07-01-2014, 15:01
hier mal ein versuch von der therie weg hin zu einer mehr praktischen problem bewätigung. selbstverständlich handelt es sich dabei nur um einen vorschlag der einen möglichen weg dokumentiert und keinen anspruch auf richtigkeit erhebt. darüber hinaus versuche ich es so einfach wie möglich zu halten.
bezogen auf den tread von thomas - unruhe im schutzarm - und den dort veröffentlichten videos seiner hündin ergibt sich für mich folgender lösungsansatz.
die hündin scheint mir in ihren funktionsbereichen nicht deutlich abzugrenzen. die bereiche, beute, aggression und gehorsam sollten über bestimmte schlüsselreize abrufbar sein. grundlage von verhalten ist immer die emotionale ausrichtung, die motivation (früher trieb). ergeben sich also probleme bei einem verhalten, muss als erstes die motivation rekonditioniert werden.
drehen, knurren oder unruhe in der beutephase (schutzarm)
die gründe sind meistens ein überlastung des hundes, es fehlt handlungssicherheit. die ursache dafür sind die genetischen anlagen in verbindung mit erworbenen lernerfahrungen. eine optimierung des verhaltens über die beute erarbeiten zu wollen scheint sinnlos, da dieser bereich zu negativ belegt ist, man kommt erst gar nicht dahin griff ruhe zu verstärken. um der hündin eine differenzierung von beute und aggression zu ermöglichen, würde ich also zunächst einmal die aggressionsbereiche ansprechen und fördern. lernt die hündin sich einer bedrohung über aktivitäten zu erwehren, bekommst sie insgesamt mehr selbstbewußtsein, sie aggiert nicht mehr nur aus der defensive, sondern aus einem offensiven bereich der dann in der folge auch eine handlungssichere beutephase ermöglichen kann.
erste phase: siehe auch das beispiel video 1 >>>
funktionsbereiche: gehorsam - aggression (aktivität) - gehorsam
beschreibung: der helfer zeigt sich ohne blickkontakt richtung hund und ohne beuteobjekt. der hund hat hier ruhig liegen zu bleiben und zu lauern. auf HZ darf der hund in die aktivität, der helfer antwortet mit distanzverkürzung und leichten drohgebärden. schnelle beute ähnliche bewegungen sind zu vermeiden. die auseinandersetzung (helfer gegen hund) kann der hund für sich entscheiden, der helfer gibt auf und verschwindet langsam ins versteck.
lernziel: der hund lernt aktivitäten erst auf ein HZ des HF abzuspulen. gefördert wird die impulskontrolle, signalkontrolle und teamarbeit. darüber hinaus lernt der hund eine vermeindliche bedrohung abwehren zu können, er kann sieger sein. die übung beginnt und endet durch den hundeführer.
zweite phase: siehe auch das beispiel video 2 >>>
funktionsbereiche: gehorsam - aggression - gehorsam - beute
beschreibung: siehe erste phase - zusätzlich: der helfer bringt eine beute mit ins spiel. wichtig ist das der beutereiz, aus dem versteck kommend, als erstes auf den hund wirkt. an dieser stelle gibt der HF kein hörzeichen, der hund darf hier selbstständig auf den beutereiz reagieren, sich aus der ablage begeben. die bewegung des helfers ist unterschwellig, die beute an sich (kissen/hetzarm) wird deutlich bewegt. die annäherung des helfers zum hund ist seitlichen, nicht frontal! nach dem anbiß wird die beute entweder sofort übergeben, oder nur leicht mit abstand auf zug gehalten. es geht hier nicht darum ein kontern zu provozieren, der hund soll nur beute machen. die beute wird dem hund überlassen und nicht weggenommen, der helfer verschwindet ausser sicht. sollte der hund die beute fallen lassen, wird er ohne beute vom platz geführt, alles in ruhe und mit der notwendigen zeit.
lernziel: siehe erste phase - zusätzlich: der hund lernt eine beute zu erobern und diese zu besitzen. er lernt auf verschiedene schlüsselreize zu reagieren. bedrohung = aggression, beute = lauern & beute gewinnen. hier fängt es an das funktionsbereiche neu sortiert werden, der hund lernt zwischen den bereichen abzugrenzen.
dritte phase: siehe auch das beispiel video 3 >>>
funktionsbereiche: gehorsam - aggression (unter veränderten bedingungen) - beute
beschreibung:siehe erste und zweite phase - zusätzlich: hier ist eine wichtige veränderung zu verbuchen. der helfer erscheint ab jetzt gleich zu anfang mit dem beuteobjekt (hetzarm) aus dem versteck. es ist wichtig das sich, nach dem anschalten, das bis dahin gezeigte verhalten in der aggression dadurch nicht verändert! sollte der hund z.b. auf die beute spannen und sich nicht mehr so aktiv zeigen, würde ich zurück zu phase zwei gehen. zeigt sich der hund wie gewohnt, bekommt er einen anbiss, kann die beute gewinnen, behaupten und behalten. (siehe auch phase zwei)
lernziel: in dieser phase geht es nur um generalisierung von verhalten motivation. der hund lernt unter verschiedenen bedingungen (helfer mit bzw ohne beute) die selben funktionsbereiche abzuspulen.
vierte phase: siehe auch das beispiel video 4 >>>
funktionsbereiche: gehorsam - aggression - beute - belastung - beute
beschreibung: siehe dritte phase - zusätzlich: hier wird zum ersten mal eine kleine belastungsphase beim beute machen (beißen) mit eingebracht. man sieht im video das der HF dazu den hund an ein hetzgeschirr macht. der sinn ist es, den druckpunkt der leine zu verändern. wirkt der druckpunkt der leine auf das halsband, besteht eine höhere warscheinlichkeit das der hund mit der erlenten aktivität (aggression) antwortet. zu diesem zeitpunkt soll der hund aber die belastung nicht mit aggression, sondern mit mehr beute beantworten. erst viel später in der ausbildung wird hier auch dem hund der zugang zum aggressionsbereich ermöglicht.
lernziel: der hund lernt leichte belastungen über den einsatz von mehr beutebereichen abzuwehren, er lernt die beute auch gegen den vermeindlichen gener zu behaupten ohne sich dabei in der defensive zu befinden, der hund entwickelt eine sieger mentalität.
schlußbemerkung: ich habe mit dem im video gezeigten hund gute trainingserfolge. die videos wurden gemacht zwischen dem 12 und 18 monat. leider mußte er verletzungbedingt (nicht bei der ausbildung passiert) eine längere pause einlegen. die zielsetzung insgesamt war es, einen handlungssicheren hund zu trainieren der sich vor allem aus der selbstsicherheit "zusammen" mit dem hundeführer die ihm gestellten aufgaben erfüllt. das etablieren von lernverhalten in den verschiedenen phasen (funktionsbereichen) soll den einsatz von negativen reizen auf ein minimum reduzieren. nicht der trieb sprühende hund ausser rand und band stand im vordergrund, sondern der mit bedacht und/oder überlegung handelnde vierbeiner der seine talente für den hundeführer einsetzt aber auch für sich selbst.
bezogen auf den tread von thomas - unruhe im schutzarm - und den dort veröffentlichten videos seiner hündin ergibt sich für mich folgender lösungsansatz.
die hündin scheint mir in ihren funktionsbereichen nicht deutlich abzugrenzen. die bereiche, beute, aggression und gehorsam sollten über bestimmte schlüsselreize abrufbar sein. grundlage von verhalten ist immer die emotionale ausrichtung, die motivation (früher trieb). ergeben sich also probleme bei einem verhalten, muss als erstes die motivation rekonditioniert werden.
drehen, knurren oder unruhe in der beutephase (schutzarm)
die gründe sind meistens ein überlastung des hundes, es fehlt handlungssicherheit. die ursache dafür sind die genetischen anlagen in verbindung mit erworbenen lernerfahrungen. eine optimierung des verhaltens über die beute erarbeiten zu wollen scheint sinnlos, da dieser bereich zu negativ belegt ist, man kommt erst gar nicht dahin griff ruhe zu verstärken. um der hündin eine differenzierung von beute und aggression zu ermöglichen, würde ich also zunächst einmal die aggressionsbereiche ansprechen und fördern. lernt die hündin sich einer bedrohung über aktivitäten zu erwehren, bekommst sie insgesamt mehr selbstbewußtsein, sie aggiert nicht mehr nur aus der defensive, sondern aus einem offensiven bereich der dann in der folge auch eine handlungssichere beutephase ermöglichen kann.
erste phase: siehe auch das beispiel video 1 >>>
funktionsbereiche: gehorsam - aggression (aktivität) - gehorsam
beschreibung: der helfer zeigt sich ohne blickkontakt richtung hund und ohne beuteobjekt. der hund hat hier ruhig liegen zu bleiben und zu lauern. auf HZ darf der hund in die aktivität, der helfer antwortet mit distanzverkürzung und leichten drohgebärden. schnelle beute ähnliche bewegungen sind zu vermeiden. die auseinandersetzung (helfer gegen hund) kann der hund für sich entscheiden, der helfer gibt auf und verschwindet langsam ins versteck.
lernziel: der hund lernt aktivitäten erst auf ein HZ des HF abzuspulen. gefördert wird die impulskontrolle, signalkontrolle und teamarbeit. darüber hinaus lernt der hund eine vermeindliche bedrohung abwehren zu können, er kann sieger sein. die übung beginnt und endet durch den hundeführer.
zweite phase: siehe auch das beispiel video 2 >>>
funktionsbereiche: gehorsam - aggression - gehorsam - beute
beschreibung: siehe erste phase - zusätzlich: der helfer bringt eine beute mit ins spiel. wichtig ist das der beutereiz, aus dem versteck kommend, als erstes auf den hund wirkt. an dieser stelle gibt der HF kein hörzeichen, der hund darf hier selbstständig auf den beutereiz reagieren, sich aus der ablage begeben. die bewegung des helfers ist unterschwellig, die beute an sich (kissen/hetzarm) wird deutlich bewegt. die annäherung des helfers zum hund ist seitlichen, nicht frontal! nach dem anbiß wird die beute entweder sofort übergeben, oder nur leicht mit abstand auf zug gehalten. es geht hier nicht darum ein kontern zu provozieren, der hund soll nur beute machen. die beute wird dem hund überlassen und nicht weggenommen, der helfer verschwindet ausser sicht. sollte der hund die beute fallen lassen, wird er ohne beute vom platz geführt, alles in ruhe und mit der notwendigen zeit.
lernziel: siehe erste phase - zusätzlich: der hund lernt eine beute zu erobern und diese zu besitzen. er lernt auf verschiedene schlüsselreize zu reagieren. bedrohung = aggression, beute = lauern & beute gewinnen. hier fängt es an das funktionsbereiche neu sortiert werden, der hund lernt zwischen den bereichen abzugrenzen.
dritte phase: siehe auch das beispiel video 3 >>>
funktionsbereiche: gehorsam - aggression (unter veränderten bedingungen) - beute
beschreibung:siehe erste und zweite phase - zusätzlich: hier ist eine wichtige veränderung zu verbuchen. der helfer erscheint ab jetzt gleich zu anfang mit dem beuteobjekt (hetzarm) aus dem versteck. es ist wichtig das sich, nach dem anschalten, das bis dahin gezeigte verhalten in der aggression dadurch nicht verändert! sollte der hund z.b. auf die beute spannen und sich nicht mehr so aktiv zeigen, würde ich zurück zu phase zwei gehen. zeigt sich der hund wie gewohnt, bekommt er einen anbiss, kann die beute gewinnen, behaupten und behalten. (siehe auch phase zwei)
lernziel: in dieser phase geht es nur um generalisierung von verhalten motivation. der hund lernt unter verschiedenen bedingungen (helfer mit bzw ohne beute) die selben funktionsbereiche abzuspulen.
vierte phase: siehe auch das beispiel video 4 >>>
funktionsbereiche: gehorsam - aggression - beute - belastung - beute
beschreibung: siehe dritte phase - zusätzlich: hier wird zum ersten mal eine kleine belastungsphase beim beute machen (beißen) mit eingebracht. man sieht im video das der HF dazu den hund an ein hetzgeschirr macht. der sinn ist es, den druckpunkt der leine zu verändern. wirkt der druckpunkt der leine auf das halsband, besteht eine höhere warscheinlichkeit das der hund mit der erlenten aktivität (aggression) antwortet. zu diesem zeitpunkt soll der hund aber die belastung nicht mit aggression, sondern mit mehr beute beantworten. erst viel später in der ausbildung wird hier auch dem hund der zugang zum aggressionsbereich ermöglicht.
lernziel: der hund lernt leichte belastungen über den einsatz von mehr beutebereichen abzuwehren, er lernt die beute auch gegen den vermeindlichen gener zu behaupten ohne sich dabei in der defensive zu befinden, der hund entwickelt eine sieger mentalität.
schlußbemerkung: ich habe mit dem im video gezeigten hund gute trainingserfolge. die videos wurden gemacht zwischen dem 12 und 18 monat. leider mußte er verletzungbedingt (nicht bei der ausbildung passiert) eine längere pause einlegen. die zielsetzung insgesamt war es, einen handlungssicheren hund zu trainieren der sich vor allem aus der selbstsicherheit "zusammen" mit dem hundeführer die ihm gestellten aufgaben erfüllt. das etablieren von lernverhalten in den verschiedenen phasen (funktionsbereichen) soll den einsatz von negativen reizen auf ein minimum reduzieren. nicht der trieb sprühende hund ausser rand und band stand im vordergrund, sondern der mit bedacht und/oder überlegung handelnde vierbeiner der seine talente für den hundeführer einsetzt aber auch für sich selbst.
mfg Detlef Berensmann
Die Ausbildung des Hundes ist ein Spiegelbild der eigenen Persönlichkeit
Die Ausbildung des Hundes ist ein Spiegelbild der eigenen Persönlichkeit


