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Raufende Rüden
#1
Hallo zusammen
Ist einige Zeit her dass ich hier mal geschrieben habe wegen Wachhunden für unser Land hier in Ecuador.... Habe inzwischen von meiner 3,5 jährigen Hündin 2 Rüden aus einem Wurf behalten die jetzt 18 Monate alt sind. Sie sind nachts im Geände unterschiedlicher Häuser untergebracht. Tagsüber hatte ich sie bisher mit der Mutterhündin zusammen in einem grossen Auslauf. Leider wird kommt es seit einiger Zeit immer wieder zu Kämpfen zwischen ihnen vorher war es immer nur Spiel. Der eine ist eindeutig der Platzhirsch und der andere moechte schon gar nicht mehr rein. Nur wenn ich daneben bin bleibts ruhig, sonst wird der zweite kurrend umkreist oder es gibt direkt ne beisserei. Die Rangordnung ist eindeutig klar bin auch erstmal nicht dazwischen damit sie das selbst regeln. Da es nich aufhörte hab ich dann den aufmüpfigen mehrmals mit Leinenruck kräftig zurechtgewiesen. Da war eine Zeit Ruhe aber halt nur eine Zeit. Was kann man da machen, möchte ja auch gerne mit allen zusammen Gassi gehen ohne dass es ständig funkt... :jedi:
Habe von einem zweiten Wurf noch eine 3 Monate alten Welpen der wird gut akzepteirt, ich befürchte aber dass wenn er dann mal grösser ist der grosse Bruder ihn auch nicht mehr so gut neben sich haben möchte ?
- sind übrigen alles gute Hündchen, gechipt mit Stammbaum etc. hab auch ne BH mit der Mama gemacht (als bester abgeschnitten!)... Ja man glaubt es nicht hier im Dschungel aber die Ecuadorianer sind Hundeverrückter als man denkt. Grüsse Benedikt
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#2
moin benedikt,

in gewachsenen familienverbänden von caniden gibt es den gammahund, der, leider pech für ihn, auch die funktion für streßabbau im rudel hat. die rangordung ist hier wohl klar. alpha hündin ist die mutter, dann kommt beta der stärkere bruder und die blitzableiterposition hat der schwächere bruder, auch wenn er immer subdominant ist. es kann sein, daß sich die positionen noch ändern, wenn der welpe geschlechtsreif wird.

wie groß ist der freilauf und hat der schwächere der brüder überhaupt die möglichkeit dem stärkeren aus dem weg zu gehen? wenn nicht, so kann der stärkere ja auch keinen klaren rückzug erkennen und wird dann weiter im streß gehen?

ich denke, das ist normal. unterbinden kannst du das sicher nur, solange du die situation kontrollierst, ansonsten stellen sich ohne dich einfach wieder die normalen rudelabläufe ein.

gruß reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
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#3
Mit 18 Monaten sollten die Rüden geschlechtsreif sein, da wird sich das Verhältnis vermutlich nicht mehr umkehren. Allerdings vermute ich, dass die Rangordnung eben noch nicht definitiv klar ist, jedenfalls dem unterlegenen nicht, sonst würde er sich klar unterordnen (im Extremfall auf den Rücken werfen), um den Überlegenen nicht mehr zu reizen. Offenbar tut er das noch nicht so eindeutig, dass es funktioniert.

Ein Einwirken auf den Stärkeren halte ich für kontraproduktiv. Es funktioniert - wie tinka sagt - nur, so lange du die Situation kontrollierst oder er glaubt, dass es so sei. Wenn er sich völlig unbeobachtet fühlt, wird er seine Aggression gegenüber dem Anderen eher stärker ausleben als ohne dein Einwirken.
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#4
Das Problem scheint mir hierbei das nächtliche Trennen zu sein.
Dadurch kann sich keine Ruhe ergeben, eine Rückzugsmöglichkeit muss es auch geben.
Wenn der unterlegene Rüde zu dem dominanten dazu gebracht wird, wird dieser immer versuchen sein Revier
zu verteidigen. Wie verhält es sich, wenn der unterlegene Rüde zuerst in dem Auslauf ist und der dominante dazu kommt?
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#5
Moin Bernhard,

Mit der Geschlechtsreife meinte ich den drei monatigen Welpen, der ja auch noch da ist. Wenn dieser dann die Geschlechtsreife erlangt, dann kann sich die Position des schwächeren Rüden dahingehend ändern, daß er evtl. sein jetziges Los noch ein weiter nach hinten abgeben kann, also auf den dann jüngsten Hund im Rudel.

Wir haben auch zwei Rüden, Rollenverteilung klar. Aber auch hier ist es so, daß mein kurzer trotz klarer Beschwichtigung und Subdominanz auf die Mütze kriegt. Aber er trägt keine Blessuren davon.

Wenn der schwächere Rüde nicht aus dem Gesichtsfeld des gestreßten dominanten Rüden kommen kann, dann entscheidet auch der dominante, wann es vorbei ist. Meist dann, wenn er diese negativen Energien los ist, und nicht, wenn der andere seinen Unterseite zeigt.

Sind ja wohl weniger Beschädigungskämpfe, eher Fellbeißerei.

Gruß Reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
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#6
Ok danke
Der Auslauf ist gross genug, 10 auf 15 m. Das mit dem Trennen und wieder neu das revier verteidigen dürfte stimmen. Im besten Fall legt der subdominanye sich weit entfernt ab, oft geht es aber immer weiter so das ich sie dann irgendwann trenne wils zu nervig wird. beim spatzieren läuft der unterlegene dann immer so 10m abseits legt sich auch gleich hin wenn der andere wieder stressen will. Auch wenn jemand mal gesagt hat e gibt keine Eifersucht nur besitzanspruch, komt es mir doch so vor dass da was von eifersucht it drin ist, nach dem motto ich möcht mir weder die steicheleinheiten noch das revier teilen... Für weitere Tipps vielen Dank !
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#7
Benedikt,'index.php?page=Thread&postID=151012#post151012' schrieb:Ok danke
Der Auslauf ist gross genug, 10 auf 15 m. beim spatzieren läuft der unterlegene dann immer so 10m abseits legt sich auch gleich hin wenn der andere wieder stressen will.

wenn alleine die distanz von 10 metern beim spazierengehen nicht ausreicht, daß der subdominante hund frei geht bzw. der dominante hund auch hier streß macht, dann reicht auch keine 10x15 m große freilauffläche, damit sich die hunde aus dem weg gehen können.

halbiere einfach den freilauf in zwei gleiche flächen, dann wissen beide hunde, daß sie sich nicht erreichen können. schaffe einen sichtschutz-bereich, damit der subdominante nicht immer im gesichtsfeld des dominanten steht. sorge mit deinem auftreten beim spazierengehen dafür, daß nur du die erlaubnis zum raufen gibst.

wenns einfach nicht mehr geht beide rüden ohne aufsicht zusammen zu lassen, dann gehts eben nicht mehr.

akzeptieren, andere haltungsmöglichkeit schaffen und fertig.

gruß reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
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#8
@ tinka
Ja stimmt schon, wenn er schlecht drauf ist reicht auch diese Fläche nicht damit er ihn in Ruhe lässt. Hab sonst auch noch Möglichkeiten sie getrennt zu halten, war halt eben so schön praktisch so alle zusammen, und so waren sie eben auch weniger allein ... aber gut, werde tatsächlich möglicherweise einen Teil abtrennen oder sonst eine pragmatische Lösung finden. Gracias
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#9
Die Haltung von Wurfgeschwistern bzw. gleichaltrig miteinander aufgezogenen Hunden kann immer etwas schwierig sein. Ich habe hier zwei Wurfschwestern, die ich schon länger nicht mehr beieinander lassen kann. Zwar war von Welpe an klar wer die Dominantere ist, aber die andere gibt halt auch nicht klein bei und hat ihre Besitzansprüche. Wie schon geschrieben wurde, die Phase nach einer Trennung ist die kritischste, dann muss jedesmal erst wieder alles geklärt werden.

Bei uns hier ging es eine Zeit lang mit Maulkorb, aber selbst das ist jetzt mit meinen beiden Damen nicht mehr möglich. Mit den beiden anderen Hündinnen (Mutter und Großmutter) gab es bisher noch nie das kleinste Problem, ebenso mit fremden Hunden. Nur gegenseitig wollen sie sich mächtig an den Kragen.

Natürlich könnten man sagen irgendwann fechten die das untereinander aus. Das ist aber nicht mein Ding. Zudem liegen hier bei mir keine Umweltverhältnisse vor wie in einem Wolfsrudel, vom Platz bzw. den Ausweichmöglichkeiten her gesehen. Und selbst dort führen Unverträglichkeiten unter jungen Rudelmitgliedern dazu dass einzelne Wölfe abwandern und sich anderen Rudeln anschließen bzw. diese gründen.

Ich würde auch empfehlen die beiden Rüden zu trennen, wenn Du nicht anwesend sein kannst. 10 x 15 m sind viel zu wenig damit der eine aus der Individualdistanz des anderen draussen bleiben und auch dessen Sichtfeld verlassen kann. Durch die Trennung kann es aber dazu kommen dass es dann bei anschliessenden Zusammenführungen Zoff gibt. Zumal Du als Bezugsperson mit in Spiel kommst, denn Du bist auch eine Ressource.

Bei meinen Hündinnen hat es relativ lange funktioniert dass ich ihnen, bevor sie wiederzusammen gekommen sind, Maulkörbe aufgezogen habe. Nach den ersten paar Minuten war dann der Dampf raus und ich konnte die Körbe wieder runter nehmen. Kritische Situationen waren wenn die Hündinnen mich begrüßt haben wenn ich in Auslauf oder Zwinger gekommen bin. Und die Türchen und Tore, an denen wir halten und die ich erst öffnen mußte. Bei jedem Triebstau hat die eine Hündin die andere als Blitzableiter verwendet. Waren alle Türen offen und konnten sie erst ein mal ein paar Meter rennen, waren nicht mehr so dicht um meine Füße herum, konnten die Körbe wieder runter.

Leider sind Hündinnen diesbezüglich noch drastischer als Rüden, und nachdem beide das erste mal läufig gewesen sind wehrt sich die Rangniedrigere mehr, was dann zu Ernstkämpfen führt.

Ich würde Deine Hunde im Auslauf trennen. Beide haben dadurch weniger Stress. Dann würde ich bei jedem Kontakt zwischen den Hunden Maulkörbe drauf machen, zumindest anfangs. Und wenn Du regulierend eingreifst, dann mußt Du die Handlungen des Unterlegeneren unterbinden bzw. einschränken. D.h. stehen z.B. beide Hunde bei Dir und droht der andere den Unterlegeneren weg, dann mußt Du diesen ebenfalls von Dir weg schicken. Würdest Du das umgedreht machen, dann würdest Du das Gefüge in der Rangfolge immer wieder durcheinander wirbeln. Der Überlegenere bekommt zuerst Futter, wird zuerst begrüßt, erhält mehr Aufmerksamkeit als der andere (zumindest in dessen Gegenwart).

Problematisch kann es auf Dauer werden wenn beide Hunde von ihrer Veranlagung her eigentlich sehr dominant sind. Die Situation zwischen einem "geborenen Weichei" und einem domiant veranlagten Hund ist relativ schnell geklärt und wird dann auch nicht mehr in Frage gestellt. Bei zwei "guten" Hunden kann das schwierig werden. Wobei es zwischen Rüden eigentlich nicht so krass abläuft wie das unter Hündinnen der Fall sein kann. Meist pendelt sich das nach der Sturm- und Drangzeit ein.
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
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#10
@Antje
Herzlichen Dank für die ausführlichen Antworten ! Damit kann ich die Sache schonmal einschätzen und weiss was zu tun ist.
Gruss nach DT !
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