Beiträge: 145
Themen: 17
Registriert seit: Oct 2009
Hallo zusammen,
wollte mich erkundigen, wie lange ihr "Pause" mit euren Hunden nach der Borreliose-Schutzimpfung macht? Mit "Pause" verstehe ich nur anstrengendere sportliche Betätigungen wie bspw. Schutzdienst, weite Joggingstrecken, etc. also wo der Kreislauf wirklich in Schwung kommt.
Vielen Dank.
Gruß
Yve
Beiträge: 4.652
Themen: 65
Registriert seit: Sep 2006
Hallo Yve,
ich warte nach Impfungen generell 3 bis 4 Tage ab bis ich wieder Schutzdienst etc. mache. Jede Impfung kann Symptome hervorrufen welche durch die Krankheiten ausgelöst werden würden, gegen die geimpft wurde. Und ein Hund kann einem ja nicht mitteilen dass er z.B. Kopf- oder Gliederschmerzen hat. Zudem finde ich es sinnvoll wenn das Immunsystem sich ausreichend auf den Aufbau von Antikörpern konzentrieren kann und nicht durch Streß davon abgelenkt wird. Ich möchte ja durch die Impfung einen möglichst hohen Schutz meines Hundes erzielen, d.h. er soll einen möglichst hohe Antikörpertiter aufbauen bzw. Gedächtniszellen bilden.
Gegen Borreliose lasse ich meine Hunde gar nicht impfen. Das ist die umstrittenste Impfung überhaupt, nicht nur auf ihren Nutzen hin bezogen, sondern vor allem auch im Hinblick auf Impfschäden. Nur ca. 5% der mit Borrelien infizierten Hunde erkranken nach einer Infektion an Borreliose. Und wenn ein Hund nach einer Infektion wirklich an Borreliose erkrankt, dann ist er mit Antibiotika gut behandelbar.
Zudem erfolgt eine Infektion hier bei uns, in Gegensatz zu den USA, meist mit den Speziea Borrelia afzelli und Borrelia garinii. Gegen die wird aber gar nicht geimpft, sondern nur gegen die seltener vorkommende Spezies Borrelia burgdorferi sensu stricto. In manchen Teilen Deutschlands tritt Borrelia burgdorferi sensu stricto überhaupt nicht auf. D.h. gegen die Borrelien, die in Europa von Zecken meistens übertragen werden, schützt der verwendete Borreliose-Impfstoff überhaupt nicht.
Da es sich bei den europäischen Borreliose-Impfstoffen um Ganzkeim-Vakzine handel, sind diese besonders nebenwirkungsträchtig. Es kann bei ihnen häufiger als bei anderen Impfstoffen zu schweren Nebenwirkungen (Allergien, Epilepsie, arthritisähnliche Zustände etc.) kommen.
Der Bundesverband der praktizierenden Tierärzte empfiehlt, Hunde nur dann gegen Borreliose zu impfen wenn sie bis dato noch keine Infektion mit Borellien durchgemacht haben. D.h. vor einer Impfung wäre erst mal eine Titerbestimmung zu machen. Hier mal ein Zitat von Prof. Dr. Roland Friedrich, dem ehemaligen Direktor der Mikrobiologischen und Virologischen Abteilung an der Medizinischen Universität in Giessen: "Es besteht der Verdacht, dass Hunde, die mit Borrelien infiziert, aber nicht erkrankt sind, nach einer Impfung erkranken können. Hierfür wird eine sog. molekulare Mimikry verantwortlich gemacht, die dazu führt, dass sich die gebildeten Antikörper gegen körpereigene Strukturen richten. Um diese Gefahr zu reduzieren, sollte keinesfalls in der Zeckensaison geimpft werden. Außerdem muss sichergestellt sein, dass die zu impfenden Tiere bisher von Borrelien nicht infiziert worden sind - also keine Impfung ohne vorherigen Nachweis, dass keine Borrelien-Antikörper vorhanden sind."
Den ganzen Artikel findest Du unter: http://www.hundezeitung.de/medizin2/zeckenimpfung.html
Grüße
Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain
Beiträge: 145
Themen: 17
Registriert seit: Oct 2009
Hi Antje,
danke für deinen ausführlichen Bericht. Aber bevor ich so eine Impfung machen lasse, informiere ich mich auch ausführlich und auch mein vorheriger Hunde wurde regelmäßige dagegen geimpft. Es gab nie Probleme. Ich habe mich für diese Impfung entschieden. Wie es jeder andere tut, ist ihm überlassen.
Also wartest du auch nur 3 - 4 Tage. So halte ich es normalerweise auch. Mein TA meinte nur, optimal wären 7 - 10 Tage. Darum wollte ich mich einfach erkundigen, wie ihr das handhabt.
Beiträge: 4.652
Themen: 65
Registriert seit: Sep 2006
Hallo Yve,
natürlich muss jeder Hundehalter selbst entscheiden gegen was er seinen Hund impfen läßt. Nur leider ist die Information in Bezug auf Impfungen und deren Nutzen/Risiken durch die Tierärzteschaft oft mangelhaft. Obwohl die Impfstoffhersteller die notwendigen Informationen dafür geben.
Mir ist z.B. noch kein Tierarzt in Deutschland begegnet, der ein 6-monatiges Impfintervall für Leptospirose empfiehlt, so wie es Impfstoffhersteller im Impfstoffbeipackzettel angeben für Hunde, bei denen die Gefahr besteht dass sie sich mit Leptospiren infizieren könnten. Vielmehr gehen sogar viele Tierärzte davon aus, dass Hunde, die gegen Leptospirose geimpft werden, sich damit nicht infizieren können. Was in zweifacher Hinsicht nicht stimmt. Denn diese Impfung bezieht sich nur auf zwei Wilderregerstämme, obwohl es sehr viel mehr davon gibt. Und auch bei diesen beiden Stämmen verhindert sie die Infektion nicht, lediglich die Sympotme sind lt. Beipackzettel bei einer Infektion verringert. Trotzdem ist ein häufiges Argument der Tierärzteschaft pro Leptospirose-Impfung, dass diese Erkrankung vom Hund auf den Menschen übertragen werden kann und die Hunde deswegen dagegen geimpft weden müssen, um sich nicht damit zu infizieren und den Erreger dann auf den Hundehalter zu übertragen. Vielmehr ist es aufgrund des Herstellungsprozesses dieser Impfung sogar so, dass Hunde nach einer Impfung lebende Impferreger ausscheiden können, die durchaus infektionsfähig sein können.
Ein anderes Beispiel für Fehlinformationen in Bezug auf Impfungen ist Tetanus: Nicht wenige Tierärzte bestreiten dass Hunde daran erkranken können (das geht in manchen Fällen sogar so weit dass sie tetanuserkrankte Hunde unbehandelt wieder nach Hause schicken), andere geben auf Nachfragen von Hundehaltern hin die Antwort, es gäbe für Hunde keinen Impfstoff etc.
Aber auch über die üblichen Impfungen informieren Tierärzte die Tierhalter oft wissend oder unwissend falsch. So gibt es z.B. Tierärzte, die behaupten einen älteren Hund können man nicht mehr auf ein 3-jähriges Impfintervall bei der Tollwutimpfung umstellen, was natürlich ein völliger Blödsinn ist. Und mangels anderer Informationsquellen glauben die Leute so einen Quatsch dann oft.
In Bezug auf die Borrelioseimpfung sind heute viele Tierärzte zu Glück recht kritisch und empfehlen zumindest eine vorherige Titerbestimmung. Denn die Folgen, in einen bereits bestehenden Titer hineinzuimpfen, können gerade bei dieser Impfung fatal sein. Ein Ausbruch der Erkrankung ist dann noch eines der geringsten Übel.
Es schadet natürlich nicht nach einer Impfung dem Hund 7 bis 10 Tage lang keinen Stress bzw. körperliche Anstrengungen zuzumuten. Wenn meine Hunde symptomfrei und gut drauf sind, dann arbeite ich oft nach 4 bis 5 Tagen wieder mit ihnen. Aber gegen Borreliose lasse ich nicht impfen, und diese Impfung ist nachweislich die mit den meisten Nebenwirkungen. Wenn ich so eine Impfung aus irgend einem Grund geben müßte, würde ich den Hund danach vermutlich eher für 14 Tage in Ruhe lassen als nur für 5 Tage.
Grüße
Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain
Hallo,
kann Antje in allen Punkten nur zustimmen!
Habe mir eine solche Impfung für meinen Hund auch mal "aufschwatzen" lassen. Irgendwann habe ich mich dann mal selber informiert. Was mich dann zu einem ausgesprochenen Gegner dieser Imfpung gemacht hat, war die Tatsache, dass man nur gegen eine von drei Borrelien-Arten impfen lassen kann, und das ist dann ausgerechnet auch noch eine Spezies, die eher selten vorkommt. Darauf musste ich meine damalige Tierärtzin dann auch erst noch aufmerksam machen. Ob sie es nicht gewußt oder bewußt verschwiegen hat lasse ich mal dahingestellt. Schließlich gehören Imfpungen zu den Haupteinnahmequellen für Tierärzte. Und die Borreliose-Impfung ist sehr teuer!
Also, ich kann auch nur jedem von dieser Impfung abraten. Lieber das Geld in eine gute Zeckenabwehr investieren.
Gruß
Kirsten
Beiträge: 1.778
Themen: 26
Registriert seit: Sep 2006
Hi,
ich habe zweimal in meinem Leben einen Hund gegen Borreliose impfen lassen - das erste und das letzte Mal. Der Hund hat danach eine Autoimmunerkrankung entwickelt. Er bildete Antikörper gegen die eigenen Schleimhäute und ich mußte ihn schwersten Herzens mit nicht einmal fünf Jahren gehen lassen!
Erst im Nachhinein habe ich dann erfahren (von einem Humanmediziner...), dass es sich damals um einen nur wenig modifizierten Impfstoff handelte, der in den USA für Menschen verwendet wurde und der dort vom Markt genommen wurde, weil er etliche Fälle von Wegener-Granulomatose (eine Autoimmunerkrankung..) zur Folge hatte.
Hinterher ist man immer schlauer...
Und wenn man dann noch weiß, dass der passende Erregerstamm hier überaus selten ist - dann nimmt man erst recht Abstand.
Ich halte es für recht schockierend, wie leichtfertig viele unserer Tierärzte mit der Gesundheit unserer Hunde umgehen.
LG
Bine
Beiträge: 4.652
Themen: 65
Registriert seit: Sep 2006
Bei dem Borrelioseimpfstoff für Hunde handelt es sich nicht um ein Produkt welches von vorne herein für Hunde entwickelt wurde, sondern der war ursprünglich für den Humanbereich gedacht. Der dann aber aufgrund magelnder Schutzwirkung bzw. zu hoher Risiken nicht für den Menschen zugelassen wurde. Betrifft den Lepto-Impfstoff übrigens genau so.
Grüße
Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain
Beiträge: 57
Themen: 6
Registriert seit: Sep 2006
Hallo,
auch ich habe vor vielen Jahren meinen beiden Hündinnen (im Jahre 1999) gegen Borreliose impfen lassen.
Bereits nach der ersten Impfung (es sollten ja eigentlich zwei Impfungen sein um den richtigen Schutz zu erhalten) haben beide Hündinnen starke Zwischenblutungen bekommen.
Die Jüngere der Beiden ist zudem zusätzlich sehr schwer erkrankt (um es kurz zu machen: sie hatte auf einmal über 35 000 Leukozyten etc.). Ich habe (damals) Hunderte von DM bezahlt, die Hündin wurde vollgepumpt mit Antibiotika (das Ganze ging über Wochen), um sie wieder fit zu bekommen.
Ich rief bei der Firma an, von denen der Impfstoff kam und diese sagte mir: (logischerweise, wer könnte es ihnen verdenken, sie verdienen natürlich an dem Impfstoff!), "daß dies sicherlich nichts mit der Impfung zu tun haben könnte".
Dann habe ich mich mit einem Institut für Laboruntersuchungen für Tiere in München in Verbindung gesetzt und dieses sagte mir folgendes am Telefon: "wir wünschten uns, daß der Impfstoff so schnell als möglich vom Markt genommen wird, da er unsere Hunde nur krank macht!"
Gleichzeitig teilte mir dieses Institut mit: daß es denselben Impfstoff bereits für den Menschen gegeben hat, allerdings wegen diverser Nebenwirkungen vom Markt genommen wurde! Auch wurde mir gesagt, daß der/unser Hund als "Versuchskaninchen" herhalten müsste, um den richtigen Impfstoff für den Menschen zu finden.
Die zweite Impfung habe ich erst garnicht mehr machen lassen.
Inzwischen haben wir das Jahr 2010 und noch immer gibt es keinen Impfstoff gegen Borreliose für den Menschen.
Warum???
Dies war die einzigste und letzte Borrelioseimpfung die ich bei meinen Hunden machen ließ.
Ich kenne auch einige Tierärzte, welche diese Impfung ablehnen und sie in ihrer Praxis erst garnicht anbieten (und daß, obwohl sie damit Geld verdienen könnten!).
Meine Hunde tragen schon seit mindestens 18 Jahren Jahren weder Zeckenhalsbänder, noch bekommen sie diverse Tropfen (wie z.B. Expot oder dergl.) drauf geträufelt. Schon allein deshalb nicht, weil ich persönlich dieses Zeug nicht vertrage. Statt dessen gebe ich meinen Hunden (ab Februar-November) einmal monatlich 10 Globulis von der "Borrelia Nosode".
Sicherlich haben sie auch ab und an Zecken, allerdings haben sie davon noch niemals Borreliose und dergleichen bekommen.
Jedem ist es selbstverständlich selbst überlassen was er seinem Tier antut oder nicht.
Ich jedenfalls tu diese Impfung meinen Tieren nicht mehr an!!!
Grüße Juddel
"Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen."
Ernst R. Hauschka
|