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Sehr dominanter Welpe!
#1
Erstmal Hallo!

Vorab: bin kein Laie in der Hundehaltung, auch die Ausbildung krieg ich gut gebacken, wenn es auch länger dauert, aber momentan bin ich mit meinem Latein einfach zu Ende.

Habe folgendes Problem:

Wir haben einen knapp 5Monate alten DSH-Rüden, der seit der 8.Woche bei uns ist.
Ich bin seit seiner 4.Lebenswoche regelmäßig dagewesen und hab schon einen Draht zu ihm gefunden.
Mit 8Wochen war er allerdings anders als mit 6., was ja kein Weltuntergang war.
Im Gegenteil: es gefiel mir, das aus dem bequemlichsten Rüden aus dem Wurf, ein agiler Frechdachs geworden ist.
Er ist wahnsinnig verfressen, schlingt und junkt, wenn Futter ein wenig später "serviert" wird.

Folgendes: Der Rüde ist wahnsinnig dominant.
Er "müpft" bei der Mali-Hündin auf, stellt alles in Frage, was die Familienmitglieder aufgestellt haben und meine "Regeln" werden einfach umgangen, es wird also regelmäßig versucht!
Sprich: gelbe Tüte ist tabu, er versucht es dennoch.
Ich ruhig und konsequent, bestehe auf dem "Nein"...
Der Kleine knurrt und probiert es dennoch, was letzten Endes zu einem täglichen Kampf ausgeartet ist.
Nun werden diese Streitpunkte vehement abgewehrt, sprich aus dem Weg geschafft, um gar keine Versuchung aufkommen zu lassen.
Seit er klein war, war er auch kein großer Fan von Streicheleinheiten und auch länger festgehalten werden war ihm ein Gräuel.
Zähnezeigen lernen...darüber will ich mal nix los werden!

Auf dem HuPla, wir machen schon Sitz und Komm (für mehr fehlt einfach die Konzentration), ist er sehr aufgeweckt, läßt sich bedingungslos streicheln und bleibt auch aufgeweckt dabei.
Beim Bällchen spielen zeigt sich allerdings wieder seine Dominanz.
Er streitet mit mir um den Ball, hat er ihn, wird er dominant und gibt ihn nicht mehr her.
Ein zweiter Ball konnte da auch nicht helfen, ich war froh, das stets die lange Leine dran ist an dem Racker!
Als der Helfer mit ihm und dem Lappen "rocken" wollte, zeigte sich folgendes Verhalten...
Bellen, Knurren und stetig der Versuch, an die Wäsche zu gehen, sprich Füße angeschnappt.
Nur in der Fährte sind wir ein "Dream-Team"...meine Ruhe überträgt sich auf ihn und für sein Alter sucht er ziemlich gut, auch sehr konzentriert.
Umherfliegende Vögel, Geräusche und auch andere Hunde, die weiter weg sind, lenken ihn nicht ab, er sucht konzentriert (und gierig) weiter!

Mit der Hündin hat er es sich schon verscherzt, die kann den nicht mehr sehen, nachdem die beiden eine Beißerei angefangen hatten, sind sie auch konsequent getrennt worden.
Ich gehe auch dreimal am Tag getrennt spazieren, nur die große Runde wird gemeinsam absolviert, da die sich 2Stunden hinzieht!

Ich hatte noch nie einen Rüden, dies ist der allererste.
Alle Hunde, egal ob eigene oder Pflegehunde, waren stets Hündinnen.
Es waren auch dominante dabei, doch dies ist ein völlig anderes, unbekanntes Exemplar in "meiner Hundewelt".
Und ich komm mit dem Kleinen nicht weiter.
Zumal er knapp 5Monate ist, und ich frage mich, wie das in welche Bahnen gelenkt werden sollte, damit ein Zusammenleben möglich ist!
Ich habe ein solches Verhalten bei solch einem jungen Tier noch nie gesehen und dementsprechend bin ich verunsichert, ob wir beide überhaupt ein Team werden können, das lange Freude aneinander findet!

Auch seine "Aufpasser"-Aufgabe nimmt er sehr ernst.
Im Garten (er pennt im Zwinger) wird er fast immer freigelassen, nur nachts muß er rein.
Bei schlechtem/sehr kaltem Wetter wird natürlich drinnen im Haus viel gemacht.
Im Garten verbellt er die Leute, die nachts noch unterwegs sind.
Er ist sich auch nicht zu Schade, in den Maschendrahtzaun zu beißen.

Mein Onkel arbeitet viel mit Schrott, daher lagern einige Teile bei uns im hinteren Teil des Gartens.
Dort werden einzelne Stücke gepackt und durch die Gegend getragen.
Mittlerweile ist auch dies mit Maschendraht umwickelt, damit die Zähne des Kleinen nicht drunter leiden.

Ich danke im Voraus für alle möglichen Tipps und auch Hinweise auf mein eigenes Fehlverhalten!!!
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#2
Hört sich doch gut an!!!aufgewechtes Kerlchen

wenn es keine Unsicherheit ist hast du doch einen guten erwischt!
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#3
@ Tim: Sehr gute Antwort, vor allem sehr hilfreich.

habe auch so einen, ist jetzt 3,5 Jahre, und wir müssen uns immer noch zusammenraufen.
Geht nur mit absoluter Ruhe und Konsequenz.

Hoffe, Du fängst früher damit an und hast eher diese Erfolge, die sich bei mir erst jetzt langsam einstellen.
Bin Anfänger im VPG und an Leute geraten, die gesagt haben: Trieb, Trieb und nochmal Trieb.
War komplett verkehrt.
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#4
Hallo, ich hatte ganz genau so einen gehabt. Also mit 8 Wochen abgeholt von der Züchterin und der Kampf begann. Bh und SchH1 bestanden aber es hat mir einfach keinen Spaß gemacht das ich ihn so gut wie jeden Tag bearbeiten mußte. Er war auch den Helfern nicht sehr wohlgesonnen, Fluchten wurden da schon mal im Rücken vereitelt und beim langen Gang direckt in den Bauch rein gegangen. Im Privaten war er absolut in Ordnung, jeder konnte in streicheln und mit ihm spielen. Aber er war halt nicht wirklich ein Sporthund,und ich hatte die Wahl entweder mit dem Sport aufzuhören oder ihn an eine Behörde abzugeben. So verkaufte ihn schweren Herzens nach Norwegen an eine Antiterroreinheit und das war sein Ding. Leider wurde er nur 4 Jahre alt da er im Dienst erschossen wurde. Als ich das erfahren hatte habe ich es bitter bereut das ich ihn abgegeben habe.


Hoffentlich triffst du die richtige Entscheidung !

Gruß Mika
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Albert Einstein
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#5
Grundsätzlich finde ich so einen Hund auch klasse - wie meine Vorredner -

aber das ist mir doch etwas aufgestoßen:

Zitat:Original von Mayu84



Ich gehe auch dreimal am Tag getrennt spazieren, nur die große Runde wird gemeinsam absolviert, da die sich 2Stunden hinzieht!



Ich danke im Voraus für alle möglichen Tipps und auch Hinweise auf mein eigenes Fehlverhalten!!!

Mit einem 5 Monate alten Hund gehst du dreimal am Tag alleine spazieren - soweit ok , aber dann gehst du 2 Stunden mit ihm und einem anderen Hund spazieren !
Das ist nach m.E. viiiiiieeeel zu lange.

Meinen Welpenkäufern empfehle ich immer noch die alte Regel:
pro Spaziergang soviele Minuten laufen wie der Hund in Wochen alt ist,
also ein 20 Wochen alter Hund sollte etwa 20 Minuten am Stück Gassi gehen, nicht länger, lieber öfter !

Ansonsten viel Spaß mit dem Kleinen !

wauwau
Karla
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#6
Hallo Mayu,

Zitat:Original von Mayu84
Er ist wahnsinnig verfressen, schlingt und junkt, wenn Futter ein wenig später "serviert" wird.

Hier kannst Du schon eingreifen (und solltest es auch) denn die "Futterhoheit" sollte unbedingt von Dir ausgehen! Ignoriere ihn, wenn er junkt - zu Fressen gibt es erst, wenn er ruhig ist. Füttere ihn aus der Hand, nicht aus dem Napf. Zeige ihm, dass er nur dann etwas bekommt, wenn er es von Dir erhält. Er muss lernen, dass Du die Macht hast und nicht er.

Zitat:Original von Mayu84
Folgendes: Der Rüde ist wahnsinnig dominant. Er "müpft" bei der Mali-Hündin auf, stellt alles in Frage, was die Familienmitglieder aufgestellt haben und meine "Regeln" werden einfach umgangen, es wird also regelmäßig versucht!
Sprich: gelbe Tüte ist tabu, er versucht es dennoch.
Ich ruhig und konsequent, bestehe auf dem "Nein"....

Da ist wohl das "Nein" nicht ausreichend. Wenn er aufmuckt, dann unterwerfe ihn. Lege ihn auf den Rücken, Hand über die Kehle - und zwar so lange bis er wirklich aufgibt. Vorher auf keinen Fall loslassen. Was Du jetzt versäumst, kannst Du später nur sehr schwer wieder aufholen, denn er wird ja immer stärker.

Zitat:Original von Mayu84
Seit er klein war, war er auch kein großer Fan von Streicheleinheiten und auch länger festgehalten werden war ihm ein Gräuel.
Zähnezeigen lernen...darüber will ich mal nix los werden!

Laß ihn auf Dich zukommen. Wenn er keine Streicheleinheiten will, dann erzwinge es nicht. Meine Kleine (jetzt 16 Monate) war ganz ähnlich und fand anfassen nicht toll. Inzwischen kommt sie von selbst. Nicht alle Hunde sind gleich kuschelig - manche wollen erst schmusen, wenn sie älter sind - andere werden wohl nie so richtig Knuddelhunde.

Zitat:Original von Mayu84
Beim Bällchen spielen zeigt sich allerdings wieder seine Dominanz.
Er streitet mit mir um den Ball, hat er ihn, wird er dominant und gibt ihn nicht mehr her

Dann gebe ihm eben keine Ball, es gibt ja auch andere Beute. Spiele z.B. mit einem Longmot oder etwas Anderem aber nicht mit einem Ball. Es gibt genug Möglichkeiten den Ball zu vermeiden (mir blieb auch nix anderes übrig - und es hat toll geklappt).

Zitat:Original von Mayu84
Als der Helfer mit ihm und dem Lappen "rocken" wollte, zeigte sich folgendes Verhalten...
Bellen, Knurren und stetig der Versuch, an die Wäsche zu gehen, sprich Füße angeschnappt.

Da solltest Du ihn sofort wieder vom Platz nehmen, damit er lernt, dass das Spiel nur weitergeht, wenn er sich anständig benimmt. Spielabbruch erfolgt immer dann sofort und konsequent, wenn er sich nicht benimmt. Da lernt er normalerweise gut, wie die Regeln lauten.

Ich drück Dir feste die Daumen, dass Du den Kleinen in den Griff bekommst.

LG Elke
Der beste Teil meiner Persönlichkeit hat vier Pfoten
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#7
Hallo Mayu84,

ich kann dich sehr gut verstehen.Auch ich habe eine Hündin,die vor Dominanz nur so strotzt.Sie ist nun schon 10 Monate alt und ich muß sagen,ich glaube ich werde es schaffen mit ihr.
Ich habe sie seit der 8 Lebenswoche und der tägliche Kampf ließ nicht lange auf sich warten..Ich war total verzweifelt,stand wie vor einem Buch mit 7 Siegeln.So etwas hatte ich auch noch nie.Ihr Verhalten glich dem deines Rüden.Ständig ging sie auf mich los,wenn ich sie von irgend etwas abhalten wollte.Es ging leider gar nicht mehr.Konnte nur noch auf sie eingehen wenn sie es wollte.Sprich: spielen,streicheln,herankommen usw. Kurz gesagt,sie bestimmte das Geschehen bei uns zu Haus.
Ich überlegte schon,sie abzugeben.War einfach überfordert mit ihr.
Ich habe es dann so gemacht,daß ich zuerst einmal alle Situationen die eine energische Auseinandersetzung mit ihr verursachen könnten,vermieden habe.Habe sie oft ignoriert,so wie sie es mit mir tat.Hab sie quasi mit ihren eigenen Waffen geschlagen.Ich weiß,das hört sich alles blöd an,aber ich habe nur noch aus der Verzweiflung heraus gehandelt.Hab mich ihr gegenüber benommen wie,eben ein Hund.
Ich kann dir sagen,es hat funktioniert.
Wir kommen momentan viel besser zurecht.Ich gehe regelmäßig fährten mit ihr.Das macht ihr sehr viel Spaß.Auf dem Hundeplatz sind wir 3mal pro Woche.Ich möchte sie schon auf die Unterordnung vorbereiten.Ich versuche sie zu motivieren,mich interessant zu machen.War anfangs gar nicht so eifach.Da kam das alte Verhalten wieder so richtig durch.Ständig versuchte sie den Spieß umzudrehen...Aber ich war und bin konsequent dabei und wenn es gar nicht ging,habe ich das MT einfach abgebrochen.Jetzt macht sie schon ganz gut mit.
Schutzdienst mache ich noch nicht so regelmäßig.Sie möchte schon,aber sie bewegt sich da in Triebbereiche ,mit denen sie(altersbedingt)noch nicht richtig umgehen kann.
Ich hoffe das du die nötige Geduld für deinen kleinen Racker aufbringst.
Es wird sich lohnen.

Mit freundlichem gruß

svsabine
SR
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#8
Hallo Mayu,
da ich dich nicht kenne, gebe ich dir gleich 2 Antworten :

1. Falls du einen Sporthund möchtest;
Toller Welpe, er ist nicht dominant , sondern ein Triebbolzen.
lass ihn leben
Nutze seine Triebe für die Ausbildung. Stecke seine Grenze weit hinten ab.
--------------------------------------------------------------------------------------

2. Falls du einen ruhigen Famielenhund willst ;
Unterbinde alles was dich stört. Konseqenz ist sehr wichtig. Stecke enge Grenzen ab. Nur durch Ruhe (später Gehorsam) kommt er zum Spiel oder zum Futter.
Die Farbe beißt nicht
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#9
@britta

Jepp, er wurd hauptsächlich für den Sport angeschafft, also mit dem Gedanken vorrangig!
Als Familienhund eignet er sich auch...solange sich alle unterwerfen! -w-
Nur, die Family hat mit ihm nix zu tun, ist mein Hund und alle anderen kümmern sich nur um die Versorgung, wenn ich mal außer Haus bin, ansonsten-keinerlei Draht zu dem Tier!

@svsabine

Ignorieren geht bei dem überhaupt gar nicht...er ignoriert dann großartig mit!

@Alea
Zum Füttern...das klappt, durch die Handfütterung (die ich erst seit einigen Tagen praktiziere) sehr gut.
Er ist ruhig und wartet auch, schnappt nicht mehr in die Finger wie blöd und bleibt auch ruhig sitzen!

Zum Unterwerfen...sollte ich das von dir vorgeschlagene wirklich machen, dann beißt er...er beißt wirklich bösartig zu.
Hatten wir nur ein einziges Mal...
Aber ich habe es bereut.
Der Rüde war danach einige Tage lang komplett abgeschottet, zog sich vor mir zurück und nur mühsam hab ich ihn wieder an mich binden können!

@karla

Diese 2Stunden spielen sich auf einem nahegelegenen Feld ab, 5Min. entfernt!
Dort bleiben wir, gehen nicht weiter.
Dort spielen wir aber mit dem Ball, suchen, spielen verstecken, sitzen "beisammen", es wird geschmust und ein bissl geübt, für Leckerchen gearbeitet...
Lange Strecken werden nicht absolviert, das längste was wir hatten, war ein 20Min. Spaziergang, wo permanent gegangen wurde.
Im Feld sind sie aber abgeleint, legen sich auch hin, beispielsw. um Stöcke zu zerkleinern!

@Tim

Aufgeweckt allemal, aber er droht, mir über den Kopf zu wachsen.
Und das Letzte was ich will, ist ein Hund, der mit mir und ich mit dem nicht kann und wir einfach nur wünschen, etwas "anderes" an der Leine zu haben!
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#10
Ich habe eine Frage: kann man das wirklich als "Dominanz" abbuchen?? Habe so was ähnliches - sehr sozial, sehr lebhaft. Ein "nein" nützt ohne "Nebeneffekte" nicht viel.

Mit 8 Wochen brachten wir ihn nach Hause und das erste was er machte war mir "ans Bein zu gehen". Ich schob ihn weg mit "nein" und dann kam er wieder und ich packte ihn und warf ihn weg. Das funzte.

Ist das nicht eher ein selbstbewusster Kerlchen der sich nur nicht gerne unterordnet? Heute ist unser Trotzkopf viel besser. Das Selbstbewusstsein hat doch keinen Riss abekommen aber bis zum erster Prüfung wird's noch ein Weilchen dauern. Ich weiss inzwischen (fast) welche "Knöpfe" ich drücken muss.

Er is aber immer noch ein verschmuster Kerlchen, der alle Leute liebt, und er liebt Streicheleinheiten über alles auch wenn er fast keine Zeit hat sie zu geniessen.

Viel Glück
Gill
Life, z.B. Hundesport, is really simple but we insist on making it complicated
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