Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Lange Freude am gesunden DSH?
#1
Hallo zusammen,

ich lese immer häufiger von HD und Spondylose beim DSH...
Ist es denn wircklich so schwer einen DSH zu bekommen der länger als 6 Jahre von den typischen Erkrankungen verschont bleibt? Ich möchte gerne einen Begleiter und nicht einen den ich begleiten muss...und ständig zum TA muss.

Das hatte ich schon mit meinem Berner-Rüden der mit 4 an Krebs gestorben ist.

Man liest auch öfter das HF vom DSH zum Mali wechseln...auch wegen der Gesundheit...

Macht man denn evtl. was falsch bei der Wahl des DSH?

...oder kann man durch Kauf eines 1- 2 Jahre alten Hundes wie ich es vorhabe schon was an Erkrankungen ausschließen wie es ja auch bei HD geht?

Vieleicht kann mich mal einer beruhigen keinen Fehler zu machen.
Zitieren
#2
Hallo Jere,

wenn Du Dich zwischen DSH und Malinois entscheiden möchtest, solltest Du das nicht abhängig machen von der angeblichen durchschnittlichen Gesundheit der beiden Rassen. Zum einen gibt es nicht nur kranke DSHs und gesunde Malis, sondern auch kranke Malis und gesunde DSHs. Zum anderen ist ein DSH vom Wesen her etwas anderes als ein Boxer, Dobermann oder auch Malinois. Einen Malinois solltest Du wählen, wenn Du mit den mentalen Eingenschaften dieser Rasse gut zurecht kommst, Dir diese Rasse gut gefällt. Kommst Du eher mit den Eigenschaften klar, die ein DSH zu bieten hat, dann wähle lieber einen DSH.

Egal ob bei Malinois oder DSH, Du mußt genau aufpassen aus welchen Linien und von welchem Züchter Du Deinen Hund kaufst. Es gibt überall Zuchtlinien mit Hunden, die gesund alt werden und lange arbeiten. Aber auch überall Zuchtlinien, in denen Hunde früh chronisch krank werden oder früh versterben.

Beim DSH kann es u.a. Probleme geben durch das Cauda equina-Syndrom (CES), das ist richtig. Spondylose sehe ich weniger als ein DSH-Problem an, das hast Du genetisch bedingt eher beim Boxer. Darüber hinaus können alle Rassen, auch der DSH, belastungsbedingt eine Spondylose bekommen. Diesbezüglich sehe ich kein größeres Risiko beim DSH als beim Dobermann, Rotweiler oder auch Malinois.

Das CES kann z.T. erblich bedingte Ursachen haben. Insofern ist es richtig, daß viele Züchter inzwischen nicht nur die Hüften und Ellenbogen ihrer Hunde röntgen lassen, sondern auch die Wirbelsäule. Und das nicht nur einmal, sondern durchaus auch im späteren Alter noch mal, wenn der Hund bereits einige Jahre Sport hinter sich gebracht hat. Hier würde ich einfach Hunde meiden aus Linien, in denen häufiger CES auftritt, und Hunde bevorzugen aus Linien, in denen CES selten auftritt.

Dabei muß man auch bedenken, daß heute, wo man weiß daß es das CES gibt, vielfach auch viele verletzungsbedingte Erkrankungen anhand ihrer Symptome von medizinischen Laien als CES bezeichnet werden. Z.B ein Hund springt nicht frei = schon wird ihm ein CES angedichtet. Dabei hat dieser Hund vielleicht ein ganze anderes Problem, welches nicht genetisch bedingt ist, sondern durch eine falsche Haltung oder einen falschen Einsatz im Sport verursacht wurde. Z.B sehe ich kaum einen Hundesportler seinen Hund vor dem Schutzdienst aufwärmen! Die Hunde liegen, auch im Winter, manchmal stundenlang in der Hundebox oder im Hänger, um von da ohne Aufwärmphase direkt zum Schutzdienst auf den Platz gebracht zu werden. Oder viele Hunde drehen sich beim Toben im Zwinger immer zur gleichen Seite. Daß es da dann irgendwann Probleme mit der Muskulatur gibt, über Verspannungen hin zu Muskulaturblockaden und Schonhaltungen (die dann wieder den Skelettapparat in unnatürlicher Weise belasten), ist nur eine Frage der Zeit und hat weniger mit genetischen Problemen zu tun als mit haltungs-/trainingsbedingten.

Wenn Du einen älteren Hund kaufen möchtest, würde ich diesen an Deiner Stelle vor dem Kauf von einem diesbezüglich wirklich erfahrenen Tierärzt röntgen lassen, auch im Rücken. Und ich würde mir die Blutlinien ganz genau ansehen, aus welchen dieser Hund kommt. Nicht nur die direkten, sondern auch die Seitenlinien (z.B. Geschwister der Großeltern etc.). Zudem solltest Du Dir, unabhängig von der Rasse, Gedanken machen über die Gesunderhaltung u.a. des Skelettapparates Deines Hundes. Da wird meiner Ansicht nach immer noch zu viel Schindluder getrieben. Weil man es schon immer so macht wie man es macht. Weil man sich nie wirkliche Gedanken darüber gemacht hat was man da eigentlich tut. Was nicht heißt den Hund in Watte zu packen. Aber ganz grobe Sünden sollte man halt unterlassen.

Grüße

Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
Zitieren
#3
Hi Antje,

danke für deine Antwort. Ich habe mich ja schon zum DSH entschieden. Was mir jetzt neu war ist das aufkommen des CES.

An wen wendet man sich denn da um den Hund und die Zuchtlinien begutachten zu lassen?

Röntgen macht der TA...und das Zahlen werde ich wohl übernehemen müssen. Was kostet mich das denn? Hüfte+ Wirbelsäule ...

Die genetischen Dispositionen der Linien muss mir doch ein anderer als der Verkäufer erklären um gut beraten zu sein...aber wer? Wo hat man eine Anlaufstelle?

Viele Fragen... aber wichtig für mich.
Zitieren
#4
Hallo Jere,

Rückenprobleme beim DSH gibt es nicht erst seit heute. Nur weiß man heute, im Gegensatz zur Vergangenheit, etwas über die diesbezüglichen Erkrankungen, und wir sind wir heute sehr viel sensibilisierter in dieser Hinsicht. Was ja auch gut ist. Man muß dabei nur aufpassen, wo man beginnt das Kind mit dem Bade auszuschütten.

Zitat:Original von Jere
An wen wendet man sich denn da um den Hund und die Zuchtlinien begutachten zu lassen?

Das ist in der Tat etwas schwierig, denn einen konkreten Ansprechpartner gibt es nicht. Wenn Du einen bestimmten Hund, den Du evtl. kaufen möchtest, im Auge hast, dann schau Dir zuerst die Elterntiere und die Großeltern gut an. Ich persönlich würde Hunde favorisieren, bei denen Eltern und Großeltern den HD-Befund "normal" besitzen. Denn Erkrankungen, welche die Ausbildung der Hüftgelenke betreffen, betreffen nicht selten auch die der anderen großen und kleineren Gelenke im Körper. Zudem wäre mir wichtig, daß die Elterntiere bereits einen ED-Befund besitzen, der ebenfalls "normal" lauten sollte.

Ein weiterer Punkt für mich wäre Panostitis (= die sog. "Wachstumsstörungen"). Zwar heilt diese Erkrankung aus, wenn der Hund ausgewachsen ist. Aber bedingt durch die zeitweiligen Schmerzen nimmt er im Wachstum oft eine Schonhaltung ein, wodurch der Skelettapparat in nicht von der Natur vorgegebener Form belastet wird. Dadurch bedingte Schäden am Skelettapparat können die Folge sein.

Dann erkundige Dich über das Alter und die Vitalität der Eltern und Großeltern des Hundes, auch bei deren Wurf-/Voll-/Halbgeschwistern. Es gibt Hunde, die in höherem Alter noch ihre volle Leistungsfähigkeit bewiesen haben bzw. nachweislich sehr gesunde, vitale und lang leistungsfähige Nachkommen gebracht haben. Es ist kein Schaden, wenn sich solche Hunde bzw. ihre Geschwister in einer Ahnentafel wiederfinden.

Wenn Du Dich eine Weile mit diesem Thema beschäftigst, wirst Du auf Hunde stoßen, die eine überdurchschnittlich vitale Nachzucht gebracht und die Leistungszucht damit sehr positiv beeinflußt haben. Z.B. den Aly vom Vordersteinwald. Neben zahlreichen anderen BSP- und WM-Teilnehmern hat er z.B. folgende direkte Nachkommen gebracht:

Kalle Welzbachtal (u.a. 6 x BSP und 3 x WUSV, lief noch mit 9 Jahren in der Leistungsspitze), Groll Schindergraben (u.a. 6 x dhv-DM, das letzte Mal im 10. Lebensjahr), Quaste Ankenrütt (u.a. 4 x BSP und 1 x WUSV; Quaste hat drei Würfe gebracht, aus welchen in diesem Jahr vier Hunde auf der BSP waren und einer auf der WM), Ero Armannsberg (u.a. 4 x BSP), Enno Ausrelienborn (u.a. 4 x BSP), Basko Vorderlintal (u.a. 4 x BSP). Zudem hat Aly über seine Tochter Mazurka du Val des Hurles Vent und deren Sohn Obelix du val des Hurles vent die Ringsportlinien der französischen DSH-Zucht relativ stark beeinflußt.

Der Aly soll jetzt nur ein Beispiel sein. Er hat viel gedeckt und demzufolge auch eine große Zahl an Nachkommen. Sein HD-Zuchtwert von 66 deutet dabei aber auf eine sehr positive HD-Bilanz unter seinen Nachkommen hin (je mehr Nachkommen ein Hund hat, desto häufiger werden auch schlechte HD-Befunde der Nachkommen eingereicht, bei einer niedrigen Anzahl von Nachkommen läßt es sich leichter beeinflussen, daß die schlechten Befunde nicht eingereicht werden). Es gibt auch andere Zuchttiere, die die Zucht genau so positiv beeinflußt, aber weniger Nachkommen haben. Da muß man dann im einzelnen bei jedem Hund nachforschen, wie vital, langlebig und leistungsfähig die Nachkommen waren. Was allerdings leichter ist, wenn es nicht so viele Nachkommen gibt.

Es bedeutet also ein wenig Arbeit, sich mit der Materie zu beschäftigen. Was sich heutzutage allerdings durch die diversen Internetangebote leichter bewerkstelligen läßt.

Zitat:Original von Jere
Röntgen macht der TA...und das Zahlen werde ich wohl übernehemen müssen. Was kostet mich das denn? Hüfte+ Wirbelsäule ....

Richtig, das mußt Du zahlen. Bei Pferdekäufen sind solche sog. "Ankaufsuntersuchungen", die der Käufer zahlt, generell üblich. Es ist nämlich ein kleinerer finazieller Verlust als ein krankes Tier zu erwerben, welches früher oder später nicht für den Zweck zu gebrauchen ist, für welchen es angeschafft wurde bzw. obendrein vielleicht später noch hohe Tierarztkosten verursacht.

Ich habe vor ein paar Wochen in der VetKlinik in Gießen für's Vorröntgen (Hüfte und Ellenbogen) ohne Narkose 49,98 Euro gezahlt. Der Rücken wird dort im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie derzeit kostenlos mitgeröngt. Hauptröntgen (= inkl. Narkose) kostet dort um die 120 Euro. Das ist der einfache Satz der tierärztlichen Gebührenverordnung. Mancher Tierarzt berechnet den anderthalbfachen oder gar doppelten Satz. Da solltest Du Dich vorher erkundigen.

Ich würde bezüglich solch einer Untersuchung aber auf jeden Fall zu einem Tierarzt gehen, der wirklich gut röntgen kann und sich auch mit DSHs bzw. anderen Rassen, die im SchH-Sport oder Dienst geführt werden, auskennt

Grüße

Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
Zitieren
#5
Danke das du dir die Zeit genommen hast mir auf den richtigen Weg zu helfen.

Mein letzten Hund habe ich auf Empfehlung gekauft und fertig...das war leicht und einfach.

Die Auswahl eines gesunden DSH ist da wohl schon schwerer. Auch wenn ich den Hund wohl nur in A und B bewegen möchte und auch keine hohen Ziele mit dem Hund verfolge.
Spaß für Hund und natürlich auch für mich hehe.

Habe hier das erstemal begriffen wie deutlich die Unterschiede sein müssen zwischen HZ und LZ.

Da es kein Mittelding gibt, werde ich wohl noch besser bei der Auswahl des Hundes aupassen müssen. Aber da muss man sich ja bissel auf das Wissen des Züchters oder des Vermittlers verlassen.

Ich bete das ich kein Fehler mache und einen passenden Hund finde der nicht nur für Gassi gut ist sonderen auch was an sportlichkeit und etwas Hirn besitzt.(Eine Bombe sollte er aber auch net sein da ich ja nur ein bis zwei Tage auch den Platz kann) Mein Berner hatte so lieb er auch war leider net ganz so laut hier gerufen was Hirn und Sportlichkeit betrifft. Das lag ja wohl auch bissel an der Rasse. Aber als 1. Hund war er echt ok.

Lieben Gruß...und nochmal DANKE!
Zitieren
#6
Hallo Jere,

wenn Du einen bestimmten Hund oder eine bestimmte Verpaarung im Auge hast, dann kannst Du ja hier fragen bezüglich seiner Abstammung, ob jemand etwas über den Gesundheitsstatus der Eltern/Großeltern/deren Seitenlinien/evtl. bereits vorhandener Voll- oder Halbgeschwister weiß. I.d.R erhält man zumindest über PN einige Informationen. Die müssen kein Gesamtbild darstellen, es sind ja immer nur individuelle Erfahrungen, die jemand persönlich macht, aber wenn man mehrere Informationen bekommt von verschiedenen Leuten, dann kann man sich meist doch ein Bild machen.

Grüße

Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
Zitieren
#7
Das werde ich machen Antje!

Danke!!!
Zitieren
#8
Auch wenns net ganz so paßt...

Viele wechseln vom DSH auch deswegen zum Mali, weil sich viele beim Mali das falsche Bild angeeignet haben.

Man hält den Mali oftmals fälschlicherweise für einen Hund, der "leichter auszubilden ist als ein DSH", wobei dies in meinen Augen völliger Schwachsinn ist.

Zumal der Mali momentan ein totaler "Modegig" ist...

Bei uns in der OG haben viele plötzlich einen Mali gehabt, weil wir einmal einen top ausgebildeten Mali vorgeführt bekamen...

"Der ist ja wie Butter", "oh wie leichtführig", oh wie anhänglich"...


Nun existieren einige unglückliche Malis mehr! -w-
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste