30-12-2006, 14:12
Zitat:Original von Ayka
@Jupp,
folgendes würde mich interessieren :
...
(auch für Tobias)
deine so allgemeinen Fragen lassen sich auch nur so allgemein beantworten:
Strafe (p=punishment) ist ein Begriff der Verhaltensforschung.
Als Strafe wird beim Clickertraining u.U. p- angewendet.
(Bei reinem Abbruchverhalten, was nicht zu verwechseln ist mit der fehlerhaften Ausführung eines erwünschten Verhaltens wird u.U. auch p+ angewendet.)
r- wird als „Folterprinzip“ abgelehnt.
Gestraft wird nicht in der Lernphase. Bevor man straft, sollte man sich ganz sicher sein, daß der Hund das Gelernte auch unter diesen konkreten Umständen schon wiederholt fehlerfrei gezeigt hat, ansonsten muß man erst an der Generalisierung und Flüssigkeit arbeiten.
Wenn ein Hund knautscht, dann lehrt man ihn mit r+ das ruhige Halten und Tragen.
Wenn ein Hund, der noch nie geknautscht hat, plötzlich das Knautschen anfängt, sollte man erst gucken, ob es Ausdruck eines Konfliktes ist, bevor man straft, und dann den Konflikt beheben, statt evtl. durch Strafe diesen zu verschärfen oder einen zusätzlichen zu schaffen.
Man kann allgemein davon ausgehen, daß Hunde, die das Lernen und Ausführen angenehm empfunden haben, nicht einfach so aus Lust und Laune Fehler machen (wenn nicht starke konkurrierende, untrainierte Reize plötzlich auftauchen). Die meisten Fehler sind Ergebnis von Ausbildungsfehlern und der Tatsache, daß Hunde in besonderen Stresslagen auf einen regressiven Modus schalten und längst „vergessene“ Anfangsfehler produzieren („Hat er noch nie gemacht.“).
Je weniger Streß ein Hund beim Lernen hatte und auch im späteren Training durch unangenehme Einwirkungen, umso weniger Fehler wird er im Prüfungsstreß machen.
