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Waren die Hunde früher doch kranker????
#1
Hallo,

ea interessiert mich mal und ich wende mich an die "alten" Hundesportler - waren die Hunde früher genauso oder vielleicht noch kranker?

Ich habe das Interview im DSH Spezial mit F. Biehler gelesen, der meinte, das seine Hunde auch krank gewesen sind, nur man hätte die Krankheiten nicht beim Namen genannt.
Sie waren halt steif, humpelten oder hatten aufgetriebene Ellenbogengelenke.
Ich habe das schon mal von einem HF gehört, der vor 50 Jahren geführt hat.
Nichts desto trotz ist heute jeder kranke Hund einer zuviel, aber sehen wir die Gesundheit der vergangenen Hundegenerationen nicht etwas verklärt - nach dem Motto sowas gabs früher nicht?

Viele Grüße Hillu
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#2
Was bedeutet denn für dich "früher"??
Zu Beginn seiner Erfolgsgeschichte war der DSH sicherlich robuster, gesünder und noch weitgehend frei von Erbkrankheiten. Die genetischen Engpässe zweier Weltkriege, die Abschaffung körperlich belastender Teilübungen in der UO, die teils recht enge Zucht und das langsame Einsetzen der Hochzucht haben dieses Bild in den 60 er/70 er Jahren dann aber sukzessive (zum Negativen) verändert. Dass HD zu dieser Zeit mangels eines gezielten und effektiven Bekämpfungsverfahrens ein weitaus größeres Gesundheitsproblem als heute war wissen wir ja alle. Ich meine mich an eine Aussage von Biehler erinnern zu können, dass damals 8 von 10 Hunden HD hatten!
Da die Tiermedizin in den letzten Jahrzehnten immense Fortschritte insbesondere auch im Bereich der Diagnostik gemacht hat, könnte ich mir vorstellen, dass vor 20, 30 Jahre so mancher Sporthund Symptome von Rücken- oder Elbogenerkrankungen zeigte, diese aber eben nicht richtig gedeutet und behandelt wurden. In dem von dir angesprochenen Interview macht Biehler ja auch Andeutungen in diese Richtung.

Letzlich bin ich aber noch nicht "alt" und erfahren genug, um dies abschließend beurteilen zu können. :w: Auch mich würden daher die Aussagen derjenigen interessieren, die sich schon länger mit Sport und Zucht des DSH beschäftigen! Auch würde mich interessieren, welche Gründe ihr für die Veränderung (sei es Verschlecherung, sei es Verbesserung) des Gesundheitszustandes des DSH seht.


LG
Nina
All great dogs, like all great men work because they have to, but because they want to action is their chief medium of happiness.
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#3
Hallo,

ich meine mit früher die Wettkampfzeiten, an denen die älteren Hundesportler - an Jahren und an Erfahrung - beteiligt waren, also ca. 30 Jahre zurück.
Vor allen Dingen in Ost und West!
Es würden mich die Aussagen über die Leistungsfähigkeit ihrer damaligen Hunde sehr interessieren.

Viele Grüße Hillu
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#4
Friedrich Biehler hat sicherlich Recht. Doch es gibt innerhalb des SV keine genauen Zahlen, weil schlichtweg die Informationen fehlen. Anders sieht dies in der DDR aus, dort bestand ein sehr transparentes Informationssystem . Zudem konnte man in der DDR bedingt durch die Überprüfung der Nachkommen auf umfangreiches Informationsmaterial zurückgreifen. Um dies nachvollziehen zu können empfehle ich allen das Buch von Werner Dalm, dies gibt sehr aufschlussreiche Informationen zum Thema Schäferhund Ost und Schäferhund West. Ein SV Mitglied das dieses Buch schon gelesen hat, hat mir gesagt :" Nach der Lektüre dieses Buches muss ich mich schämen Mitglied in diesem SV zu sein."

Leider sind diese Informationen über die DDR Zucht nicht mehr so greifbar, sie verstauben in den Archiven des SV . Selbst Leonhard Schweikert musste, um die Informationen für die Mutterlinien der Schäferhundezucht zu erarbeiten auf Leute wie Herrn Wolkenstein zurückgreifen, um an wertvolle Informationen zu kommen.

Darauf zu schliessen das die Hunde zu Zeiten von Stephanitz gesünder waren, halte ich leider für etwas weithergeholt. Die Einstellung zum Hund war damals anders,und die Diagnostik war noch nicht vorhanden, doch gesünder waren die Hunde damals nicht. Es gibt eher gegenteilige Aussagen, schon vor über 20 Jahren sagte mir ein alter Züchter das die Hunde heute durchschnittlich länger leben als zu seinen Anfängen in den 20'er Jahren.

Aussagen über die Unterschiede West Ost halte ich für unproduktiv. Es gab in Ost wie West Leistungs und Schaulinien, doch die Schaulinien Ost waren wesentlich brauchbarer als die Schaulinien West. Doch einige Leistungszüchter West hatten nach der Wende nichts besseres zu tun, um zu den Schauhunden Ost zu rennen. Der Glaube das es in der DDR nur Leistungszucht gegeben hat hat viele fehlgeleitet. Die DDR Leistungslinien stellen auch heute noch einen grossen Prozentsatz an Teilnehmern an der BSP , dazu gehören die Linien 11D und 13A.
Linientypysche Eigenschaften der Linie 11 D waren:
Vorzüge : Aggressionsbetonte Hunde
Nachteile : Pigment

Linientypische Eigenschaften der Linie 13 A waren:
Vorzüge : Vitalität,Temperament, wenig Haar und Hodenmängel, Intelligenz .
Mängel: grosse Ohren, Zahnfehler, Langer Rücken.
"Wer das tut, was jeder tut,bekommt auch nur das,was jeder bekommt. -und dass ist das, was keiner will."
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