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Stellungnahmen Pro und Contra Schutzdienst
#41
Volpi,'index.php?page=Thread&postID=136241#post136241' schrieb:@Frank: Sehr richtig alles! Allerdings ist eben gerade jene Standardisierung gemäß der IPO eine wichtige Grundlage für die Ritualisierung und für das kontextbezogene Lernen.

Das habe ich nicht richtig verstanden. Wie meinst Du das?

Gruß Frank
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#42
@ Frank: Wenn Du in der Ausbildung bewusst in die aktiven Bereiche des agonistischen Verhaltens (Drohen, Angriff, Flucht), gemeinhin auf den Begriff (Sozial-)aggression verdichtet, reingehst, musst Du sicher gehen, dass der Hund dies als sportliches Ritual sieht und lernt. Anders ist das in der Diensthundausbildung, wo alle Übungen an jedem Ort und zu jeder Zeit auch an "ungeschützten" Personen, also ohne spezielle Hetzkleidung, und ohne festgelegte Reihenfolge abrufbar sein müssen.

Diese sog. Ritualisierung sorgt dafür, dass der Sporthund das erlernte Angriffsverhalten nicht mit ins Privatleben nimmt. Nur das sorgt dafür, dass IPO-Hunde keine signifikante Rolle in der Beisstatistik spielen und entkräften solche Schwachsinnsgleichnisse wie das mit dem Panzer.
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#43
es bleibtein heises tehma wei zu viele beis unfälle pasiert sind -ich denke eher das alle große hunderassen in veruf gekommen ist . zum anderen ist schutzdienst früher bei vielen leuten zur ablehnung gekommen.da die leute keinen sin daren sehen
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#44
Volpi,'index.php?page=Thread&postID=136297#post136297' schrieb:@ Frank: Wenn Du in der Ausbildung bewusst in die aktiven Bereiche des agonistischen Verhaltens (Drohen, Angriff, Flucht), gemeinhin auf den Begriff (Sozial-)aggression verdichtet, reingehst, ...


Viele Dank für Deine interessante Antwort. Ich merke, dass ich von den Hintergründen im Hundesport wohl nicht ausreichend weiß. Oft verstehe ich die Fragen bzgl. Aggression nicht und habe demzufolge mit den Antworten auch Schwierigkeiten. Man macht sich ja öfter Gedanken über Hunde und Sport. Ich schreib's mal auf.

Ich seh‘ die Sache so: Zuerst muss man wissen, was man will. Ich will einen Schutzhund. Er soll den Hof von Schädlingen frei halten. Wenn meine Frau oder die Kinder vor jemanden Angst haben, soll er sich darum kümmern. Er soll auch Spielgerät für die Kinder sein. Wenn sie ihm mit dem Buddeleimer auf den Kopf hauen, soll er sich darüber freuen oder weggehen. Wenn ich bei groben Arbeiten seine Hilfe brauch, soll er mir helfen. Wenn ich will, dass er die Backen hält, soll er das tun.

Dabei ist es mir recht gleich, ob mein Hund sich nur prügeln will, weil ihm das Freude bereitet, er ein Problem wahrnimmt, das am besten gleich beseitigt werden sollte, oder ob er der Auffassung ist, dass der Typ, welcher da rumoxydiert, nur sinnlos Sauerstoff verbraucht.

Entscheidend ist, dass der Hund hört, also gehorcht, dass seine Konstitution ihm das gehorchen überhaupt ermöglicht. DAS muss man mit seinen Hunden trainieren, dass sie gehorchen, egal, wann und wo und bei welcher Gelegenheit.

Einem Hund, der meine oben genannten Ansprüche erfüllt und gehorcht, dem brauche ich kein beißen beibringen.

Häufig sieht man, wie viel Theater betrieben wird, um einen Hund zum Beißen zu verlocken. Spätestens wenn er hören soll oder sich nicht mehr in gewohnten Abläufen bewegt bricht das Kartenhaus zusammen. Dann nimmt man dem Hund wieder alles weg (mit [zum Teil eheblichen] Zwang). Die Hunde brechen zusammen oder drehen frei. Letzteres hat aber nichts mit Dominanz, Trieb, Aggression zu tun, sondern nur mit Notwehr.

Auch das Fördern, dass ganz junge Hunde mittels aggressivem Verhalten Helfer dominieren und vertreiben, halte ich für überflüssig. Es impliziert, dass der Hund ohne dieses Training es als Erwachsener aus sich heraus nicht kann (ja gut, er soll auf den Ärmel nicht mehr so scharf sein). Es funktioniert aber nur bei der Leistungselite und in festen Abläufen. Bei meinen Hunden unterbinde ich es. Selbstsicheres Auftreten bedeutet für mich, völlig entspannt zu sein und nicht rumposen.

Würde man „schwächeren“ Hunden erlauben, z.B. bei „Aus“ zu stehen, liegen, sitzen, womit er eben besser zurecht kommt, oder auch kurz abzuschalten, solange er die Flucht oder den Angriff verhindert, hat der Hund sofort mehr Reserven.

Von daher halte ich die Diskussionen, welche Nuance des agonistischen Verhaltensbereiches ihn nun dazu brachte, zu beißen, für nicht so wichtig.

Beißt ein Hund ohne Auftrag oder stellt nicht ein, erfolgte keine Interessenverschiebung vom Beißen (unabhängig der Motivation) zum „mir zuhören“. Der Hund nimmt mich nicht ernst oder wahr. Das muss geändert werden.

Kann der Hund mir nicht mehr zu hören, weil er mit der Umwelt den Kopf voll hat und kein Input mehr möglich ist, dann ist er kein Schutzhund, wie ich ihn will. Beißt der Hund wegen seines Gehorsams nicht mehr so doll wie vorher, dann ist das eben so. Dieser Hund ist ein besserer Schutzhund, als der, welcher alles wegmeißelt, aber nicht hört und der deshalb zu Hause im Zwinger bleibt.

Will man nun sportlich so etwas selektieren, ist die IPO kein wirklicher Test. IPO fördert Spezialisten und nicht Generalsiten. Würde IPO ein zuverlässiger Anzeiger für Qualität sein, bräuchte man keine Körungen.

Was mich traurig macht, ist die Züchterei von so vielen (Sport-)Hunden, die weitergegeben werden, weil sie irgendeine Modeerscheinung nicht verwirklichen können. Kein Mensch prüft, ob die Hunde das Leben ertragen. Täte man dies, gäbe es vermutlich weniger Hunde. Der Züchter würde sich fragen: „Meine Hunde sind kein Spielzeug. Wenn ich jetzt einen Wurf mache, wo sollen die Welpen hin, zu wem?“

Es werden hochgradig nervöse Malis und andere Rassen in Privathand entlassen. Wie sollen die Laien damit zurechtkommen, wenn schon die Profis versagen? All die mehrjährigen, vorgearbeiteten Hunde werden ja nicht ohne Grund abgegeben. Und natürlich haben sie keine IPO – Prüfung, keine Ahnentafel und können die Bilanz nicht trüben.

Oder man sagt „umständehalber“ wird der Hund abgegeben. Man zieht um oder so. Bloß wenn der Hund mit einer neuen Wohnung, einer veränderten Lebenssituation und vor allem neuen Babies nicht zurechtkommt, dann ging die ganze Zucht am Leben vorbei. Wofür ist sie dann nutze?

Die Frage, aus welcher Aggressions-Motivation heraus der Hund nun den Jogger gebissen hat, ist zweitrangig. Das Problem ist ein anderes.

Gruß Frank

PS: Ich meine für mich, dass Hunde, die bei vernünftiger Reizschwelle zu erheblichen Aggressionen fähig sind, die besten Begleiter sind im Leben und für Familien, da die Nerven nicht wegen jeder Kleinigkeit blank liegen, aber bei Bedarf das Erforderliche getan wird. .

PPS: Ich weiß, dass es Extremisten gibt. Um die ging es mir hier aber nicht.

PPS: Nein, ich habe noch keine wesentlichen Prüfungserfolge vorzuweisen. Das mit den Detais ist mir oft zu schwierig. Confusedquint:
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#45
Reisender,'index.php?page=Thread&postID=136344#post136344' schrieb:Will man nun sportlich so etwas selektieren, ist die IPO kein wirklicher Test. IPO fördert Spezialisten und nicht Generalsiten. Würde IPO ein zuverlässiger Anzeiger für Qualität sein, bräuchte man keine Körungen.
Für den Sport ist diese Art der Selektion ausreichend. Ob sie's für die Rasse ist, darf gern diskutiert werden.

Aber Super Beitrag, den ich den meisten Punkten die private Haltung betreffend auch unterschreibe. Nur in wenigen Nuancen, immer da, wo der Hund selbständig handelt oder handeln soll, wird es schwierig. Du schreibst "er soll sich um jemanden kümmern, der Frau oder Kindern Angst macht" und weiter unten "vom Hund der ohne Auftrag beisst". Das ist genau der Knackpunkt. Wieviele Hunde wissen wirklich genau "wann sie einen Auftrag haben". Ist der Nachbar, Briefträger, Stromableser oder Kaminkehrer nun ein Auftrag? Nicht für jeden Hund leicht, dies zu beantworten.

Was Deine Einstellung zur Arbeit auf sportlicher Ebene betrifft, kommen wir wohl nicht zusammen. Die langsame Herangehensweise an das "Helferdominieren" impliziert keineswegs, dass der Hund dies ohne diese Arbeit nicht könnte. Er kann es nur besser als der alternativ per Beutearbeit mit anschliessendem Zwang ausgebildete Hund.
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#46
Volpi,'index.php?page=Thread&postID=136360#post136360' schrieb:Du schreibst "er soll sich um jemanden kümmern, der Frau oder Kindern Angst macht" und weiter unten "vom Hund der ohne Auftrag beisst". Das ist genau der Knackpunkt. Wieviele Hunde wissen wirklich genau "wann sie einen Auftrag haben". Ist der Nachbar, Briefträger, Stromableser oder Kaminkehrer nun ein Auftrag? Nicht für jeden Hund leicht, dies zu beantworten.

FRÜHER, ja da, da hatten die meisten Hunde einen Job. Schon in der Antike. Sie gingen zur Jagd oder zogen in den Krieg. Sie hüteten Vieh, bewachten den Hof, setzten sich mit Rindviechern jeglicher Art auseinander, stellten die Sau, gingen allein in einen Bau. Viele Höfe hatten keinen Zaun. Dort konnte "man keinen bissigen Köter brauchen, der blindlings jeden Besucher anfiel; der Wächter musste von sich aus unterscheiden zwischen dem, der willkommen zu heißen war, und dem, den unlautere Absichten herführten, so daß man ihm, folgte er der geknurrten Warnung nicht, eine Probe der weiß aus dem Gestrüpp des schwarzen Bartes hervorleuchtenden Zähne geben musste. Dazu war der Riesenschnauzer imstande." ( "Schöne Hunde"; Käte Knaur / Marga Ruperti; Albert Müller Verlag Rüschlikon-Zürich Stuttgart Wien1953 )

So ähnlich war es in meiner Kindheit auf dem Dorf. Hunde, die Schwierigkeiten machten, zu dominant waren, unmotiviert bissen, Terretorien nicht beachteten, hatten es schwer. Natürlich gab es auch Unfälle.

Zitat:Was Deine Einstellung zur Arbeit auf sportlicher Ebene betrifft, kommen wir wohl nicht zusammen.

Das brauchen wir auch nicht. Es sollte nur interessant sein zu sehen, wie ein Sachverhalt aussieht, wenn man ihn von einem anderen Platz aus betrachtet. Die Welt ist groß genug, dass wir alle darin Unrecht haben können. :cheers:
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#47
Reisender,'index.php?page=Thread&postID=136392#post136392' schrieb:Die Welt ist groß genug, dass wir alle darin Unrecht haben können. :cheers:
Schöner Satz... :peace:
Das Hirn ist keine Seife - es wird nicht weniger, wenn man es benutzt!

(Hinweis: Die Signatur ist wie eine Visitenkarte: Sie dient der selbstdarstellenden Information über den Autor - nicht der Beurteilung des Lesers)
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#48
Reisender,'index.php?page=Thread&postID=136344#post136344' schrieb:Man macht sich ja öfter Gedanken über Hunde und Sport. Ich schreib's mal auf.
Sehr gute Gedanken. Kommt dem echten "Gebrauchshund" sehr nahe. Wäre äußerst wichtig für die Zucht!

FG
Manfred
Nein, ich streite nicht. Ich erkläre doch nur, warum ich Recht habe. :love:
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#49
Reisender,'index.php?page=Thread&postID=136392#post136392' schrieb:der Wächter musste von sich aus unterscheiden zwischen dem, der willkommen zu heißen war, und dem, den unlautere Absichten herführten, so daß man ihm, folgte er der geknurrten Warnung nicht, eine Probe der weiß aus dem Gestrüpp des schwarzen Bartes hervorleuchtenden Zähne geben musste. Dazu war der Riesenschnauzer imstande." ( "Schöne Hunde"; Käte Knaur / Marga Ruperti; Albert Müller Verlag Rüschlikon-Zürich Stuttgart Wien1953 )

o.t.: :cheers: danke

viele grüße
heinke
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#50
Und wieder sorgt Herr Ganßloser (eigenen Angaben zufolge Experte für Baumkängurus und Biostatistik) für Kontroversen.
Hm, welche Hunderasse führt er noch, bzw. aus welchen Vereinszugehörigkeiten und IPO-Erfahrungen heraus urteilt er derartig abschließend...
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