06-10-2007, 22:10
Hallo Ivanhoe,
warum willst Du solch einen dratischen Eingriff ins Hormonsystem durchführen lassen? Hat die Hündin Probleme mit der Läufigkeit (starke Scheinträchtigkeit, Gebärmutterentzündung)?
Inkontinenz ist nur eine mögliche Auswirkung der Kastration. Und die bekommen wir nur mit weil's für uns unangenehm ist und manchmal auch teuer wird. Z.B. benötigte die Hündin von Vereinskollegen für über 200 Euro pro Monat Medikamente und wurde zweimal nachoperiert, damit sie einigermaßen "dicht" blieb. An Arbeit mit dem Hund war überhaupt nicht zu denken.
Die kleinen Probleme einer kastrierten Hündin bekommt man, wenn überhaupt, nur am Rande mit, und oftmals werden ganz andere Auslöser dahinter vermutet als die Kastration. Das beginnt relativ harmlos mit Dauerhaaren (= das ganze Jahr über), wovon viele kastrierte DSH-Hündinnen betroffen sind. Und geht hin zu den diversen Hautirritaionen, hinter denen man meist eher Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten vermutet. Aber wenn man bedenkt, daß die meisten Frauen nach einer Total-OP zeitlebens täglich Hormone schlucken müssen, um z.B. Spannungsgefühle in der Haut zu vermeiden, wird man die diversen Hautprobleme vieler kastrierter Hündinnen mit anderen Augen betrachten.
@Jutta: Daß vor allem Boxer- und Dobermannhündinnen sehr anfällig sind für kastrationsbedingte Inkontinenz (70 bis 80% der kastrierten Hündinnen dieser beiden Rassen "träufeln" anschließend mehr oder weniger stark) hat nix mit dem Kupieren zu tun. Hier spielt vor allem die schmale Hüfte und der tiefe Brustkorb dieser Rassen eine Rolle, wodurch eine Organverschiebung begünstigt wird wenn dann auch noch die Gebärmutter fehlt. Und die kastrationsbedingte Inkontienz besteht ja aus dem Komplex "Organverschiebung plus hormonell bedingter Gewebeerschlaffung". Weswegen auch nicht jede Behandlungsmethode bei jeder Hündin gleich gut anschlägt.
@Dürken: Für einige wenige Tumorarten verringert sich das Risiko, wenn die Hündin vor der ersten Läufigkeit kastriert wird, sie also hormonell "noch nicht intakt war" bei der Kastration. Nach der ersten Läufigkeit hat die Kastration kaum noch einen Einfluß auf das Tumorrisiko, bei einigen Tumorerkrankungen ist der Risiko ganz leicht verringert, dafür bei anderen ganz leicht erhöht.
Grüße
Antje
warum willst Du solch einen dratischen Eingriff ins Hormonsystem durchführen lassen? Hat die Hündin Probleme mit der Läufigkeit (starke Scheinträchtigkeit, Gebärmutterentzündung)?
Inkontinenz ist nur eine mögliche Auswirkung der Kastration. Und die bekommen wir nur mit weil's für uns unangenehm ist und manchmal auch teuer wird. Z.B. benötigte die Hündin von Vereinskollegen für über 200 Euro pro Monat Medikamente und wurde zweimal nachoperiert, damit sie einigermaßen "dicht" blieb. An Arbeit mit dem Hund war überhaupt nicht zu denken.
Die kleinen Probleme einer kastrierten Hündin bekommt man, wenn überhaupt, nur am Rande mit, und oftmals werden ganz andere Auslöser dahinter vermutet als die Kastration. Das beginnt relativ harmlos mit Dauerhaaren (= das ganze Jahr über), wovon viele kastrierte DSH-Hündinnen betroffen sind. Und geht hin zu den diversen Hautirritaionen, hinter denen man meist eher Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten vermutet. Aber wenn man bedenkt, daß die meisten Frauen nach einer Total-OP zeitlebens täglich Hormone schlucken müssen, um z.B. Spannungsgefühle in der Haut zu vermeiden, wird man die diversen Hautprobleme vieler kastrierter Hündinnen mit anderen Augen betrachten.
@Jutta: Daß vor allem Boxer- und Dobermannhündinnen sehr anfällig sind für kastrationsbedingte Inkontinenz (70 bis 80% der kastrierten Hündinnen dieser beiden Rassen "träufeln" anschließend mehr oder weniger stark) hat nix mit dem Kupieren zu tun. Hier spielt vor allem die schmale Hüfte und der tiefe Brustkorb dieser Rassen eine Rolle, wodurch eine Organverschiebung begünstigt wird wenn dann auch noch die Gebärmutter fehlt. Und die kastrationsbedingte Inkontienz besteht ja aus dem Komplex "Organverschiebung plus hormonell bedingter Gewebeerschlaffung". Weswegen auch nicht jede Behandlungsmethode bei jeder Hündin gleich gut anschlägt.
@Dürken: Für einige wenige Tumorarten verringert sich das Risiko, wenn die Hündin vor der ersten Läufigkeit kastriert wird, sie also hormonell "noch nicht intakt war" bei der Kastration. Nach der ersten Läufigkeit hat die Kastration kaum noch einen Einfluß auf das Tumorrisiko, bei einigen Tumorerkrankungen ist der Risiko ganz leicht verringert, dafür bei anderen ganz leicht erhöht.
Grüße
Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain
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