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Kontaktmethode
#21
Hallo,
ich habe mir gerade vorgestellt, was man jemanden antworten könnte auf die Frage: Wie soll ich meinen Hund ausbilden?
Das einzige, was ich sicher immer nennen kann, ist die Voraussetzung, das Lernverhalten der Hunde zu kennen und vor allem zu erkennen. Zweiteres ist schon schwieriger, da man es sich nicht nur anlesen kann.
Ist diese Voraussetzung erfüllt, kann man sich über die Methodik unterhalten. Theoretisch gibt es sicherlich mehrere gute Methoden, die zum Ziel führen. Dummerweise sind diese in unserem Sport von 2 Variablen abhängig, nämlich erstens dem HF, der verstehen und können muss, was die Methode vorgibt und zweitens dem Hund, der sich von seinen physischen und psychischen Gegebenheiten für die eine oder andere Methode mehr oder weniger eignet. Hinzu kommt noch die Frage nach der genauen Zielsetzung. Was will ich erreichen und kann ich, oder auch mein Hund das gesteckte Ziel erreichen?
Nach diesen Überlegungen, hätte ich schon Schwierigkeiten, eine bestimmte Methode für jeden HF und jeden Hund als allein selig machend darzustellen.
Schaun wir uns jetzt mal die Ziele an. Habe ich mir höhere Ziele gesteckt, als dass mein Hund "nur" Kommandos befolgt und will ich im Hundesport über eine gute OG-Prüfung hinauskommen, so werde ich mich selbst bei einer alle Variablen angepassten Ausbildung nicht darauf verlassen können, dass der Hund jederzeit in der gewünschten Form das Erlernte durchführt. Das muss man dann schon absichern und zwar bei jeder Methode.
Am Ende wird es also darauf hinaus laufen, dass man unter lerntheoretischen Grundlagen und Kenntnis seiner eigenen Möglichkeiten und derer seines Hundes ein Gemisch aus verschiedensten Methoden anwenden wird.
LG Barbara
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Liebe Grüße,
Barbara
"Auch Schöne können Leistung bringen!"
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#22
Hallo Claudia,ich wollte auch was dazu anmerken,hab mich aber entschlossen,deinem Beitrag einfach nur zuzustimmen :appl: :appl: Besser kann man es nicht formulieren.
Vielleicht doch noch ganz kurz,.....der RSV (sorry für das Unwort :biglaugh: ) fordert mit dem Erhalt der Causalkette ein wichtiges Bestandteil für die Zucht,sind sich wirklich einige hier im klaren,was denn überhaupt noch selektiert werden soll?
Das ein "Uwe" die Ausbildung nach der Kontaktmethode als "Ethisch bedenklich" empfindet......nun ja,will nicht weiter drauf eingehen,aber ich hoffe,das Hunde niemals lesen können,denn sonst würde ihnen klar,das sie keine Ahnung haben,wie sich Hunde richtig benehmen,bzw. kommunizieren. .
Das Hirn ist keine Seife - es wird nicht weniger, wenn man es benutzt!

(Hinweis: Die Signatur ist wie eine Visitenkarte: Sie dient der selbstdarstellenden Information über den Autor - nicht der Beurteilung des Lesers)
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#23
martin,index.php?page=Thread&postID=81558#post81558' schrieb:Sehr gut erklärt Balko. Und im im Grunde ist es schon traurig, wenn man mit einem weniger geeigneten Hund so arbeiten muss. Aber die Anhänger dieser Methodik stehen wohl darauf.

Martin
....und ist echt schlimm, dass diese Leute auch noch Bundessieger und Vizeweltmeister werden!
Vielleicht überlegt Ihr mal, was hier geschrieben wird....
Gruss Sven
Ich ziehe die Gesellschaft der Tiere der menschlichen vor....
Gewiss, ein wildes Tier ist grausam, aber die "Gemeinheit" ist das Vorrecht der Menschen!!
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#24
Hallo,

Zitat:Was meinst Du damit?
So wie ich diese Methode verstanden habe, ist es grundsätzlich nicht wichtig, wie talentiert der Hund ist.

ein Faktor ist, und dafür hat sich HR auch in einem seiner Videos entschuldigt, dass eben genau das eintritt, was Du geschrieben hast. Durch die immer ausgefeilteren Methoden gelangen auch Hunde in die Zucht, die es eigentlich nicht verdient hätten.

Zum anderen finde ich persönlich weniger toll, dass verschiedene Ausbilder aus diesem Segment immer wieder versuchen, erhebliche Zwangsmaßnahmen zu legalisieren. Und wozu?
Mir fallen da eigentlich nur Gründe ein, die in der Person des Hundeführers liegen. Und dies bei der Ausübung einer Sportart, die im Grunde Hundeführer UND Hund Spaß bereiten soll.

Es gibt halt nachgewiesenermaßen verschiedene Lerngesetze, wobei eines davon besonders nachhaltig funktioniert. Nachzulesen im Buch des findigen Schweizers.

Aber nur mal zum nachdenken darüber, was uns dabei verkauft werden soll.

Aktivierungszwang - wozu, wenn der geeignete Hund von sich aus schon vor Arbeitsbereitschaft platzt?
Meidemotivation - wozu, wenn der geeignete Hund von sich aus genügend Motivation für alle Ausbildungsteile mitbringt.

Im günstigen Fall, habe ich einen Hund von klein auf und alle Zeit der Welt, ihm die Arbeit mit mir schmackhaft zu machen. Das bedeutet, dass der Kleine im weiteren Verlauf der Ausbildung gar nicht anders kann, als er es bisher erfahren hat. Das führt auch dazu, dass eine Menge der Absicherungszwänge einfach nicht nötig sind. Ein Hund, der 500 Mal beim HZ "Fuß" die korrekte Position eingenommen hat, wird beim 501 ten Mal keinen Fehler machen, weil ihm das Erlernte zur Gewohnheit geworden ist.
Viele dieser Zwänge können mit Geduld, Wissen und Konsequenz umgangen werden.

Und so ist die Wahl der Ausbildungsmethodik auch eine Frage der inneren Gesinnung - eine Frage, wie gehe ich mit meinem Hund um. Dazu gehört aber, dass ich möglichst viele Ausbildungsweisen kenne. Und da klemmt es doch schon bei vielen Hundlern. Wie viele kennt ihr, die einfach nur das tun, was ihnen gesagt wird? Wie viele arbeiten im Schutz mit Helfern, die nur eine Ausbildungsweise für alle Hunde kennen? Ich denke, es gibt viel zu tun in 2010. :cheers:

Gruß
Martin
Den Charakter eines Menschen kann man danach beurteilen, welche Behandlung er seinen Tieren angedeihen lässt.
(Friedrich der Große)
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#25
Mal rein interessehalber an die, die die "Kontaktmethode" verwenden: Was war denn falsch an der Ausführung dazu in Balcos ersten Post?

Ich war selbst noch auf keinem SEminar dazu und habe bisher nur manches von "Anhängern" gesehen, es ist also wirklich eine reine Interessensfrage, ich bilde mich gerne weiter.
LG Janina
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#26
Aktivierungszwang - wozu, wenn der geeignete Hund von sich aus schon vor Arbeitsbereitschaft platzt?
Meidemotivation - wozu, wenn der geeignete Hund von sich aus genügend Motivation für alle Ausbildungsteile mitbringt
.

Weil manchmal metertief Schnee vor der Höhle liegt, und der Grizzly, wenn er sich auf zwei Beine stellt doch größer ist... :i_

Viele dieser Zwänge können mit Geduld, Wissen und Konsequenz umgangen werden.

Bei diesem Satz ich weiß garnicht, wo ich zuerst ansetzen sollte, wahrscheinlich ist mein Versuch, dir Verständnis zu verschaffen strafbar oder sinnlos, aber ....dieser Satz.

Ich weiß nicht, was du unter Zwänge verstehst, deine Leine ist allein schon Zwang....
Bei "Zwängen" kommt es auf die Dosierung an, wenn die Dosierung stimmt, ist es nämlich Konsequenz.
Wissen braucht, um zu verstehen, das man wenn man das, wie du sagst, alles umgeht, sehr sehr unfair zu seinem Hund ist.
Geduld brauchen die Menschen, die mit dir Hundesport machen, oder versuchen wollen, dir solide Ausbildung näher bringen wollen.

Ich wünsche dir aber trotz allem, das dein Hund dich versteht und sich wohlfühlt, in der Rolle die du im gibst.
Gruß
Claudia
[Bild: Zwinger-von-der-schwarzen-B.jpg]
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#27
Sorry das ist jetzt ab vom Ausgangsthema....

...aber ich möchte doch mal all denen gratulieren, die nie mal die Stimme erheben oder sich über den Hund beugen oder gar Fehler in der Ausbildung bzw. Aufzucht machen, so das der Hund in seinem Leben keinerlei "Zwänge" (zu denen vorgenanntes m.E. auch zählt) aushalten muss. :appl: :appl: :appl: :appl: Ich glaub ich sollte mit dem Sport aufhören...ich quäl meine armen Fellnasen anscheinend pausenlos :i_



Ramona
[size=12]"Denken ist schwer, darum urteilen die meisten." Carl Gustav Jung [/size]
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#28
DasGaby,index.php?page=Thread&postID=81605#post81605' schrieb:Sorry das ist jetzt ab vom Ausgangsthema....

...aber ich möchte doch mal all denen gratulieren, die nie mal die Stimme erheben oder sich über den Hund beugen oder gar Fehler in der Ausbildung bzw. Aufzucht machen, so das der Hund in seinem Leben keinerlei "Zwänge" (zu denen vorgenanntes m.E. auch zählt) aushalten muss. :appl: :appl: :appl: :appl: Ich glaub ich sollte mit dem Sport aufhören...ich quäl meine armen Fellnasen anscheinend pausenlos :i_



Ramona
Mh, seh denn nur ich einen gewissen Unterschied zwischen "Ich beuge mich mal über den Hund" oder "ich wirke einmal angemessen zur Absicherung ein" und "jedes Kommando ist grundsätzlich eine Drohung"?

Wobei ich mich bei letzterem ja gerne belehren lasse von Leuten die das so praktizieren - vielleicht ist ja alles ganz anders?
LG Janina
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#29
Hi Claudia,

schön, dass Du Dich auch meldest. Ich habe Dich schon arbeiten sehen und Du mich. Im Moment kann ich aber mit Deinen Zeilen leider sehr wenig anfangen. Wie auch mit dem Post von DasGaby.

Ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich Ausbildung ohne Zwänge propagiere oder Gehorsam telepatisch vermittle. Vieleicht habe ich aber auch nur einen Hund, der trotz meiner Unzulänglichkeiten seinen Job macht - bin da im Moment echt etwas im Zweifel.

Aber denk' mal drüber nach, wie viele Hunde täglich mit Zwängen belegt werden, nur weil sie mal was vergessen haben.


Nun, vieleicht versuchst Du es ja einfach nochmal mir Verständnis zu verschaffen. Jeder hat eine zweite Chance verdient. :blume:



Gruß
Martin
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(Friedrich der Große)
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#30
Die Aktivierungszwänge der Kontaktmethode sollen, wie schon erwähnt, schwach sein und nicht etwa tierschutzrelevant. Dieser Vorwurf ist wirklich unberechtigt.
Wie es mit evtl. Strafeinwirkungen praktisch aussieht, steht auf einem anderen Blatt. Aber davon wären auch die modernen Methoden betroffen, die Strafeinwirkungen im Sinne der Lerntheorie nicht grundsätzlich ausschliessen.

Die Aktivierungszwänge sollen in erster Linie psychisch wirken. Dass sie die Freude an der Arbeit nicht erhöhen liegt auf der Hand, wenn man sich mal vorstellt, man würde in der Schule vor jeder Aufgabe einen leicht unangenehmen Schlag auf den Hinterkopf kriegen (zur angeblichen Erhöhung des Denkvermögens). Wehren kann man sich nicht, dann gibt es richtig was, also wird Schule bald nur noch als nervig erlebt, wenn da nicht die Pausen usw. (das Triebziel) wären.

Bei den Hunden leidet zwangsläufig die Ausstrahlung, oft auch das Tempo, (s. Videos), obwohl gerade auch das durch die ständigen leichten Drohzwänge erhöht werden soll.

Dass es auch ohne diese nervigen Aktivierungszwänge (die tatsächlich an die Nerven des Hundes gehen und viele relativ früh verbrauchen…Ausnahmen bestätigen die Regel…) und zwar noch viel besser geht, haben die modernen Methoden, die darauf verzichten, ja in den letzten Jahren immer wieder bewiesen.
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