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Analfisteln - ein Problem beim Deutschen Schaeferhund?
#1
Wieviele Hunde sind denn tatsaechlich von Analfisteln betroffen? Meine DREIJAEHRIGE Huendin ist an Analfisteln erkrankt.

Das kann es doch nicht mehr sein. Mein TA meinte das gerade Schaeferhunde davon betroffen sind, es jedoch eher unter dem Tisch gehandelt wird und man das Problem nicht wirklich anspricht.

Was meint ihr, gibt es ein Problem bei unseren Hunden mit Analfisteln? Muss gehandelt werden?

Ich hab meine Huendin aus der Rettungshunde Arbeit rausgenommen und gezuechtet wird auch nicht. Dem Zuechter hab ich sofort ne Nachricht geschickt das sie es hat, da es ja eine Autoimunerkrankung sein soll.

Die Krankheit ist fies und kaum in den Griff zu bekommen und wieso spricht man nicht darueber wenn es tatsaechlich ein Problem ist? Ueberall liest man das gerade der Schaeferhund davon befallen ist.

Gedanken?
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#2
Genauso wie HD, ED etc. auch besondere Schäferhundprobleme sind?
Ich denke da wird wie üblich die absolute und nicht die relative Häufigkeit zugrunde gelegt. Leider trübt das zu oft auch die Eindrücke der Tierärzte.
http://enpevet.de/Lexicon/ShowArticle.as...leid=41058
Dennoch treten diese Analfisteln immer häufiger auf. Cortison ist eine beliebte medikation und auch diverse (sehr teure) andere Medikamente. Grundsätzlich wirkt alles irgendwie immer sehr experimentell :-(
Ich kenne einige Fälle, die mit viele Geduld ausgeheilt werden konnten.
---
Gernot Wolkenstein
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#3
Ich weiß von Hunden vieler unterschiedlicher Rassen dass sie an Perianalfisteln leiden. Natürlich sind auch Schäferhunde darunter, aber von meinem subjektiven Eindruck her würde ich sagen dass sich das Problem mit den Jahren bei vielen Rassen verbreitet hat.

Bisher gibt es keinen Nachweis dass des eine erbliche Grundlage dafür gibt. Das soll jetzt nicht bedeuten dass ich der Ansicht bin dass es keine erbliche Komponenten gibt. Aber die Entstehung der Perianalfisteln scheint in einem nicht unerheblichen Umfang auch von äußeren Parametern beeinflußt zu werden. So nimmt das Risiko daran zu erkranken bei Rüden nach einer Kastration ab, während es bei Hündinnen nach einer Kastration steigt. Äußere Einflüsse auf das Hormonsystem besitzen somit einen großen Einfluss. D.h. auch Umweltbelastungen, die ins Hormonsystem eingreifen, könnten ein möglicher Auslöser sein, z.B. eine Bisphenol A- Zufuhr über die Ernährung bzw. das Trinkwasser (Stichwort Plasikverpackungen/Plastikflaschen). Oder generell alles, was das Immunsystem zu einer Fehlfunktion bringen kann. An der Uni München läuft derzeit eine Studie, in der die immunmodulatorische Wirkung der Larve des Schweinepeitschenwurm auf den Heilungsverlauf bei Perianalfisteln beim Hund erforscht wird. Ähnliche wie bei Allergien wird versucht das Immunsystem durch einen Parasit wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wenn sich diese These bestätigt, dann könnte das Entgleisen des Immunsystems, worauf die Entstehung von Perianalfisteln beruht, genau wie die Entstehung mancher Allergien auch davon abhängen dass wir unsere Welpen heutzutage schlichtweg in zu kurzen Abständen entwurmen.

Es ist sicher sinnvoll mit betroffenen Hunden nicht zu züchten. Und es wird natürlich auch genetische Komponenten geben, die das Immunsystem entsprechend beeinträchtigen. Wobei man im Hinterkopf haben sollte dass das Immunsystem auch durch einen höheren Ahnenverlust negativ beeinträchtigt wird. Es scheint aber gerade in diesem Fall auch Umweltfaktoren mit einem entsprechend großen Einfluss zu geben. Von daher wird es schwierig bis unmöglich sein den Fall eines einzelnen erkrankten Hundes der wirklichen Ursache zuordnen zu können.
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
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#4
dat_jernot,index.php?page=Thread&postID=148169#post148169' schrieb:Genauso wie HD, ED etc. auch besondere Schäferhundprobleme sind?
Ich denke da wird wie üblich die absolute und nicht die relative Häufigkeit zugrunde gelegt. Leider trübt das zu oft auch die Eindrücke der Tierärzte.
http://enpevet.de/Lexicon/ShowArticle.as...leid=41058
Dennoch treten diese Analfisteln immer häufiger auf. Cortison ist eine beliebte medikation und auch diverse (sehr teure) andere Medikamente. Grundsätzlich wirkt alles irgendwie immer sehr experimentell :-(
Ich kenne einige Fälle, die mit viele Geduld ausgeheilt werden konnten.
Hallo

Kannst du mir denn sagen welche Medikamente benutzt worden sind? Da eine Bekannte von mir hat einen Rüden,und weiss nicht mehr weiter. LG. Indya



Hall
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#5
also ich bin in diesem Sport aufgewachsen und habe daher in den letzten 33 Jahren viele Leute und viele Schäferhunde kennen gelernt, allerdings erst einen einen einzigen Schäferhund mit Analfisteln - also aus meiner Beobachtung heraus wäre es kein Schäferhundproblem - trotzdem ist es sicherlich ne gute Entscheidung den Züchter zu informieren und mit dem Hund nicht zu züchten - tut mir leid für dich und deinen Hund
Das Leben ist das was passiert, während du etwas anderes planst !
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#6
Ich habs bisher auch nicht gekannt. Man muss jedoch dazu sagen das es sehr leicht uebersehen werden kann, wenn man nicht regelmaessig unter der Rute nachsieht.
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#7
Ob es ein zunehmendes Problem ist? Keine Ahnung... ich habe einen 13 jährigen MISCHLING (ja, auch irgendwo ein wenig DSH) der eine Perianalfistel hatte.
Früher hat man großzügig operiert, heute behandelt man in erster Linie mit Medikamenten. Cortison ist nicht Medikament der ersten Wahl, nur mal so am Rande.
Und ja, die Medikamente sind sehr teuer.
Eine getreidefreie Fütterung (mit einem sogenannten Novel-Protein) kann auch zur Heilung beitragen. Der Hund sollte bei Erfolg auf jeden Fall dauerhaft getreidefrei ernährt werden.
Weitere Fragen beantworte ich gerne per PN.
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#8
Tut mir leid für Deinen Hund und Dich, ist ne scheußliche Sache. Persönlich kenne ich zwei so erkrankte Hunde, einen alten kleinen gelben Terriermix und einen DSH Rüde, unkrastriert, schätze mal 6 Jahre alt.
Der alternative DSH-Zuchtverband hat ja so Fragebögen zur Gesundheit, da wird ausdrücklich nach Perianalfisteln gefragt. Das finde ich schon mal bemerkenswert, da sind wohl Leute, die da ein Problem sehen. Schade nur, daß diese "Umfrage" nichts über den tatsächlichen Gesundheitsstand des DSH aussagt, da ja fast nur gesunde und meist noch junge Hunde vorgestellt werden.
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#9
Mein Rüde war auch schon mit 5 Jahren von der Krankheit betroffen....nur durch unseren Arzt der sich damit auskannte....und der Wochenlangen Arbeit/Pflege meiner Frau und meiner Tochter( sauber halten nach jedem Stuhlgang) ab und auswaschen/ausspülen mit einer Spritze der Wunde ,haben wir es damals gottseidank geschafft.....also es kann ohne OP klappen... Dieter
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#10
Unser Rüde ist 1999 daran gestorben. War furchtbar, über ein Jahr haben wir damit gekämpft. Wir konnten ihn zum Schluß nicht lange rauslassen, da die Fliegen sich auf seinen offenen Wunden (unter der Rute) niederlassen wollten. Dann hätten wir noch Maden gehabt. Erst haben wir versucht dies mit homöopatischen Mitteln zu bekämpfen. Ich weiß nicht mehr welche. Hatte meine Mutter in Deutschland zur Tierärztin geschickt, die mir dies nach Amerika geschickt hat. Es hat nichts genutzt. Wir haben am Tag 2 Mal die betroffenen Stellen gespült. An dem Tag an dem er eingeschlafen ist, sollte der TA zu uns kommen um ihn von seinen Leiden zu erlösen. Er ist ihm ein paar Stunden zuvor gekommen. Sepsis! Das wohl erfolgreichste Mittel zur Bekämpfung ist Cyclosporine. Google das mal und Du wirst tonnenweise Infos finden! Für unseren Sam kam dies damals zu spät! Diese Behandlung gibt es noch nicht so lange. Ist eine teure Angelegenheit., aber sehr effektiv! Bei vielen Hunden schließen sich diese Fisteln sogar wieder, aber nach Absetzen des Medikaments kommen sie oftmals zurück!
Und ja, es sind viele Schäferhunde betroffen, aber nicht nur! Ich habe sehr sehr oft von Fällen gehört, aber in Deutschland scheint man dieses Thema zu ignorieren! Vielleicht kennen viele diese Erkrankung nicht.
Hier sind ein paar sehr graphische Fotos! Nichts für Weicheier, aber so wie das schlimmste Bild hat unser Sam unter seiner Rute ausgeschaut! Traurig!
Perianalfisteln
Liebe Grüsse,
Chris Stump
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