Hallo Jere,
Rückenprobleme beim DSH gibt es nicht erst seit heute. Nur weiß man heute, im Gegensatz zur Vergangenheit, etwas über die diesbezüglichen Erkrankungen, und wir sind wir heute sehr viel sensibilisierter in dieser Hinsicht. Was ja auch gut ist. Man muß dabei nur aufpassen, wo man beginnt das Kind mit dem Bade auszuschütten.
Zitat:Original von Jere
An wen wendet man sich denn da um den Hund und die Zuchtlinien begutachten zu lassen?
Das ist in der Tat etwas schwierig, denn einen konkreten Ansprechpartner gibt es nicht. Wenn Du einen bestimmten Hund, den Du evtl. kaufen möchtest, im Auge hast, dann schau Dir zuerst die Elterntiere und die Großeltern gut an. Ich persönlich würde Hunde favorisieren, bei denen Eltern und Großeltern den HD-Befund "normal" besitzen. Denn Erkrankungen, welche die Ausbildung der Hüftgelenke betreffen, betreffen nicht selten auch die der anderen großen und kleineren Gelenke im Körper. Zudem wäre mir wichtig, daß die Elterntiere bereits einen ED-Befund besitzen, der ebenfalls "normal" lauten sollte.
Ein weiterer Punkt für mich wäre Panostitis (= die sog. "Wachstumsstörungen"). Zwar heilt diese Erkrankung aus, wenn der Hund ausgewachsen ist. Aber bedingt durch die zeitweiligen Schmerzen nimmt er im Wachstum oft eine Schonhaltung ein, wodurch der Skelettapparat in nicht von der Natur vorgegebener Form belastet wird. Dadurch bedingte Schäden am Skelettapparat können die Folge sein.
Dann erkundige Dich über das Alter und die Vitalität der Eltern und Großeltern des Hundes, auch bei deren Wurf-/Voll-/Halbgeschwistern. Es gibt Hunde, die in höherem Alter noch ihre volle Leistungsfähigkeit bewiesen haben bzw. nachweislich sehr gesunde, vitale und lang leistungsfähige Nachkommen gebracht haben. Es ist kein Schaden, wenn sich solche Hunde bzw. ihre Geschwister in einer Ahnentafel wiederfinden.
Wenn Du Dich eine Weile mit diesem Thema beschäftigst, wirst Du auf Hunde stoßen, die eine überdurchschnittlich vitale Nachzucht gebracht und die Leistungszucht damit sehr positiv beeinflußt haben. Z.B. den Aly vom Vordersteinwald. Neben zahlreichen anderen BSP- und WM-Teilnehmern hat er z.B. folgende direkte Nachkommen gebracht:
Kalle Welzbachtal (u.a. 6 x BSP und 3 x WUSV, lief noch mit 9 Jahren in der Leistungsspitze), Groll Schindergraben (u.a. 6 x dhv-DM, das letzte Mal im 10. Lebensjahr), Quaste Ankenrütt (u.a. 4 x BSP und 1 x WUSV; Quaste hat drei Würfe gebracht, aus welchen in diesem Jahr vier Hunde auf der BSP waren und einer auf der WM), Ero Armannsberg (u.a. 4 x BSP), Enno Ausrelienborn (u.a. 4 x BSP), Basko Vorderlintal (u.a. 4 x BSP). Zudem hat Aly über seine Tochter Mazurka du Val des Hurles Vent und deren Sohn Obelix du val des Hurles vent die Ringsportlinien der französischen DSH-Zucht relativ stark beeinflußt.
Der Aly soll jetzt nur ein Beispiel sein. Er hat viel gedeckt und demzufolge auch eine große Zahl an Nachkommen. Sein HD-Zuchtwert von 66 deutet dabei aber auf eine sehr positive HD-Bilanz unter seinen Nachkommen hin (je mehr Nachkommen ein Hund hat, desto häufiger werden auch schlechte HD-Befunde der Nachkommen eingereicht, bei einer niedrigen Anzahl von Nachkommen läßt es sich leichter beeinflussen, daß die schlechten Befunde nicht eingereicht werden). Es gibt auch andere Zuchttiere, die die Zucht genau so positiv beeinflußt, aber weniger Nachkommen haben. Da muß man dann im einzelnen bei jedem Hund nachforschen, wie vital, langlebig und leistungsfähig die Nachkommen waren. Was allerdings leichter ist, wenn es nicht so viele Nachkommen gibt.
Es bedeutet also ein wenig Arbeit, sich mit der Materie zu beschäftigen. Was sich heutzutage allerdings durch die diversen Internetangebote leichter bewerkstelligen läßt.
Zitat:Original von Jere
Röntgen macht der TA...und das Zahlen werde ich wohl übernehemen müssen. Was kostet mich das denn? Hüfte+ Wirbelsäule ....
Richtig, das mußt Du zahlen. Bei Pferdekäufen sind solche sog. "Ankaufsuntersuchungen", die der Käufer zahlt, generell üblich. Es ist nämlich ein kleinerer finazieller Verlust als ein krankes Tier zu erwerben, welches früher oder später nicht für den Zweck zu gebrauchen ist, für welchen es angeschafft wurde bzw. obendrein vielleicht später noch hohe Tierarztkosten verursacht.
Ich habe vor ein paar Wochen in der VetKlinik in Gießen für's Vorröntgen (Hüfte und Ellenbogen) ohne Narkose 49,98 Euro gezahlt. Der Rücken wird dort im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie derzeit kostenlos mitgeröngt. Hauptröntgen (= inkl. Narkose) kostet dort um die 120 Euro. Das ist der einfache Satz der tierärztlichen Gebührenverordnung. Mancher Tierarzt berechnet den anderthalbfachen oder gar doppelten Satz. Da solltest Du Dich vorher erkundigen.
Ich würde bezüglich solch einer Untersuchung aber auf jeden Fall zu einem Tierarzt gehen, der wirklich gut röntgen kann und sich auch mit DSHs bzw. anderen Rassen, die im SchH-Sport oder Dienst geführt werden, auskennt
Grüße
Antje