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Futteraggression
#41
Bine DSH,'index.php?page=Thread&postID=157013#post157013' schrieb:Wie gesagt, der Hund strebt nicht nach der Weltherrschaft, der will nur in Ruhe fressen. Da er aber genau weiß, dass man ihn das nicht tun lässt, reagiert er präventiv-aggressiv. Man kann das jetzt mit Muskelkraft (die je nach Hund nicht ausreicht...) oder mit Köpfchen regeln.

Da ich zeit meines Lebens einem Schäferhund im Ernstfall körperlich nicht gewachsen wäre, habe ich gelernt, dass man manchmal mit der Anwendung der grauen Zellen weiter kommt als mit purer Gewalt. Ich habe AUCH gelernt, dass es hin und wieder Sinn macht, temporär eine Vermeidungsstrategie zu fahren, dann das Pferd anders aufzuzäumen und so auf einem Umweg, aber ohne Vertrauensverlust und (mindestens ebenso wichtig!) ohne Verletzungsgefahr mein Ziel zu erreichen. Man muss, wenn man merkt, dass man einen falschen Weg eingeschlagen hat, nicht um jeden Preis diesen weiter verfolgen, nur, weil man meint, man gibt sich eine Blöße. Ich habe so lange Hunde, auch durchaus mehrere im Rudel, hat nie geschadet... Einer davon hat sogar immer geknurrt, wenn ihm jemand zu nahe kam beim Fressen. Ehrlich gesagt, wir haben es gewöhnlich eher mit Amüsement betrachtet, es manchmal sogar etwas provoziert weil's irgendwie so witzig war, der hat trotzdem nie einen "genagelt", weil wir ihn niemals so sehr in die Enge gedrängt haben. Ein wenig gegenseitiger Respekt (und jetzt bitte nicht verwechseln mit Angst) hat noch nie geschadet.

Es reicht in diesem Falle doch völlig aus, dem Hund über kurz oder lang klar zu machen, dass sein Mensch Herr über das Futter ist, es ZUTEILT, es nicht aber wieder wegnimmt, wenn er es mal ausgegeben hat. Ich würde wetten, dass sich das Problem dann von selbst löst. Die wenigsten Hunde sind derart gestrickt, dass man sich ernsthaft etwas vergibt, wenn man mal einfach eine Situation ignoriert und sie quasi neu aufbaut.

LG

Bine
Danke Bine, man kann es einfach nicht treffender sagen.

Ich habe an meinem Hund sehr umfassend lernen dürfen, wie wichtig Vertrauen und auch Vorgehen mit Köpfchen sind. Wenn mir der Hund vertraut, beißt er nicht zu - warum auch. Als ich meinen Rüden damals zu mir geholt habe, war er drei Jahre alt, komplett roh und ist aggressiv auf alles losgegangen, was ihm Streß gemacht hat. Ich habe keinen Sinn - und auch keine Möglichkeiten - darin gesehen, mich körperlich mit einem Zentner Schäferhundmasse anzulegen, also bin ich auf die von Dir beschriebene Weise vorgegangen. Und das hat sehr gut funktioniert. Ohne daß ich ihm irgendwie aktiv "gesagt" habe, daß Aggression nicht erlaubt ist, hat er das Verhalten von selbst Stück für Stück abgelegt. Einfach weil er bemerkt hat, daß ich ihm nichts tue, daß ihm auch sonst keiner was tut und daß ich mich um seine Probleme kümmere.
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#42
Ich hab ihm das Futter nie weg genommen. Das einzige was ich am Napf immer gemacht hatte, war meine Hand hinein zu legen, was ich allerdings nach der Pansen Geschichte ziemlich oft gemacht habe. Teilweise sogar mehrfach pro Mahlzeit, bis er dann irgendwann wieder geknurrt hatte, war nicht sehr schlau weiß ich jetzt auch Sad.

Ist übrigens mein erster hund und Auslastung hat er auch, wird in allen drei Sparten 3-5 mal die Woche gearbeitet.

Es geht mir mit dem Futter jetzt nur darum, ihn wieder auf ein normales Level zu holen, damit man im Notfall wirklich direkt dran gehen kann.

Hat er etwas im Mund was wirklich nicht dahin gehört bekomme ich es ja auch ohne Probleme heraus, bloß bei besonders tollen Sachen, wie zum Beispiel Fleisch, Ochsenziemer, rinderohren, ..... - wird er komisch.

Ich möchte nochmal wiederholen; ich habe ihm futter nie weg genommen, es ging mir immer nur ums anfassen. Tut mir leid, hätte ich präziser schreiben müssen!

Ich bedanke mich nochmal für alle neuen Antworten und auch schon für die, die noch folgen Smile.
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#43
Jan, Du hast ihn einfach bis auf´s Blut gereizt. Füttere ihn ein Weilchen aus der Hand und lass ihn in Zukunft beim Fressen in Ruhe. Dann wird das schon. Dass der mögliche Ernstfall eintritt, ich habe in Berlin gelebt, wo die Wahrscheinlichkeit hoch ist dass er eintritt, er ist mir bis heute nicht untergekommen, ist unwahrscheinlich. Solche Präventivmaßnamen sind einfach nur sinnlos.
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#44
Mobile Kirche,'index.php?page=Thread&postID=157018#post157018' schrieb:Ich hab ihm das Futter nie weg genommen. Das einzige was ich am Napf immer gemacht hatte, war meine Hand hinein zu legen,

So unglücklich kannst Du Dich doch gar nichts ausgedrückt haben - hier steht klipp und klar daß Du ihm das Futter weggenommen hast:

Mobile Kirche,'index.php?page=Thread&postID=156927#post156927' schrieb:Ich setzte mich trotzdem durch, nahm im seinen Pansen ab und hab ihn erst 10 Minuten später wieder dran gelassen.

(...)

Ich hab ihn dann fortgeschickt, sein essen entfernt und ihn ignoriert.
Gruß Bettina

"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
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#45
Ja das stimmt, den Pansen habe ich ihm dann tatsächlich abgenommen. Das war aber das erste mal, dass ich ihm wirklich was abgenommen habe.

Das andere war darauf bezogen, wie ich's bis zu diesem Tag hin gemacht habe. Vom welpenalter an habe ich alle paar Wochen mal meine Hand ins futter gehalten, um ihn daran zu gewöhnen.


E; Sachen wie Pansen bekommt er im freien und im ganzen Stück ohne Napf Wink.
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#46
Jan, ich finde es gut, dass Du den Weg hier her gefunden hast. Nun, Du findest widersprüchliche Informationen und Ansichten. Such Dir das aus, was nach Deiner Meinung am besten zu Dir und deinem Hund passt.

Für mich sind meine Hunde meine Freunde und keine Feinde. Wer hält sich schon einen Feind in seinem nächsten Umfeld? Sei fair und freundlich mit Deinem Hund und Du wirst mehr zurück bekommen als Du erwartest.
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#47
Vielleicht sollte man die ganze Diskusston von einer ganz anderen Perspektive heraus führen, und zwar nicht warum der Hund auf eine Futterwegnahme mit einem bestimmten Verhalten reagiert, sondern warum muß ich den dem Hund das Futter was ich ihm gerade gegeben habe wieder wegnehmen. Was will denn der oder diejenige damit bezwecken. :hae :hae . Erschliesst sich mir nicht wirklich. Sehe ich eher kontraproduktiv im Verhältnis HF Hund.



Schöne Abend noch
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#48
Das "Warum knurrt der Hund" ist wichtig weil man verhalten nur ändern kann, wenn man es versteht. Alles Andere ist Herumdoktern an Symptomen.

Und mir zumindest ist es sehr wichtig daß ich meinen Hunden streßfrei alles abnehmen kann. Nicht alles was Hunde gerne fressen würden ist bekömmlich... und da möchte ich keinen bärenstarken Hund vor mir haben der mit allen Mitteln seinen Frass verteidigt.
Gruß Bettina

"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
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#49
Der HF hat es doch beschrieben. Er hat seinem Hund mehrfach während einer Fütterung seiner Lieblingsnahrung den Zugriff darauf verwehrt. Die logische Folge daraus, der Hund wurde grantig und fing an, sein Futter zu verteidigen. Ohne diese Vorgeschichte, würde es das Problem nicht geben. Wenn ein Hund nicht erwartet, dass man ihm den Zugang zur Nahrung verwehrt, wird er sie im Ernstfall auch nicht verteidigen.
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#50
Fonzo,'index.php?page=Thread&postID=157042#post157042' schrieb:sondern warum muß ich den dem Hund das Futter was ich ihm gerade gegeben habe wieder wegnehmen. Was will denn der oder diejenige damit bezwecken.

ich kann da mal für mich z.b. sprechen !

wir haben seit 2 wochen einen 2 1/2 jährigen hund zur ausbildung. die erste woche bekam er nur für gehorsam im training futter, seit einer woche auch aus dem napf.
das ist ein dominantes kerlchen, der seine vorbesitzer auch mal körperlich zurechtgestossen hat.
also habe ich gleich beim ersten mal napf füttern während dem fressen in sein napf gefasst und futter rausgenommen, er hat es geduldet, also habe ich es wieder reingelegt und gut......

jetzt kann man sagen spielerei ! in diesem fall, was nicht immer so ist, war die aktion aber GOLD WERT...
2 tage später ist die putzfrau da, die futterkammer (abstellraum) offen, der rüde saust sofort durch und packt sich ein halbkilo-paket barffleisch :lachschlapp:

ich wußte ja nun das er sein futter nicht krampfhaft verteidigt, also hin und es ihm weggenommen. am selben abend hat er es dann sogar nochmal geschafft, weil ich den eimer mit den leeren tüten nach dem füttern auf der anrichte habe stehen lassen, sich eine tüte mit kleinsten resten zu schnappen und darauf rumzukauen. meine frau konnte es ihm wegnehmen ohne streß..........
Wenn dein Hund dein Flüstern respektiert DANN hat er verstanden !!!
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