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Netzhautdegeneration - PRA
#1
Hallo zusammen,

bei dem Hund einer Vereinkollegin wurde durch einen "normalen TA" die oben genannte Netzhautdegeneration - PRA diagnostiziert.

Auf verschiedenen Webseiten habe ich mal nachgelesen, dass es diese Augenerkrankung wohl gibt, aber der DSH wird nicht dabei aufgeführt.

Hat hier jemand Erfahrung oder Erkenntnisse über diese Krankheit, da es sich ja wohl auch um eine Erbkarnkheit handelt soll.

Gruß
Reiner
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#2
Hallo,



ich besitze einen DSH sowie ein Airedale-Terrier. Bei Airedale-Terriern ist in den letzten Jahren die sogenannte PRA (Progressive Retina Atrophie) häufiger aufgetreten. Daher müssen alle AT, die in der Zucht sind, sich einer jährlichen Augenuntersuchung bis zum 7. Lebendsjahr unterziehen.

Hervorgerufen wird diese Erbkrankheit durch eine Veränderung des genetischen Materials.

Die frühe Form der PRA tritt bei Welpen bereits im Alter von 12 Wochen auf. Die späte Form der PRA tritt bei Hunden im Alter von 3-6 Jahren auf. Die Netzhaut schwindet hierbei und die Hunde erblinden.

Der Erbgang der PRA ist autosomal-rezessiv, d.h. es muss sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits der Gendefekt vorliegen, damit die Erkrankung ausbricht. Betroffene Tiere sind meist Geschwister und die Erkrankung kann Generationen überspringen.

Rüde und Hündinnen erkranken zu beiden Teilen. Die Eltern sind meist gesund und sind immer Träger der Erkrankung.

Das Risiko, dass ein Welpe aus so einer Verpaarung erkrankt, beträgt 25%.
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#3
Hallo Alex,

danke für die Info.

Das AT und auch andere Rassen davon betroffen sind hatte ich auch gelesen.

Mir ging es speziell um den DSH, da mir bis dato diese Erkrankung absolut neu war.

Bei dem von mir geschilderten Hund ist mir auch nichts über derartige Erkrankungen bei den Geschwistern oder in den vorigen Generationen bekannt. Da es sich ja um eine Erberkrankung handelt.

Grüßle
Reiner
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#4
Hallo Reiner,



Deine Vereinskollegin sollte vielleicht zu einem Tierarzt gehen, der sich gerade auf Augenuntersuchungen spezialisiert hat.



Bei den Terriern werden auch nur die Untersuchungen von Tierärzten anerkannt, die beim KfT für die PRA registriert sind.



Daher würde ich mir auf jeden Fall eine zweite Meinung einholen lassen und nicht unbedingt dem "normalen" Tierarzt vertrauen.



Aber Du hast Recht, beim DSH ist mir so ein Fall auch noch nicht bekannt.





Grüße, Alex.
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#5
Hallo Reiner,

mein erster Mittelschnauzer hatte das auch.

Damals hiess es aus Schnauzerkreisen, daß das nicht sein kann - diese Krankheit gäbe es nicht beim Schnauzer.

Ich war bei einem DOK-Tierarzt (http://www.dok-vet.de/de/Default.aspx), der nicht nur in deutschen Statistiken nachschaute, sondern auch in amerikanischen. Und dort gab es - wenige - registrierte Fälle für Schnauzer (dort als Standard Schnauzer geführt).

Mein Hund hatte allerdings in den mir ersichtlichen Generationen (ich hatte keine Zuchtbücher vorliegen, sondern nur die Ahnentafel) weder Amerikaner noch gemeinsame Ahnen. Allerdings stammte er aus einer entfernten Linienzusammenführung (die Art von Zusammenführung, die in keinster Weise kritisch gesehen wird, da die gemeinsame Ahnin sehr weit zurücklag).

Ich würde die Untersuchung durch einen DOK-Arzt empfehlen - und den dann auch bitten die Diagnose an den Zuchtverband zu schicken.

Leider ist es eine Krankheit, die nicht bei allen Rassen auf den gleichen Genen liegt. Daher gibt es nur für wenige Rassen und einzelne Ausformungen Gentests.

Es gibt auch dominante Formen der PRA - im überwiegenden Teil wird die Krankheit aber rezessiv autosomal vererbt. Was bedeutet, daß über viele Generationen die Anlage für die Krankheit unerkannt vererbt werden kann. Bis dann (zufällig) zwei Anlageträger zusammenkommen. Dann sind statistisch 25% des Wurfes Merkmalsträger (also erkrankt) - weitere 50% Anlageträger (phänotypisch gesund - aber die geben die Anlage weiter) - und 25% frei.

Ich habe von dem Hund damals auch Blut nach Bochum geschickt (http://www.ruhr-uni-bochum.de/mhg/MITARB...gpra.htm#D ), wo es ein Forschungsprojekt gibt. (PRA gibt es auch beim Menschen - daher die Forschung des humangenetischen Instituts.)

Mein PRA Hund ist super mit der Erkrankung klargekommen. Er ist noch völlig erblindet ohne Leine durch Berlin gelaufen - natürlich mit uns hinter ihm, die ihm mögliche Hindernisse anzeigten.
Schmerzen hatte der Hund nicht - und die Blindheit ist kompensierbar. Allerdings ist das auch vom Grundcharakter des Hundes abhängig, wie gut er dazu in der Lage ist. Und natürlich von seinem Menschen. Denn es ist nicht ohne einen blinden Hund durchs Leben zu führen.

Und zu guter letzt: Die Krankheit ist nicht therapierbar. Wenn die Diagnose stimmt, wird der Hund erblinden. Man kann da rein garnichts tun.

Herzliche Grüsse,

Claudia
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