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Hund akzeptiert gerne Fremdkommandos
#1
Moin,

ich bräuchte Hilfe bei einem etwas seltsam anmutenden Problem, bei dem mir im Verein so recht keiner Helfen kann.

Kurz gesagt, mein Hund akzeptiert Kommandos von anderen Männern, von Frauen eher nicht, wenn ich nicht unmittelbar beim Hund bin.
So lange ich daneben stehe, gilt mein Wort. "Grundstellung? Klar. Sollen die doch alle labern" Sobald ich aber eine gewisse Entfernung zum Hund einnehme, werden Fremdkommandos akzeptiert.

Unrühmliches Beispiel war eine spontane BH, während meiner Sitz+Entfernen Übung stand der Hund in der Ablage auf, der HF ruft Platz und mein Doofkopp legt sich hin. _w_ Selbe Spiel hinterher beim abrufen, des anderen HF, meiner fühlte sich mit angesprochen und düste ebenfalls los, lies sich von mir zwar wieder stoppen, aber zum Ergebnis der Prüfung muss ich wohl nix sagen.
Bei der nächsten Prüfung hatte ich dann eine Dame als Partnerin, als ein sehr herzliches Hier flötete, das gab dann garkeine Probleme.


Wir haben dann im Training versucht, die Situationen nachzustellen, wobei ich von vielen Frauen umgeben bin, aber mehr als ein zucken lässt sich da in der Regel nicht provozieren. Bei den leider wenigen Männern, scheint es nicht unbedingt an der tieferen Stimme, als mehr an der Modulation der Kommandos zu liegen. So steht er auch bei Männern auf, die sich stimmlich deutlich von mir unterscheiden, so lange die Art wie das Kommando gegeben wird einigermaßen hinhaut, ebenso aber auch bei einer Frau mit einem eher derberen Tonfall Wink
Versuche ihn dann zu korrigieren, also wieder hinlegen, näher dran stehen bleiben und fürs liegen bleiben belohnen, haben den paradoxen Effekt, dass wenn ich am Ende selber rufe zögerlich reagiert wird, als wäre er sich nicht sicher ob wrklch Ich gerufen habe.

Grundsätzlich könnte ich den Hund auch jedem an die Hand geben und er würde bereitwillig mitarbeiten, aus purem Spass an der Sache und weil doch sicherlich was dabei für ihn abfällt.
Und mit dieser Mischung aus "Irgendwer hat was gesagt- besser ich gehorche schnell" und "Alle sind toll, ich will euch gefallen" weiß ich grade nicht weiter.

Wäre für Ratschläge dankbar, kann ja nicht auf jeder Prüfung sagen, dass sie mir eine Frau als Partnerin zuordnen sollen =P
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#2
Askutt,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25895-Hund-akzeptiert-gerne-Fremdkommandos/?postID=178980#post178980 schrieb:ich bräuchte Hilfe bei einem etwas seltsam anmutenden Problem, bei dem mir im Verein so recht keiner Helfen kann.
Hallo Askutt, das ist tatsächlich mal ein interessantes Problem! :daumenhoch:
Eigentlich kann ja hier nur die Reiz Diskriminierung helfen, also genau das Gegenteil der Generalisierung die bei deinem Hund wunderbar funktioniert hat. Meine Erfahrung ist das die Generalisierung sehr gut über die positive Verstärkung trainiert werden kann, während die Diskriminierung eher negative Verstärker braucht.

Askutt,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25895-Hund-akzeptiert-gerne-Fremdkommandos/?postID=178980#post178980 schrieb:Versuche ihn dann zu korrigieren, also wieder hinlegen, näher dran stehen bleiben und fürs liegen bleiben belohnen, haben den paradoxen Effekt, dass wenn ich am Ende selber rufe zögerlich reagiert wird, als wäre er sich nicht sicher ob wrklch Ich gerufen habe.
Ich würde für das "liegen bleiben", oder jedes andere Verhalten, nicht belohnen, sondern nur die Reaktion auf das fremde HZ korrigieren, auch wenn es erstmal dazu führt das die Reaktion auf das eigene HZ zunächst einmal zögerlich ist. Das wird von ganz alleine wieder mehr, weil mit zunehmender Reiz Diskriminierung, die negativen Reize mehr und mehr ausbleiben.
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#3
Wie alt ist der Hund und wie lange trainiert ihr jetzt schon die "Desensibilisierung"?

Das Problem wird im Hund ja von Anfang an vorhanden gewesen sein, auch wenn es erst jetzt deutlich zutage trat, und wenn der Hund also schon ein paar Jahre alt ist und das Desensibilisierungstraining erst ein paar Wochen / Monate durch geführt wurde, ist klar, dass das noch nicht reicht.

Übrigens finde ich es absolut nicht paradox, dass der Hund nach entsprechender Korrektur auch auf Dein Kommando verhalten reagiert.
Er ist sich ja nicht bewusst, dass er was Falsches tut, wenn er auf Fremdkommandos hört, und dementsprechend verunsichert nach einer Korrektur.

Das wird sich erst nach längerem Training wieder legen.

ich würde konsequent mit Fremdkommandos provozieren, den Hund entsprechend korrigieren und bei eigenen Kommandos zur Wiederherstellung der Sicherheit des Hundes mit deutlichen Hilfen / Triebmitteln arbeiten.
Gruß Bettina

"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
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#4
Hi ,
die Infos die Bettina anspricht, wären wichtig, da es sowieso schon schwierig ist, "an der Tastatur" zu helfen.
So was würde ich immer gerne live sehn. Da es z. B. auch an deiner natürlichen Dominanz, die du auch ohne Worte, für den Hund ausstrahlst, liegen könnte.
Befindest du dich im Anlernmodus, im Intermetierendenmodus, oder schon im Absicherungsmodus.
All demnach was für ein Typ Hund er ist, kann man mit passiver Begrenzung und Korrektur arbeiten, ohne das dein Status "zerstört" wird.

Oder mal die einfache Variante, Hund mit Hundenamen abrufen, anstatt mit Hier ;-), das macht dein Mitstreiter auf Prüfngen bestimmt nicht

Also mehr wie drei ???

tschöö
[Bild: Zwinger-von-der-schwarzen-B.jpg]
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#5
Danke erst mal für die Antworten.

Zum Hund: DSH Rüde, wird in 2 Wochen 3. Mag mich auf keinen der typen nach Pawlow festlegen, weil es die in Reinform so eh nur auf dem Papier gibt. Am ehesten ein etwas schlafmütziger Sanguiniker.
Grundsätzlich ein entspannter, ausgeglichener, souveräner und aktiver Hund, mit einer gegenüber den meisten Reizen hohen Reizschwelle.
Gezogene Grenzen, Alltags- und Hundeplatzregeln werden i.d.R nicht angetestet oder hinterfragt.
Ausbildungstechnisch muss man ihm manchmal haarklein zum gewünschten Verhalten führen, wenn es dann Klick gemacht hat, liefert er zuverlässig. Lässt sich über Futter sehr gut motivieren, bei Spielzeug bzw bei DEM Spielzeug muss man aufpassen ihn nicht zu hoch zu fahren. Das gibts deshalb immer erst ganz am Ende. Zeigt sich meist durch (strenge) verbale Korrekturen schon beeindruckt, einwirkungen mit der Leine (leichtes rumzuppeln) führen zu mehr konzentration und Aufmerksamkeit, (starkes)Rucken)) zu mehr Fehlern und ggf. Arbeitsverweigerung.
Klingt fast als würde ich hier n Gebrauchtwagen anpreisen =P

Zur Desensibilisierung, die beschriebene BH ist jetzt etwa ein Jahr her, die nachfolgende, bestandene ein paar Wochen später. Wir haben danach mit dem Training angefangen, aber zum Herbst hin aufgehört, weil kein durchschlagender Erfolg in Sicht und ich vielleicht einfach zu Ungeduld war. Es fehlte mir der, nennen wir es mal "Allgemeine Lernerfolg". Stellenweise gab es Erfolge, aber es stellte sich heraus, dass Anubis einfach nur nich mehr auf Person X reagierte, aber bei einer zufällig anwesenden Person Z wieder fröhlich losrannte. Irgendwann hab ich das Thema einfach für mich bei Seite geschoben und jetzt wollte ich es wieder angehen, mir aber voher noch den ein oder anderen guten Rat holen.

Dabei kann ich den Hund ja sogar verstehen, im Grunde macht er nichts verkehrt. Es wird "Hier" gerufen und er löst ja nicht einfach das Kommando auf und stromert durch die Gegend, oder rennt zu einem tatsächlich abgerufenen Hund, wie man das bei der Ablage ja häufiger sieht, sondern er würde, wenn ich ihn ließe zum Rufenden incl. Vorsitz rennen.

In Sachen Körpersprache bin ich etwas ratlos. Am Hund, kann ich mittels Körpersprache viel beeinflussen, ja. Aber im Ernstfall dann 30m entfernt? Klar, dass ich mich da nicht wie ein häufchen Elend hinstelle, aber wieviel Aura kommt da noch beim Hund an?
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#6
sondern er würde, wenn ich ihn ließe zum Rufenden incl. Vorsitz rennen.

Was machst Du denn mit dem Hund?
Life, z.B. Hundesport, is really simple but we insist on making it complicated
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#7
Zitat:Was machst Du denn mit dem Hund?
Na z.B. in der Prüfung hab ich ihn zurückgerufen. Im Training folgende Optionen:

Per "NEIN!" gebremst, zurück auf seinen Platz gelegt, selbes Spiel noch mal.
Mit Leine gesichert, er kommt nicht wirklich vom Fleck. Kommentarlos und bemüht nicht zu angenervt zu wirken Hund wieder hinlegen... und weiter gehts. Das war dann der von Claudia vorgeschlagene Weg mit der passiven Begrenzung.

Dritte Option, die mir durch deine Frage durch den Kopf geht, wäre natürlich ihn einfach laufen zu lassen und wenn er da ist passiert ...garnix. Während dann bei mir die Überparty abgeht =/

Ach und weil ich es vorhin vergessen habe, bezüglich Claudias Frage an welchem Punkt der Ausbildung wir sind.
Das scheint mir mit dem Problem eher wenig zu tun zu haben. Die Sitz und Platzübung bzw die Ablage für sich gesehen, sitzen. Auch was Trubel rund um uns herum angeht und andere Hunde in der Nähe und alles was man so mit Blick auf eine prüfung an Ablenkung erwarten kann, sind nicht das Problem. Bis halt jemand ein ihm bekanntes Kommando ruft.
Dabei geht es aber und das ging vielleicht etwas unter, um den Abstand zwischen mir und Hund. Stehe ich daneben, passiert nämlich normalerweise garnichts. Da müsste man schon den Hund zusätzlich mit Namen ansprechen und das Kommando 2-3 Mal wiederholen und ich müsste den "Rückfrage-Blick" des Hundes komplett ignorieren, damit er das Kommando dann auch ausführt.
Bei Übungen die nicht sitzen, aktuell wäre das bei uns "Mitte" (zwischen den Beinen laufen, einfach weil- warum nicht?) würde er jetzt nicht einfach irgendein Kommando annehmen. Es sind ja teilweise noch andere Leute auf dem Platz während wir "Unsinn" machen und da die Konzentration ja durchaus bei mir ist lässt er sich da auch nicht von ablenken.
Wenn ich dann aber - wie eben bei der Sitzübung oder der Ablage in einiger Entfernung zum Hund mich befinde und er augenscheinlich mit seiner Konzentration bei mir ist, also nicht in der Gegend rumschaut usw, dann wird er empfänglich für Fremdkommandos.
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#8
Moin Askutt,

du hast deiner Beschreibung nach einen freundlichen und offenen Hund gegenüber anderen Menschen.
Ich gehe davon aus, das ist auch so gewollt und gefördert. Gefördert bedeutet in dem Sinne auch, dass man den Kontakt zu anderen Menschen nicht erlaubt hat, er hat sich diesen gesucht und es ist selbstbestätigend geworden.

Ich würde gedanklich mal dahin gehen, ob der Anubis nicht einfach mal generell gefrustet werden sollte, sowie er Kontakt zu anderen sucht, auch, wenn die ihn noch so locken. Und das nicht aus einem statischen Kommando heraus, sondern frei in einer Gruppe von Menschen.

Aktives Vermeiden des Kontaktes wird bei Dir belohnt.

Kann man als Vorarbeit sehen. Wenn du da konsequent bist, dann wird Anubis bestimmt auch besser damit zurecht kommen, wenn Du ihm mitteilst, dass Annahme von Fremdkommandos nicht angesagt ist.

Gruß Reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
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#9
Askutt,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25895-Hund-akzeptiert-gerne-Fremdkommandos/?postID=178988#post178988 schrieb:Dabei geht es aber und das ging vielleicht etwas unter, um den Abstand zwischen mir und Hund. Stehe ich daneben, passiert nämlich normalerweise garnichts.
....warscheinlich weiß er um eine mögliche Belohnung von Dir, warum also von dort weggehen. Bist Du nicht da, versucht er sein Glück woanders, immerhin arbeitet er gerne und auch mit jedem. Die Lösung scheint mir nahe liegend.
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#10
Hallo,
also deinen Hund "Typ" hast du sehr gut beschrieben, eigentlich ein sehr guter Sporthund, der gut ausbildbar ist.
Aber da ist ja noch der andere "Typ" ;-) also dich, denn hast du nur zwischen den Zeilen beschrieben. Aber dein Hund hat sich mit diesem, seinem Gegenstück ganz gut arrangiert, sprich seinen Weg gefunden. ;-)
Ich denke du bist nicht der geduldigste Mensch, neigt zum "leicht genervt sein" und bist mit niedriger Reizschwelle ausgestattet, was du auch zum Ausdruck bringst...;-) das hindert dich manchmal am fokusierten, emotionslosem Durchhalten, du gibt dir und allen anderen aber gerne eine 2. Chance.

Bitte ohne Gewähr, und nicht mich wegen dieser Einschätzung verklagen;-))

Ich geb dir nur mal folgende Stichpunkte:

Verbal sind bei dir oftmals Einwirkungen, Korrekturen - Hund beeindruckt - also eher negativ geprägt

Nonverbal Leinen Einwirkungen sind bei dir oftmals - mehr Konzentration - also eher positiv geprägt - Hilft dem Hund zu verstehen

starke Leinen Einwirkung (sicherlich auch bei dir mit verbalen Begleit Sätzen ;-) ) - Blockade - Arbeitsaufgabe -Stress


Kommandos sind verbal....
Passive Begrenzung ist nonverbal....
Zuviel Einwirkung von beiden .... der Hund steigt aus.

Meine Idee bleibt bei passiver Begrenzung über den Anlern und Absicherung Modus hinaus, mit steigender Ablenkung für den Hund ( der damit kein Problem hat!) ABER mit Diziplin bei deinem Verhalten, der Abstand zwischen dir und dem Hund ist eigentlich egal, wenn du mal überlegst, warum der Hund auf die Abstände so unterschiedlich reagiert ,....das muß an dir liegen ;-)

Wenn der Hund nach anderen läuft, eben deine Reaktion überdenken (siehe Stichworte), lass Ihn laufen, er findet dort keine Ansprache, keine Bestätigung, wenn er dich anschaut oder kommt, positiv, aber eben nicht wie viele nur Party und Traalaa, sondern was spricht dagegen die Balance zwischen Spiel und Arbeiten, "verdeckt" einzuleiten? Etwas verlangenn was er sowieso tun würde, oder, wenn er bei dir ist einfach das Kommando Hier positiv einwerfen, (er muß nicht vorsitzen und perfekt sein) er ist ja zu dir gekommen, und dann Belohnung. dann step bei step aufbauen.

Weißt du ungefähr worauf ich hinaus will? ansonsten treffen wir uns gerne am Forumstreffen in Hemer.

Ich hoffe ich konnte helfen

tschöö mit ö
[Bild: Zwinger-von-der-schwarzen-B.jpg]
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