04-01-2011, 11:01
Volpi,'index.php?page=Thread&postID=107125#post107125' schrieb:An der Begrifflichkeit hänge ich mich ganz einfach deshalb auf (auch wenn sie mir sehr zu meinem Leidwesen bekannt ist), weil der Ausdruck "Wehrtrieb" rein aus der selbsternannten Kynologenszene stammt und keinerlei biologisches Fundament hat. Hier redet man von aktiver und passiver innerartlicher Sozialaggression. Und in "Wehr" steckt ja nunmal wehren und das impliziert, dass wir einen Hund in frühester Jugend bedrohen und an die Wäsche gehen, was faktisch Blödsinn ist. "Wehren" ist immer fremdinitiiert, reaktiv, panikartig unkontrollierter Reflex bis hin zum Angstbeissen, während das System, über das wir hier diskutieren bestrebt ist, aktives Verhalten zu fördern.
Hallo Völpi Peter,
Das Wehrbereich, die reaktive Komponente der Aggression ist und das Wort "Reaktion" fremdinitiert enthält, ist hier keinem unklar.Auch will keiner dem Hündchen an die Wäsche. Alte Schule Wehrbereichsarbeit meint doch auch keiner.
Dann ist es eben die reaktive Aggression mit der das System beginnt, letzendlich bleibt das für den Hund egal, wie wir es nennen.
Was nicht vom Anfang des System ablenken soll, es beginnt mit der nervlichen Reizung des Hündchens und da kein Triebziel Beute im Spiel ist, ist es nicht der nervlich unbelastete Bereich (des Jägers- Beute), sondern der nervlich belastete Bereich, mit genau zwei Lösungsansätzen, die für den Hund akzeptabel wären (weil den Nerv beruhigen würden). 1. Abhauen/Flucht oder 2. Reaktion zeigen - nervliche Belastung ausschalten (natürlich altersentsprechend)
1. wäre natürlich nicht so Klasse und eine Folge einer Überlastung + Möglichkeit zur Flucht
2. Ist genau der Ansatz mit dem das System beginnt! Man spielt mit der Angst/Nerv des Hundes und macht sich die immer abrufbare reaktive Aggression zu nutze
Das man heute zutage so feinfühlig ist und bereits auf "Wuff", Wauz" oder einer körperlichen Reaktion des Hundes als Helfer reagiert, ist doch Beweis genug für die Tragweite des Einstiegs in dieses System. Das man dann dem Hund erkennen läßt, wie er reagieren muss, um den Bösewicht in die Flucht zu schlagen, ist Konditionierung von gewünschtem Verhalten. Von mir aus nennen wir es "DOMINANZTRAINING", ist ja auch nur ein Wort, sonst nix.
Alf, du machst mich neugierig auf DEIN System!
Grüsse Ingo
suum cuique

