12-08-2010, 13:08
Dürken,'index.php?page=Thread&postID=96605#post96605' schrieb:Monika,
Dürken,'index.php?page=Thread&postID=96605#post96605' schrieb:wie würdest Du dieses "leicht angekratztes Verhalten und ihre Fähigkeit, sehr schnell in den Motivations- und Triebbereichen zu wechseln" denn umschreiben. Was genau ist das, was ich jetzt bei der Schäferhundzucht berücksichtigen müsste?
Was Du in der Zucht berücksichtigen mußt kann ich Dir leider auch nicht sagen, da bin ich kein Fachmann. Ich sag Dir jetzt einfach mal mein Feeling. Man braucht immer die Extreme, um das Mittelmaß zu erhalten. Meiner Meinung nach wurde sehr lange Zeit beim DSH das Extreme bewußt aussortiert, weil man eben diesen "Allrounder" wollte mit dem letztendlich Hinz und Kunz umgehen kann. Dazu kommt sicher auch, daß so viele von diesen Hunden jährlich auf den Markt kommen und man die dann letztendlich ja auch an "den Mann" bringen muß. Viele Hunde, die stark im links- oder auch im rechtslastigen Bereich lagen wurden aussortiert aus der Zucht, weil sie für die breite Masse nicht händelbar waren. Aber genau diese Hunde sind so immens wichtig für die Zucht. Schon immer gewesen und heute noch viel mehr (die nächste Diskussion hierfür wäre die Nachfrage, die das Angebot bestimmt. Warum rennen denn alle zu den "Gewinnern" - warum werden denn in jeder Deck- und Wurfanzeige sämtliche Sieger, LGA, BSP, WUSV-Teilnehmer der Ahnen rausgekramt und damit geworben??). Und als Krönung wurde mehr Wert auf das Gebäude gelegt als auf Leistungseigenschaften, die dieser Hund in früheren Zeiten einfach ausgeprägter hatte als heute. Und das Sahnehäubchen auf diese Krönung war dann, als man behauptet eeinen "gebrauchstüchtigen" Körper kreiiert zu haben!!
Die Fähigkeiten der schnellen Wechsel bei den Malis nenne ich jetzt mal aktiv - sie sind weniger reaktiv.Sicher etliches davon erlernt durch das Bestätigen von richtigem Verhalten. Aber diese Hunde haben noch Eigenschaften, die bei den DSH schon seit Generationen "weggezüchtet" werden, damit sie händelbarer sindd. Die vorhandenen Agressionen bei den Malis werden sehr viel schneller und brutaler freigesetzt Wenn ich die Hunde so betrachte bei ihrer Arbeit, dann sehe ich, daß die eine wesentlich niedrigere Hemmschwelle haben was ihre Agressionsbereiche anbelangt und sie diese sehr viel schneller und auch sehr viel freier und selbstverständlicher freisetzen. Dazu kommt, daß die Mali-Leute ihren Hunden auch das ein oder andere Verhalten lassen, auch wenn es nicht in die gängige Meinung des sozialverträglichen Hundes paßt. Sie lenken dieses Verhalten eben um, aber sie unterbinden es nicht. Natürlich kann man sich darüber lustig machen, wenn viele Hunde mit einer Beißwurst im Maul zur Siegerehrung gehen oder durch eine Menschenmenge. Ich sehe das etwas anders. Würde man sie nicht anders kanalisieren, wären sie in diesen Situationen als kritisch einzuschätzen. Die einen züchten dieses Verhalten weg oder unterbinden es mit massiver Einwirkung, die anderen haben vielleicht erkannt, daß man es braucht und helfen sich anderweitig, damit klarzukommen.
Alles Dinge, über die sich die "SV-Leute" (bitte bitte nicht wieder eine Diskussion wer das denn jetzt sein soll....) lustig gemacht haben bisher. Für sie waren das Nervenwracks, angekratzte Spinner, die einem auf die Nerven gehen und weit weit weg von den souveränen, klaren und derben Schäferhunden. Die Wahrheit ist aber eine andere. Und das kann man nur sehen, wenn man sich damit beschäftigt und eben nicht nur wenn man mal so eine Veranstaltung besucht oder noch schlimmer - selber da nicht hingeht und das Ganze versucht, anhand von Videos zu analysieren..
Dürken,'index.php?page=Thread&postID=96605#post96605' schrieb:Ein führiger Hund mit einem sehr hohen Beutetrieb vielleicht und einer daraus resultiernenden Beuteaggression? Da wäre meine zweite Frage - ist das die gesündere Agression? (was ich ja glaube) als die, die über den Wehrtrieb erzeugt wird?
Für mich sind Beuteagressionen (ich nehme an, Du sprichst vom Schutzdienst) und Wehrtrieb zweierlei Dinge. Wehrtrieb ist existentiell und vererbt sich auch. Andere Dinge sind gelernt und vererben sich nicht.
Für mich sind die Malis die ursprünglicheren Hunde, denn sie zeigen alle Facetten der klassichen Bereiche. Vom Beute-, Wehr-, Meide- und Meuteverhalten her sind sie eindeutig die reelleren Typen.
Dürken,'index.php?page=Thread&postID=96605#post96605' schrieb:Am interessantesten ist allerdings, warum entscheiden sich die Hundeführer, die da oben mitspielen für einen Mali und nicht für einen Schäferhund. Denn das sind die einzigen, die wirklich sagen können, wo die Unterschiede liegen.
Ich will jetzt hier nicht den Rest der Hundeführer disqualifizieren, aber wir sprechen ja nun mal über die Spitze des Sportes und eine wirkliche Meinung können im Augenblick nur die abgeben, die da oben mitführen und beide Rassen kennen.
Das hat zu 90% etwas mit der Gesundheit zu tun. Das war - soweit ich weiß - immer der Hauptgrund am Anfang. Und dann hat man die Hunde kennengelernt, verstanden und schätzen gelernt und man will nie wieder einen anderen......... :-)
Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht

