden, und auch ob es dann in einer Wettkampfsituation hällt.
Unter dem Strich sehe ich das relativ einfach. Was wir jetzt machen werden schadet dem Hund nicht, und er kann mal die Erfahrung machen mit seinem Hundeführer zusammen zu arbeiten, als Team.

Ich mach mal ein Video vom Training.
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doghunter,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183986#post183986 schrieb:Der eine kämpft für sein Recht auf Anonymität


Ich kämpfe für eine moderne Ausbildung und halte es für eine
Pflicht, gegen die Ansichten der alten Ausbilder zu argumentieren.
Merke aber immer wieder, dass es bei denen nichts bringt, mit Fakten
gegen Unsinn anzugehen.

Denn die Ewiggestrigen sind deshalb nicht durch Fakten zu
erschüttern, weil sie ihr Weltbild um jeden Preis retten wollen. Sie
empfinden wissenschaftsbasierte Erkenntnisse und alles Neue als
Bedrohung ihres Selbstverständnisses und ihres Lebenswerks. Ihre
eleganteste Art der Reaktion ist dann noch, sich nur die genehmen
Fakten rauszupicken.

Die letzte Rettung aber ist immer die allgemeine Verweigerung,
überhaupt zu diskutieren.

Ich halte es inzwischen für reine Zeitverschwendung, den harten
Kern der Ewiggestrigen überzeugen zu wollen.
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tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183988#post183988 schrieb:Die Frage aber ist immer, wie lange es braucht, dass der Hund das umgelenkte Verhalten tatsächlich ablegt.
Ich möchte nochmal auf diesen Teil eingehen, weil ich gestern in dieser Session den Hundeführer mit ein paar für ihn neuen Fakten konfrontieren mußte, aus denen sich in früheren Arbeiten sicherlich Konflikte ergeben haben die der Hund niemals lösen konnte.

Nach einigen Freigaben des Hundes merkte er sehr schnell das sich Kooperation lohnt, das führte aber nun dazu das er in einer Art „vorauseilendem“ Gehorsam, Technik bzw Unterordnungsverhalten auch unaufgefordert einsetze. Das wurde vom Hundeführer sofort als ungehorsam gewertet und bestraft. Ich habe ihm dann erklärt das ein Verhalten in seine Richtung, also Kooperation niemals zu einer Bestrafung führen sollte, allerdings (unaufgefordert) auch nicht zu einer Belohnung. Die Strategie war einfach das unaufgeforderte Verhalten zu ingnorieren und den Hund über ein folge HZ wieder in das zuvor gezeigte Verhalten zu bringen, das dann nach genügend langer Duration über die Freigabe zum Erfolg führte.

Genau das waren Momente in denen der Hund im Vorfeld eskalierte.

Was ich damit sagen will ist, das es vielleicht gar nicht so lange dauert bis ein Hund versteht zu kooperieren, weil es ja Vorteile hat, nur wenn er es dann tut, auch unaufgefordert, und es sofort bestraft wird, wird er verzweifeln und seiner Genetik entsprechend seinem Frust freien lauf lassen.
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Hallo Detlef,

es es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, wie ein Hund mit Überforderung umgehen kann. Es ist ja ein Konfliktverhalten, kein Lernverhalten.

Beim SD z.B. Zu Beginn Suchverhalten, plötzliches Gähnen oder Kratzen. Er findet nicht die entsprechende Einstellung und zeigt Ersatzhandlung.

Dieser Hund hat aber die richtige Einstellung zum richtigen Zeitpunkt. Du beschreibst ihn als Hund, der den Figuranten ernst nimmt. Heißt: ich betrete den Platz, ritualisiere -wo ist der Lump-, der Hund sagt: den finde ich und verjage ich.

Soweit dann richtig, So, und jetzt kommen die Zeitfenster, Belastungen und Umgang mit Frust. Der Hund will das über das Beißen lösen, kommt aber vorne nicht zum Erfolg. Das lenkt er dann nach hinten um. Das ist keine bewußte Handlung, kann sich dann aber als Lösungsweg für den Hund etablieren. Grade, wenn man als Hundeführer selbst viel Beißtechnik - Training macht, kann das sich sogar nachteilig auswirken, muss aber nicht. Und wenn man dann noch als Hundeführer massiv auf den Hund einwirkt, so kann sich die Intensität dieses Verhalten noch erhöhen, vorne Gegner, hinten Gegner,was dann zu einer Reizschwellenerniedrigung führt auch den Hundeführer zu beißen, also die Hemmung dazu verloren geht.

VG Reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
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tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183993#post183993 schrieb:Und wenn man dann noch als Hundeführer massiv auf den Hund einwirkt, so kann sich die Intensität dieses Verhalten noch erhöhen, vorne Gegner, hinten Gegner,was dann zu einer Reizschwellenerniedrigung führt auch den Hundeführer zu beißen, also die Hemmung dazu verloren geht.
VG Reinhard
Ja jetzt verstehe ich was du meinst, sehr richtig.
Ich wünsche keinem Hund so eine Ausbildung wie er sie genossen hat. Aber ich wünsche jedem Hundeführer und Helfer die es immer übertreiben und grundsätzlich dem Hund die Schuld geben, so einen Hund, so ein Kaliber an die Backe, der erzieht auf seine Art sowohl den Führer als auch den Helfer.

:i_
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