Hallo Reiner,
mein erster Mittelschnauzer hatte das auch.
Damals hiess es aus Schnauzerkreisen, daß das nicht sein kann - diese Krankheit gäbe es nicht beim Schnauzer.
Ich war bei einem DOK-Tierarzt (
http://www.dok-vet.de/de/Default.aspx), der nicht nur in deutschen Statistiken nachschaute, sondern auch in amerikanischen. Und dort gab es - wenige - registrierte Fälle für Schnauzer (dort als Standard Schnauzer geführt).
Mein Hund hatte allerdings in den mir ersichtlichen Generationen (ich hatte keine Zuchtbücher vorliegen, sondern nur die Ahnentafel) weder Amerikaner noch gemeinsame Ahnen. Allerdings stammte er aus einer entfernten Linienzusammenführung (die Art von Zusammenführung, die in keinster Weise kritisch gesehen wird, da die gemeinsame Ahnin sehr weit zurücklag).
Ich würde die Untersuchung durch einen DOK-Arzt empfehlen - und den dann auch bitten die Diagnose an den Zuchtverband zu schicken.
Leider ist es eine Krankheit, die nicht bei allen Rassen auf den gleichen Genen liegt. Daher gibt es nur für wenige Rassen und einzelne Ausformungen Gentests.
Es gibt auch dominante Formen der PRA - im überwiegenden Teil wird die Krankheit aber rezessiv autosomal vererbt. Was bedeutet, daß über viele Generationen die Anlage für die Krankheit unerkannt vererbt werden kann. Bis dann (zufällig) zwei Anlageträger zusammenkommen. Dann sind statistisch 25% des Wurfes Merkmalsträger (also erkrankt) - weitere 50% Anlageträger (phänotypisch gesund - aber die geben die Anlage weiter) - und 25% frei.
Ich habe von dem Hund damals auch Blut nach Bochum geschickt (
http://www.ruhr-uni-bochum.de/mhg/MITARB...gpra.htm#D ), wo es ein Forschungsprojekt gibt. (PRA gibt es auch beim Menschen - daher die Forschung des humangenetischen Instituts.)
Mein PRA Hund ist super mit der Erkrankung klargekommen. Er ist noch völlig erblindet ohne Leine durch Berlin gelaufen - natürlich mit uns hinter ihm, die ihm mögliche Hindernisse anzeigten.
Schmerzen hatte der Hund nicht - und die Blindheit ist kompensierbar. Allerdings ist das auch vom Grundcharakter des Hundes abhängig, wie gut er dazu in der Lage ist. Und natürlich von seinem Menschen. Denn es ist nicht ohne einen blinden Hund durchs Leben zu führen.
Und zu guter letzt: Die Krankheit ist nicht therapierbar. Wenn die Diagnose stimmt, wird der Hund erblinden. Man kann da rein garnichts tun.
Herzliche Grüsse,
Claudia