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Teil - oder Vollkastration ?
#11
Hallo Dürken,

in Bezug auf Menschen gibt es da ja ettliche Studien für die einzelnen Tumorarten. Die bin ich zusammen mit einem Arbeitskollegen (Onkologe) mal durchgegangen. Es stimmt schon, daß bei einigen wenigen Tumorarten das Risiko abgesenkt wird. Aber nur relativ wenig. Dafür gibt es andere Tumorarten, für die sich das Risiko nach einer Total-OP erhöht. Zusammen gesehen bleibt's unter'm Strich etwa gleich.

Stärkeren Einfluß auf die Tumorrate bei Brustkrebs hat übrigens der Umstand, ob eine Frau in ihrem Leben Kinder gestillt hat oder nicht (weswegen kinderlose Frauen jetzt nicht in Scharen daher kommen und sich vorsorglich das Brustgewebe entfernen lassen).

Für Brust- bzw. Gesäugekrebs gibt es, wie bei Darmkrebs, sehr starke genetische Dispositionen. Wenn man Hünndinnen aus betroffenen Zuchtlinien frühzeitig kastrieren läßt (= solange sie hormonell noch nicht "intakt" sind, also um einiges vor der ersten Hitze), denke ich, daß man da wirklich den einen oder anderen Fall von Gesäugetumoren verhindern kann. Das ist für mich aber eine Ausnahmesituation, denn eine solch starke genetische Disposition in einer Zuchtlinie ist für mich nicht "normal".

Meine erste Hündin hatte damals in fortgeschrittenerem Alter auch Knoten im Gesäuge. Die betreffende Milchleiste wurde entfernt und die Knoten kamen nicht wieder. Obwohl die Hündin biologisch intakt blieb, d.h. damals nicht kastriert wurde.

Grüße

Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
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#12
Hallo Antje,
nicht nur Boxer- und Dobermannhündinnen hatten das Problem.
RS, Bouvier und andere kupierte Rassen auch.
Aber das Problem, wie gesagt, hat sich ja erledigt.

Ich verstehe nie, warum man die Vermeidung von Gesäugetumoren als Vorwand für die Frühkastration anbringt.
Das ist ein Organ, das Tumore bekommen kann.
Jedes andere Organ kann weiterhin Tumore bekommen, wie Antje schreibt, vielleicht sogar mit höherer Wahrscheinlichkeit.

Das Risiko, dass der Hund eine Tumorerkrankung bekommt, verringert sich dadurch also nur gering.

Gruß
Jutta
Dogs are like peanuts - you just can´t stop at one
[U]www.peanuts-norfolkterrier.de
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#13
Zitat:Original von Astrid
Zitat:Original von Bettina Balters . Die Hündin wird weiter läufig .
??? das wär mir neu :pf:

Unsere RS Hündin ist seit 10 jahren kastriert (ist jetzt 11). Lt. anraten der TKl damals wurden ihr nur die Eierstöcke entfernt. Läufig (auch abgeschwächt) wurde sie seither NIE :w: .

Glück gehabt.

Es KANN passieren, MUSS aber nicht. Fakt ist, daß eine Gebärmutter Hormone produziert. Bei manchen Hündinnen führt dies zu einem Zyklus. Nicht vergleichbar mit einer echten Läufigkeit, aber es kommt vor.
Gruß Bettina

"Wer etwas erreichen will, sucht Wege. Wer entschuldigen will, sucht Gründe."
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#14
Zitat:Original von Bettina Balters
Fakt ist, daß eine Gebärmutter Hormone produziert.

Hallo Bettina,

ich denke, dass das medizinisch so nicht richtig ist. Hormone werden in endokrinen Drüsen gebildet, das sind hier die Eierstöcke. Wird eine Hündin trotz teilweiser Kastration läufig, liegt es meist daran, dass das Ovargewebe nicht vollständig entfernt wurde.

Gruß
Kirsten
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#15
Zitat:Original von Kirsten
Wird eine Hündin trotz teilweiser Kastration läufig, liegt es meist daran, dass das Ovargewebe nicht vollständig entfernt wurde.

Was ja auch ganz bewußt gemacht wird. Denn dadurch wird einer kastrationsbedingten Inkontinenz zum Teil entgegengewirkt. Nachteil ist, daß manche kastrierten Hündinnen weiterhin einen Läufigkeitszyklus durchlaufen.

Grüße

Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
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#16
Hallo Leute,

Hier wurde ja ne ganze Menge zu dem Thema geschrieben :i:

Ich habe mich persönlich noch nicht ganz entschieden ob nun nur Entfernung der Eierstöcke oder Vollkastration.

Ich tendiere weiterhin zur Teilkastr.
Ob nun damit das Risiko einer späteren Inkontinenz gleich null ist, kann wahrscheinlich kein TA versichern.

Muss mich noch eingehender darüber informieren ob es bei der alleinigen Entfernung der Eierstöcke für die Hündin nicht doch mehr Vorteile bringt...also ein minimales Risiko der Inkontinenz, Wesensveränderung, Gewichtszunahme, unschönes Fell...ect.
alles Dinge die bei der Vollkastration nicht selten auftreten.

Viele machen da ja recht unterschiedliche Erfahrungen...

Unsere Hündin( über 3 J.alt) würden wir niemals kastrieren lassen, wenn wir keinen Rüden ( 6 Mon.) dazu geholt hätten. :lov:, der erstmal definitiv nicht kastriert wird...und wir den Tieren bei der nächsten Läufigkeit den enormen Stress ersparen wollen.
( sie ist gerade läufig...und es ist jetzt schon recht stressig)

Eine Gebärmuttervereiterung hatte unsere Hündin bereits...seitdem "zittern" wir immer ein bisschen.
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#17
Zitat:Original von Ivanhoe

Unsere Hündin( über 3 J.alt) würden wir niemals kastrieren lassen, wenn wir keinen Rüden ( 6 Mon.) dazu geholt hätten. :lov:, der erstmal definitiv nicht kastriert wird...und wir den Tieren bei der nächsten Läufigkeit den enormen Stress ersparen wollen.

( sie ist gerade läufig...und es ist jetzt schon recht stressig)

Du meinst wohl den Stress, der dabei für Dich entsteht. Auch meine Hündin ist gerade läufig aber das wäre für mich niemals ein Grund für so eine Operation.

Klar, für den Hundehalter bedeutet die Läufigkeit der Hündin besondere Aufmerksamkeit wenn noch ein Rüde da ist. Ich weiss wovon ich Rede, ich mache das gerade selber mit. Mein Rüde klebt förmlich am Hinterteil meiner Hündin X( .

Für den Rüden sehe ich da aber eher weniger Stress, das liegt in der Natur eines Rudeltieres da nicht zum Zuge zu kommen.
Viele Grüße
Ingo
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#18
@Ingo, die Läufigkeit an sich hat uns nie gestört...ganz im Gegenteil: unsere sonst ziemlich zurückhaltene Hündin ist während dieser Zeit allem gegenüber kecker und aufgeschlossener...Ihre "Hitze" war für uns immer gut zu händeln. Nur in der Stehzeit mussten wir bisher immer gut aufpassen - dann ist gehen an der Leine Pflicht.

Unser Jungrüde wird z.Zt. ständig von Ihr aufgefordert...er reitet bzw. würde fast ständig bei Ihr aufreiten.
Da wir dies unterbinden, entsteht für die Tiere auf Dauer Stress.
Über 3-4 Wochen hinweg für alle Beteiligten nicht immer angenehm- ist klar!

Sind sie nicht unter unserer Aufsicht - trennen Wir sie räumlich voneinander. Das klappt sehr gut...keiner macht dann Theater.

Jetzt NOCH nicht. Wenn unser Kleiner ausgewachsen ist/ volle Geschlechtsreife hat, wird die Sache anders ausschauen.

Und da die Gefahr einfach gegeben ist das doch irgendwann was Schiefgehen KANN ( und wer will schon einen ungewollten Wurf), durch die räumliche Trennung beide Tiere Stress haben und zudem das Risiko einer nochmaligen Pyometra gegeben ist, da sie diese schon hatte...Wird unsere Hündin kastriert.

Diesen Gründen, die leider - wie ich finde - FÜR die Kastration sprechen, ist nichts mehr hinzuzufügen. Es wird die richtige Entscheidung sein, die jeder für sich und seine Tiere treffen muss...oder aber mit den Risiken weiterlebt.

Unseren "Stress"...was wir gar nicht so empfinden...steht an letzter Stelle.
Ich würde es Verantwortung nennen.
Unsere Hündin wird mit einer Entfernung der Eierstöcke weder verstümmelt werden, noch raubt man Ihr damit die Lebensfreude.

Letztendlich geht es mir jedoch nicht um Rechtfertigung für unsere Entscheidung, sondern um sachliche Infos und Erfahrungsaustausch, sowie die mediz. Aspekte. :w:

:hallo:
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#19
Hallo Ivanhoe,

inzwischen ist man ja daran gewöhnt, daß Hund und Katze mittels Skalpell auf die Lebensumstände des Menschen zurechtgestutz werden. Die Gründe dafür sind verschieden: Mal will man keine Sauerei auf der teuren Auslegware haben, mal will man auf die Biologie der Hündin z.B. bei der Urlaubsplanung keine Rücksicht nehmen, Ausbildungsdefizite bei Rüden sollen mittels Skalpell kaschiert werden, durch Frühkastration soll das spätere Leistungsvermögen der Hunde im Agility und Obedience gesteigert werden usw. Auch die Haltung von verschiedengeschlechtlichen Hunden in einem Haushalt ohne die Vorausetzung, die Hunde vernünftig trennen zu können, ist solch ein Grund.

Muß halt jeder selbst wissen... Für mich ist es absurd, daß Kastrationen ohne medizinische Indikation gemäß TSchG erlaubt sind, es inzwischen aber verboten ist, Welpen in den ersten Lebenstagen die Wolfskrallen zu entfernen, oder ein E-Reizgerät sachgerecht einzusetzen. Ich kenne keine Fälle, in denen Welpen aufgrund des Entfernens der Wolfskrallen gestorben sind, oder Hunde durch den Einsatz des E-Reizgerätes, hingegen kannte ich zwei Hündinnen, die aufgrund ihrer kastrationsbedingten Inkontinenz letztendlich getötet wurden. Und weitere, die aufgrund jahrelanger hoher Medikamentengaben schwerwiegende Folgeschäden davon getragen haben.

Ich drücke Deiner Hündin die Daumen daß es gut geht mit der Kastration, sie später nicht träufelt und keine anderweitigen Probleme bekommt. Denn rückgängig machen kann man solch einen Eingriff leider nicht (auch wenn der eine oder andere Hündinnenhalter das schon sehnlichst gewünscht hat).

Grüße

Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
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#20
Zitat:Original von Ivanhoe

Und da die Gefahr einfach gegeben ist das doch irgendwann was Schiefgehen KANN ( und wer will schon einen ungewollten Wurf), durch die räumliche Trennung beide Tiere Stress haben und zudem das Risiko einer nochmaligen Pyometra gegeben ist, da sie diese schon hatte...Wird unsere Hündin kastriert.

Hm, rechtfertigen mußt du dich für deine Entscheidungen natürlich nicht.

Aber sorry, du hast hier eine Frage gestellt und erwartest dann ja wohl auch eine Antwort. Das diese Antworten nicht immer so ausfallen das sie dir genehm sind dürfte ja klar sein.

1. Du hast eine Hündin und holst dir noch nen Rüden dazu. Na Hallo, klar besteht da die Gefahr eines ungewollten Wurfes. Einfacher als eine Kastration wäre da gewesen sich noch eine Hündin zuzulegen. (oder gleich 2 Rüden) Sich Männlein und Weiblein zuzulegen und dann zu sagen "ich kastrier das Weiblein" finde ich nicht OK.

2. Wenn es dir um die Gefahr einer weiteren Pyometra geht dann würde ich natürlich gleich auch den Uterus mit entfernen lassen. Eine Pyometra entsteht meines Wissens durch das Eindringen von Bakterien in den geöffneten Muttermund. Die Gefahr das nach der Kastration nochmals Bakterien in die (nun unnötige) Uterus gelangen ist natürlich auch dann noch gegeben.

3. So groß ist der Stress für die Tiere auch wieder nicht und nach einigen Tagen schon wieder vorbei. Einen bleibenden Schaden tragen sie aber sicher nicht davon.
Viele Grüße
Ingo
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