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Verhaltensfrage
Mit dem Hund in dem Video wird bestimmt auch kein SD gemacht.
Nun mal angenommen, der Hund von Chaco hat sich beim SD auf einmal so erschrocken vor dem Helfer, weil dieser auf einmal aus der Revierhürde da war und ihn dann auch noch bedroht hat. Die Reaktion des Hundes war bellen und diese wurde auch bestätigt, weil man dieses Verhalten ja möchte und hat es weiter durch Wiederholungen gefördert und dem Hund Selbstbewusstsein gegeben. Die Grundstimmung Erschrecken wurde aber auch gefördert.
Nun hat sich der Hund im Wald erschrocken, weil wieder Urplötzlich ein Mensch da war aus dem Nichts und der Hund zeigt jetzt einfach nur erlerntes Verhalten / Reaktion auf die Grundstimmung Erschrecken.
Und jetzt wird die Stimmung im Hund ja wieder durch einen Click und Futter bestätigt und gefördert.
LG Simone Krüger :hallo:
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Detlef Berensmann,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24672-Verhaltensfrage/?postID=165764#post165764 schrieb:im video gibt es keinen sekundär verstärker. ich denke das macht einen unterschied. dort wird mit einem primär verstärker gearbeitet, eigentlich sogar mit zwei primär verstärkern, das futter aber auch die bewegung

hm, m.E. ist das Anpusten eher ein sek Verstärker und die Handbewegung kein prim. Verstärker; eher auch ein sekundärer.
Bye Uwe
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Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24672-Verhaltensfrage/?postID=165777#post165777 schrieb:hm, m.E. ist das Anpusten eher ein sek Verstärker und die Handbewegung kein prim. Verstärker; eher auch ein sekundärer.
ein bewegungsreiz ist doch kein sekundär verstärker?? ein hund reagiert auf bewegung instinktiv mit einem reflex. das anpusten ist doch auch keine verstärker sondern ein auslöser?? (also konditioniert)
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Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24672-Verhaltensfrage/?postID=165777#post165777 schrieb:hm, m.E. ist das Anpusten eher ein sek Verstärker und die Handbewegung kein prim. Verstärker; eher auch ein sekundärer.

Nein. Das Anpusten ist für den Hund kein Verstärker, sondern ein unangenehmer Reiz. Die Hand mit dem Futter ist ein angenehmer Reiz. Der Hund verlagert nun seinen Fokus immer mehr auf die Futterhand. Dabei verändert sich seine Stimmung, denn der unangenehme Reiz wird immer unwichtiger. Eine Desensibilisierung tritt ein. Schliesslich wird das Anpusten zum Ankündiger von Futter, auch wenn die Futterhand nicht mehr sichtbar ist. So wird für Chacos Hund der überraschende Anblick eines Fremden auch zum Ankündiger von Futter, auch wenn Chaco nicht ständig Clicker und Futter in der Hand trägt.
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Detlef Berensmann,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24672-Verhaltensfrage/?postID=165765#post165765 schrieb:es gibt eine komponente die immer gleich ist, egal wo man sich befindet, der hundeführer. wenn er es schafft, eine klassische konditionierung zwischen hörzeichen und verhalten zu festigen, wird ihm eine reaktion (reflex) sicher sein, egal wo er sich befindet.

Sorry, aber leider auch falsch, denn es handelt sich zwar um eine willkürliche Reaktion, aber nicht um einen unwillkürlichen Reflex. Der Hund führt willentlich etwas aus, von dem er sich einen Vorteil oder die Vermeidung eines Nachteils verspricht. Weil es diesen Abwägungsprozess (lohnt sich das?) im willkürlichen Bereich immer gibt, kann die Reaktion eines Hundes auf ein HZ eben nie sicher sein, egal wo man sich befindet. Sicher sind nur unwillkürliche Reflexe.
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tinka,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24672-Verhaltensfrage/?postID=165775#post165775 schrieb:und hier liegt eben das problem, denn so ist das nicht. sonst wären ja alle weltmeister und wir können uns wettkämpfe sparen.
der punkt ist das man bei allen neuen und alten und guten oder schlechten trainingsmethoden letztendlich immer über den hundeführer stolpert. und ja, ....es ist ganz genauso, deswegen kann auch nicht jeder weltmeister werden.
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voraus,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24672-Verhaltensfrage/?postID=165780#post165780 schrieb:Weil es diesen Abwägungsprozess (lohnt sich das?) im willkürlichen Bereich immer gibt, kann die Reaktion eines Hundes auf ein HZ eben nie sicher sein, egal wo man sich befindet. Sicher sind nur unwillkürliche Reflexe.
deswegen hört die ausbildung des hundes auch nie auf.
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Darum ging es tinka und mir nicht. Das ist ja selbstverständlich, dass HF unterschiedlich begabt sind bei der Umsetzung unterschiedlicher Methoden.
Es ging um deine falsche Ansicht, dass ein konditioniertes HZ immer reflexartig ein gleiches, sicheres Verhalten auslöst. Damit bist du nicht allein. Gerne tun die Anhänger der ausschliesslich positiven Erziehung und Ausbildung so, als müsse man nur richtig konditionieren mit Belohnung, dann wäre verlässliches Verhalten garantiert. Letztlich steckt dahinter die Vorstellung, dass Hunde nicht denken und abwägen können, sondern Reflexmaschinen sind, die man bedienen kann wie einen Getränkeautomat, der nicht anders kann, als etwas auszuwerfen, wenn man ein Signal mit der Taste gegeben hat.
PS: Die Anhänger einer zwangsbasierten Ausbildung unterliegen dem gleichen Irrtum.
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Weißt du, Detlef, warum wir nicht mehr zusammen kommen?

Weil ich lernen will und du lehren...

Ich habe jetzt zum Thema alles gesagt.

Gruß Reinhard
Schön mal vor der eigenen Tür kehren...
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Ich hatte doch diesen Vortrag erwähnt auf dem ich war. Es ging um Verhalten des Hundes und was im Gehirn des Hundes vorgeht.

Verschiedene Stoffe, Hormone steuern die Gefühlswelt des Hundes.

Serotonin ist ein Stimmungsaufheller, nicht in Richtung euphorisch eher in Richtung gute Laune. Um Serotonin zu bilden braucht es Tryptophan. Das ist z.B. in Eiern, Milchprodukten, Lammfleisch. Tryptophan "bemötigt" Kohlenhydrate, Magnesium und Vitamin B6, erst dann wird Serotonin gebildet.
Dopamin ist ein weiteres Glückshormon, oder genauer gesagt Dopamin ist eine Selbstbelohnungsdroge, dazu später. Dopamin wird übrigens auch ausgeschüttet wenn der Mensch Schokolade ist.

Adrenalin und Cortisol sind Stresshormone.

Bellt der Hund aus Freude Übermut, dann wird Dopamin ausgeschüttet, daher sagt man Bellen ist selbstbelohnend.
Bellt der Hund aus Stress, warum auch immer er Stress hat, wird während er bellt Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Und jetzt begingt die Schraube ohne Ende, noch mehr Stresshormone noch mehr Bellen.... Genau deshalb hat in diesem Fall ein Abbruchsignal keinen Sinn, genau deshalb wird man es nicht durchsetzten können. Es ist dem Hund nicht möglich. Genau so gut kannst du von einer Kuh verlangen Eier zu legen.
Versuchst du es trotzdem geht der Schuss auf jeden Fall nach hinten los. Welche Auswirkungen es hat, liegt dann am Typ Hund.
Natürlich habe ich mit der Referentin gesprochen, was ich tun kann. Da es sich um eine bestimmte Situation handelt und er z.B. Jogger nicht anbellt würde sie es sogar aussitzen. Weil ein Hund wie ein Schäfer etwas drei Jahre braucht bis sein Gehirn vollständig ausgebildet, bis es soweit ist kann im Hirn alles mögliche zeitweise falsche Wege laufen. Solange das Gehirn noch nicht voll ausgebildet ist spricht man eigentlich noch von Pubertät.
Bei den Jagdhunden sagt man, bis drei Jahre hast du einen dummen Hund, bis sieben einen guten Hund und dann fängt er ganz langsam an alt zu werden.
Aussitzen, da hab ich kein gutes Gefühl dabei. Also wurde mir geraten Stressmanagement zu betreiben. Situation ausweichen und/oder schnell vorbei. Aber nicht zu verwechseln mit ignorieren. Ignorieren hilft in vielen Situationen super, aber nicht beim Bellen. Eben wegen der Vorgänge im Kopf. Die Referentin meinte ebenfalls Stimmungslage verändern, da müsse ich selbst herausfinden auf was der Hund anspricht. Futter, mit ihm reden streicheln, da ist jeder anders.
Meiner reagiert noch gut auf "Handauflegen", Nicht streicheln einfach die Hand spreizen und gegen den Körper drücken.

Alle die, die in diesem Fall mit Abbruchsignal arbeiten, behandeln Symptome und keine Ursachen. Ganz egal ob der Hund erst die Rute hoch nimmt, oder bereits bellt.
Es geht nicht um Ungehorsam.
Wir sind nicht auf der Welt, um so zu sein, wie ihr es gerne hättet.
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