Zitat:Original von Sabine Jüdes
@ Jupp,
da Du weder Zwang noch Gehorsam, schon gar nicht den Gehorsam über Zwang kennst, solltest Du Dich besser bedeckt halten.
Selbst der Quirin von E. Lind hat gehörig einen hinter die Löffel gekriegt, weil er z.B. nicht ruhig vorsitzen wollte, da in einer Gruppe von Leuten unkonzentriert...
Sabine Jüdes
Das hat doch mit jeder Art von Zwangsapport (Kufner nennt seine Variante verschleiernd Gehorsamsapport), von dem sich Lind entschieden distanziert, nichts zu tun.
Es geht doch auch nicht um eine vereinzelte unangenehme Einwirkung in einer Gruppe von Leuten, wo die Lernwelt nun wirklich nicht von untergeht, sondern darum, daß hier praktisch keine einzige Übung in B ohne unangenehme Einwirkungen schon in der Lernphase propagiert wird.
Ob Hürde, Apport, Knautschen, Abschluß vornerum, Steh, usw. ja selbst Stürmen auf Fährte, immer kommt hier sehr schnell die unangenehme Einwirkung als Mittel der Korrektur.
Bei so vielen stresserzeugenden unangenehmen Einwirkungen, vor allem schon bei jungen Hunden in der Lernphase,
· wird das Lernen erheblich erschwert
· das Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis gestört (Cortisol)
· das prozedurale Gedächtnis (unbewußte Bewegungsabläufe) gestört
· das Gehirn auch morphologisch zerstört (Hippocampus, Stresshormone können nicht mehr gut abgebaut werden)
· der Spaß an der Freud sinkt
· Vitalität und Leistungsfähigkeit sinken in wenigen Jahren viel schneller als normal, der Hund ist viel zu früh ausgebrannt.
Ergebnis: der Hund bleibt weit unter seinen Möglichkeiten, aber das weiß der HF nicht, weil er seine Hunde ja aus, wie er meint, bewährten Gründen immer so ausbildet.
Unangenehme Einwirkungen addieren sich aber
(Wie viele unangenehme Einwirkungen kriegt ein Hund allein in einem Jahr, der praktisch alle Übungen in B auch mit unangenehmen Einwirkungen lernen muß? Kein Mensch kann sie mehr zählen, aber der Hundeorganismus vergißt keine einzige und verändert sich so, daß er im Training immer sofort, trotz Ball und Beißwurst zwischendurch, in einen belastenden Stresszustand kommt, auch wenn man es ihm nicht ansieht)
und
produzieren genau das Verhalten, das diese Ausbilder mit ihren Einwirkungen eigentlich vermeiden wollten:
· Hund hat immer mal wieder keinen Bock (das ist eben ein echter Gebrauchshund mit Selbstbewußtsein)
· Hund nimmt jeden Außenreiz als willkommene Ablenkung (der hat eben richtig Trieb)
· das Training wird zur ewigen Baustelle, wo eine Reparatur das nächste Loch aufreißt. (Wie hier mockl2001 mit seinen Einwirkungen gegen das Knautschen, wo es dann leider sein kann, wie er sagt, daß der Hund das Holz gar nicht mehr nimmt.)
Oft kann man auch sehen, daß sich sehr schnell beim Hund eine unerwünschte Verhaltenskette bildet:
knautschen – Einwirkung - ruhig halten - Bestätigung. Alles operant gelernt! Nicht der Hund macht den Fehler, sondern der HF.