19-02-2022, 09:02
@Axlla
Wahrscheinlich bist Du jetzt nicht schlauer als vor Deiner Frage?!
Ich habe oftmals das Gefühl, dass einige in Erklärung die Verhaltensbiologie so verbiegen, dass sie dann auf die praktische Ausbildung paßt.
Aus meiner Sicht findet der „Schutzdienst“ seine Basis im sozialen Bereich. Als Werkzeug dienen Bedürfnisse und Motive. Die können ideel oder materiell sein. Da auch Hunde unterschiedlich ticken muss die Herangehensweise angepaßt sein.
Beutetrieb/Beuteaggression/Wehrtrieb/Aggression sind alles Begrifflichkeiten, die aus meiner Sicht das alles gar nicht richtig beschreiben, wenn man dabei nicht ein Auge für den Typ Hund hat, Eigenmotivation und Selbstbelohnung erkennt, und somit den Hund am eigentlichen Ziel vorbei lenkt und am Ende gegen ihn arbeitet.
Auch hier möglichst nach dem Grundsatz: wenn der Hund will, was er soll. Dann bringt es Spaß, was sich immer positiv auswirkt, beiderseitig.
Was können wir für den Schutzdienst alles nutzen, wo liegen die Motive eines Hundes sich jetzt dieser Aufgabe hinzugeben? Zum einem muss er ja einen Sinn darin sehen, zum anderen muss er sich auch in dieser Aufgabe lenken und leiten lassen.
Heißt also, eine Arbeit im Team, wo aber der Hund in der Auseinandersetzung mit dem Helfer direkt die Führungsrolle übernehmen sollte.
Jetzt sieht man schon, das hier der soziale Bereich ganz vorne steht. MIT dem Hundeführer GEGEN den Figuranten.(Geht natürlich auch HF und Figurant GEGEN den Hund, aus meiner Sicht ist das aber kein Schutzdienst).
Um ein gutes Team Hund/HF zu werden fördere und nutze ich Bedürfnisse im Hund. Darüber schaffe ich Ressourcen für den Hund. Ideel ganz sicher die wechselseitige Empathie Hundeführer/Hund, Materiell dann Ball/Beißwurst/Ärmel oder auch Futter. Je nach Hund bestätige ich ihn dann mit Spiel, Ausleben von Beutejagdverhalten, Zuwendung. Aber eines werde ich dabei nicht: Ein Gegner. Und da hat eben Schutzdienst ohne Helfer seine Grenzen. Nur, weil man meint, dass sich ja alles im Spiel und nur in den Bildern des SD bewegt heißt ja nicht, dass der Hund das genauso empfindet. Lernt der Hund sich hier in bestimmten Bereichen beim Hundeführer durchzusetzen, weil es der PO SD beim Figuranten so verlangt, dann kann sich das sehr deutlich bei starken Hunden in Führung negativ für das Verhältnis HF/Hund auswirken. Und das ist Dir wohl passiert. Simuliere ich Beuteverteidigung, der Hund geht darauf ein und gewinnt, dann hole ich mir direkt ein Problem ins Haus…
Schaut man sich das so „moderne“ Helfertreiben an, so liegt hier doch auch der soziale Bereich zu Grunde. Mit dem HF im Verbund gegen den Personalisierten Eindringling in Form des Figuranten. Ideel greift man auf das Territoriale im Hund zurück, läßt sich das bei jungen Hunde vorsichtig entwickeln. Heimbezirk zweiter Ordnung, für den Hund generaliert erkennbar über die Einstellung des HF und die Anordnung des Platzes. Der Hund ist mit HF der erste auf dem Platz, der Figurant dringt in den Heimbezirk ein, der Hund drängt ihn am Ende des Aufbaus offensiv aggressionsunterstützt dominant raus, der Hund ist mit HF wieder der letzte auf dem Platz. Stärken des Selbstbewußtseins und Gewinnen ohne Beißen. Kein Beschädigungskampf, kein Di-Stress, gute Rückmeldung vom HF, kein umgelenktes Verhalten. Da ist kein Wehrverhalten erwünscht.
Mit dem Hinterbau eines selbstbewußten Hundes, der mit dem Hundeführer gegen den Helfer auf den Platz geht, kommen dann auch die materiellen Werte mit ins Spiel, Ball, Beißwurst, Sportarm. Der Wert wurde schon vor dem SD erzeugt, nicht im SD. Der Figurant wird jetzt zum Konkurrenten um diese Werte.
Wo ist da jetzt Beutetrieb/Beuteaggression/Wehrtrieb?
Was hier jetzt ausgelöst wird ist jetzt die Konkurrensbedingte Sozialaggression, Ressourcenverteidigung im Heimbezirk zweiter Ordnung. Der Figurant dringt nicht nur in den Heimbezirk des Hundes ein, nein, er erhebt Anspruch auf das MO von Hund und HF.
Sperrt man den Hund passiv, dass er den Figuranten dabei nicht über das Beißen von den MOs verdrängen kann, so bleibt ihm „nur“ das Verdrängen in der Form, die er schon über das Helfertreiben gelernt hat. Zeigt der Figurant darüber keinen Anspruch mehr aufs MO und meidet, so kann sich der Hund sich dieses unbelastet holen und bestenfalls damit zu HF bewegen, der dann so damit mit ihm umgeht, wie der Hund es gewohnt ist und erwartet. Spiel dient immer zum Abbau von Stress.
So ist meine Sichtweise da drauf.
Und wenn man auf diese Hunde in ihrer Ausdrucksformen schaut, da ist alles nach vorne gerichtet. Sie sind dem Figuranten gegenüber sehr aufmerksam. Ohrenstellung, bei kurzhaarigen Hunden zeigt sich, das sieht man als Helfer sehr gut, eine tiefe Stirnfalte, tiefe Stimme, und das Gebiss meist nur bis zu den Fangzähnen zu sehen.
Und sie lassen sich meist gut lenken und leiten.
Aber ob das dann zu 100P in C reicht?
Mir egal. Für mich ist Schutzdienst schon etwas mehr als eine Unterordnung mit externer Bestätigung.
Gruß Reinhard
Wahrscheinlich bist Du jetzt nicht schlauer als vor Deiner Frage?!
Ich habe oftmals das Gefühl, dass einige in Erklärung die Verhaltensbiologie so verbiegen, dass sie dann auf die praktische Ausbildung paßt.
Aus meiner Sicht findet der „Schutzdienst“ seine Basis im sozialen Bereich. Als Werkzeug dienen Bedürfnisse und Motive. Die können ideel oder materiell sein. Da auch Hunde unterschiedlich ticken muss die Herangehensweise angepaßt sein.
Beutetrieb/Beuteaggression/Wehrtrieb/Aggression sind alles Begrifflichkeiten, die aus meiner Sicht das alles gar nicht richtig beschreiben, wenn man dabei nicht ein Auge für den Typ Hund hat, Eigenmotivation und Selbstbelohnung erkennt, und somit den Hund am eigentlichen Ziel vorbei lenkt und am Ende gegen ihn arbeitet.
Auch hier möglichst nach dem Grundsatz: wenn der Hund will, was er soll. Dann bringt es Spaß, was sich immer positiv auswirkt, beiderseitig.
Was können wir für den Schutzdienst alles nutzen, wo liegen die Motive eines Hundes sich jetzt dieser Aufgabe hinzugeben? Zum einem muss er ja einen Sinn darin sehen, zum anderen muss er sich auch in dieser Aufgabe lenken und leiten lassen.
Heißt also, eine Arbeit im Team, wo aber der Hund in der Auseinandersetzung mit dem Helfer direkt die Führungsrolle übernehmen sollte.
Jetzt sieht man schon, das hier der soziale Bereich ganz vorne steht. MIT dem Hundeführer GEGEN den Figuranten.(Geht natürlich auch HF und Figurant GEGEN den Hund, aus meiner Sicht ist das aber kein Schutzdienst).
Um ein gutes Team Hund/HF zu werden fördere und nutze ich Bedürfnisse im Hund. Darüber schaffe ich Ressourcen für den Hund. Ideel ganz sicher die wechselseitige Empathie Hundeführer/Hund, Materiell dann Ball/Beißwurst/Ärmel oder auch Futter. Je nach Hund bestätige ich ihn dann mit Spiel, Ausleben von Beutejagdverhalten, Zuwendung. Aber eines werde ich dabei nicht: Ein Gegner. Und da hat eben Schutzdienst ohne Helfer seine Grenzen. Nur, weil man meint, dass sich ja alles im Spiel und nur in den Bildern des SD bewegt heißt ja nicht, dass der Hund das genauso empfindet. Lernt der Hund sich hier in bestimmten Bereichen beim Hundeführer durchzusetzen, weil es der PO SD beim Figuranten so verlangt, dann kann sich das sehr deutlich bei starken Hunden in Führung negativ für das Verhältnis HF/Hund auswirken. Und das ist Dir wohl passiert. Simuliere ich Beuteverteidigung, der Hund geht darauf ein und gewinnt, dann hole ich mir direkt ein Problem ins Haus…
Schaut man sich das so „moderne“ Helfertreiben an, so liegt hier doch auch der soziale Bereich zu Grunde. Mit dem HF im Verbund gegen den Personalisierten Eindringling in Form des Figuranten. Ideel greift man auf das Territoriale im Hund zurück, läßt sich das bei jungen Hunde vorsichtig entwickeln. Heimbezirk zweiter Ordnung, für den Hund generaliert erkennbar über die Einstellung des HF und die Anordnung des Platzes. Der Hund ist mit HF der erste auf dem Platz, der Figurant dringt in den Heimbezirk ein, der Hund drängt ihn am Ende des Aufbaus offensiv aggressionsunterstützt dominant raus, der Hund ist mit HF wieder der letzte auf dem Platz. Stärken des Selbstbewußtseins und Gewinnen ohne Beißen. Kein Beschädigungskampf, kein Di-Stress, gute Rückmeldung vom HF, kein umgelenktes Verhalten. Da ist kein Wehrverhalten erwünscht.
Mit dem Hinterbau eines selbstbewußten Hundes, der mit dem Hundeführer gegen den Helfer auf den Platz geht, kommen dann auch die materiellen Werte mit ins Spiel, Ball, Beißwurst, Sportarm. Der Wert wurde schon vor dem SD erzeugt, nicht im SD. Der Figurant wird jetzt zum Konkurrenten um diese Werte.
Wo ist da jetzt Beutetrieb/Beuteaggression/Wehrtrieb?
Was hier jetzt ausgelöst wird ist jetzt die Konkurrensbedingte Sozialaggression, Ressourcenverteidigung im Heimbezirk zweiter Ordnung. Der Figurant dringt nicht nur in den Heimbezirk des Hundes ein, nein, er erhebt Anspruch auf das MO von Hund und HF.
Sperrt man den Hund passiv, dass er den Figuranten dabei nicht über das Beißen von den MOs verdrängen kann, so bleibt ihm „nur“ das Verdrängen in der Form, die er schon über das Helfertreiben gelernt hat. Zeigt der Figurant darüber keinen Anspruch mehr aufs MO und meidet, so kann sich der Hund sich dieses unbelastet holen und bestenfalls damit zu HF bewegen, der dann so damit mit ihm umgeht, wie der Hund es gewohnt ist und erwartet. Spiel dient immer zum Abbau von Stress.
So ist meine Sichtweise da drauf.
Und wenn man auf diese Hunde in ihrer Ausdrucksformen schaut, da ist alles nach vorne gerichtet. Sie sind dem Figuranten gegenüber sehr aufmerksam. Ohrenstellung, bei kurzhaarigen Hunden zeigt sich, das sieht man als Helfer sehr gut, eine tiefe Stirnfalte, tiefe Stimme, und das Gebiss meist nur bis zu den Fangzähnen zu sehen.
Und sie lassen sich meist gut lenken und leiten.
Aber ob das dann zu 100P in C reicht?
Mir egal. Für mich ist Schutzdienst schon etwas mehr als eine Unterordnung mit externer Bestätigung.
Gruß Reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...

