Zitat:Original von Eule87
Ich habe sie vom Welpenalter an und da hat sie schon nicht wirklich gespielt.
Gibt eben solche Hunde.
Da muss ich zustimmen, es gibt solche und solche. Den Unterschied kenne ich ganz aktuell. Mein 5jähriger war von Anfang an gut motivierbar in der UO über Futter und über Spiel, war mühelos. Der junge zu Beginn eher desinteressiert, mehr halbherzig Futter und/oder Spieli in der UO. Er ist auch sehr sensibel, ich musste mich immer sehr im Griff haben und durfte nie ungeduldig werden und ihn überfordern. Das war für mich am Anfang verdammt schwer umzusetzen. Da habe ich dann UO einfach erst mal gelassen und ihm vermittelt, wie toll es ist mit mir zu spielen. Dann die UO in ganz kurzen Übungseinheiten langsam eingabut, wenn auch immer wieder mal kleine Einbrüche, aber Geduld war da einfach das wichtigste. Heute kann ich sagen, das der Kleine sehr gerne spielt, noch immer nicht so gierig wie der Große, aber auch dieser Hund erwischt schon mal meine Finger im Spiel, weil er richtig mitmacht. Aus UO-Übungen heraus, fällt es ihm schon mal etwas schwerer schnell und spritzig auf die Beutebestätigung zu reagieren, aber das sind eigentlich nur Sekundenbruchteile. Dieser junge Hund wird bald 2 Jahre und er wird demnächst erst die BH machen. Er läuft sicherlich immer noch nicht perfekt und wird bestimmt auch nicht ein Weltmeisterschaftshund.
Was mir sehr oft bei eher jungen HF (jung im Sinne von etwas weniger erfahren im Sport) auffällt, es wird dem Hund das Spieli madig gemacht. Ständig vor der Schnauze rumfuchteln und fast ins Maul schieben, oder die andere falsche Variante Spieli schmeissen und sich wundern, dass die dann tot liegende Beute für den Hund vollkommen uninteressant ist. Oder bei den Zerrspielen nicht den Hund aktiv arbeiten lassen, sondern den Hund am Spieli durch die Gegend zerren.
Frage an Jenny, habe ich das Alter der Hündin überlesen? Habe soeben noch mal über den Thread gelesen, aber nix gesehen.
Wäre es womöglich nicht doch eine Option zu versuchen, das Spiel mit dem Hund neu aufzubauen und wenn das besser wird, erst wieder mmit der UO bzw. dem Apport weitermachen. Das würde aber bedeuten viel am Mann zu spielen, also nicht wegwerfen. Ist dem Hund das uninteressant sich selbst mit dem Spieli beschäftigen, warten das der Hund reagiert und wenn es zunächst noch so eine kleine Reaktion ist, Beute packen lassen und dann aber rechtzeitig wieder aufhören, bevor das Interesse des Hundes nachläßt. Dann den Hund aktiv an der Beute arbeiten lassen, das kleinste Kontern bestätigen, also sich vom Hund ziehen lassen und im richtigen Moment die Beute schenken und sofort wieder ein Faß Freude aufmachen und sich vom Hund mit Spieli anspringen lassen. Aber wirklich drauf achten, nicht aus lauter Freude, dass es dann mal klappt und das Ganze bis zum Vergasen wiederholen, immer dann aufhören, wenn es am meisten Spaß macht. Natürlich ist es sehr schwer so etwas nur zu beschreiben. Bei den jungen HF auf unserem Platz ist es ja auch sehr schwierig, dass jeder das gut und schnell umsetzen kann, obwohl andere Teams das sehr gut vormachen.
Nochmal zu Beginn immer nur am Mann arbeiten, nicht schmeißen, tendiert der Hund dazu bei Schenken der Beute mit dem Spieli wegzulaufen und wenn man ihn ruft die Beute fallen zu lassen, eine Sicherungsleine dran machen, an der nicht gerupft wird, sondern nur der Entfernungsradius eingeschränkt ist. Klappt das gut, kann auch ein 2. Spieli, zunächst auch an der Person eingebaut werden, eine Spieli einbeißen, Schenken, sofort 2.Spieli interssant machen und schnappen lassen.
Das wird zu Beginn eher frustierend sein, aber wenn man GEduld und Ruhe bewahrt, immer nur kurze Übungen macht, dafür aber mehrmals verteilt mit entsprechenden Pausen, muss das Ganze besser werden. Dann ist auch wieder eine Grundlage da, mit dem Apportieren auf ebener Erde weiter zu machen. Im übrigen bin ich davon überzeugt, wenn Jenny es schafft, ihrem Hund ein halbwegs passables Spielen zu lehren, dann hat sie viel über sich und ihren Hund gelernt und kann das gut für die weitere Apportierarbeit nutzen.
Wie lange das dauern wird? Mit Sicherheit mehr als nur wenige Wochen, das ist bestimmt eine Sache, die sich über die Wintermonate hinziehen wird. Aber entscheiden muss der HF selbst, wenn es ihm reicht eine SchH/VPG 3 mit vermutlich schon im Vorfeld 10 Punkten Abzug für den Apport ebener Erde zu machen, dann soll er das tun.
Ob das befriedigt, glaube ich eher weniger. Ich für meinen Teil würde dann lieber anstreben, die 3 erst im nächsten Herbst anzugehebn und in der Zwischenzeit an einer Sache arbeiten und nicht ständig dies und das zu versuchen, wenn nach 4 Wochen nicht sofort der erhoffte Erfolg zu sehen ist. Egal was wohlmeinende Sportsfreunde meinen und vielleicht belächeln, weil man nicht schnell genug eine weitere Prüfungsstufe erreicht.
P.S.: Der junge Hund kann übrigens mittlereweile Apportieren, egal ob ebene Erde oder Hürde, hält das Holz ruhig und relativ fest, ein wenig an den Geschwindigkeiten (Hin/Rücklauf) ist über den Winter hin zu arbeiten. Aber dafür habe ich ja die Option Beutetausch/Spieli, die ich jetzt gut einsetzen kann. Aber da ich ja weiß, dass er sensibel ist, lasse mir Zeit, mir reicht es auch aus, wenn er die 1 erst mit drei Jahren macht.