19-01-2009, 21:01
Aufgrund eines aktuellen Falles bei einem Hund eines unserer Forenuser möchte ich Euch auf die Gefahr der Tetanusinfektion bei Hunden hinweisen.
Im betreffenden Fall hatte die Hundehalterin drei Tage nach einer Verletzung ihres Hundes den Verdacht auf eine Tetanusinfektion. Die diensthabende Ärztin der daraufhin aufgesuchten Tierklinik hat sich geweigert den Hund gegen Tetanus zu behandeln, da ihrer Meinung nach a) Tetanusinfektionen bei Hunden so gut wie nie auftreten, b) eine Inkubationszeit von drei Tagen zu kurz wäre und c) die Syptome nicht zu Tetanus passen würden. Die Hündin zeigte ein Zittern / starke Empfindlichkeit am verletzen Bein, eine ungewohnte Schreckhaftigkeit / Ängstlichkeit, häufiges zwanghaftes Gähnen und ein Hochziehen der Augenbrauen. Zum Glück hat sich die Hundehalterin nicht auf die Diagnose in dieser Tierklinik verlassen, so daß der betreffende Hund, leider erst viele Stunden nach dem ersten Verdacht der Hundehalterin, dann doch noch mit Antitoxin und Anitbiotika behandelt werden konnte.
Tetanus („Wundstarrkrampf“) wird verursacht durch ein Bakterium namens Clostridium tetani, dessen Sporen fast überall zu finden sind, auch in Staub und Erde. Gelangen diese Sporen in eine Wunde und verschließt sich diese, dann vermehrt sich dieses Bakterium. Dessen Stoffwechselprodukte schädigen die Nervenzellen, durch welche die Muskulatur gesteuert wird, wodurch die für eine Tetanusinfektion typischen Lähmungserscheinungen und Muskelkrämpfe verursacht werden, ebenso wird durch sie die Herztätigkeit in Mitleidenschaft gezogen.
Hunde sind für Tetanusinfektionen nicht so anfällig wie Pferde. Trotzdem gibt es diese Infektionen aber auch bei Hunden. Dieser aktuelle Fall liegt noch keine 4 Wochen zurück, ca. 8 Monate vorher ist ein Hund eines meiner Vereinskollegen an Tetanus erkrankt. Letzterer hatte das Glück daß er seinen Hund bei den ersten Symptomen in einer Tierklinik vorgestellt hat, in der die diensthabende Ärztin sofort gegen Tetanus behandelt hat. Bei diesem Hund sind keine Spätschäden zurückgeblieben. Weniger Glück hatte eine von anderen Vereinkollegen gezüchtete Hündin, die im Junghundalter ebenfalls an Tetanus erkrankte. Trotz langwieriger Behandlung blieben bei dieser Hündin körperliche und geistige Schäden zurück.
Ich selbst kenne inzwischen sechs Hunde, die an Tetanus erkrankt sind. Eine Erkrankung, die unbehandelt tödlich verlaufen kann, nicht selten schwere Schäden hinterläßt, gegen die man impfen kann, wir unsere Hunde i.d.R. aber nicht dagegen impfen lassen.
Hier sollten wir Hundehalter uns mal Gedanken darüber machen, ob man nicht statt den alljährlichen Wiederholungsimpfungen gegen Viruserkrankungen, bei denen der Impfschutz nach einer einzelnen Impfung i.d.R. über mehrere Jahre gewährleistet ist, vielleicht mal eine Grundimmunisierung gegen Tetanus vornehmen läßt. Zwar ist, wie oben schon mal geschrieben, der Hund nicht so anfällig für diese Infektionserkrankung wie das Pferd, aber er ist nicht immun dagegen. Und vor allem bei Zwingerhaltung werden die ersten Syptome vom Hundehalter i.d.R. nicht bemerkt, die in einem Stadium auftreten in dem eine vollständige Heilungsmöglichkeit bei sofortiger Behandlung am wahrscheinlichsten ist. Zumal dann auch noch mancher Tierarzt keinerlei Erfahrung hat in der Diagnose und Behandlung von Tetausinfektionen bei Hunden, wie der Fall dieses Forenusers zeigt.
Inzwischen steht auch in Deutschland ein für Hunde zugelassener Impfstoff zur Verfügung namens „Equilis Tetanus-Vaccine“ von Intervet. Das vom Hersteller angegebene Impfschema ist das gleiche wie für Pferde, d.h. zwei Impfungen im Abstand von 4 bis 8 Wochen und eine dritte Impfung ca. 12 Monate nach der zweiten. Dann werden Wiederholungsintervalle von 2 Jahren angegeben, was ich persönlich (und da stimmt meine Tierärztin mit mir überein) für stark übertrieben halte, da Hunde in Bezug auf die Infektionsgefährdung eher dem Menschen entsprechen als dem Pferd. Wir Menschen werden in 10-jährigen Intervallen nachgeimpft und dann mit meist starken Impfreaktionen, was darauf schließen läßt daß man zum Zeitpunkt der Nachimpfung noch über einen relativ hohen Antikörperspiegel und somit Impfschutz verfügt. Ich selbst werde meine Hunde im Abstand von 4 bis 8 Wochen und dann 1 Jahr später noch einmal impfen lassen und dann war’s das für das restliche Hundeleben.
Wer sich mit einer Impfung gegen Tetanus bei seinem Hund nicht anfreunden kann sollte diesen nach Verletzungen (auch kleinen!) gut beobachten und lieber einmal zu viel zum Tierarzt fahren als zu wenig. Denn wenn eine Infektion vorliegt sind bleibende Schäden um so wahrscheinlicher, je später die Erkrankung behandelt wird. Die Inkubationszeit liegt zwischen 3 und 60 Tagen.
Und wenn Ihr den leisesten Verdacht habt Euer Hund könnte eine Tetanusinfektion haben und Euer Tierarzt redet drum herum und meint, er brauche einen Hund nicht gegen Tetanus zu behandeln: Holt Euch in dem Fall unbedingt eine zweite Meinung von einem anderen Tierarzt ein! Denn Irren kann in dem Fall tödlich sein!!!
Grüße
Antje
Im betreffenden Fall hatte die Hundehalterin drei Tage nach einer Verletzung ihres Hundes den Verdacht auf eine Tetanusinfektion. Die diensthabende Ärztin der daraufhin aufgesuchten Tierklinik hat sich geweigert den Hund gegen Tetanus zu behandeln, da ihrer Meinung nach a) Tetanusinfektionen bei Hunden so gut wie nie auftreten, b) eine Inkubationszeit von drei Tagen zu kurz wäre und c) die Syptome nicht zu Tetanus passen würden. Die Hündin zeigte ein Zittern / starke Empfindlichkeit am verletzen Bein, eine ungewohnte Schreckhaftigkeit / Ängstlichkeit, häufiges zwanghaftes Gähnen und ein Hochziehen der Augenbrauen. Zum Glück hat sich die Hundehalterin nicht auf die Diagnose in dieser Tierklinik verlassen, so daß der betreffende Hund, leider erst viele Stunden nach dem ersten Verdacht der Hundehalterin, dann doch noch mit Antitoxin und Anitbiotika behandelt werden konnte.
Tetanus („Wundstarrkrampf“) wird verursacht durch ein Bakterium namens Clostridium tetani, dessen Sporen fast überall zu finden sind, auch in Staub und Erde. Gelangen diese Sporen in eine Wunde und verschließt sich diese, dann vermehrt sich dieses Bakterium. Dessen Stoffwechselprodukte schädigen die Nervenzellen, durch welche die Muskulatur gesteuert wird, wodurch die für eine Tetanusinfektion typischen Lähmungserscheinungen und Muskelkrämpfe verursacht werden, ebenso wird durch sie die Herztätigkeit in Mitleidenschaft gezogen.
Hunde sind für Tetanusinfektionen nicht so anfällig wie Pferde. Trotzdem gibt es diese Infektionen aber auch bei Hunden. Dieser aktuelle Fall liegt noch keine 4 Wochen zurück, ca. 8 Monate vorher ist ein Hund eines meiner Vereinskollegen an Tetanus erkrankt. Letzterer hatte das Glück daß er seinen Hund bei den ersten Symptomen in einer Tierklinik vorgestellt hat, in der die diensthabende Ärztin sofort gegen Tetanus behandelt hat. Bei diesem Hund sind keine Spätschäden zurückgeblieben. Weniger Glück hatte eine von anderen Vereinkollegen gezüchtete Hündin, die im Junghundalter ebenfalls an Tetanus erkrankte. Trotz langwieriger Behandlung blieben bei dieser Hündin körperliche und geistige Schäden zurück.
Ich selbst kenne inzwischen sechs Hunde, die an Tetanus erkrankt sind. Eine Erkrankung, die unbehandelt tödlich verlaufen kann, nicht selten schwere Schäden hinterläßt, gegen die man impfen kann, wir unsere Hunde i.d.R. aber nicht dagegen impfen lassen.
Hier sollten wir Hundehalter uns mal Gedanken darüber machen, ob man nicht statt den alljährlichen Wiederholungsimpfungen gegen Viruserkrankungen, bei denen der Impfschutz nach einer einzelnen Impfung i.d.R. über mehrere Jahre gewährleistet ist, vielleicht mal eine Grundimmunisierung gegen Tetanus vornehmen läßt. Zwar ist, wie oben schon mal geschrieben, der Hund nicht so anfällig für diese Infektionserkrankung wie das Pferd, aber er ist nicht immun dagegen. Und vor allem bei Zwingerhaltung werden die ersten Syptome vom Hundehalter i.d.R. nicht bemerkt, die in einem Stadium auftreten in dem eine vollständige Heilungsmöglichkeit bei sofortiger Behandlung am wahrscheinlichsten ist. Zumal dann auch noch mancher Tierarzt keinerlei Erfahrung hat in der Diagnose und Behandlung von Tetausinfektionen bei Hunden, wie der Fall dieses Forenusers zeigt.
Inzwischen steht auch in Deutschland ein für Hunde zugelassener Impfstoff zur Verfügung namens „Equilis Tetanus-Vaccine“ von Intervet. Das vom Hersteller angegebene Impfschema ist das gleiche wie für Pferde, d.h. zwei Impfungen im Abstand von 4 bis 8 Wochen und eine dritte Impfung ca. 12 Monate nach der zweiten. Dann werden Wiederholungsintervalle von 2 Jahren angegeben, was ich persönlich (und da stimmt meine Tierärztin mit mir überein) für stark übertrieben halte, da Hunde in Bezug auf die Infektionsgefährdung eher dem Menschen entsprechen als dem Pferd. Wir Menschen werden in 10-jährigen Intervallen nachgeimpft und dann mit meist starken Impfreaktionen, was darauf schließen läßt daß man zum Zeitpunkt der Nachimpfung noch über einen relativ hohen Antikörperspiegel und somit Impfschutz verfügt. Ich selbst werde meine Hunde im Abstand von 4 bis 8 Wochen und dann 1 Jahr später noch einmal impfen lassen und dann war’s das für das restliche Hundeleben.
Wer sich mit einer Impfung gegen Tetanus bei seinem Hund nicht anfreunden kann sollte diesen nach Verletzungen (auch kleinen!) gut beobachten und lieber einmal zu viel zum Tierarzt fahren als zu wenig. Denn wenn eine Infektion vorliegt sind bleibende Schäden um so wahrscheinlicher, je später die Erkrankung behandelt wird. Die Inkubationszeit liegt zwischen 3 und 60 Tagen.
Und wenn Ihr den leisesten Verdacht habt Euer Hund könnte eine Tetanusinfektion haben und Euer Tierarzt redet drum herum und meint, er brauche einen Hund nicht gegen Tetanus zu behandeln: Holt Euch in dem Fall unbedingt eine zweite Meinung von einem anderen Tierarzt ein! Denn Irren kann in dem Fall tödlich sein!!!
Grüße
Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain
Mark Twain



Jutta ("Kieran") auch Dir danken wir ganz herzlich für Dein "Pfotendrücken"