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Auf- und Abwärmen im Hundesport
#11
Erst mal vielen Dank für eure Antworten und den Link!

Ich denke schon, dass das Aufwärmtraining wichtig ist. Gerade wenn der Hund länger im kalten Auto gelegen hat. Das ich nicht so ein Aufwärmtraining wie beim Handball oder anderen Sportarten mache, ist klar.

Ich sehe es in der UO jetzt auch nicht so dramatisch, da man ja doch meist die Fußpassagen zuerst trainiert und der Hund dann schon warm wird. Aber im SD hole ich einen kalten Hund auf den Platz und er muss gleich zu hundert Prozent da sein.

Vielleicht gibt es ja noch ein paar mehr Hundesportler, die ihren Hund aufwärmen. Über weitere Antworten würde ich mich freuen!
Viele Grüße
Christina

Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag!
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#12
britta_vamos,index.php?page=Thread&postID=78003#post78003' schrieb:-Hund aus dem Auto , 2 m laufen , Triebziel raus , kurz anspielen , flott zum Platz laufen , Hund sammeln und warm ist er.-
macht eigentlich jeder.
Und genau das stimmt nicht. Die Wenigsten machen sich Gedanken darüber. Zumindest ist das meine Beobachtung. Deswegen habe ich gefragt. Ich denke, es gibt viele, die gern wissen würden, wie man ein richtiges Aufwärmtraining mit dem Hund macht!
Viele Grüße
Christina

Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag!
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#13
Gut sollen Dehnübungen sein, die der Hund selbst anbietet. Also bitte nicht Gliedmaßen von Hand strecken und dehnen.

Slalom laufen um die Beine, Pfoten geben, Männchen machen, am HF hoch GEHEN (nicht springen) und so weiter.
Gruß Bettina

"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
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#14
Ich hatte diesbezüglich mal die Aussagen einer Tierärztin mitbekommen (Name weiß ich leider nicht), die sich wohl vorwiegend mit Pferden beschäftigt, allerdings wohl auch beim Hund relativ fit ist was den Bewegungsapparat angeht.
Sie war der Meinung (die ich auch sehr logisch finde) das für Hunde ähnliche Übungen sinnvoll wären, wie sie auch bei Pferden durchgeführt werden.
Will heißen: eine gewisse Strecke ruhiges Laufen, dann lockerer Trab und wichtig wäre vor allen Dingen eine gezielte Bewegung der Wirbelsäule und Hinterläufe, da diese Erfahrungsgemäß im Sport häufiger verletzt würden(kommt mir bisher auch so vor). Also im Klartext: den Hund eng links und rechts drehen lassen, wobei hier wichtig ist das er sich wirklich biegt. Auch ein paar Schritte rückwärts laufen etc.
Im Prinzip ähnlich wie in dem Link beschrieben. Allerdings glaube ich nicht, dass sich bei Übungen wie dem Verbeugen wirklich irgendwas dehnt, denn ich sehe da schon einen klaren Unterschied ob mein Hund sich nun wirklich streckt oder diese Übung gezielt ausführt.
Eigentlich sind das alles keine großen Sachen, Drehungen, Rückwärts gehen, etwas Traben, dass sind alles Dinge die ich auf dem Weg vom Auto zum Platz ganz einfach tun kann.

Ich finde das übrigens bei der Unterordnung genauso wichtig wie im Schutzdienst. Ich möchte das mein Hund sich locker und schnell dreht, seine Hinterhand aktiv einsetzt etc. Wobei es hier ja schon bei vielen Hunden mangelt, sei es aus mangelndem Training oder aus unterkannten Problemen im Rücken oder Gelenksbereich.

Gerade im Winter sind die Hunde doch wirklich "kalt" und fahren zumeist richtig runter beim Warten, da finde ich es besonders wichtig sich über soetwas Gedanken zu machen. Zumindest ich möchte das mein Hund bei den mehr oder weniger unnatürlichen Dingen die ich da von ihm verlange nicht auchnoch Schmerzen hat oder diese entwickelt, weil Jahrelang falsches Training eben irgendwann doch auch den gesündesten kaputt macht. Ich möchte garnicht wissen wie viele Hunde eigentlich ernsthafte gesundheitliche Probleme haben, diese aber nicht erkannt werden (wollen), da sie die gröbsten Symptome durch Trieb überdecken.
Zu der ganzen Thematik gehören für mich übrigens auch Dinge wie eine gute Sprungtechnik an der Meterhürde, Überklettern der Schrägwand usw. worüber sich die meisten ja leider irgendwie erst Gedanken zu machen scheinen wenn es sie in der Prüfung Punkte kostet.
Ich habe zugegebenermaßen keine 25 Jahre Erfahrung in der Sache und auch keine größeren Studien im Tierbereich die eindeutig Belegen das Aufwärmtraining Verletzungen verhindert, aber ich finde es sinnvoll und auch nur fair dem Partner Hund gegenüber sich über soetwas einfach mal Gedanken zu machen und es nicht einfach mit "der Hund ist ein Sprinter" und ähnlichen Halbwahrheiten abzutuen. Ein Hund ist ein Lebewesen wie jedes andere auch und hat genauso Sehnen und Gelenke wie ein Mensch. Die Realität macht nunmal nicht vor den Toren eines Hundeplatzes halt.
LG Janina
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#15
Hier mal ein kleiner Auszug aus unserem Repertoire:

Beim Gassigehen - natürlich nach dem Lösen - auf Baumstämmen balancieren, Cavaletti-Arbeit mit Ästen im ruhigen Schritt für die Konzentration (die Äste habe ich mir auf einen Weg gelegt, den nicht viele nutzen), Zerren mit Rückwärtslaufen, zwischen den Beinen vorwärts und rückwärtslaufen, Wechsel von links nach rechts und umgekehrt hinter mir, um freistehende Bäume herumlaufen etc.

Auf dem Platz laufe ich dann meist eine kurze UO um alle Hindernisse mit Absetzen und Abholen zwischendurch, und versuche dann, die Konzentration des Hundes zu halten, bis wir dran sind - Wartezeiten verkürzen wir mit "Winken" mit der Pfote, Guck-Übungen, Massage oder Slalom zwischen den Beinen. Unsere Hündin scharrt auch gerne kleine Hölzchen zwischen den Vorderbeinen durch und sucht sie wieder, spielt also mit sich selbst und bleibt dadurch automatisch warm Big Grin - der Platzwart möge verzeihen :whistling:
Aber Aufwärmen gehört für uns einfach dazu - ich selbst mag ja auch nicht so gerne mit kalten Knochen loslaufen.
Gruß Gaby
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#16
bringt da eine Standheizung noch zusätzlich was?
Liebe Grüße
Katja
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#17
da unsere Hunde im Haus leben bekommen sie im Winter wenn es richtig kalt ist und sie im Auto warten müssen, eine Fleece-Decke auf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für Wohnungshunde gesund ist bewegungslos stundelang im kalten Auto zu liegen und dann einen Kaltstart zu machen.

Gruß,

Barbara
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#18
Hallo,

Slalom ist echt gut, wärmt auf und macht die Wirbelsäule geschmeidig. Auch nach der UO kurz Slalom! In der UO geht der Hund Führerebezogen, also nach rechts gerichtet um dieses einseitige Biegen zu kompensieren Slalom und mit Leckerli den Hund nach links biegen.

Wir haben am HP ein paar Stangen stehen, den Tip habe ich von einem TA der selbst Hundesport betreibt.



Viele Grüße
Wir sind nicht auf der Welt, um so zu sein, wie ihr es gerne hättet.
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#19
Auf- und Abwärmen vor bzw. nach dem Training bedeutet Verletzungsprophylaxe, weshalb ich nicht darauf verzichten würde. Ich möchte nicht wissen, wieviele Verletzungen im Training oder Wettkampf mangels eines vernünftigen Auf- und Abwärmens hausgemacht sind. _w_

Das Warm up vor dem Training hat übrigens noch einen weiteren positiven Effekt. Die Körpertemperatur des Hundes steigt ja dadurch an und alle Stoffwechselvorgänge laufen schneller ab. Durch die erhöhte Körpertemperatur wird auch die Nervenleitgeschwindigkeit gesteigert und somit auch die Reaktionsschnelligkeit und die Koordinationsfähigkeit des Hundes verbessert.



Chrissi16,index.php?page=Thread&postID=77979#post77979' schrieb:Deswegen frage ich hier mal - was macht ihr alles vor der Arbeit und nach der Arbeit mit euren Hunden?
...
Mich würde interessieren, was macht ihr alles mit euren Hunden und wie lange dauert bei euch die Vorbereitung vor der UO bzw. dem SD?



Grundsätzlich können zum Aufwärmen alle auch im Training vorkommenden Elemente genutzt werden, allerdings in abgeschwächter Form, um den Körper langsam auf die Belastung vorzubereiten.

Wenn der Hund aus der Box geholt wird, sollte man ihm natürlich ausreichend Gelegenheit lassen, sich zu strecken, zu dehnen und zu versäubern.

Danach sollten Puls und Herzfrequenz durch anfängliches Gehen im Schritttempo und darauf folgendes längeres gleichmäßiges Traben gesteigert werden. Danach kann man auch noch ein paar Runden im Galopp laufen, damit der Hund seinen Rücken aufkrümmt und die Rückenmuskulatur aufwärmt. Anschließend kann man durchaus bereits mit einigen UO-Elementen (z.B. Freifolge mit Kreisen/Wendungen rechts und links) beginnen. Last but not least habe ich vor dem eigentlichen Training immer noch ein paar Sprünge über niedrige Hindernisse bzw. ein langsames Begehen der etwas flacher gestellten Schrägwand (Erwärmung des Rückens und der Hinterhand), Slalomlauf und/oder Laufen einer 8 um die Beine (seitliche Rückenmuskulatur), Rückwärtsgehen (Hinterhand, Koordination) und Kriechen (Vorhand, Nachhand, Stabilisierung Rumpfmuskulatur-> super Aufwärmübung) etc. verlangt. Gut eignen sich mMn auch einige Kunststücke zum speziellen Aufwärmen wie etwa das Laufen nur auf der Hinterhand/Männchen, Rolle machen oder auch das schnelle Erklimmen von Stufen, sofern man welche in der Nähe hat.

Das sind nur Anregungen. Denn man sollte sich vor dem Training im Klaren darüber sein, welche Muskelgruppen des Hundes besonders beansprucht werden. Diese Muskelgruppen bedürfen dann ggf. einer besonderen Aufwärmung. Z.B. sollte man der Muskulatur der Hinterhand beim Aufwärmen erhöhte Aufmerksamkeit widmen, wenn man im anschließenden Training intensiv das Springen trainieren will.

Im Schutzdienst sollte zusätzlich noch die Hals- und Nackenmuskulatur erwärmt werden.

Insgesamt hat das Aufwärmen bei mir meist ca. 12 Minuten gedauert. Länger als 15 Minuten empfiehlt sich nicht. Vor allem sollte die Zeit zwischen dem Aufwärmen und dem eigentlichen Training nicht mehr als 5-10 Minuten betragen, damit die Körpertemperatur nicht wieder absinkt!

Die Länge des Aufwärmens hängt natürlich auch vom Alter des Tieres, von der Außentemperatur ab und dem Trainingszustand des Hundes ab. Mindestens genauso wichtig wie ein Warm up und Cool down finde ich deshalb den gezielten Aufbau der Muskulatur beim Sporthund (das wäre schon wieder ein eigenes Thema..)! Denn je besser die Muskulatur des Hundes entwickelt ist, desto kürzer kann man auch das Aufwärmen halten.



Um den Hund abzuwärmen, kann man ihn 5 Minuten oder etwas länger noch in einem langsamen Tempo weiter arbeiten lassen. Danach den Hund noch locker bewegen und auslaufen lassen, bevor er wieder in die Box kommt (langsames Joggen und schließlich Schritt).

Ein Stretching habe ich mir nie zugetraut, da ich nicht physiotherapeutisch geschult bin. Ansonsten wäre das aber eine Alternative zum aktiven Cool down.



LG

Nina
All great dogs, like all great men work because they have to, but because they want to action is their chief medium of happiness.
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#20
Zum generellen Thema habe ich ein, meiner Meinung nach recht gutes Buch bekommen, zu dem es leider auch keine Alternativen zu geben scheint.

Fitnesstraining für Hunde *für Alltag und Hundesport* von Prof.med.vet.M.Christine Zink.

Was es natürlich nicht bietet ist eine brav aufgelistete Schritt für Schritt Anleitung zum Training des Sporthundes und die ein oder andere Passage ist sicher Ansichtssache und erhält nicht meine unbedingte Unterstützung - wie wohl bei so ziemlich jedem Fachbuch.
Ansonsten wird in diesem Buch zusammengefasst auf viele Grundsätzliche Dinge eingangen, wie z.B. wie ist eigentlich der genaue Ablauf des Trabs, der Schritts und wie ensteht Passgang, wie ist der vorteilhafteste Körperbau für bestimmte Anforderungen und auch wie sollte das Verhältnis von Volumen und Intensität im Training vor einem Wettkampf sein, inklusive Grafiken. Desweiteren werden auch häufige Erkrankungen des Sporthundes beschrieben.

Wie schon gesagt, das Buch enthält kein Patentrezept. Liest man es jedoch mit Verstand, so wird einem beim Training seines Hundes evtl schon ein Licht aufgehen..
LG Janina
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