tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166124#post166124 schrieb:Es geht genau um diesen Ausdruck:
-belastbare Aufmerksamkeit-
Ich hatte absichtlich den Komparativ „
belastbarere Aufmerksamkeit“ benutzt, weil das relativ und nicht absolut ist. Jede Methode hat ihre Grenzen, jeder Hund und jeder HF auch. Mein Konzept will etwas zusätzlich nutzen und nicht alles andere ersetzen. So wie ich auch nicht verabsolutierend vorgeschlagen habe, dass man lebenslang mit seinem Hund in einem Bett schlafen sollte.
Das Konzept will weg von:
der HF macht den Hund aufmerksam,
der HF buhlt, lockt, animiert und droht,
der HF fordert Gehorsam.
Und hin zu:
der Hund macht den HF aufmerksam,
der Hund buhlt und animiert,
der Hund fordert „Gehorsam“.
Dabei nutze ich die natürlichen Anlagen des Hundes, sein Bedürfnis nach persönlichem Sozialspiel und persönlicher Anerkennung und Wertschätzung.
Das Ziel ist, dass der Hund den passiv auf dem Platz stehenden HF (eine bestimmte Körperhaltung als Zeichen der Erlaubnis zur Arbeitsaufforderung ist dabei sinnvoll, z.B. Cowboyhaltung wie vor dem Duell) animiert. Der Hund fordert dann z.B. durch Anspringen seinen HF auf, endlich ein Kommando zu geben, z.B. Fuss. Nach Ausführung des HZ gibt der HF sein Zeichen für „Das war gut, dafür gibt es jetzt eine Belohnung.“ mit Stimme oder Clicker.
Dann kommt das emotionale und körperbetonte Sozialspiel. In der Endfassung kann sich das in der Prüfung auf ein erlaubtes Streicheln mit einem Lobwort reduzieren.
Den Weg dahin habe ich mit „Kettenreaktion“ bereits beschrieben.
Es gibt Tausend Videos, wo kleine Welpen ins Sitz usw. gelockt werden. Das macht sie tendenziell reaktiv. Stattdessen sollte man gerade am Anfang daran arbeiten, dass der Welpe fordert durch Körperkontakt, das macht er ja schon von selbst andauernd, und das mit objektlosem Sozialspiel belohnen. Aus diesem Spiel heraus kann man dann später!!! z.B. mit Futter in die Grundstellung locken. So hat man ziemlich schnell die richtige Verkettung: wenn ich meinen HF anspringe, dann löse ich ein Kommando aus, kann zeigen, was ich kann, und werde dann mit Futter und Sozialspiel belohnt. Dann muss man nur noch das Futterlocken abbauen und das Futter nach dem Sozialspiel geben.
So wird das Sozialspiel bis hin zum nur Streicheln mit Lobwort zum Ankündiger für Futter/Ball, was dann noch später!!! nur noch intermittierend gegeben wird. Die Übung selbst wird schliesslich zur Aufforderung an den HF. Damit ist dann die „belastbarere Aufmerksamkeit“ auch in längeren Arbeitsphasen der UO erreicht.
Selbst reaktive erwachsene Hunde lassen sich auf das Konzept noch umstellen. Bei Welpen dauert es nur wenige Tage/Wochen, bis sie die ersten Glieder der Kette verstanden haben und immer aktiv fordern, wenn der HF eine bestimmte regungslose Körperhaltung in einer Trainingssituation einnimmt, bei älteren Hunden kann es auch mehrere Wochen dauern. Hunde, die an Aktivierungs- oder sogar Strafzwänge gewöhnt sind, tun sich allerdings sehr schwer. Das gilt auch für Hunde, die so gehalten werden, dass ihre Rezeptoren für das Hormon verkümmert sind. Aber da das Gehirn plastisch ist, ist fast nichts komplett irreversibel.
Sollte jemand das mal planmässig versuchen wollen, dann kann ich nur dazu ermuntern. Man macht sich damit nichts kaputt. Sollte jemand wieder sagen, das ist nicht neu, das machen wir doch schon immer so, dann ist es auch ok.