27-03-2018, 04:03
Anja,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183681#post183681 schrieb:...
dass man aufgrund der Eindrücklichkeit und schlussendlich Einfachheit möglichst häufig versucht den Hund sich seine "richtige" Handlung selbst erarbeiten zu lassen, dh eine eindrückliche Verschiebung der Konditionierung von der instrumentellen zur operativen Lernform.
Das ist m.E. eine sehr treffende Beschreibung des Unterschiedes zwischen "moderner" Ausbildung und alten Methoden, und zwar für sämtliche Sparten. Allerdings muss man sich im Klaren darüber sein, dass bei jeder instrumentellen und /oder operanten Konditionierung auch gleichzeitig eine klassische Konditionierung stattfindet ("Lernen von Gefühlen"), weswegen man bei dem Selbst-Erarbeiten der "richtigen" Handlungen Frustrationen vermeiden muss, z.B. durch (punktgenaues!) Shapen oder leichte Hilfestellungen.
Anja,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183727#post183727 schrieb:wir wollen aber einen aktiven Hund, der beim HF seine Freigabe einfordert.
Das heisst er bietet irgendwann den Blickkontakt an (Trainiert zu hause mit dem Futter, an der Gartentür, an der Autobox, dann in der UO, fürs Apportieren, am Gegenstand auf der Fährte - sprich "überall") - und
daraufhin darf er revieren, beissen, UO-machen, was auch immer. Schaut er nicht, geht es nicht weiter
Volle Zustimmung! Das ist das erste, was jeder Hund bei uns von Beginn an lernt (auch und insbesondere im Alltag), und was konsequent , bis ins hohe Alter, durchgezogen wird: schaut er nicht, geht es nicht weiter!
ma-re-sa,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183705#post183705 schrieb:Die alte Ausbildung hatte Angst, dass Gehorsam Trieb mindert und
meinte, diesem vermeintlichen Dilemma durch Trieb-Zwang-Trieb zu entgehen.
Einmal abgesehen davon, dass es nicht "die alte Ausbildung" gibt, sondern unterschiedlich alte/veraltete Methoden - "Trieb-Zwang-Trieb" wird hier mal wieder (wie auch schon in anderen Threads) m.E. völlig missverstanden. So wie wir das seinerzeit jedenfalls verstanden und praktiziert haben, hieß das: den Hund in eine (aber nicht zu hohe) Motivationslage zu bringen, eventuelle Korrekturen (Zwangseinwirkungen) so kurz wie möglich zu halten, und diese sofort wieder durch Trieb + Bestätigung aufzulösen. Die zuvor gängigen Methoden begannen nämlich - ohne triebliche Vorbereitungen - schon von Beginn an mit Zwangseinwirkungen, und die Zwangs"auflösungen" bestanden dabei nicht selten in "keine Strafe ist Lob genug". Insofern war "Trieb - Zwang - Trieb" schon ein Meilenstein in der Entwicklung zu Ausbildungsformen, bei denen die Emotionen des Hundes an erster Stelle stehen. (Die "guten" Hundeausbilder haben letzteres übrigens schon
intuitiv zu allen Zeiten gemacht, unabhängig von den jeweils gängigen Methoden, und unter sehr viel schwierigeren Bedingungen als heute, wo inzwischen das Wissen um das Lernverhalten von Hunden enorm gestiegen ist).
ma-re-sa,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183705#post183705 schrieb:Die moderne Ausbildung hat verstanden, dem Hund ohne
Triebminderung und Zwang Gehorsam als Weg zum Erfolg aufzuzeigen.
Wenn man unter "Gehorsam" hier "richtiges" oder "erwünschtes" Verhalten versteht (und vielleicht noch das "die" bei der modernen Ausbildung weglässt), ist diese Aussage schon richtig (siehe auch: operante
Lernform in Anjas Beiträgen). Wir sagen dazu auch: nicht gegen den Trieb, sondern mit dem Trieb des Hundes arbeiten. Und das geht tatsächlich am besten über das Shapen.
Kleine Anmerkung: die Nutzung der instrumentellen/operanten Konditionierung wurde übrigens ausgerechnet von Helmut Raiser (den maresa ja so gerne als Vertreter für "die alte Methode" ächtet) explizit formuliert und gelehrt, nämlich schon in seinen ersten Videos für den Aufbau des Verbellens im Schutzdienst. Dieses setzte sich als Alternative zu dem früher praktizierten "Abschlagen" des Hundes mit der Zeit immer weiter durch und führte, zusammen mit den weiteren verbesserten Aufbaumethoden im Schutzdienst dann allerdings dazu, dass
auch Hunde hervorragende Arbeit zeigen konnten, deren Qualität bzgl. Härte und Trieb eingeschränkt war, was der Selektion für Gebrauchshundezucht nicht gerade dienlich war, wie es auch von Sören ausgeführt wurde.
ma-re-sa,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183712#post183712 schrieb:Aber:
die Bestätigung sollte immer das
Erscheinen des Helfers sein und nicht Ball/Leckerli vom HF. Wir
wollen den Hund ja nicht triebmindernd irgendwie abspeisen für
Gehorsam, sondern das Beißen als höchste Belohnung nutzen, um dem
SD nicht den eigentlichen Sinn und Antrieb zu nehmen.
Hier stimme ich maresa tatsächlich zu!
dberensmann,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26387-Moderner-Aufbau-Schutzdienst/?postID=183715#post183715 schrieb:Ist
das Bellen nicht der viel bessere Verstärker, beinhaltet es doch mehr an Aggression als das Beute beissen?
Nein, das Beute-beißen und Erbeuten ist ja direktes Triebziel, während das Bellen, auch wenn mit Aggression verbunden, ja nur einen Schritt zum Ziel bedeutet...
Jojo
"Konzentriere nicht all Deine ganze Kraft auf das Bekämpfen des Alten, sondern darauf, das Neue zu formen."
Sokrates (469– 399 v. Chr.) - - - Ups, auch schon verdammt alt


