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Angelika.. du sprichst mir aus der Seele.. Danke dafür.
Genau solche Erfahrungswerte und Erläuterungen, machen es leichter (mir jedenfalls) ..
Ich hatte bis zum jetzigen Zeitpunkt nur einen ansatzweise Links gelagerten Hund (meiner Meinung nach).. Es war eine Hündin mit eher mit einem "Mischverhalten"? in höheren Trieblagen, in der sie eben dann auch gegen einen ging.. das war meine DSH-Hündin Bitch.. der ein oder andere aus dem Forum hat diese Hündin selbst kennen lernen dürfen, kein leicht zu führender Hund, im SD nicht nett, hohe Aggressionsbereiche, irgendwann ließ sie auch von der Beute nicht mehr ab auf Teufel komm raus nicht.... Ab einem gewissen Punkt, war sie dann auch in der Familie nicht mehr "berechenbar" und ging in "für sie" unsicheren Situationen zuletzt auch gegen die eigene Familie. Damals hatte ich leider nicht die Hilfe und das Wissen wie man solch einen Hund richtig führt, und habe mich damals dazu entschlossen diese Hündin an eine Einzelperson abzugeben, was mir nicht leicht gefallen ist.
Heute habe ich hier einen Hund der im Ansatz ähnliche Tendenzen zeigt, in unsicheren Situationen nach zum "nach vorn" gehen neigt, aber im Gegensatz zur anderen Hündin in der Familie durchaus eher kompatibel ist, und auch mal versucht uns zu "regeln" was aber direkt unterbunden wird. Nerven sind angekratzt.
Da mir der Hund aber trotzdem in seiner Art und genau wegen bestimmter Eigenschaften sehr gefällt, möchte ich dieses mal einfach sachlicher und vorbereiteter an die Arbeit gehen, davon mal ab habe ich in den Jahren nach Bitch genug Erfahrungen dazu sammeln können, um mittlerweile mit ein paar weiteren Tipps sicher mit dem Hund umgehen zu können...
Gruß Steffi ...
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bru-no,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172791#post172791 schrieb:Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172789#post172789 schrieb:dass Dein Verständnis von "Bösartigkeit" in der ehem. DDR so gar nicht gemeint war?
Ach ja, sie haben es gar nicht so gemeint? Das ist wohl die billigste Ausrede.
„bösartig“ ist schon lange vor der DDR ein allgemein definierter Begriff gewesen, für den man auch nicht studiert haben musste, um ihn zu verstehen.
Man wertete das „bösartige“ Wesen deshalb so hoch, weil man diese Hunde gezielt gegen Menschen eingsetzen konnte, die nicht in einer Diktatur leben wollten und fliehen wollten. Die „gutartigen“ mit hohem Aggressionspotential und viel Härte natürlich auch, die waren sogar vielfältiger einsetzbar, weil steuerbarer, deshalb kamen sie noch in eine Stufe höher.
Die Geschichte des Gebrauchshundes in der DDR und die seiner Wesensbeurteilung und Zucht ist nicht zu trennen von der DDR Geschichte insgesamt. Auch sein tierquälerischer Mißbrauch als Mauerhund nicht. Ob nun bösartig per se oder durch die Haltung einfach nur anders verhaltensgestört. Es war ein Elend. Um dieses Elend zu kaschieren, wurde „Bösartigkeit“ in den zweithöchsten Prädikatsstand erhoben und als wünschenswert für die Zucht erklärt.
Es gibt nichts Richtiges im Falschen!
Du liest nicht richtig. Die Ziffer 4 wurde insgesamt nur 2 mal vergeben. Diese Hunde gingen gegen alles und jeden, auch gegen ihre HF, ohne Vorwarnung.
Gezielt gesucht für Behörden und auch oft von Sportlern, wurden Hunde mit 3 am Ende, weil hier alle weiteren Bewertungen auf ZTP und Körung möglich waren und diese Hunde sehr oft sehr stark reizbar waren. Das wurde politisch befürwortet, allerdings auch nur sehr selten erreicht. Am häufigsten waren Hunde mit der Wertmeßziffer 7, also gutartig und leicht zu beeindrucken. Allerdings konnten auch diese Hunde auf fremde Einwirkungen durchaus mit Aggression reagieren, waren aber insgesamt überall sicher zu führen.
[size=10] ![[Bild: FB%2520Baner.jpg]](https://lh3.googleusercontent.com/-PO-hSkFfYjw/UB_8uHcrwQI/AAAAAAAACZo/tPVg2rYnjVo/s288/FB%2520Baner.jpg)
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Steffi Arpe,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172803#post172803 schrieb:Für dich Erwin.. zum nochmaligen Nachlesen der letzten gestellten Frage..die nicht durch die Antwort von Andreas beantwortet ist...:
("" Wie erkenne ich Linkslastigkeit beim Junghund" und was mich auch interessieren würde, wie man mit Linkslastigen Hunden arbeitet.. auch wenn sie eventuell schon älter sind. Was ist Problematisch/zu beachten/möglich oder sogar unmöglich bei solch gelagerten Hunden...""")
Ein linkslastiger Hund ist in der Regel, je nach Grad, viel schreckhafter in neuen Umweltsituationen, neigt hier zu Übersprunghandlungen, die aber nur in Todesangst gegen den HF gerichtet sind. Diese Hunde brauchen ganz viel Sicherheit vom HF, müssen jede Situation erstmal lernen, was trotzdem kein Garant für die Nachhaltigkeit des Erlernten ist. Meist geben sie für ihre Familie/HF ihr Leben, sind extrem anhänglich, zeigen aber auch einen extremen Beschützerinstinkt. Da sollte nach Möglichkeit von Anfang an der Kontakt zu fremden Personen intensiv gepflegt werden.
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Nadin,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172804#post172804 schrieb:Für mich ist ein linkslastiger Hund ein Hund, der Reize schnell mit Aggression beantwortet, je weiter links um so niedriger die Reizschwelle.
Das Gegenteil von schnell wäre langsam. Dann wäre ein rechtlastiger Hund einer, der den gleichen Reiz (welchen eigentlich? Ist das egal? Akkustischer, optischer, taktiler Reiz?) nur zeitverzögert oder zeitlupenartig mit Aggressionen (Welche eigentlich? Ist das egal? Knurren, anspringen, umstoßen, schnappen, beißen? Ist die Intensität auch egal?) beantwortet?
Oder bedeutet „schnell“ nicht die Geschwindigkeit der Reaktion, sondern links stünden geringe Reize und rechts stünden kräftige Reize? Oder bedeutet „schnell“ die Intensität der Aggression?
Auf jeden Fall gilt, wenn man Hunde auf einer Links-Rechts-Achse (nur dann machen die Begriffe links und rechts ja Sinn) beurteilen will, kann jeweils nur ein Parameter variabel sein. Entweder die Reizstärke oder die Reaktions-/Aggressionsstärke.
Wo sollte man den Hund einordnen, der schon auf den geringsten Reiz reagiert, aber in einer sehr geringen aggressiven Intensität? An die gleiche linke Stelle der Achse wie den Hund, der ebenfalls auf den geringsten Reiz reagiert, aber mit sehr starker Intensität? Und rechts finden wir dann sowohl den Hund, der nur auf einen sehr starken Reiz reagiert, wenn auch mit geringer Intensität, als auch den Hund, der darauf mit sehr starker Aggression reagiert? Ich versteh es nicht.
Die Diskussion zeigt doch, daß man den ganzen Quatsch mit links und rechts vergessen sollte und stattdessen lieber beschreiben sollte:
was tut der Hund wie mit wem in welcher Situation?
Dann kann man sich eher ein Bild machen. Das aber dann natürlich noch beeinflusst sein kann durch die Fähigkeit/Unfähigkeit des Beschreibers. Wenn der Fragesteller nicht darauf beharren würde, das Verhalten seines Hundes in links und rechts einzuteilen, sondern einfach mal ein paar mehr Situationen konkret und möglichst ohne Bewertung beschreiben würde, könnten die Antworten, was zu tun wäre, vielleicht auch aussagekräftiger sein.
[quote='Andreas Bolz','http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172813#post172813'schreckhafter ...Übersprunghandlungen, ...Todesangst gegen den HF gerichtet .. geben sie für ihre Familie/HF ihr Leben, ...extrem anhänglich, ...extremen Beschützerinstinkt. [/quote]
Ein weiterer Beweis für ungeeignete Parameterhäufung. Die Wesensbündelungen von mehreren Eigenschaften gleichzeitig, die gar nicht unbedingt verbunden sein müssen (schreckhaft und anhänglich und extrem Beschützerinstinkt und wahrscheinlich noch Vorliebe für Weißwurst) waren schon bei der DDR-Skala völlig daneben.
Andreas Bolz,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172812#post172812 schrieb:Du liest nicht richtig. Die Ziffer 4 wurde insgesamt nur 2 mal vergeben
Wie soll man das denn richtig lesen?
Quelle: Wertmeßziffern, 2. Auflage 1975, Herausgeber: Sektion Dienst- und Gebrauchshundewesen Spezialzuchtgemeinschaft deutscher Schäferhunde
„Die meist festzustellende und auch gesunde Mittellage von 3 - 7 kennzeichnet damit auch die Streubreite in der Zucht.“
Daß insgesamt, da Ziffer 4 mit angeblich nur 2 Hunden zur „meist festzustellenden...Mittelage“ gehört, in der DDR insgesamt nur eine Handvoll Hunde bewertet wurde? Oder daß in der Ostmathematik 4 weniger als 3 und mehr als 7 ist?
Andreas Bolz,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172812#post172812 schrieb:Diese Hunde gingen gegen alles und jeden, auch gegen ihre HF, ohne Vorwarnung.
Und das war dann mit 4 die "gesunde Mittellage".
Je genauer man dieses Messchaos und seine Rechtfertigungen betrachtet, desto aberwitziger wird es.
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Bruno.. in erster Linie habe ich nicht erwartet, das einen Hund Links oder rechts anhand von Beispielen zu erklären, hier in Wissenschaftliche Ergüsse ausartet.. Auch habe ich nicht erwartet, das es so schwer sein kann, diese Frage zu beantworten sei es durch Fall-Beispiele. Im Forum artet bereits fast jede 2te Diskussion in eine Art Wissenschaftskrieg zwischen "gefühlt" 2-3 immer den gleichen Personen aus, welche es Leuten schwer macht die nicht so komplex denkend arbeiten (aber mit Sicherheit nicht dümmer sind)...
Eingangs erwähnt, das mich das Thema interessiert da ich in der Ansicht war einen eventuell LINKS Hund zu haben und gefragt wie man damit umgeht ....
Ich habe nun gelernt.. das einige die Tabelle als das Mittel zur Erkenntnis sehen (wohlgemerkt die Tabelle ist aus Vorkriegszeiten, und der Typ Hund in der DDR war ein ganz anderer als der heutige völlig anders selektierte Hund)
Ich mag mich nicht nur an Tabellen halten, die Stucktur ist mir dort zu wenig variabel, und hoffte auf Erfahrungsbezogene Antworten..
Da ich jetzt ja ein paar gute Antworten bekommen habe, wäre für mich die Frage erledigt..
Gruß Steffi ...
Steffi Arpe,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172817#post172817 schrieb:wohlgemerkt die Tabelle ist aus Vorkriegszeiten,
Nazizeiten? Würde mich nicht wundern. Wurde jedenfalls in der DDR und von einigen hier immer noch für tauglich gehalten.
Vor langer Zeit hatte man auch den Menschen in Typen mit jeweils mehreren angeblich fest verbundenen Einzeleigenschaften klassifiziert. Aus späterer Sicht auch eine Witznummer. Obwohl in Dresden und in ganz Ostdeutschland ja jetzt wieder Begriffe wie „lebensbejahender afrikanischer Ausbreitungstyp“ und „selbstverneinender europäischer Platzhaltertyp“ schwer in Mode sind.
Seit vielen Jahrzehnten unterscheidet man seriös bei Menschen einzelne Persönlichkeitsmerkmale.Daran orientiert sich die DMC Wesensbeurteilung. Der Ansatz ist korrekt.
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bru-no,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172814#post172814 schrieb:Wo sollte man den Hund einordnen, der schon auf den geringsten Reiz reagiert, aber in einer sehr geringen aggressiven Intensität? An die gleiche linke Stelle der Achse wie den Hund, der ebenfalls auf den geringsten Reiz reagiert, aber mit sehr starker Intensität? Und rechts finden wir dann sowohl den Hund, der nur auf einen sehr starken Reiz reagiert, wenn auch mit geringer Intensität, als auch den Hund, der darauf mit sehr starker Aggression reagiert? Ich versteh es nicht.
genau, da die wesensziffer allein diese dinge nicht aufzeigt ,die hunde z.b. mit einer 3oder7 zeigen können gab es die ziffern hinter dem schrägstrich
die dann auskunft über schärfe(aggresionsverhalten) und härte enthalten.
mfg erwin
Mein Beitrag bezog sich auf Nadins persönliche Interpretation, wie aus ihrem Zitat auch hervorgeht.
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