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Hallo Heinz,
das Ergebnis des guten Trennens hat m.m. nach nichts mit „Beuteaggression“ zu tun, zumal das ja auch ein Kunstbegriff ist, der sich dehnen läßt.
Früher haben die Hunde schwer getrennt, weil sie Sorgen vor dem -danach- hatten. Das Beißen als
Erstlernerfahrung gab bis zu dem Zeitpunkt des Trennens immer Sicherheit. T-Z-T mit dem Rausrucken bestätigte dann immer die Sorge im Hund.
Das war in dem Moment vorbei, wo man klüger ans Trennen gegangen ist, erkennbare Handlungsketten geschaffen hat, wo Sorge unbegründet war. Und Hunde antizipieren ja auch gerne mal und arbeiten vor.
Aggression ist kein eigener Funktionsbereich, sondern unterstützt mit seinem Adrenalin die Handlungsbereitschaft in Stresssituationen.
Helfertreiben sehe ich völlig abgekoppelt von der Beutesicherung oder- vereidigung.
Der Hund tankt hier Selbstbewußtsein, mit welchem er dann in die Auseinandersetzung um den Sportarm mit dem Figuranten geht. Weiß er, dass er den Konkurrent um den Sportarm über sein Auftreten davon Trennen oder zur Herausgabe zwingen kann, warum sollte er sich selbst durch weiteres Beutebesitzverhalten möglicherweise schwächen?!
Warum läßt er bei Stockbelastung nicht los und geht gegen die Stockhand, was er doch Real machen würde, um sich nicht zu schwächen?
Das hängt doch mit seiner Erfahrung zusammen, die er im Training macht. Es ist doch so, dass auch das Verhalten des Figuranten nach PO, und nach der trainiert man doch, auf den Hund Reize ausübt, die wie ein Kommando wirken, mit entsprechender Klassischer Konditionierung.
Und, DEN Mali gibt es doch nicht, wie auch nicht DEN DSH.
Es gibt schon die Malis, mit denen Du auf Großveranstaltungen gehen kannst,
vielleicht dann eher in ihrem Ursprungsland zu finden, genau wie die rein ostblütigen DSH, die auch eine ganz andere innere Ruhe haben,zumindest die, die ich kenne.
Ich will damit keine Regeln aufstellen, sehe aber, dass die Rassen in sich viel vielschichtiger sind, als das Rassemerkmale jetzt Totalgültigkeit haben...
Aber für alle Hunde gelten die selben Lerngesetze... Die Wahl der Mittel haben wir.
Aber am Ende wünsche ich mir, dass mein Hund genauso gerne mit mir arbeitet, wie ich mit ihm. Dann bekommt der Ausdruck Arbeit auch einen anderen Stellenwert.
VG Reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26356-Schutzdienst-Video´s-von-H-Raiser/?postID=183076#post183076 schrieb:Ich kann’s mir nicht verkneifen...
Cool!
Ein Teil meines Selbst fühlt sich
beschämt erkannt.
Mein kleines fettes Ego aber
flüstert: Niveau sieht nur von unten aus wie
Arroganz!
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Heinz.S,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26356-Schutzdienst-Video´s-von-H-Raiser/?postID=183081#post183081 schrieb:Das jedoch ist kein generalisiertes verhalten,das auf alle Rassen ableitbar ist,sondern ist ein elementaren Bestandteil der Idee,das nur positives Verstärken zeitgemäß ist.
LG Heinz
Hallo Heinz,
warum bestehst Du immer darauf, dass moderne Hundeausbildung bedeutet, dass man nur mit positivem Verstärken arbeitet und dass nur das zeitgemäß sei?? Das ist doch schlicht falsch.
LG
Bine
Bine DSH,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26356-Schutzdienst-Video´s-von-H-Raiser/?postID=183085#post183085 schrieb:will to please ist nicht notwenderweise nur angeboren, den kann man auch anerziehen...
Hunde haben diesen Willen, besser dieses Bedürfnis, denn
sie sind ja keine Wölfe mehr. Man kann diese Anlage fördern, wenn
du das meinst. Die alten Methoden aber schwächen diesen Willen
systematisch. Nach meiner Meinung, liegt im Bereich Umgang mit der
Anlage „will to please“ noch viel Potenzial, was wir für unseren
Sport nutzen könnten. Voraussetzung ist aber die völlige Abkehr von
Trieb-Zwang-Trieb und anderen überkommenen Vorstellungen.
Bine DSH,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26356-Schutzdienst-Video´s-von-H-Raiser/?postID=183088#post183088 schrieb:warum bestehst Du immer darauf, dass moderne Hundeausbildung bedeutet, dass man nur mit positivem Verstärken arbeitet
Weil das der Argumentation für alte Methoden nützt. Man
baut einen Popanz auf.
Ist wie: die hat gar keinen Hund, die schreibt alles
irgendwo ab, usw.
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Naja, ich denke schon, dass der will to please mehr oder weniger ausgeprägt sein kann, abhängig von der Hunderasse und für ihre ursprüngliche Verwendung. Man sollte also mit Verallgemeinerungen zumindest vorsichtig sein. Allerdings haben ihn unsere Gebrauchshunde gewöhnlich in mehr als ausreichendem Maße und zwar nicht nur die Malis. Ich habe seit meiner Studienzeit immer Schäferhunde gehabt, die waren alle begeisterte "Mitarbeiter". Selbst die, die meine ersten Schritte im Hundesport ertragen mussten...
LG
Bine
Bine DSH,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26356-Schutzdienst-Video´s-von-H-Raiser/?postID=183092#post183092 schrieb:Ich habe seit meiner Studienzeit immer Schäferhunde gehabt, die waren alle begeisterte "Mitarbeiter". Selbst die, die meine ersten Schritte im Hundesport ertragen mussten...
So ist es doch: der Fluch des hündischen Schäferhunddaseins
besteht darin, aus diesem angeborenen Bedürfnis der Beziehung und
des Gefallens um jeden Preis allen möglichen Mist mitzumachen und
immer wieder zu verzeihen. Es ist jetzt unsere Aufgabe, das neue
Wissen zu teilen und zu praktizieren.
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Bine DSH,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26356-Schutzdienst-Video´s-von-H-Raiser/?postID=183085#post183085 schrieb:Nur kurz als Zwischenbemerkung - will to please ist nicht notwenderweise nur angeboren, den kann man auch anerziehen... Ist etwas aufwändiger als aberziehen, geht aber...
Der Hund an sich ist ein soziales Wesen, will heißen, er ist von seiner Natur her dazu geschaffen, in einem Sozialverband zu leben. Warum also sollte er per se GEGEN seinen Hundeführer arbeiten? Ich verstehe diese Logik nicht ganz. Wenn mein Hund mich mag und Spaß hat an der Arbeit mit mir, warum sollte er sich dann gegen mich stellen???
Den absoluten will to please kannst du nicht anerziehen, den bringt ein Hund mit.
Der absoluten Willen zum Gefallen heisst ja nicht, dass der Hund für oder gegen seinen HF arbeitet - das wäre viel zu einfach und v.a. ist das die Herangehensweise von vor 20 Jahren. Jeder Hund der damals nicht tat was man wollte war "dagegen".
Heutzutage heisst, dass der Hund (oder auch jedes andere soziale Wesen) seine "Aufgabe" entweder mit 120% erledigt oder eben nur mit 70,80, 90% - zumindest solange er nicht ums Überleben kämpfen muss.
Und für den absoluten Spitzenhundesport brauchst Du keinen Hund den Du auf die Fährte fährst...und der sagt...äh nö....halber Einsatz reicht auch...sondern einer der dasteht und brennt "juhu, ich passe so dermassen auf, dass ich nix übersehe und ausserdem liebe ich diesen Sport" (mal sehr vermenschlicht ausgedrückt).
Das siehst Du bei Hunden die Agi machen, die einen arbeiten mit und laufen und die anderen rasen und verbiegen sich va. enge Wendungen und ja keinen Fehler machen. Wenn ein Hund kein Spass an Bewegung hast dann wird das im Spitzenbereich nie was.....der wird nicht schnell... zumindest nicht mit legalen Methoden. Trotz allem wäre ein Hund der Agi langsam macht nicht "gegen" seinen HF - auch das wäre eine sehr vermenschlichte Darstellung.
Weitere Beispiele sind jederzeit über alle Sportarten möglich....
Will to please heisst bei einem Westernpferd, dass er seine natürlichen Veranlagungen Kühe zu treiben fast ohne Hilfe der Reiter von selbst anbietet und die Kühe so eintreibt, dass beide ein gutes Leben haben ohne Schaden. Wenn das Pferd die Kuh nicht treiben will, wird er nicht auf die kleinsten Reaktionen der Kuh selbständig (!) reagieren, sondern wartet auf den Reiter und seine Anweisungen. Das ist reaktiv - wir wünschen uns aktive Pferde.
Genauso wünschen wir uns aktive Hunde, die sich anbieten und keine reaktiven, die darauf warten, dass der HF ihnen sagt dass sie sich jetzt zu bewegen haben, mit Ausstrahlung, Perfektion, Trieb....
VG
Anja
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ma-re-sa,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26356-Schutzdienst-Video´s-von-H-Raiser/?postID=183094#post183094 schrieb:So ist es doch: der Fluch des hündischen Schäferhunddaseins
besteht darin, aus diesem angeborenen Bedürfnis der Beziehung und
des Gefallens um jeden Preis allen möglichen Mist mitzumachen und
immer wieder zu verzeihen. Es ist jetzt unsere Aufgabe, das neue
Wissen zu teilen und zu praktizieren.
Jap, so ist es. Und, um keine falschen Vorstellungen aufkommen zu lassen - Mist ist nicht nur T/Z/T... Ich hab ja schon einiges mitgemacht über die Jahre, bin auch neugierig und muss ja alles ausprobieren, sofern es mir nicht allzu abwegig erscheint  . So hatte ich eine "Lind'sche Phase", die zwar meinem Hund ganz sicher richtig viel Freude gemacht hat (die Sache mit dem "geistigen Zügel" allein als bremsendes Element funktioniert nicht in jeder Situation, muss ich zurückblickend sagen 8) ), nur leider zur Folge hatte, dass unsere Arbeit auf dem Platz zwar hochmotiviert, allerdings auch von einer gewissen Lautstärke gekennzeichnet war. Sehr zur Freude aller Mitstreiter  . Wobei man aber hierbei zumindest den Hund nicht quält.
Fazit ist also, dass, wie bei allen Dingen, ein gesundes Gleichgewicht erstrebenswert ist. Dass man nicht immer fair und gerecht ist, ist menschlich, würde ich sagen. Aber man sollte sich schon bemühen, alte Zöpfe abzuschneiden und Neuem nicht aus Prinzip ablehnend gegenüber zu stehen. Es gibt nämlich Leute, die haben bewiesen, dass es klappt  .
LG
Bine
Anja,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26356-Schutzdienst-Video´s-von-H-Raiser/?postID=183095#post183095 schrieb:Will to please heisst bei einem Westernpferd, dass er seine natürlichen Veranlagungen Kühe zu treiben fast ohne Hilfe der Reiter von selbst anbietet und die Kühe so eintreibt, dass beide ein gutes Leben haben ohne Schaden.
Ich wollte da eigentlich nicht drauf rumreiten (Achtung:
Wortspiel!), aber du engst schon in einem Beitrag vorher den „will
to please“ zu sehr auf intrinsische Motivation ein.
Dieses „Ich will Dich, Ich meine Dich, Ich brauche Dich jenseits
aller materiellen Bedürfnisse“ haben meines Wissens nach nur
Hunde.
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