15-12-2015, 12:12
Danke für die Info, Antje.
Die größte Leistung besteht darin, nicht andere, sondern sich selbst zu übertreffen
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Fasten für Hunde?
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15-12-2015, 12:12
Danke für die Info, Antje.
Die größte Leistung besteht darin, nicht andere, sondern sich selbst zu übertreffen
15-12-2015, 23:12
Wodurch ist das denn belegt, Antje?
Normalerweise wird bei solchen Rassen gerade NICHT die unregelmässige Fütterung empfohlen.
Gruß Bettina
"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
16-12-2015, 08:12
Würde mich auch interessieren, wo diese Erkenntnisse herkommen. Kenne es auch nur so -und hielt es bislang für sehr plausibel- dass eine regelmäßige und vor allem nicht übermäßige Fütterung bei Disposition für Magendreher angeraten ist.
Bei der oben beschriebenen Fütterungsart würde es ja aber genau das nicht sein -bis hin zu all-you-can-eat Tagen. Gruß Petra
16-12-2015, 12:12
Nach Eliasen werden die Magenbänder so besser "trainiert", sind straffer, "leihern" nicht aus. Behalten die Fähigkeit sind auszudehnen und sich dann aber auch wieder zusammen zu ziehen.
Wir sind nicht auf der Welt, um so zu sein, wie ihr es gerne hättet.
16-12-2015, 17:12
Mogens Eliasen hat sehr viele Fälle von Hunden, die an Magendrehung verstorben sind, untersuch. Allen diesen Hunden war gemeinsam dass sie eine nur sehr schwach ausgeprägte Magenmuskulatur hatten. Und die entsteht wenn Hunde regelmässig nur kleine Portionen fressen. Werden sie zu unregelmässigen Zeiten mit unregelmässig grossen Mahlzeiten gefüttert, bauen sie hingegen eine starke Magenmuskulatur auf.
Leider ist sein Buch über dieses Thema auf deutsch nie erschienen. Er hat die Problematik auf seinen Vorträgen ganz gut dargestellt. Mit dieser Art der Fütterung kann nicht nur das Risiko in Bezug auf Magendrehungen gesenkt werden, ich kenne auch Hundehalter die "nebenbei" auf diese Art Gewichtsprobleme bei ihren Hunden in den Griff bekommen haben. Z.B. haben "Hungerhaken" zugenommen, obwohl sie in 3 bis 4 Mahlzeiten in der Woche die selbe Gesamtfuttermenge erhalten haben wie vorher in 7 bis 14. Andere, die zu "moppelig" waren, haben trotz zwischengeschalteter "all you can eat"-Tage abgenommen. Natürlich darf man bei einem Hund, der eine nur schwache Magenmuskulatur besitzt, nicht von heute auf morgen Riesenmengen verfüttern, schon gar nicht von mit Geschmacksstoffen/-verstärkern versetztem Fertigfutter. Das würde in der Tat zu einer höheren Rate an Magendrehungen führen. Die Basis der Hundeernährung "nach Mogens Eliasen" ist Rohfutter, mit allem, was dazu gehört. Hier werden einige Ansätze von Mogens Eliasen auf deutsch erklärt: http://www.schlauwauwau.de/mediapool/110...en2_1_.pdf http://www.schlauwauwau.de/mediapool/110...ung_1_.pdf
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain
16-12-2015, 18:12
@ Antje
ich wusste du kannst das besser erklären!
Wir sind nicht auf der Welt, um so zu sein, wie ihr es gerne hättet.
16-12-2015, 19:12
Antje,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25020-Fasten-für-Hunde/?postID=168736#post168736 schrieb:an zwei bis drei Tagen im Monat "all you can eat". Das würde ich erst mal langsam ausprobieren, kommt auf den Hund und die Beliebtheit des Futters an. Ich hab früher Pansen aufgeschnitten und im Baum wie ein Handtuch flach zum Trocknen aufgehängt. Einmal hat sich ein ganzer frischer Pansen gelöst und ist in den Hundeauslauf gefallen. Der dominante Rüde hat ihn fast alleine gefressen! Er sah aus wie eine Hündin mit 10 Welpen kurz vor dem Werfen. Das hat mir richtig Angst gemacht. Nach 3 Tagen Hungern sah er wieder normal aus und hatte auch keinerlei Beschwerden. Aber einmal im Monat hätte ich ihm keinen ganzen Pansen vorgesetzt. Manche wissen nicht, wann Schluss ist. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass er den Anderen nichts gönnen wollte? Vielleicht hätte er allein in seinem Zwinger es doch nicht so übertrieben?
16-12-2015, 21:12
Meine Hunde hatten damit noch nie Probleme. Wenn ich Frischfleisch und Schlachtabfälle bekomme haben meine Hunde immer "all you can eat". Die Großen sitzen beim Schnibbeln/Hacken und Eintüten mit dabei und bekommen so viele Brocken hingeworfen dass sie irgendwann satt sind. Welpen/Junghunde bekommen einen ganzen oder halben Pansen hingelegt oder große Knochen mit Fleisch dran. Je nach Mentalität schlafen sie irgendwann darüber ein oder die Reste werden in Blumenkübeln, im Zwinger unter Hobelspänen oder unter umgedrehten Näpfen deponiert (da immer irgend einer, manchmal sogar die Katze oder 'ne Krähe, hinter dem "versteckenden" Hund her schleicht, bleibt das nie lang liegen).
Meine Hunde kennen das halt von Welpenzeit an, dass man nicht alles in sich reinstopfen muss bis nix mehr da ist, sondern dass man aufhört zu fressen wenn man satt und müde ist. Und wer noch nicht pennt, versucht die Reste irgendwo so zu verstecken dass der Rest der Bande sie nach dem Aufwachen möglichst nicht findet. Oder legt sich zum Schafen drauf. Übrigens lassen alle meine Hunde Fleischstücke und Knochen der Welpen i.d.R. liegen, wenn ich einen Wurf Welpen aufziehe. Auch wenn sie selbst nicht satt sind. Die Großen bekommen nach einem "all you can eat"-Tag nur etwa eine halbe Portion. Und wenn ich sie gänzlich fasten lasse, dann einen weiteren Tag später. Sie quengeln dann auch nicht rum, so wie sie es tun wenn sie täglich immer in etwa zur selben Zeit die selbe Futtermenge bekommen.
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain
16-12-2015, 23:12
Das Quengeln wird durch die Regelmäßigkeit ausgelöst, da hast du recht.
Wie handhabst du diese Art der Fütterung bei tragenden / säugenden Hündinnen oder bei Hunden, mit denen Du täglich trainierst ?
Die größte Leistung besteht darin, nicht andere, sondern sich selbst zu übertreffen
17-12-2015, 08:12
Auch eine Hündin im späteren Stadium der Trächigkeit wird sich, vorausgesetzt sie ist diese Art der Fütterung gewöhnt, nicht übermässig voll fressen. Eher im Gegenteil, sie wird vermutlich eher aufhören zu fressen als Hündinnen, deren Futter bisher immer unterhalb ihrer Sättigungsgrenze portioniert wurde und die deswegen mit einem unbegrenzten Futterangebot nicht umgehen können.
Fastentage gibt es bei meinen tragenden Hündinnen auch, und zwar angepasst an den natürlichen biologischen Rythmus. Um den Zeitpunkt der Nidation herum fressen tragende Hündinnen oft nicht gerne bzw. nicht so gut wie sonst. Wenn das bei einer meiner Hündinnen so ist, gibt es dann einen Fastentag. Manchmal fressen sie auch 2 oder 3 Tage nicht so gut, dann macht es auch nix wenn sie bis zu 3 Tagen fasten. Sprich ist das Futter nicht, wie üblich, blitzschnell verputzt, kommt es wieder weg und es wird in den nächsten 24 Stunden nix angeboten. Dieses natürliche Verhalten hat den biologischen Zweck den empfindlichen Zeitpunkt der Nidation nicht durch schädliche Einflüsse von aussen zu gefährden. (Wenn man eine zu diesem Zeitpunkt futtermäkelnde Hündin zum Fressen "überredet" hat man nicht selten das Problem dass sie all das, was man ihr zu diesem Zeitpunkt "untergeschoben" hat, im restlichen Verlauf der Trächtigkeit nicht mehr gerne frisst.) Die letzten Woche vor dem Werfen werden meine Hündinnen sparsam gefüttert. Da gibt es nur den Erhaltungsbedarf, und im Optimalfall die letzten 2 bis 3 Tage vor der Geburt gar keine feste Nahrung mehr. Das entspricht der natürlichen Nahrungsaufnahme einer Wölfin, die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf die Jagd geht, sondern sich mit ihrer Wurfhöhle beschäftigt und diese am letzten Tag der Trächtigkeit meist so gut wie gar nicht mehr verlässt. Der Vorteil ist dass die Verdauungsorgane dann zum Geburtszeitpunkt wenig aktiv sein müssen. Zum Training: Ich trainiere nie täglich mit meinen Hunden. Bekomme ich schon allein von meinem Tagesablauf nicht hin. Wenn ich an einem Arbeitstag nach Feierabend noch eine grosse Menge Fleisch/Schlachtabfälle abhole und diese so vorbereite dass spät am Abend alles in der Kühltruhe ist (bis auf das, was in den nächsten Tagen verfüttert wird), bin ich froh wenn ich danach ins Bett fallen kann und am nächsten Morgen um halb fünf meinen Wecker wahrnehme. An so einem Tag gibt es kein Training, sondern "all you can eat". Was aber auch zu äusserst entspannten und zufriedenen Hunden führt. Ansonsten wird nach dem Training gefüttert, nie davor. Dann ist es eigentlich egal wie viel ein Hund bekommt und wann genau gefüttert wird. Und das Training selbst führt ja auch zu unregelmässigen Fütterungszeiten. Wenn ich Samstag Morgen suchen will kann ich problemlos die Mahlzeit am Freitagabend ausfallen lassen. Dann gibt es Samstag Morgen entweder eine grosse Portion auf der Fährte (wenn ich an diesem Tag nix weiteres mit dem Hund arbeiten möchte), oder aber eine kleine Portion (und dann bekommt er am Abend noch mal eine kleine Portion oder halt keine weitere). Manche Hundehalter nutzen Tage des intensiven Trainings als Fastentage, andere geben an solchen Tagen ein oder zwei, manchmal auch drei kleine Portionen. Wenn man "nach Mogens Eliasen" füttert soll man ja in unregelmässigen Abständen unregelmässig grosse Mengen verfüttern. Und das kann man eigentlich an jeden Trainingsplan anpassen. In der Praxis zeigt sich dass es für Nichthundesportler sogar schwieriger ist eine unregelmässige Fütterung beizubehalten als wenn man mit seinem Hund arbeitet und den Hund deswegen z.B. an Werktagen (an denen Mensch arbeiten gehen muss) anders füttert als an den Wochenenden (an denen man schon morgens hundeln, z.B. suchen, kann). Ansonsten gilt dass man immer berücksichtigt was dem einzelnen Hund gut tut und zum Lebens- (und somit auch Trainings)rythmus passt. Und die Futterquelle spielt natürlich auch eine Rolle. Es ist etwas anderes wenn ich meinem Hund oder meinen Hunden einen ganzen Pansen oder ein ganzes Schaf zum fressen vorlege, und sie fressen dann so lange bis sie von selbst aufhören, oder ob ich ihnen den Pansen oder das Schaf gewolft in den Napf gebe. Die Fütterung "nach Mogens Eliasen" dreht sich nicht nur um die reine Nahrungsaufnahme, sondern auch um die artgerechte Befriedigung, die sich durch eine lange Beschäftigung mit der Nahrung ergibt. Wie hart muss z.B. ein Welpe arbeiten bis er so viel von einem ganze Pansen oder einem ganzen Kaninchen abgeschnurpselt hat bis er satt ist. Die selbe Menge in gewolfter Form hat er in Sekunden inhaliert. Und von Fertigfutter, welches zugesetzte Geschmacksstoffe enthält, reden wir jetzt mal lieber gar nicht. Und wenn ein Hund etwas nicht verträgt oder nicht gewohnt ist, dann muss man vorsichtig sein und ggf. entsprechend portionieren. So vertragen alte Hunde Knochen oft nicht mehr in dem Umfang wie in jüngeren Jahren. Wenn ich das weiss, dann gibt es für meinen alten Hund halt bei Rationen mit Knochenanteil kein "all you can eat" mehr. Sondern das wird dann genau portioniert.
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain |
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