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Und ich bin mir sicher, dass da jemand einen Wachtraum hatte und plötzlich haben wir einen bis dato völlig unbekannten Trieb als allein seelig machende Innovation am Hals.
Wie sieht es eigentlich mit den anderen menschlichen Mitgliedern der Meute aus? Dem Lebenspartner oder dem (jugendlichen/erwachsenen) Kind? Dem Hype zufolge müßten Hunde, die über diesen neuartigen Trieb gearbeitet worden sind, bei diesen die gleiche Arbeitsintensität, -freude, -qualität etc. zeigen wie bei demjenigen, der sich hauptsächlich um den Hund kümmert. Immerhin ist der Meuteterieb nicht Rangfolgeabhängig, da das Rangfolgegedöhns nicht mehr zeitgemäß ist.
Sei´s drum! Es ist schön, dass es Leute gibt, die mir Sachen als neu verkaufen wollen, die ich schon lange wieder vergessen hatte.
(Für diejenigen, die es nicht gemerkt haben, dass die Ironie bis hierhin regelrecht herausgetropft ist...)
Aber wenn man mal tiefgründiger drüber nachdenkt: vielleicht hat dieser und andere Verweise auf Wesenseigenschaften der Hunde, die schon immer existieren und die schon ewig genutzt werden, einen Sinn. Mancheiner der eifrigen Seminarjunkies oder hochwissenschaftlich Belesenen hat vor lauter Theorie und ausgefeilter Ausbildungstechnik, die sich auf jeden Hund mehr oder minder erfolgreich anwenden läßt, die Realität aus den Augen verloren und wird zu Recht darauf hingewiesen, dass es eben noch mehr gibt als graue Theorie über allgemeines Lernverhalten, Hormonausschüttung etc.
Oder aber jemand hat durch einen Zufall im Selbstversuch gemerkt, dass er in letzter Zeit oder bei anderen Hunden irgendetwas vernachlässigt hat. Vielleicht hat er das auch noch bei anderen beobachtet... und fertig ist das Klischee von ungenutzten Möglichkeiten und einer neuen Seminaridee.
Ich sage schon seit ewigen Zeiten, dass ich mit einem Hund, der keine enge Bindung zu mir hat, nicht vernünftig arbeiten kann. Stellt man diese Aussage sinngemäß um, käme heraus, dass ich über Meutetrieb arbeite. Dem ist aber nicht so! Ich nutze alle mir und dem Hund (wesensmäßig) gegebenen Möglichkeiten, um das Maximum heraus zu holen. Egal, welcher Begriff gerade "in" ist. Früher waren es Triebe, heute sind es Motivationen...
Wenn es anhand der gerade gut zu vermarktenden Methoden sooo einfach wäre, wären wir alle Weltmeister.
MfG
Maik
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Und ich dachte schon, dass ich allein bin, der nicht an sich zweifelt. :amen
Servus Walter
Meine Hunde blieben mir im Sturme treu
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Walter,
Du bist Moderator und darfst deshalb keine eigene Meinung haben.
MfG
Maik
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Du zweifelst, Walter?? Es sei Dir unbenommen...macht Dich nicht unsympathischer...
Aber im Ernst: ich war jetzt bestimmt jahrelang nicht hier (in diesem weiss Gott nicht mehr sehr prickelndem Forum), aber nein, es hat sich nichts geändert!
Die "Vorausse" aller Zeiten (und wie hiessen sie nicht alle und vor allem immer wieder anders, dank ewiger Metarmorphose... vom Larvenstadium ins Adulte zu wechseln, scheint ja doch eher diffiziler), hatten immer wieder eine neue Idee, den armen, von soviel unreflektierten Eindrücken gebeutelten "Neu-zu-betüdelnden " ein wieder mal anderes Erfolgsrezept, diesmal aber wirklich ultimativ und weltumfassend, zu vermitteln!
Würde ohne das ja auch die gängige Praxis der allein und jetzt auf ewig gültigen Lehrgangserfolge schwer aufrecht zu erhalten sein...
Wie peinlich ist das eigentlich, wenn hinlänglich bekannte Fakten der Ausbildung immer wieder angeblich in Frage gestellt und dann in neuem Gewand aufgefrischt als absolut bahnbrechende Erkenntnis zelebriert werden??
Dass Ihr das noch immer mitmacht.....chapeau...!!
Sabine Jüdes
Ein guter Hund ist immer auch ein schöner Hund....!!
WoWi,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24726-Nutzung-des-Rudel-Meuteriebes/?postID=166232#post166232 schrieb:Speziell @ Tinka:
Du schriebst: " boxer sind so, viele bulls überhaupt... " Ich hab da eine Theorie: Ich nenne solche Hunde gern "overjoyed" und ich glaube nach jahrzehntelanger Beobachtung, dass es eine ziemlich direkte Korrelation zwischen Welpen-Kopfform und dieser Verhaltenstendenz gibt...........................Übertriebene Begrüßungsrituale sind da schon ein Rassemerkmal, die Tendenz zum welpenhaften "Overjoing" ist deutlich, aber es gibt da dann auch noch mal wirkliche "Extrem-Joyer", die einem in der praktischen Hundehaltung zeigen, dass Menschenfreundlichkeit bei Hunden keinesweg immer ein Vergnügen ist ... Ich bin so frei und möchte Deine Theorie - wenn auch off Topic , nicht so stehen lassen.
Das unverhältnismäßige anspringen ist nicht nur dem Boxer eigen - habe ich selbst geführt.
Die gängige Theorie - und nicht Beobachtung -. ist aber:
Hunde wie Boxer, Riesenschnauzer, Bouvier u.ä. wurden zu Großviehtreib und - Hütehunden selektiert.
Das Anspringen dient dazu, dem Großvieh eine andere Richtung zu geben. Also waren die besten " Jumper " auch in der " Arbeitszucht ", wenn man das damals so nennen konnte, - neben andere Eigenschaften - weit vorne.
Dieses genetische Erbe haben sie heute noch drin.
:i_ Das sind keine Eierköpfe, das sind Bumsbirnen ! Und ich weis, wovon ich schreibe.
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Scheiße, ich bilde meinen Hund einfach nur aus, ohne je ein Dingsda Seminar besucht zu haben, und ohne zu wissen, welch wissenschaftliche komplizierte Methode ich anwenden muß.
Darf ich das überhaupt noch?
Stefan
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SVSTB
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tja ich weiß nicht so genau.
aber eigentlich nicht 8o
Meine ich mal gehört zu haben von einem bekannten von dessen Freund davon der Bruder hat das gesagt.
so glaube ich :lachschlapp:
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Hallo Colonia,
das ist jetzt hier zwar sehr, sehr off-topic, aber da Du mich speziell angesprochen hast, möchte ich doch antworten.
Zunächst: Es war gar nicht meine Absicht, bestimmte Hunde als "Bumsbirnen" abzutun. Ich hab' selbst Boxer gehalten und geführt und war sogar vorübergehend mal in Versuchung, sie zu züchten. Und ich bin nie ein besonderer Rassefetischist gewesen, weder in Ablehnung noch in Bevorzugung. Über Riesenschnauzer (um die es dir, glaube ich, geht) kann ich aber wenig sagen, über Bouviers noch weniger. Aber die "gängige Theorie", die Du zitierst, ist in Bezug auf den Boxer historische Schönfärberei. Die These, dass mit dem Boxer Vieh getrieben worden sei, ist falsch! Das wird zwar immer wieder behauptet, aber es gibt dafür praktisch keine historischen Belege. (Trotzdem ist die Hypothese von bekannten Kynologen, auch von Gebrauchshundeleuten, immer wieder aufgebracht worden. Ich denke da etwa an Urs Ochsenbein.) Boxer sind in ihrer Frühzeit zwar u. a. von Metzgern gehalten, aber deshalb noch lange nicht für Viehtriebe verwendet worden (wofür sie auch einen denkbar ungeeigneten Körper hatten), sondern eher zu dem damals noch gebräuchlichen Drangsalieren des Schlachtviehs und auch zum persönlichen Schutz: In den damals noch nicht so durchautomatisierten Schlachtbetrieben ging von angstvoll ausbrechenden Rindern durchaus noch eine gewisse Gefahr aus. Tatsächlich stammt der Boxer nicht von viehtreibenden Hunden, sondern mehr als von jeder anderen Rasse von der Englischen Bulldogge ab. (Die sogenannten Brabanter Bullenbeißer, auf die der Boxer immer wieder, sogar in seinem Rassestandard, zurückgeführt wird, waren, als mehr als ein Jahrhundert zuvor der Gebrauch von Schusswaffen bei der Jagd dominant wurde, sehr schnell verschwunden und als Jagdhundetyp zur Zeit der Entstehung des Boxers nicht mehr vorhanden. Und auch sie waren zu ihrer Zeit schon Hybridhunde mit Bulldoggenanteil im Sinne von Rückkreuzungen von untersetzten Mischlingen auf Mastiff u. Bulldogge für eine bestimmte Arbeit und nicht als Rasse im heutigen Sinne.) Die Englische Bulldogge ist ursprünglich für ein ganz bestimmtes grausames Schauspiel gezüchtet worden: Eine Schar von Bulldoggen wurde in Hundekämpfen auf angebundene Stiere losgelassen, und dabei war das Ziel, dass die Hunde sich in der oberen Lefze bzw. Nase und in den Ohren des Rindes verbeißen und seinen Kopf niederziehen sollten. Das war jahrhundertelang ein "Spaß" für zahlendes Publikum, den wohl schon die alten Römer gekannt und verbreitet haben und der in Großbritannien die größte Beliebtheit gewonnen hat, aber auch auf dem Kontinent bekannt geblieben ist. Dabei sind die Hunde von den Stieren meterweit durch die Luft gewirbelt und oft schwer verletzt worden. Die im Grunde unpraktische Schnauzenform der Bulldoggen hatte hier ihren traurigen Sinn: Sie passte, um sich in der Oberlippe der Rinder zu halten, nach dem Schlüssel/Schloss-Prinzip: Die weiche Lippe konnte durch den Vorbiss mit wenig Kraftaufwand gehalten werden, so dass der Hund, wenn es ihm gelang, einen Griff zu setzen, nicht mehr einfach weggeschleudert werden konnte.
Nun wirst Du sagen: "Aha, da mussten die Hunde also springen, um an die Lefzen der Rinder zu kommen." Stimmt auch nicht so ganz: Die gängige Angriffsart der Hunde war eher die, von schräg hinten durch die Vorderbeine des Rindes durchzudrängen, oft sogar mit einer Rolle über den Boden. (Besonders wirksam, wenn der Stier den Kopf senkte, um anderen Hunden die Hörner hinzuhalten.) Daher wurden die Hunde ganz bewusst untersetzt, mit dem Widerrist als niedrigstem Punkt, bodennah, gezüchtet. Einsetzbares Zuggewicht u. Maximale Kraft bei minimaler Höhe, das war die Formel, die, z. B. durch die Verlagerung des Körperschwerpunkts nach vorne, Sprungverhalten nicht gerade begünstigt. Der Angriff ist also, wenn möglich, tief erfolgt. Es ging ja darum, den Kopf des Opfers runterzuziehen, nicht hochzuschleudern. Freilich sind die Hunde natürlich auch gesprungen, aber das war wie gesagt nicht eigentlich das Selektionsziel, sondern wurde durch die selektierte Körperform eher erschwert.
Ich kann mich nur wiederholen: Nach meinen Beobachtungen, und ich bin seit den 70er Jahren an Boxern interessiert, gibt es einen Zusammenhang zwischen der Selektion auf lebenslang welpenhafte Verhaltensweisen und auch auf eine welpenhafte Kopf-Physiologie und dem "Überfreuen". Dafür spricht ja auch, dass die "Sprünge" nicht in Treibe- oder Aggressionsstimmung gezeigt werden, sondern in sozialen Begrüßungssituationen, verbunden mit einem "Feuerwerk" an Beschwichtigungsverhalten, das bei Trieb oder Angriff nicht gezeigt würde.
Ich stelle das aber nur fest, ich verbinde damit nicht die Beschimpfung einer oder gar mehrerer Rassen. Zumal ich, wie gesagt, überhaupt nicht weiß, ob so etwas auch für Riesenschnauzer, Bouviers oder andere mir nicht bekannte Hunde mit Anspruch auf eine gewisse Allgemeinheit gesagt werden kann. Mit Bouviers ist ja nun wirklich Vieh getrieben worden und viel spricht dafür, dass auch der Riesenschnauzer, der aus unterschiedlichen Hundetypen zusammengekreuzt worden ist, einen hohen Treibehund- (auch Schäferhund-)Anteil im Blut hat. Mir ging es oben außerdem gar nicht generell um das Anspringen, sondern um einen bestimmten, absolut extremen "Freudetypus", der für die betroffenen Tiere einen kaum zu überbietenden selbstbelohnenden Wert hat. Aber ich will das hier nicht ausweiten.
Sorry noch einmal dafür, dass ich hier so eine thematische Abweichung ins Spiel gebracht habe. Sollte jemand darauf antworten wollen, dann vielleicht in einem neuen Thread, denn hier gehört das eigentlich nicht hin.
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Hallo WOWi,
interessant war es dennoch! Vielen Dank für Deine Erläuterungen. Schonn wieder etwas 'dazugelernt'
LG,
Kimmy
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