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Antijagdtraining
#11
Was lernt der Hund denn daraus, wenn Du ihm eine tote Taube aus dem Häuschen nimmst und ihm eine pfefferst? Dass Du vertrauensunwürdig bist, ihm seine Beute wegnimmst und dann auch noch austeilst ohne Grund. Wenn er wildert, muss ad hoc gehandelt werden, im Nachhinein ist es immer zu spät.

Zu Deinem Problem: Meine Hunde haben im Stall leidenschaftlich die dort lebenden Ziegen und Katzen gejagt, der sehr führerweichen Hündin konnte ich trotz draußen erfolgreich angewandtem Antijagdtraining mittels Schlepp, Gehorsam und Impulskontrolltraining bis zur Vergasung (und ohne Meiden) nicht ohne Druck verklickern, die Ziegen und Katzen ebenfalls sein zu lassen. Gehorsam hat die Sache allerdings erleichtert. Ein paar mal im richtigen Moment während des Durchstartenwollens zum Mitarbeitergespräch gebeten, seither lässt sie die Tiere in Ruhe, auch wenn ich nicht aufpasse und Gehorsam fordere. Mein Bube forderte leider härtere Geschütze und ein sehr gutes Timing. Wie Du es auch machst, lass Dich von einem erfahrenen Hundler oder Trainer anleiten, denn für rein positiv aufgebautes Nichtjagen ist viel Fingerspitzengefühl gefragt und sollte es mehr fordern, kannst Du über Druck so viel kaputt machen.
Letztendlich muss Deinem Hund die Sache so erklärt werden, dass Du Deine Pfauen in Sicherheit weisst, auch wenn Du nicht anwesend bist.

UND: Ganz wichtig, wie Du es auch regeln magst, Du musst Deinem Hund die Möglichkeit nehmen, die Pfauen weiterhin zu scheuchen. Dieses selbstbelohnende Verhalten wird sich im Laufe der Pubertät nur festigen und ggf verschlimmern, sollte er es wirklich ernst meinen. Er ist erst 4 Monate, bis er einen zuverlässigen Gehorsam zeigt, wird noch die eine oder andere Pubertätsphase vergehen und so einige Monate, denn vom Erwachsensein ist er noch weit entfernt. Verlang nicht zu viel von Deinem Jungspund
#12
Hallo Snile,
vielleicht ist das eine 'dumme Frage', aber ich verstehe wirklich nicht, warum Gino nicht verstanden haben soll, wofür ich ihn gestraft habe. Er fraß die Taube in seinem Häuschen, nachdem er sie sich hatte nicht abnehmen lassen. Und ich reagierte. Wie hätte ich gut reagiert? Natürlich, Du hast vollkommen
Recht. Einen Hund sollte nicht vom Besitzer (der Bezugsperson) geschlagen werden!! Doch als ich die tote Taube in seinem Maul sah, war ich so schokiert. Und es war offensichtlich, dass er nicht bereit war, sie freiwillig herzugeben.
Wenn Du Ratschläge hast - ich bin wirklich sehr froh darüber.
Noch jagd Gino NICHT, wenn ich dabei bin, doch er beginnt loszulaufen. Aber er lässt sich NOCH zurückrufen. Zögerlich, aber NOCH hört er. Gut, der junge Mann ist nun sechs Monate und inmitten einer Entwicklungsstufe. Heute Mittag war ich kurz im Garten. Da liefen die Pfauen ungefähr fünf Meter an ihm vorbei. Ich rief ihn, er kam, als Belohnung gab es ein kleines Suchspiel.
Später sah er den Kater. Er setzte ihm nach, das Rufen wurde überhört. Leider bin ich momentan nicht die Schnellste, Der Kater hatte sich auf einen Baum geflüchtet, ich begab mich in diese Richtung, so dass ich Blickkontakt mit Gino hatte, rief erneut. Nun kam er. Frustriert, aber er kam. Dann wurde er wieder gelobt, aus der Situation geholt.
Doch diese entspannten Übungen kann er definitiv nicht. Ich habe es versucht, doch dann verrenkt er seinen Kopf in Richtung Pfauen u.s.w. Kaum, dass er sie sieht, spannt sich sein Körper schon an. Also, ginge es nach ihm, würde er jagen....
Mit freundlichem Gruß,
Kimmy
#13
Hallo Kröte,
Du scheinst ja auch 'leidgeprüft zu sein', was jagen anbelangt. Ja, es ist ein echtes Problem. Warum ich damals Gino gestraft habe, erwähnte ich ja bereits bei Snile. Was aber bedeutet denn konkret Training für Meideverhalten? Impulskontrolltraining? Impulsverhalten? ( Gut, dazu hat Snile mir eine Übung erklärt. )
Wie aber vermittle ich Gino, dass er NICHT jagd? Welches der vielen Verhaltensweisen muss ich denn nun ansprechen?
Es wurde mir geraten mit einer Wurfkette zu arbeiten, doch ich bin mir nicht ganz sicher, ob dies helfen könnte.
Was hast Du denn konkret getan, als Deine Hunde jagten? Es wäre hilfreich mehr Details zu erfahren. Es würde mich freuen, wenn Du mir einige Tipps 'weitergeben könntest'.

Mit freundlichem Gruß,
Kimmy
#14
Wie die Ohrfeige beim Hund ankommt hat Kröte ja schon sehr schön erklärt. Wenn mein Hund es nicht kennt, dass ich ihm Beute abnehme, dann fange ich nicht in so einer Situation an, dass auszudiskutieren. Du hättest die Taube einfach eintauschen können gegen etwas was er noch lieber haben möchte.
Wenn er sich beim losjagen abrufen lässt, auch wenn es zögerlich ist, dann muss bei dir ein Super-Klasse-Mega-Spiel folgen, oder wahlweise die absolute Superbelohnung, z.B. Katzenfutter, je nach dem was Hund lieber mag. Er muss merken, dass das die richtige Entscheidung war.
Zum entspannen in der Nähe der Pfauen: Das braucht natürlich Zeit. Wenn du dich eine halbe Stunde mit ihm dort hinsetzt in die Nähe der Pfauen wird er irgendwann entspannen. Kein Tier kann ewig angespannt bleiben. Und Kröte hat natürlich auch Recht was das selbstbestätigende Verhalten angeht. Der Hund kann nicht mehr alleine zusammen mit den Pfauen sein, so lange bis das Problem gelöst ist.
#15
Snille,'index.php?page=Thread&postID=161860#post161860' schrieb:Ich distanziere mich ausdrücklich von redtools Aufbau des Superrückrufs. Bei mir funktioniert das nämlich rein positiv.

so, so, und das OBWOHL du nicht mal weißt wie ich es "untermauer", weil mehr habe ich zum zuverlässigen abrufsignal ja nooooch garnicht geschrieben :whistling:

oh je, oh je, ich POSITIVEN :thumbup:
und am ende landen die meisten von euch bei mir oder einem kollegen und lassen versäumtes durch bezhalte drecksarbeit den hundetrainer machen :appl:
Wenn dein Hund dein Flüstern respektiert DANN hat er verstanden !!!
#16
Snille,'index.php?page=Thread&postID=161860#post161860' schrieb:Da du dich selbst als Anfänger beschreibst wäre ich mit Meideverhalten absolut vorsichtig. Dabei kannst du so viele Fehlverknüpfungen herstellen. Entweder hast du danach einen Hund der Schiss vor den Pfauen hat oder einen mit absoluten Hass auf die Pfauen.

snile tue dir selber einen gefallen und schreib nur über sachen die du wirklich durchblickst, ansonsten verwirrst du mehr als du nutzt !!!

kein hund der welt wird HASS auf wild bekommen, sowas ist bullshit hoch 10. das meidetraining tut genau das was es beschreibt MEIDEN der pfauen, nicht mehr und nicht weniger...........
Wenn dein Hund dein Flüstern respektiert DANN hat er verstanden !!!
#17
kimmy,'index.php?page=Thread&postID=161857#post161857' schrieb:Hallo Redtool,
danke für Deine Antwort. Gerne darfst Du mir nähers beschreiben, wie Du diesen Superrückruf /Abbruchsignal verfestigt hast.

die grundlage um fair gegenüber dem hund zu bleiben ist eine extrem stabile, positive verknüpfung !!!
ich fange schon beim welpen an ihn IMMER zu belohnen wenn ich KOMM rufe. kann ich nicht belohnen rufe ich nur seinen namen fürs herkommen.
das muß so sitzen das du noch nicht mal ko... gesagt hast und er dir quasi am arsch klebt.
dann rufe ich REGELMÄßIG in allen möglichen natürlichen situationen ab. WICHTIG ist regelmäßig, also nicht nur wenn ich es tatsächlich brauche, sondern sehr oft damit es generalisiert wird (also unabhängig von ort und situation funktioniert).
als nächsten schritt simuliere ich gezielte ablenkungen und steigere diese stätig.
macht man dieses sehr bewußt und angemessen am alter sollte es null problem sein den hund bis zur rüpelphase (nach meiner erfahrung meist so um den 8ten monat rum) nahezu 100 % abzurufen !
irgendwann kommt aber der tag x wo der hund verweigert ;(
ich persönlich provoziere diesen tag nicht heraus weil ich der meinung bin das der hund ERST REIF ist für eine untermauerung wenn er auch reif genug ist sich zu trauen zu verweigern.........
ich lasse dieses EINE unbefolgte kommando unkommentiert und sichere DANN aber sofort ab (wie kommt auf die stärke und den typ hund an), und wiederhole das ganze unverzüglich. die wahrscheinlichkeit das der hund sehr zeitnah wieder verweigert ist extrem hoch und dann setze ich mein kommando UNMIßVERSTÄNDLICH durch !
je nach hund lasse ich dann noch eine zeitlang (paar tage, vlt. auch 2 bis 3 wochen max.) die absicherung aufrecht, dann hat sich das thema für alle zeiten gegessen, wenn man allerdings vorausgesetzt durchgehend bestimmend und konzentriert sein kommando benutzt.
wird der hf nachlässig oder lässt ausnahmen durch dann fängt das spiel ggf. von vorne an.............
Wenn dein Hund dein Flüstern respektiert DANN hat er verstanden !!!
#18
Hallo Snile,
bislang habe ich diese Übungen wahrscheinlich zu kurz . Meistens bin ich ruhig weiter gegangen, habe die Pfauen eher ignoriert, da ich versuchte, sie uninteressant zu machen....nun gut, dass lässt sich ja ändern.
Die Herrschaften zu trennen wird nicht ganz einfach sein. Denn selbst, wenn Gino länger im Gehege bleibt, ist er doch Nachts 'frei'. Das bedeutet, dass er in den frühen Morgenstunden seiner Passion nachgehen könnte....da hilft nur mehr Präsenz und üben, üben, üben...
Mit freundlichem Gruß
Kimmy
#19
Hallo Redtool,
diesen Rückruf habe ich teilweise schon begonnen, z.B beim Spazierengehen. Ich rufe ihn, wenn er komm, wird er gelobt und mit einem 'Weiter' wieder frei gegeben. Dies läßt sich natürlich auch im häuslichen Bereich weiterüben!
Was bitte meinst Du mit 'Absicherung'? Ein Abbruchsignal? Und wie wird dann die 'Untermauerung' befestigt? Könntest Du mir das vielleicht erklären?? Danke!!
Mit freundlichem Gruß,
Kimmy
#20
Kimmy: Wer hat Dir denn zu Wurfketten geraten?
Meideverhalten bedeutet, dass man einem Hund etwas so unangenehm macht, dass er es in Zukunft meidet, weil es mit Unangenehmen verknüpft ist.

Nachdem meine Hündin einmal hinter Rehen hinterher ist, hab ich mehrere Monate regelmäßig am Wild trainiert mit Schleppleine (dort, wo sie jagen ging, sind immer irgendwo Rehe zu sehen). Ziel war es, dass sie auch bei der Ablenkung ansprechbar blieb und ich ihr ein Sitz oä abverlangen kann. Nebenbei gabs vermehrt Rückruf, Impulskontrolltraining wie von Snille beschrieben bzw auch Abruf aus dem Laufen, nachdem ich sie zum Ball freigegeben habe. Das Stallproblem wurde um ein großes Donnerwetter im rechten Moment erweitert. Seither sind die Stalltiere kein Anreiz mehr, sie sind neutral für sie, d.h. sie meidet nicht. Eine genaue Anleitung ist übers Internet nicht möglich und wenig sinnig, denn jeder Hund ist anders. Mein Rüde ist ein ganz anderer Charakter, der immer wieder diskutiert. Obiges Programm trainieren wir aber auch. Da er noch pubertäre Phasen hat, wird er an kritischen Stellen abgesichert.


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