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Ich denke, daß hier zwei Verhaltensweisen miteinander vermischt werden. Dominanz ist genetisch bedingt, sie kann nicht erlernt, aber zerstört werden.
Selbstbewußtsein kann erlernt und verstärkt werden (...durch Training).
Ein dominanter Hund ist immer auch selbstbewußt, während ein selbstbewußter Hund nicht zwangsläufig auch dominant sein muß.
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Mr.Willson,'index.php?page=Thread&postID=106996#post106996' schrieb:nochmals alf, es geht nicht darum ob es für den sport relevant ist, oder ob es für die po ausreicht!! kann man es trainieren ja oder nein? das hat jetzt nichts mit........zeigen wir ihm was er für ein toller hund ist zu tun, oder das die bösen helfer junge hunde dumm ausschauen lassen.
Worum geht es denn dann?? Wir reden doch über Ausbildung, was zwangsläufig bedeutet, wie wir unsere Hunde so optimal wie möglich fördern können, um hinterher mit ihnen hochwertigen, schön anzusehenden Hundesport machen können. Und alles, was in Ansätzen vorhanden ist, kann man bis zu einem gewissen Grad fördern oder man kann es ruckzuck ruinieren.
Diese Art der Arbeit scheint mir eine Arbeit FÜR den Hund und nicht GEGEN den Hund zu sein. Mit Schaudern denke ich an die Hetzarbeiten, in denen der Hund im Stachel gehetzt und über Schmerz nach vorn getrieben wird. Das sieht dann bei manchen Hunden hinterher toll aus, aber was meinst Du, wieviele Hunde dabei auf der Strecke blieben????
LG
Bine
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Hallo Uwe,
meine Kapazitäten sind auf absehbare Zeit ausgelastet, aber vielleicht kann Monika oder jemand anders ja mal einen Kontakt zu den Heuwinklern, zu den Knoches oder anderen herstellen, damit du da mal zugucken kannst. Auch was Sören und Volpi schreiben hört sich sehr kompetent an. Vielleicht können die dir ja irgendwie praktisch helfen.
Gruß Alf
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Huhu,
ich knipse mich doch auch mal dazu, was daran liegt, dass ich einiges in der Endkonsequenz einfach nicht verstehe und mich freuen würde, wenn man es mir möglichst relativ plastisch erklärt, denn ich lerne wirklich gern :-)
Der Aufbau des Helfer"ver"treibens und nicht beissens in den Anfängen ist für mich bekannt, klar und logisch nachvollziehbar, wo ich einfach nicht nachkomme ist beim völlig fehlenden Beutebezug und der fehlenden Kanalisierung, die Du Alf ja als falsch oder sagen wir unmodern empfindest, ich kann es einfach nicht in der Endkonsequenz durchdenken, weil die Kanalisierung in Beute eine für mich logisch richtige und gute Sache ist, am Ende ist ja schon Kanalisierung, wenn der Hund beim Verbellen, wie es auch die Heuwinkler machen, den Ball rausgeworfen bekommt, denn sein eigentliches Ziel ist ja das Vertreiben des Helfers und dieses Ziel wird hier nicht erreicht, auch beim technischen Üben der Transporte z.B. mit Peter´s Hündin kann ich doch den Ball nehmen, gehe ein paar Schritte vor und der Hund nimmt auf Freigabe dann den Ball und nicht mich und ich gehe auch nicht weg, sie hat mich nicht vertrieben, es mag durchaus sein, dass der Hund dann auch mich nehmen würde, wenn er dürfte, aber er hat gelernt, den Ball zu nehmen, das ist dann doch kanalisierte oder eben je nach Hund auch echte Beute?!
Auch glaube ich, dass ein Hund, dessen eigentliches Ziel IMMER rein die Vertreibung des Feindes ist und nicht die Vertreibung des Feindes, weil es SEINE Beute ist, diese gern auch erlernt, weil er ursprünglich weniger an der Beute interessiert war ( was für mich durchaus auch dominant ist, wenngleich ein anderes Endziel oder eben die kanalisierte Beute dahintersteht) unter Umständen anders beisst als ein Hund, der auch in der Beute arbeitet, für mich logischerweise könnte doch ein Hund, der das Ziel hat, den anderen zu vertreiben oder zu beschädigen unter Umständen unruhiger oder lauter beissen??Damit meine ich eben jetzt nicht Nervenbeissen.
Zum Aufbau bei grundsätzlich allen Junghunden und Hundeführern, wie schaut es aus bei Junghunden, die dieses Verhalten, Vertreiben, dass im Beissen seinen Höhepunkt findet, sehr gern überall zeigen, unter Umständen könnte es für den ein oder anderen vielleicht doch schwierig sein, so einen Hund ausserhalb zu führen, wenn er noch weiter in seiner "Grosskotzigkeit" gefördert wird, gerade wenn, weil der Hund noch jung ist, noch nicht genug Gehorsam drauf ist.
Natürlich wird der Hund irgendwann wissen, was er wann, wo darf, aber solange das nicht der Fall, weil eben das Alter und die gemeinsame Zeit mit dem Hundeführer es noch nicht hergaben, stelle ich mir das schwierig vor.
Ich denke aber nicht, dass, wenn ich um hier zu bleiben, ich die "Dominanz trainiere", ich das nur auf den Platz beschränken kann...??
So, ich hoffe, ich konnte meine Gedanken verständlich zu " Papier" bringen und auch, dass mir geholfen werden kann:-)
LG-Nadin
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@ Alf,
Deine Ausführungen hören sich interessant und schlüssig an - gibt es praktische Beispiele (Videos) wo man diese Arbeit sehen kann ?
Die größte Leistung besteht darin, nicht andere, sondern sich selbst zu übertreffen
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Tira,index.php?page=Thread&postID=107015#post107015' schrieb:sollte der HF dabei unterstützen oder schweigen?
Schweigen während der Hund den Helfer vertreibt, nicht ihn anfeuern, klopfen usw. Das würde ihn nur ablenken, er soll das Problem alleine lernen zu lösen. Ihn mit wenigen Worten und etwas Streicheln loben, wenn der Helfer verschwunden ist. Ihn dabei Platz machen lassen, aber nur, wenn er es zwanglos macht. Jeglicher Zwang würde die stolzen Gefühle sofort zerstören.
Gruß Alf
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Zitat: wo ich einfach nicht nachkomme ist beim völlig fehlenden Beutebezug und der fehlenden Kanalisierung, die Du Alf ja als falsch oder sagen wir unmodern empfindest, ich kann es einfach nicht in der Endkonsequenz durchdenken, weil die Kanalisierung in Beute eine für mich logisch richtige und gute Sache ist, am Ende ist ja schon Kanalisierung, wenn der Hund beim Verbellen, wie es auch die Heuwinkler machen, den Ball rausgeworfen bekommt, denn sein eigentliches Ziel ist ja das Vertreiben des Helfers und dieses Ziel wird hier nicht erreicht,
Ja, Nadin, so ähnlich geht es mir auch. Man sieht vielleicht einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht. Oder hängt es schlicht an unterschiedlichen Verbindungen mit dem Wort "kanalisieren"???
Ich meine, Alf, ist es nicht doch so, dass irgendwann im Laufe der Ausbildung die Beute als Bestätigung mitspielt?? Sonst würde er doch nicht ausschließlich in den Ärmel beißen, sondern den Lumpen kriegen wo's grad paßt - salopp gesprochen??
LG
Bine
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Martin-K9,index.php?page=Thread&postID=107019#post107019' schrieb:Dominanz ist genetisch bedingt, sie kann nicht erlernt, aber zerstört werden.
Hallo Martin,
Dominanz geht immer nur mindestens zu zweit. Wenn soll der Hund auch beherrschen, wenn er alleine ist, sich selbst?
Dominantes Verhalten in Interaktionen ist erlernbar.
Nadin, ich kann deine Bedenken hinsichtlich Großkotzigkeit verstehen. Andere würden noch weitergehen und uns Ausbildung zur Aggression gegen Menschen vorwerfen.
Wir achten aber strikt darauf, daß das dominante Verhalten nur in einem für den Hund klar definierten Ritual stattfindet: Platz, Versteck, Hund im Geschirr, Helfer im Hetzanzug.
Wenn ein Hund im Alltag unerwünscht dominant interagiert, dann liegt das garantiert nicht am sportlichen Dominanztraining.
Gruß Alf
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Ich kenne es so, das erst vertrieben und ganz zum Schluß doch die Kanalisierung in die Beute kommt. Aber halt nur 1x-----Anbiss (Lappen, Kissen, Ärmel ) und runter vom Platz. Vorher nur Helfer treiben. Wie auf dem Video, mit Belastung durch Helfer und stärken wenn gewünschtes Verhalten vom Hund gezeigt wird.
Ist nicht wirklich neu :whistling:
Gruß
Anja
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Hallo Nadin,
diese Fragen hatte ich mir am Anfang auch gestellt, und ich war mehr als skeptisch, ob das auch mit "meiner" Exotenrasse, die ich in erster Linie als Helfer figuriere (Riesenschnauzer) so klappt. Gerade das sind ja Hunde, die häufig nicht die stabilsten Nerven haben und auch mal zur Griffunruhe neigen.
Am Anfang habe ich da klar Defizite gesehen, denn ruhiger Griff kam nach meinem alten "Raiser-Denken" ja immer über die Beute und nicht aus der Aggression. Die Praxis überzeugte mich dann vom Gegenteil. Heute sehe ich den unruhigen / losen Griff als Symptom von irgendeinem Konflikt der nicht gelöst wurde. Ein Hund mit einer "Schere im Kopf" beißt unruhig und wir laut im Griff. Ein sicherer und souveräner Hund, der keinen Stress mit dem Helfer oder mit Belastungen hat, der hält auch ruhige Griffe.
Der Beutebezug (wenn Du mal das Beispiel der Heuwinkler nimmst) wird ja zunächst außerhalb des Schutzdienstes aufgebaut. Da werden ja Transporte, das Verbellen, die Führigkeit, etc. an der "toten Beute" trainiert und eine entsprechende Stimmung vermittelt. Ein Helfer hat da ja zumindest im Aufbau nix zu suchen. Der Hund lernt also die Transport und das Verbellen zunächst als "Beutespiel" außerhalb des Schutzdienstes. Das alles wird dann später mit dem Helfer übertragen, der dann die passende Stimmung anspricht und die nötige Aggression und den nötigen Druck in die Geschichte mit reinbringt. Der Hund findet also z. B. im Verbellen oder den Transporten am Ende seine Befriedigung im Beutebereich, der Weg dahin muss aber über die Aggression und das Treiben (Dominieren) gegenüber dem Helfer gegangen werden.
Es ist schwer zu erklären. Es hat auch lange gedauert, bis ich das verstanden habe. Der erste Schritt, den ich gehen musste war, die Denkweise von Beute = ruhiger Griff und Aggression = unruhiger Griff abzulegen. Ein Hund kann aus der Aggression heraus durchaus ruhige Griffe setzen.
Ich habe Hunde im Schutzdienst, die haben nur einen wirklich begrenzten Beutetrieb (wie gesagt, ich arbeite teilweise mit wenig talentierten Hunden), spielen wenig bis gar nicht und laufen nur mal ab und an lustlos einem Ball hinterher. Vor ein paar Jahren hätte ich diese Hunde als untauglich für den Schutzdienst abgetan. Diese Hunde tun es alle... sie setzen ruhige Griffe, gehen druckvoll und schnell in den Helfer und sind absolut belastbar. Der Nebeneffekt ist nur: Sie tragen keine Beute. Wird diese "geschenkt", müssen die Hunde an der Leine abgesichert sein, da ich als Helfer ansonsten u. U. ein Problem bekomme. Man muss also aufpassen... wenn da der Leinenhalter oder Hundeführer schläft, dann tut das auch mal weh.
Das passt auch zu Deiner Frage bzgl. Umweltverhalten: Ja, kann passieren. Ein Hund der so aufgebaut wurde, den würde ich gerade in einem jungen Alter sehr gut im Auge behalten. Das kann phasenweise sicherlich mal vorkommen, dass er bei einigen Situationen nach vorne geht. Das muss man wissen... das gibt sich aber, wenn der Hund älter, klarer und souveräner mit seiner Umwelt umgeht. Aufpasse muss man da nur auf die "Halbstarken".
Viele Grüße
Sören
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