Kantor,index.php?page=Thread&postID=87646#post87646' schrieb:Und zuletzt: Ich reagiere deshalb so allergisch auf einige Postings hier, weil einige offensichtlich noch nicht jahrelang mit einem UNVERSCHULDET kranken Tier, das sie lieben, zusammen gelebt haben. Einen geliebten Hund leiden zu sehen, ihn ständig zu verschiedenen Tierärzten zu schleppen, tausende Euro auszugeben, immer zwischen Hoffen und Bangen, immer mit der Frage konfrontiert, ob man den Liebling nicht besser gehen lassen sollte, um ihm Elend zu ersparen; einem lebendigen Hund das Toben verbieten zu müssen; einer Allergikerin das Lecken und Kratzen - große Töne von Leuten, die mit ihrem Hund wahrscheinlich einfach nur Glück hatten, das macht mich wirklich wütend!
Nee. Ich glaube kaum, dass es daran liegt, dass manche Leute keine Ahnung haben, wie es ist mit einem kranken Tier zu leben. Ich denke einfach, die Leute hier sehen es realistisch, jammern eben nicht die ganze Zeit rum, sondern akzeptieren ihr Schicksal bzw das des Hundes bewegen im Stillen ihren Hintern, ohne öffentlich ein Faß aufzumachen.
Zu den Krankheiten meiner Hunde:
Mein erster DSH (HZ) verstarb mit 10 Monaten an Parvovirose. Da war ich gerade 10 Jahre alt und in dieser Zeit gab es im Umkreis recht viele Parvo-Fälle. Keine "rassetypische" Krankheit, zählt nicht.
Einen Monat nach dem Tod meines ersten Rüden, bekam ich den zweiten DSH (HZ). Dieser hatte im Alter von 4 Monaten Parvovirose, hat es überlebt, behielt eine Herzschwäche zurück. Im Alter von 14 Monaten ließen wir ihn röntgen mit dem Ergebnis "schwere HD". Der TA prophezeite eine Lebenserwartung von vielleicht 6 Jahren. Ich hab mit diesem Hund noch die SchH1 gemacht, ihn dann in Rente geschickt und nur hin und wieder maßvoll gearbeitet.
Und ich habe mit meinen damals niedlichen knapp 12 Jahren das Urteil des TA angenommen. Die HD bereitete dem Rüden im Winter desöfteren Schmerzen. Ein warmes Körnerkissen auf der Hüfte und die Zufütterung von Teufelskralle halfen da in der Regel schon. Er ist über 12 Jahre alt geworden und gehen musste er nur auf Grund eines riesigen Milztumores.
Der Rüde meiner Mutter (auch HZ) war Zeit seines Lebens gesund, hatte jedoch HD noch zugelassen und kaputte Ellenbogen, was ihn aber nicht daran gehindert hat, ein aktiver Hund zu sein. Sportlich war er allerdings überhaupt nicht zu gebrauchen.
Mein dritter Rüde (auch HZ) wird im April 12 Jahre alt. HD und ED normal. Im Sommer hat er oft tränende Augen und öfter mal entzündete Ohren. Gut, ist ärgerlich, aber kein Beinbruch. Wird gespült, es gibt Ohrentropfen und fertig ist die Laube. Ändern kann ich's eh nicht, kann'S dem Hund nur erleichtern. Großartige Probleme hat er damit auch nicht.
Mein vierter Rüde (ein Sohn des dritten und somit auch HZ) ist jetzt 5, HD und ED normal, kerngesund, ein Energiebündel, keine Allergien, keinerlei Probleme, eine absolute Pottsau (eigentlich ist er ja bunt, wenn er aus dem Garten kommt, aber hin und wieder grau bis schwarz...), ein wunderbarer ausgeglichener Hund. TA hat der bisher nur zum Impfen und Röntgen gesehen und als ich einen Grützbeutel entfernen ließ (saß saublöd, daher kleine OP).
Meine aktuelle Hündin (LZ) ist 2,5 Jahre alt, ebenfalls kerngesund, HD fast normal, ED normal, voller Energie und hat ebenfalls keinerlei Probleme. TA hat sie bislang auch nur zum Impfen und Röntgen gesehen.
Ich hab auch genug mitgemacht mit Krankheiten und Co, aber ich hab frühzeitig gelernt damit umzugehen, es meinen Hunden so leicht wie möglich zu machen und ich habe vor allem gelernt, dass Rumjammern es nicht besser macht. Ich für meinen Teil halte es da nach dem Prinzip "Situation akzeptieren, Fresse halten und beim nächsten Mal besser machen.". Klappt gut.
Ich renn nicht für jeden Mist zum TA, meine Hunde bekommen inzwischen Frischfleisch, Knochen und dazu nur noch reine Gemüseflocken ohne Getreide. Sie dürfen bei knappen Plusgraden schwimmen gehen, wenn es ihnen beliebt, müssen sich aber danach trockenlaufen. Eigentlich kann man sagen, ich lasse sie einfach mal machen. Im Regelfall wissen die schon, was sie tun oder eben lassen und warum.
Mein 12jähriger Rüde bewegt sich nicht mehr viel und liegt lieber im Warmen. Ich zwing ihn nicht auf ewig lange Spaziergänge, der wird schon wissen, warum er nicht mehr mag...
@Kantor:
Oh und noch was zu dem "ständig zu verschiedenen Tierärzten zu schleppen, tausende Euro auszugeben, immer zwischen Hoffen und Bangen": Ich würde im Leben nicht darauf kommen, zu zig verschiedenen TA zu gehen. Ich habe zwei verschiedene TA, beide super, beiden vertraue ich. Wenn mir deren Meinung mal nicht genügen sollte (was bisher nie der Fall war), fahr ich in die TiHo und fertig.
Zu zig verschiedenen TÄ zu gehen, ist in meinen Augen Schwachsinn. Die Meinungen von zwei TÄ sollte in der Regel ausreichen. Wenn sie unterschiedlich ist, ggf noch nen dritten hinzuziehen, ansonsten: Meinung akzeptieren und sich damit auseinandersetzen.
Und tausende Euro auszugeben für einen Hund ist ja ganz ehrenhaft und so, aber da ist fraglich, ob es überhaupt einen Nutzen hat. Wenn ich vor lauter Tierliebe erblinde, hat das auch keinen Wert. Und ab einem gewissen Punkt ist es einfach auch falsch verstandene Tierliebe.
Und zu dem öffentlichen "Rumgejammer" (sry, mir fällt grad kein besserer Ausdruck ein) über die Krankheiten deiner Hündin muss ich mal ernsthaft fragen, ob das IRGENDEINEN Sinn hat. Es wird dir niemand ein Zaubermittel nennen, niemand wird dir ne bessere Rasse als den DSH nennen und deine Hündin wird davon auch nicht gesund. Es bricht nur wieder unnütze Streitereien vom Zaun und es wird mit Anschuldgungen um sich geworfen, wie man sie in dem Thread zu Zamp Thermodos lesen kann.
Allgemein gesehen ist der DSH vermutlich nicht kränker oder gesünder als zig andere Rassen oder eben auch der Mensch. Entweder kann ich das akzeptieren und damit in welcher Form auch immer umgehen, oder ich darf mir einfach mal kein Tier mehr anschaffen.
Meine Meinung.
Da kannste jetzt auch gern dran rumkritisieren, mäkeln, mich für kaltherzig halten oder sonstwas, aber das ist mir eigentlich relativ egal. Ich liebe meine Hunde, tue alles mögliche für sie und fertig. Aber wenn's nicht mehr geht, geht's halt nicht.