15-07-2021, 22:07
Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27107-Verbot-von-Stachelhalsband/?postID=191817#post191817 schrieb:Hallo Uwe,Sören,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27107-Verbot-von-Stachelhalsband/?postID=191815#post191815 schrieb:Wenn wir unseren Sport noch in 10 oder 20 Jahren betreiben wollen, dann müssen wir auf solche Dinge verzichten.was wird denn werden, wenn erst argumentiert wird, dass es für die Hunde unnatürlich sei über eine Hürde und/oder Schrägwand zu springen?Wo fängt das an und es hört nie auf.
das kann man aber argumentieren. Alleine schon unter dem Oberbegriff "Sport" und auch mit dem Argument der Gebrauchshundezucht. Ich habe in meinem Umfeld sehr viele Menschen (privat und beruflich), die wissen was ich für einen Sport betreibe aber von diesen ganzen Dingen keine Ahnung haben. Die haben bestenfalls Freizeithunde und sind überfordert, wenn sich ihr Purzel auf der Tobewiese mal mit einem anderen Hund in die Kletten kriegt.
Trotzdem habe ich in Gesprächen mit diesen Leuten nie Probleme gehabt um zu begründen, dass ich eben Gebrauchshunde habe und damit es Gebrauchshunde bleiben, müssen die im Rahmen von Prüfungen diese Fähigkeiten beweisen bzw. müssen die abgefragt werden. Tenor ist dabei immer: Die Hunde sind dafür gezüchtet worden, die machen es gerne, es ist genetisch verankert. Dazu gehört auch die Freude an Bewegung, eine gewisse Härte, eine gewisse Aggression und auch Durchsetzungsvermögen. Und um das abzuprüfen und zu erhalten, müssen sie Dinge wie Sprungstärke und Nasenarbeit bzw. auch das Triebverhalten im Schutzdienst zeigen. Wie gesagt: Die Hunde sind dafür gezüchtet worden, es macht denen Spaß und es ist quasi ihr "Verwendungszweck" wie ein Border-Collie an der Schafherde oder ein Husky am Schlitten.
Diese Argumentation hat bisher auch jeder verstanden und das kann man einem Laien auch genau so erklären. Und bis auf einige wenige absolut verbohrte und militante Weltverbesserer (die es auch gibt, aber selten) hat das jeder verstanden und kann das auch nachvollziehen. Wenn jemand von meinen Gesprächspartnern schonmal Berührungspunkte mit diesem Sport hatte und es kam Kritik, dann war das so gut wie nie Kritik am Sport an sich. Es kam immer nur Kritik an den Methoden, wenn sie mit ihrem Fiffi mal beim Schäferhundverein um die Ecke zuschauen wollten und da eben mit Stachel und E-Gerät gearbeitet wurde, die Hunde mehr oder weniger den ganzen Tag im Zwinger waren und der Eindruck entstand: Diese Hunde sind Sportgeräte.
Dadurch hat sich in den Köpfen festgesetzt: Schutzhundesport = Stachel und E-Gerät. Das sind keine Familienhunde.
Und das ist der häufigste Kritikpunkt an unserem Sport. Nicht der Sport an sich, sondern der allgemeine Umgang mit den Hunden in diesem Sport. Und mal Hand aufs Herz: So ganz von der Hand zu weisen ist das nicht.
Jedenfalls hat sich mir gegenüber nie jemand darüber aufgeregt, dass der Hund über Hürden springen soll oder ein Bringholz bringen. Kritik gab es bei den Methoden... und ja, die Methoden machen unseren Sport kaputt, nicht die Übungen, die der Hund absolvieren muss.
Viele Grüße
Sören

