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Nutzung des Rudel-Meuteriebes
#21
Detlef Berensmann,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166075#post166075 schrieb:ganz einfach nur als ankündigung für eine zukünftige belohnung, man hält die hoffnung am leben.

Nein, nicht „nur“ und auch im Kern nicht. Weil da leider wieder soviel konfus ist, kann ich doch meine Finger nicht ruhighalten, denn vielleicht gibt es ja jemanden hier, der nicht schon alles weiss.

„Rudel-/Meutetrieb“ gehört zum Sozialverhalten und ist ein affiliatives Verhalten, welches das Bedürfnis zu Kontakt (z.B. Körperkontakt) und Zusammenarbeit (z.B. Sozialspiel) beinhaltet. Dieses Grundbedürfnis sorgt u.a. für das altruistische („Ich mach das für dich!“) und empathische („Ich mag dich!“) Verhalten des Hundes und stärkt so den Gruppenzusammenhalt. Auf die Ausbildung bezogen: den „Teamgedanken“ des Hundes, d.h. seine Leistungsbereitschaft und Frustrationstoleranz ohne Futter/Ball etwas länger auszukommen. Diese für die Ausbildung nutzbaren Eigenschaften und Bedürfnisse kann man fördern und hemmen.

Beim Fördern wird das Hormon Oxytozin ausgeschüttet, welches u.a. das Vertrauen und die Lern- und Leistungsbereitschaft erhöht. Unangenehme Einwirkungen hemmen das Oxytozin, sähen Misstrauen, machen situativ dumm beim Erlernen von erwünschtem Verhalten und machen Null-Bock-Stimmung beim Ausführen von erwünschtem Verhalten, was man dann auch sieht, selbst wenn er die Übung formal macht.

Die planmässige Nutzung des „Rudel-/Meutetrieb“ fängt schon bei der Haltungsform an. Viel im Zwinger führt auf Dauer nicht zur Erhöhung dieser sozialen Bedürfnisse und Fähigkeiten, sondern zu deren Abstumpfung. Immer mit dem Hund zusammensein führt nicht zur Übersättigung, wenn bestimmte Interaktionsformen als Quality time nur im Zusammenhang mit dem Training stattfinden. Der Hund lernt, ohne grossartige Animation des HF aufzufordern zur Interaktion. Dabei sind die zielgerichteten Trainingssequenzen nicht ein abgespalten hinzugefügter Teil, nach dem alten Motto: erst etwas spielen, dann arbeiten, dann wieder etwas spielen, sondern werden aus Sicht des Hundes Teil der Quality time. Der Hund wird also nicht beschissen, indem nur eine Hoffnung am Leben gehalten wird. Das hätte er nach wenigen Prüfungen auch schnell spitz.

Wenn man allerdings die Einstellung hat, dass ein Hund in der UO sowieso keine Freude zeigt, sondern nur ein Komfortverhalten sucht, wo es ihm im besten Fall nicht schlecht geht, dann wird man mit dem Konzept der planmässigen Nutzung des „Rudel-/Meutetrieb“ sowieso nichts anfangen können, denn man reduziert den Hund per Definition einfach auf einen „Gebrauchshund“, so ähnlich wie ein Nutztier, das dem Menschen zu nutzen hat und deshalb so einiges in Kauf nehmen muss. Die ungeheuren Potentiale, die sich auch im Sport eröffnen, wenn man den Hund in seiner Ganzheit nach den neuesten Erkenntnissen wahrnimmt, wird man so nie kennenlernen.
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#22
voraus,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166078#post166078 schrieb:Weil da leider wieder soviel konfus ist, kann ich doch meine Finger nicht ruhighalten
gutes beispiel für einen bedingten reflex, .....solange die glocke vor dem futter kommt. Wink
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#23
Schade! Hätte ich bloss meine Finger ruhig gehalten.
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#24
Doch noch eine Ergänzung für die, die sich für das Konzept, was natürlich viele praktische Einzelschritte beinhaltet, interessieren und weil ich es mit „abstumpfen“ angedeutet, aber nicht erklärt habe.

Nehmen wir den ersten Schritt.

Wenn man einen Welpen mit 8 Wochen bekommt und ihn alleine wegsperrt, dann denkt er nicht nur, dass er in die Hölle gekommen ist, sondern sein Gehirn vollzieht sofort einen Anpassungsprozess: die Andockstationen für das Oxytozin verringern sich, d.h. er wird weniger aufnahmefähig für das Hormon und das Konzept.
Nimmt man ihn dagegen mit ins Bett, glaubt er vielleicht nicht nur, dass er gar keinen so ganz schlechten Tausch gemacht hat, sondern die Andockstellen vermehren sich, d.h. er wird lebenslang aufnahmefähiger für Hormon und Konzept, wenn man es nicht konterkariert.
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#25
voraus,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166078#post166078 schrieb:Definition einfach auf einen „Gebrauchshund“, so ähnlich wie ein Nutztier

meine Definition von gebrauchshund ist da etwas anders und bezieht sich auf die anlagen des hundes.

voraus,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166081#post166081 schrieb:Nimmt man ihn dagegen mit ins Bett, glaubt er vielleicht nicht nur, dass er gar keinen so ganz schlechten Tausch gemacht hat, sondern die Andockstellen vermehren sich, d.h. er wird lebenslang aufnahmefähiger für Hormon und Konzept, wenn man es nicht konterkariert.

hab ich ja schon garnicht soviel verkehrt gemacht,fürs bett reichts zwar nicht aber fürs Körbchen nebens bett.

wenn ich dich richtig verstehe beschreibst du mehr eine bestimmte art der Haltung eines hundes ,scheint jetzt nicht so eine Maßnahme zu sein die explizit auf dem hundeplatz gemacht wird.
mfg erwin
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#26
„Körbchen nebens Bett“ geht in die richtige Richtung.

Das Konzept betrifft selbstverständlich auch das Training auf dem Platz. Alles andere sind ja nur die ersten Schritte, um die Andockstationen zu vermehren. Sozusagen die Bedürftigkeit, die eben nicht durch Mangel, sondern durch Reichtum entsteht, später auf dem Platz zu nutzen.
Tinkas Video zeigt das in Ansätzen, aber es fehlt die Integration in die UO. Das alte Konzept von spielen-arbeiten-spielen ist additiv. Mein Konzept ist integrativ.
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#27
das kann ich nachvollziehen,
wie stelle ich mir jetzt eine übung vor ? ball,futter denke mal klicker nutzt du auch
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#28
voraus,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166081#post166081 schrieb:Doch noch eine Ergänzung für die, die sich für das Konzept, was natürlich viele praktische Einzelschritte beinhaltet, interessieren und weil ich es mit „abstumpfen“ angedeutet, aber nicht erklärt habe.

Nehmen wir den ersten Schritt.

Wenn man einen Welpen mit 8 Wochen bekommt und ihn alleine wegsperrt, dann denkt er nicht nur, dass er in die Hölle gekommen ist, sondern sein Gehirn vollzieht sofort einen Anpassungsprozess: die Andockstationen für das Oxytozin verringern sich, d.h. er wird weniger aufnahmefähig für das Hormon und das Konzept.
Nimmt man ihn dagegen mit ins Bett, glaubt er vielleicht nicht nur, dass er gar keinen so ganz schlechten Tausch gemacht hat, sondern die Andockstellen vermehren sich, d.h. er wird lebenslang aufnahmefähiger für Hormon und Konzept, wenn man es nicht konterkariert.

Seit wann können Hunde denken?
Also keine Panik jetzt, mein Hund darf in meinem Haus leben, aber mit ins Bett ist nicht so mein Ding. Aber das mein Hund jetzt denkt `` So ein Scheiß hier`` das glaube ich nicht. ^^
LG Simone Krüger :hallo:
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#29
erwin,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166082#post166082 schrieb:meine Definition von gebrauchshund ist da etwas anders und bezieht sich auf die anlagen des hundes.

Das ist auch so ok. Aber es gibt eben eine Vorstellung 2000, dass ein Gebrauchshund eine Art von Nutztier ist, die es zu ertragen hat, dass sein Komfortbereich darin besteht, dass ihm nichts Schlimmes passiert.
Die moderne Vorstellung ist, dass der Hund den Komfortbereich als etwas empfindet, wo ihm Angenehmes passiert.
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#30
Moni-Ronja,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166085#post166085 schrieb:Seit wann können Hunde denken?

Das ist so eine Frage, die man vor 20 Jahren noch als halbwegs nachvollziehbar empfunden hätte.
Inzwischen gibt es 1000 wissenschaftlich belegte Beweise dafür. Kommt mir so vor, als würde jemand fragen, ob die Erde wirklich rund ist.
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