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Das AUS-Problem
#1
Hallo

folgender Fall:

Der Rüde ist 5 Jahre, die HF hat schon 30 Jahre Erfahrung auch Meisterschaften. Aber bevor nicht (mehr) Wissen nun zu „Gewalt“ führt, soll ich die Frage ins Internet stellen:

Bis der Hund 2 Jahre war, war das Aus kein Problem. Hund ist extremer Beutehund, Mühe mit Triebwechseln, er ist insgesamt nicht sehr flexibel – es braucht lang bis irgendwas im Kopf ist – aber dann ist es gut. Verbellen war ein Problem: wurde nach vielem Hin und Her über Vereinsamung und Reizen aufgebaut mit dem Nebeneffekt, dass der Hund dann mit dem SD-Helfer einen echten Kampf ausfocht: Unstabil, Problem mit dem Aus, Belästigen.

Seit anderthalben Jahr wird Sicherheit vor dem Helfer und UO geübt, beim alten Helfer allerdings geht er in das alte Muster zurück (Kampf).

  • Früher:
    Aus mit Korrekturen: Stacheler oder manuell – fördert seine Unsicherheit/ Kampf vor dem Helfer, deshalb wurde als Option fallengelassen.
  • Dann:
    Sicherheit vor dem Helfer: Aus mit neuem Anbiss bestätigt --> macht ihn zu selbstständig.
    Aus mit verbalem Druck vom HF --> er wartet darauf und widersetzt sich ab und an
    Aus mit Beute Tausch bestätigt à er entscheidet welche Beute er lieber will
    Lange Pause (3 Monate)!
  • Mit zwei Helfern haben wir auch schon probiert.
    Der letzte (erfolgloser) Versuch war wenn kein Aus kam, hat Helfer die Beute dem Hund überlassen und HF steht mit dem Hund und blockiert ihn, dass er nicht weg kann, sich legen kann oder herumschauen kann, bis er los lässt und danach kam Helfer wieder zum weiter Beute machen..(langweilig machen).
Keine Option hat zu einem zuverlässigen Erfolg geführt. Sobald man dachte er hat’s kapiert, hat er kein Aus gezeigt.

Das Aus ist nicht Maul auf und raus, sondern er arbeitet sich aus der Beute raus, er stösst sie von sich weg, macht wieder leicht zu, stösst sie weg.

Hat jemand noch eine Idee?

Ihre Erklärung war: einerseits ist er ein Beutehund und rettet sich in die Beute bei Konflikten wie ein Alkoholiker in den Alkohol, zum anderen – wenn der Helfer lieb ist, ist der Hund einfach frech?

Noch eins: die meisten hätten den Hund nie ausgebildet eben weil er `ne harte Nuss zum Ausbilden ist. Ihr Ziel ist es, einen solchen Hund nun trotzdem bis in Klasse 3 zu führen.

Gruss
Nicole
Nicole & Paros & Puschka
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#2
Beachte mal in welcher Richtung die erfolglosen Einwirkungen alle gerichtet waren, vom Helfer weg. Man macht so dem Hund ja die Beute streitig , wodurch man ihn mit der Einwirkung nach vorne treibt. Man kann auch den Zwang zum Helfer arbeiten, hierbei richtet man die Einwirkung auf den Helfer zu. Das heisst Komando Aus und lässt der Hund nicht aus kommt ein Leinenruck Richtung Helfer. Also man zieht ihn nicht vom Helfer weg sondern in den Helfer hinein. Dies Methode wird anfänglich auch ein gewisses Mass an Verunsicherung verursachen, doch wenn der Hund auf Komando auslässt, und eine Einwirkung dadurch ausbleibt, wird die Sicherheit sehr schnell zurückkehren.
"Wer das tut, was jeder tut,bekommt auch nur das,was jeder bekommt. -und dass ist das, was keiner will."
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#3
Moin,

ich stimme Roland zu. Zur Not könnte man ja noch das Hilfsabitur (Aus - Platz) mit einbauen. Ich persönliche finde es zwar nicht so schön, wenn der Hund nach dem Aus ins Platz geht. Aber bevor mit dem Hund keine Prüfungen gemacht werden können, warum denn nicht. Aber auch da würde ich den Hund in den Helfer arbeiten. Bewährt hat sich bei der Ausbildung unserer Diensthunde, die Aus-Platz machen sollen, wenn man mit einer langen Leine arbeitet, die sich zwischen den Beinen des Helfers befindet, damit eine weitere Person dann in Richtung des Helfers einwirken kann.

Gruß

Micha
Wenn ein Hund dabei ist, werden die Menschen gleich menschlicher. (Hubert Ries)
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#4
Ich kann roland und DSH-Hero nur zustimmen wir haben das gerade bei meiner Hündin auch gemacht und siehe da es geht vom Helfer weg ist für viele Hunde scheiße.Aber die dritte Person muß aber einer sein der seine arbeit versteht
Gruß Marko



www.wegborn.com




Was nützen die Zähne vom Hund im Ärmel
wenn der Halter kein Arsch in der Hose hat
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#5
Hallo zusammen,

ich bin kein Spezialist !-

unsere Hündin wollte auch nicht raus aus dem Ärmel und war beim Stellen und Verbellen immer unsauber - "frech" - beim Aus knabberte sie sich raus -

wir haben dann so gearbeitet: ich hoffe ich brings einigermaßen verständlich rüber..

beim Stellen und Verbellen unsauber - knabbern rein usw. -

Helfer läßt den Ärmel fallen - bricht die Übung ab - und ich bin an der Leine - rufe bestimmt "Platz" und zupf sie in Richtung Ärmel mit "Pfui ist das" - ich mach ihr hierbei richtig Streß

dann kurze Pause / Ruhe - ein Anbiss - dann beim Aus das gleiche - ich bin an der Leine mit Stachel neben dran - läßt sie nicht aus oder knabbert -

fällt der Ärmel zu Boden und ich zupfe sie in Platz mit hartem Kommando "Aus - Pfui ist das" - wieder in Richtung Ärmel -

so lernt sie, daß wenn die Übung abgebrochen wird, der Streß enorm zunimmt -

die Übung geht nur dann, wenn der Hund auch weiß was Schwarz und Weiß ist...

bei meiner hatt`s bis jetzt so geklappt -



Tschüssi :pf:

Liane
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#6
Hi,

zum Auslassen gibts ja nun schon ne Menge hier zu lesen. Ich halte es nach wie vor für falsch, dem Hund über Wochen das Beißen zu lehren, um ihm dann zu zeigen, wann man das nicht darf.

Diese Arbeitsweisen führen zu einer Spirale, die darin endet, dass der "Gute" sich auch stärkeren Einwirkungen widersetzt oder aber sein Nervenkostüm nicht mehr mitmacht und die Griffe schlechter werden.

Wenn der Hund von klein auf diese Übung verstanden hat, gibts da meist keine Probleme. In dem Fall hier würde ich nochmal ganz klein anfangen. Denn ein Hund, den man ständig zum Auslassen zwingen muss ist keine Freude, sondern Stress für alle Beteiligten.

Gruß
Martin
Den Charakter eines Menschen kann man danach beurteilen, welche Behandlung er seinen Tieren angedeihen lässt.
(Friedrich der Große)
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#7
martin,index.php?page=Thread&postID=41063#post41063' schrieb:Wenn der Hund von klein auf diese Übung verstanden hat, gibts da meist keine Probleme. In dem Fall hier würde ich nochmal ganz klein anfangen. Denn ein Hund, den man ständig zum Auslassen zwingen muss ist keine Freude, sondern Stress für alle Beteiligten.

Gruß Martin
Hallo Martin,

grundsätzlich hast du vollkommen recht. In der Schutzdienstausbildung sollte man von Beginn an darauf achten, dass der Hund lernt, die Ausphasen aktiv zu erlernen und entsprechend aktiv zu gestalten, z.B. gespannte Aufmerksamkeit (stumm od. laut) od. aufmerksames Treiben.

Da ich dich jedoch lange genug kenne, weiß ich auch, dass du weißt, dass es gelegentlich Hunde gibt, die sich trotz der sorgfältigsten Vorbereitung über das erlernte Verhalten hinwegsetzen. Ist schon klar,das sind nur ganz wenige, und du schreibst deshalb ja auch "meist", aber man sollte einfach nicht übersehen, dass es halt auch Hunde gibt, die sich ab und zu einmal über das Erlernte hinwegsetzen, auch gegen härteste Widerstände, und das nicht nur im SD.

Und gerade bei solchen Hunden gilt es besonders sorgfältig an dem Problem zu arbeiten, wie du richtig sagst, lieber ein paar Schritte zurückzugehen und das erwünschte Verhalten neu aufzubauen. Meist kann man ja auf schon vorhandenes Können aufbauen. Das muss man herausfinden, und dann dauert es halt ein paar Übungseinheiten, um wieder auf den alten erwünschten Stand zu kommen.

Servus Walter
Meine Hunde blieben mir im Sturme treu
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#8
happynic,index.php?page=Thread&postID=40909#post40909' schrieb:Das Aus ist nicht Maul auf und raus, sondern er arbeitet sich aus der Beute raus, er stösst sie von sich weg, macht wieder leicht zu, stösst sie weg.

Ich denke,das hier ein Grundübel ist,der Hund hat keine Sicherheit vor dem Helfer gelernt.Deshalb glaube ich auch nicht,das man über Einwirkung in den Helfer grundsätzliche Erfolge erzielt.
Ich würde versuchen,über konsequente Arbeit vor dem Helfer in kleinen Schritten dem Hund sichere Verhaltensweisen zu vermitteln,anbiss und Beute vom Platz zum Schluß.
Mein Alter hatte auch gerne diese Anwandlungen,wenn er anfing,abzudrehen.Bloß keinen manuellen Zwang,dann geht gar nix mehr.
Das Hirn ist keine Seife - es wird nicht weniger, wenn man es benutzt!

(Hinweis: Die Signatur ist wie eine Visitenkarte: Sie dient der selbstdarstellenden Information über den Autor - nicht der Beurteilung des Lesers)
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#9
Hallo

vielen Dank für alle Gedanken! Ich habe mit der HF in die Vorschläge, auch die als PN kamen weitergeleitet:
--> Der Zug in den Ärmel herein durch den Helfer wurde schon versucht, durch einen sehr guten und erfahrenen Helfer. Leider ohne dauerhaften Erfolg und auch hier geht der Hund in ein wehren /Aggression gegen den Helfer.
--> Mineralwasser und Platz / Aus ist das Gleiche.
--> die Probleme mit dem AUS kamen erst mit der Unsicherheit VOR und MIT dem Helfer - nach dem Einwirken beim Verbellenaufbau.
--> Odin, der Hund, setzt alle Einwirkungen vom Helfer mit Aggression / Wehr gegen den Helfer um. In solchen Fällen kann die HF Odin nicht kontrollieren, er widersetzt sich ihr.
--> Odin nimmt sie nicht an, er empfindet ihre Führung als lästig. Sie denkt auch an einen (zeitlich begrenzten) Führerwechsel. Aber was kommt danach?
-->zB hat sie das Platz im Voran mit Futter und Sturheit (warten bis er runter geht, erst dann kommt das Futter oder er geht hungrig in den Zwinger) erledigt - seitdem ist das ok
Sie selbst sieht nur eine Chance mit überlisten, nicht mit Einwirkungen vom Helfer oder ihr; siehofft auf weitere super Vorschläge / Gedanken!

LG
Nicole
Nicole & Paros & Puschka
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#10
Hallo Walter - da kann ich wieder mal nur zustimmen. Ich kenne da auch so ein Exemplar - da ging am Schluß gar nix mehr. Solche Probs kann man aber, denke ich jedenfalls, nur mit erfahrenen Leuten im Training lösen. Schön, mal wieder was von Dir zu lesen.

Und Heinz - isnichwar ;-))

Hallo happynic - wenn das der Odin ist, den ich meine, hab ich nen Bruder davon. Schreib mir mal per PN den "Familiennamen" bitte. Mein Orbit lässt mittlerweile sauber aus und gibt dann Gas. Und wenn das so sein sollte, ist der Heinz mit seiner Meinung schon ziemlich nahe dran - Respekt.

Gruß
Martin
Den Charakter eines Menschen kann man danach beurteilen, welche Behandlung er seinen Tieren angedeihen lässt.
(Friedrich der Große)
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