05-09-2008, 09:09
charli,index.php?page=Thread&postID=54880#post54880' schrieb:der weg zum schutzdienstverbot wird immer mehr geebnet...
Hallo,
ich denke bei einer Argumentation in diese Richtung...
Zitat:Geklagt haben soll ein Richter, mit der Begründung, dass hierbei ein Hund bewusst auf einen Menschen gehetzt wird.
...kann die Intention letztendlich nur auf ein grundsätzliches Verbot hinaus laufen.
"Argumentiert" man, wie der von Ursula genannte Richter, sollte man natürlich nicht vergessen auch beweiskräftig zu recherchieren.
Wie viele der Hunde, die im Sport auch speziell das Einholen trainieren und bei denen diese Übung, neben dem Training auch auf Prüfungen abgefragt wird, stellen denn aufgrund dessen ein Gefährdungspotential für den Menschen dar? Oder anders gefragt welcher unserer Sporthunde fällt Menschen an - insbesondere motiviert durch diese Übung - völliger Schwachsinn? Allein schon aufgrund der Tatsache, dass hier die Fallzahl gegen 0,00% tendiert, zeigt dass es bei solch einer "Argumentation" lediglich um Stimmungsmache von Unwissenden und Nichtfachleuten geht, die nicht wissen wovon sie sprechen. Angetrieben von irgendwelchen Antisympathien bzgl. der SD-Arbeit, werden wenig fundierte Folgerichtigkeiten ("Hunde werden auf Menschen gehetzt...") einfach in den Raum gestellt, um entsprechend reißerisch sein Endziel (Verbot) auf den Weg zu bringen.
Meiner Meinung nach ist es völlig falsch, hier auch nur ansatzweise einer solch fehlgeleiteten Version in der Darstellung unseres Sportes, Gehör zu schenken, geschweige denn nachzugeben - das bedeutet das AUS!
Man kann sicher darüber diskutieren, ob man das Einholen (PO: Angriff auf den Hund aus der Bewegung) in irgendeiner Weise "entschärfen" muss. Die Gründe für eine solche Diskussion (und hier vertraue ich auf die Fachleute, der Verbände innerhalb dieses Gremiums der AZG), können und dürfen immer nur aus sportlichen Gesichtspunkten getroffen werden. Einer schwachsinnigen "Argumentation" wie im Eingangsbeitrag erwähnt, muss mit allen Mitteln entgegengesteuert werden. Denn aus einer solchen Motivation heraus bildet kein Sportler seinen Gebrauchshund aus - und auch das daraus resultierende Ergebnis ist nachweisbar und definitiv, nie ein "menschenhetzender" Hund.
Die sportlichen Gesichtspunkte, warum auch innerhalb des IPO Sports über entsprechende Maßnahmen nachgedacht wird, sind doch in erster Linie Gedanken, aufgrund der hohen Anbißgeschwindigkeit (in erster Linie beutemotiviert, verstärkt durch entsprechende positive Erfahrungen innerhalb der Ausbildung) und die dadurch latent vorhandene Verletzungsgefahr (auch evtl. Langzeitschäden), insbesondere für den agierenden Hund. Aber auch der SD-Helfer ist natürlich der Gefahr ausgesetzt sich zu verletzen. Aber doch ganz sicher nicht deshalb, weil er bei dieser Übung auf einen Hund trifft, bei dem er Gefahr läuft "zerfleischt" zu werden, weil die Motivation des Hundes darin liegt. Sondern die Gefahr liegt doch einzig und allein darin, dieser hohen Geschwindigkeit mit den entsprechenden Reflexen und Körperbeherrschung so entgegenzutreten, das weder ihm noch dem Hund etwas passiert.
Der LR der diesjährigen BSP - Herr Horst-Dieter Träger - ganz sicher m. E. ein absoluter Fachmann, äußerst sich in einem Interview in "Der Gebrauchshund" in der Form, dass die Einholübung weit weniger Aussagekraft hat, als der Angriff aus dem Rückentransport. Aus seiner Sicht könnte diese Übung abgewandelt werden wie bei der WPO der Diensthunde. Auch ist er der Meinung, dass die Hunde immer schneller werden und es kaum noch Helfer gibt, die diese Hunde unfallfrei aufnehmen können.
Ob man (vorausgesetzt man ist überhaupt der Meinung) unsere Einholübung in der Form der Diensthunde WPO "entschärfen" muss, wage ich zu bezweifeln. Denn auch die Attraktivität in unserem SD darf und muss eine Begründung sein dürfen. Unsere PO steht ohnehin nicht in dem Ruf durch eben diese entsprechende Attraktivität oder auch Kreativität zu glänzen. Kastriert man jetzt eine Übung wie das Einholen völlig, verbessert das diese Faktoren sicherlich nicht unbedingt.
Letztendlich gäbe es aus meiner Sicht nur die Möglichkeit, eben von Seiten der Verbände, wirklich nur noch absolute Spitzenhelfer für diese Übung einzusetzen. Dass es solche Leute gibt, zeigt z. B. aktuell ein Ralf Conzelmann, bei jedem seiner Einsätze in diesem Bereich. Allerdings scheint es ja damit nicht getan. Selbst wenn man eine solche SD-Helferschaft für die überregionale Ebene auf die Reihe bringen könnte, werden ja die Hunde nicht deshalb langsamer, weil sie auf einen weniger talentierten Helfer z. B. auf OG-Ebene treffen. Und auch dort werden diese angesprochenen Hunde ja geführt. Tatsächlich möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie viele Sportverletzungen oder auch Langzeitschäden aus "Unfällen" resultieren, die aufgrund Geschwindigkeit gepaart mit falscher Annahme entstanden sind. Jeder Helfer kennt glaub ich die Situation, in der eine Annahme mal nicht so optimal funktioniert - immer Kacke!
Eine weitere Möglichkeit wäre es doch, die Einholübung derart zu gestalten, dass sie schließlich nicht an Ausstrahlung verliert, jedoch die Verletzungsgefahr gemindert wird. Zum Beispiel durch das Überwinden von Hindernissen oder eines Hindernisses vor dem Anbiss. Auch überlegenswert wäre, dass die Helfer die Hunde (durchaus unter Erhöhung der psychischen Belastung) nicht mehr im Lauf, sondern im Stand annehmen.
Ich denke solche Dinge kann man auch mit gegensätzlichen Ansichten in der Ausführung diskutieren.
Allerdings darf der im Eingangsbeitrag von Ursula geschilderte Ansatz dieses Richters, hundesportlich nie zur Grundlage von Überlegungen werden. Wir hetzen keine Hunde auf Menschen - das können wir belegen und unter sportlichen Gesichtspunkten beweiskräftig untermauern. Und unsere Funktionäre stehen in der Pflicht sich dafür einzusetzen, damit wir unserem tollen Sport weiterhin nachgehen können.
Grüße Thomas


![[Bild: Projektsmuekl.jpg]](http://www.og-schwabmuenchen.de/images/Projektsmuekl.jpg)
