Zitat:Original von Bine DSH
Ich kenne sogar Hunde, die überwiegend mit Futter aufgebaut wurden und ab einem bestimmten Zeitpunkt dieses regelrecht verweigerten.
Aber Du wirst mir bestimmt erklären können, welche Synapsen bei diesen Hunden von ihrem HF falsch geschaltet wurden
zu diesen Hunden kann ich, da ich sie und ihre HF nicht kenne, nichts sagen.
Es ist mir auch klar, daß es der einen oder anderen mehr darum geht, sich über die modernen Methoden lustig zu machen, trotzdem für Interessierte hier noch einige Erläuterungen.
Die Ausbildung des Belohnungssystems im Gehirn ist ein Lernprozeß.
Es ist bei Tieren so, daß das Belohnungssystem über Dopamin nicht in erster Linie auf die Belohnungsart (ob nun Futter oder Ball) selbst reagiert, sondern auf alles, was diese Belohnung ankündigt, z.B. ein Click. Das Dopamin reagiert also auf den Click, bzw. wenn man auf unangenehme Einwirkung beim Lernen verzichtet, schon auf das HZ, und nicht mehr erst auf den primären Verstärker selbst. Das HZ wird so nicht mehr zum Muß sondern zum Darf. Nicht Befehl, sondern Erlösung.
Allerdings löscht sich diese Art von Suchtgedächtnis bei Tieren, wenn man ihnen den primären Verstärker nicht mehr nur als Belohnung, sondern auch kostenlos frei zur Verfügung stellt.
Also, wer Futter als mächtiges Belohnungssystem dauerhaft installieren will, muß immer vorher die Möglichkeit zum Befolgen eines HZ geben. Je nach Alter des Hundes wächst dabei die Komplexität des HZ.
Bei Zwang allerdings unterbleibt die Ausschüttung von Serotoninen. Deshalb untergräbt jede unangenehme Einwirkung die Suchteffiziens (ob nun Futter oder Ball).
Es ist mehr der Kontext, der entscheidet ob das maximale Suchtpotential entfaltet werden kann, als die „Droge“ selbst.
Man darf bei der Beurteilung meiner Methode nicht denken in „Wattebausch“ versus „Konsequenz“. Jupp ist nicht nett (NILIG-NILIF, für die Kenner), er weiß einfach nur wie Gehirne funktionieren.
Es kann also sein, daß die Hunde, die du kennst, entweder das Futter immer auch gratis bekommen haben und/oder beim Lernen unangenehme Einwirkungen erlebt haben.