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Schlamperei beim Fährten - Druckversion

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- Sabine Jüdes - 03-10-2006

@ Zedemar


vielleicht sollte man einen neuen thread eröffnen über Anforderung an und die Beurteilung der zu erbringenden Suchleistung des Hundes??

Ich erinnere mich, gelesen zu haben, daß dieses Suchen mit tiefer Nase oft nur ein kräftezehrendes Reglement ist, der gut suchende Hund nicht auf die tiefe Nase angewiesen ist, oftmals länger und intensiver suchen könnte, ließe man ihm Erholungsphasen bei für ihn eindeutigen Stellen usw......

Vielleicht erinnert sich jemand an den Artikel, der möglicherweise in "Der Hund" erschien??

Sabine Jüdes


- Bob - 03-10-2006

Leistungssuche:

alle Gegenstände in der richtigen Reihenfolge in möglichst kurzer Zeit =
messbar, eindeutig bewertbar
guter Hundesport


VPG-Suche:

der Mensch schreibt dem Hund vor, wie er zu suchen hat (der Blinde erzählt was von Farbe) =
"künstlerischer Ausdruck" statt rationelles, echtes, zweckorientiertes Hundeverhalten
dummer Menschensport


RE: Schlamperei beim Fährten - Murdock - 03-10-2006

Habe bei meiner Hündin in etwa das gleichr Problem!

Bei in meinen Augen leichtem Gelände ist Sie unkonzentriert und geht mehr spazieren als Fährten.

Ich habe dann einfach die Arbeit kommentarlos abgebrochen, den Hund im Hänger getan, eine neue Fährte gelegt mir eine Beruhigungszigarette geraucht und dann die Fährte abgesucht und siehe da es ging auch anders.

Habe es aber erst einmal gemacht, kann also noch nicht sagen, ob ich damit weiterkomme

Gruss

Murdock


- M. Lorenz - 03-10-2006

Zitat:Original von Bettina Balters
Für mich wäre es ein Kandidat für Bernd Förys Filmdöschenmethode. Damit gibt es für ihn kein "langweiliges" Gelände mehr - die Highlights können schließlich überall stecken - und wenn er schlampt, verpaßt er die.
Wie zeigst Du ihm, dass er sie verpasst hat? und danach: Wie erklärst Du ihm, dass er sie verpasst hat, weil er gegammelt hat?


- NinaD - 03-10-2006

@ Sabine

Handelte der Artikel in "Der Hund" von der Suchweise von Polizeidiensthunden?
Falls ja, so stand dort nicht nur, dass die Fährtensuche nach VPG/FH- Manier unnatürlich und kräftezehrend sei, sondern auch, dass der so konditionierte Hund, der sich ja primär an der Bodenverletzung orientiert, die Fährte bei Weitem nicht so zuverlässig wie der im Dienstgebrauch stehende Fährtenhund dem Fährtenleger zuordne. Der Diensthund orientiere sich hauptsächlich am Individualgeruch des Fährtenlegers und erreiche dies durch ein zumindest teilweises Stöbern auf und neben der eigentlichen Fährte. Hinzu komme, dass der (teils) stöbernde Hund schneller arbeite, was im Polizeidienst ja meist von ausschlaggebender Bedeutung ist. Inwieweit dies tatsächlich alles so zutrifft (schließlich bleibt auch bei der sportlichen Fährtensuche etwa beim Verweisen der Individualgeruch nicht völlig außen vor), dürften die DHF besser beurteilen können..

Mir würde trotzdem eine weniger schematische und natürlichere Form der Nasenarbeit, etwa eine Art Verlorensuche auf einem großen Gelände nach ausgelegten Gegenständen (ähnlich wie in der KNPV) mehr zusagen. Nasenveranlagung, Konzentrationsfähigkeit, Triebbeständigkeit wären hier mindestens genauso gefordert wie bei der Fährtensuche. Zusätzlich wäre eine Art Finderwille beim Hund und ein hohes Maß an körperlicher Ausdauer erforderlich.

Ich weiß, :ot: .


LG
Nina


- Bob - 03-10-2006

Stöbersuche: Reihenfolge der Gegenstände egal

Leistungsfährte: Präzision (richtige Reihenfolge) und Tempo = bewertet wird richtiges Ergebnis so schnell wie möglich
Anforderung an Ausbildung hoch: da Konflikt zwischen Präzision und Tempo

VPG-Fährte: Präzision (richtige Reihenfolge) und Körperhaltung (tiefe Nase) = bewertet wird richtiges Ergebnis bei vorgeschriebenem Verhalten (was der Hund nicht braucht, um das richtige Ergebnis zu erzielen)
Anforderung an Ausbildung unsinnig: da Konflikt zwischen natürlichem, effektiven Suchverhalten und bestimmter Körperhaltung unabhängig von der Zweckmässigkeit


- Fanta - 03-10-2006

Hallo,

das war doch aber hier nicht die Frage ob natürlich oder nicht....und es gibt ja auch ne ganze Menge an Hunden die das gewünschte Verhalten zeigen...Also auf jeden Fall ne Trainingssache...

Das Fuss laufen mit überstreckten Hals um den HF anzuvisieren ist auch nicht natürlich und kräftezehrend...aber es ist halt "unser" Sport...

Ich denke diese Diskussion gehört (falls gewünscht) in einen neuen Thread.

Grüße Fanta


- Dürken - 03-10-2006

Wenn der Hund weder einen Gegenstand noch einen Winkel überläuft, dann hat er ja grundsätzlich nichts falsch gemacht. Somit wäre Zwang das denkbar unangebrachteste Mittel (für mich gäbe es da nichts abzusichern) - außer dass man sich einen Lügner erzieht, der zwar die Nase nach unten nimmt - diese aber dann vielleicht auf Durchzug hat.

Ich glaube auch, dass das Vergraben von Döschen eher zum Erfolg führt - vielleicht wäre es auch sinnvoll die Gegenstände so klein zu machen, dass er eben hier mehr Einsatz bringen muss, um sie zu finden. Weiter könnte man den Schwierigkeitsgrad auf leichtem Gelände vielleich erhöhen indem man andere Schwierigkeiten einbaut, die dem Hund signaliesieren - pass auf, sonst bist Du runter (variable Schrittweiten - größere Fährtenabrisse)

gruß Dürken


- Fanta - 03-10-2006

Zitat:Original von Dürken
Wenn der Hund weder einen Gegenstand noch einen Winkel überläuft, dann hat er ja grundsätzlich nichts falsch gemacht. Somit wäre Zwang das denkbar unangebrachteste Mittel (für mich gäbe es da nichts abzusichern) - außer dass man sich einen Lügner erzieht, der zwar die Nase nach unten nimmt - diese aber dann vielleicht auf Durchzug hat.


Überträgst du das jetzt nur auf die Fährte oder auch auf andere Übungen...

Beispielsweise der Hund setzt sich langsam ab, da hat er ja prinzipiell auch nichts falsch gemacht....aber man versucht doch trotzdem einzuwirken...

Man könnte das jetzt noch auf fast alle anderen Übungen übertragen und ich denke, wenn der Hund weiß, dass die Nase nach unten gehört, könnte man das schon absichern...Absichern ist ja wieder ein dehnbarer Begriff...

Bei meinem Beagle ist es auch so, dass sie öfters mal über die Fährte "latscht", wenn es ihr zu einfach ist, aber da reicht dann nen Leinenruck und nen kräftiges "Nein" und die Nase ist wieder unten...

Grüße Fanta


- Dürken - 03-10-2006

Hallo Fanta,

nein, wenn der Hund sich langsam setzt, dann erreiche ich mit Zwang weniger als mit der Umstellung der Übung. Wenn ich Zwang mache, kann es passieren, dass der Hund sich noch langsamer setzt und dann bei der Prüfung vielleicht sogar gleich stehen bleibt.

Langsames Setzen hat doch meistens nur zwei Ursachen - entweder der Trieb ist zu hoch (da erreichst Du mit Zwang nix - wegen Denkblockade) oder aus einem Konflikt heraus (der Hund hat vielleicht schon Zwang bekommen fürs Setzen) - erreichst Du auch nix - außer noch mehr Konflikt.

bleiben noch zwei andere Möglichkeiten - der Hund hat schlicht und ergreifend die/das Signal/e nicht verstanden oder er hat Rückenprobleme - da kann man schon gar keinen Zwang für machen.

Mal so herum gedacht - was hat der Hund für eine Veranlassung, sich mit Absicht langsam hinzusetzen.

Aber nu sind wir bei einer ganz anderen Übung.

Der Hund sucht doch - zumindest aus seiner Sicht - er hat die Fährtenspur in der Nase er verweist die Gegenstände er findet die Winkel. Die Ursache liegt nicht bei ihm, sondern in der zu leichten Fährte.
gruß Dürken