28-05-2018, 12:05
Steffi Broderius,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26417-Moderne-Ausbildung-zum-Apport/?postID=185083#post185083 schrieb:ma-re-sa,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26417-Moderne-Ausbildung-zum-Apport/?postID=185079#post185079 schrieb:Mir sagt es die Erfahrung. Knautschen hat andere Gründe.
Welche denn?
Konflikt, im Spiel gefördert, Veranlagung, schlechte Zähne ...wären Ursachen
Würde mich auch interessieren.
Sicherlich, wenn meine Hunde im Wald mit Stöckern spielen, dann halten die i. d. R. die Stöcker im Tragen und im Laufen ruhig. Sobald sie aber in die Ruhe kommen oder sich untereinander zum Spielen auffordern, wird drauf rum geschreddert.
Daher gehe ich davon aus, dass ein "ruhiges Halten" zumindest bei meinen Hunden keine Veranlagung ist. Wenn sie könnten wie sie wollten, dann würden sie drauf rumhacken, und das auch ohne Konflikt, Zwang oder in einem Korsett irgendeiner Übung.
Daher muss das ruhige Halten ausgebildet und gefördert werden, ich hatte noch keinen Hund, der das quasi von der Veranlagung her getan hat. Ich kenne ein paar die das tun, das sind aber meistens welche, die trieblich im unteren Niveau sind, eher als "Phlegmatiker" zu bezeichnen sind und dann auch nicht gerade schnell bringen oder großartig Dampf machen.
Wo ich dem guten "Ma-Re-Sa" Recht gebe und was ich ebenfalls so mache, ist die Idee, dass der Hund die Methode bestimmt. Manche bestätigt man mit zwei Spielzeugen, einige nehmen dann die Doppelbeute, andere tauschen, andere nehmen Futter, andere Zerren... aber grundsätzlich geht es erstmal darum, dem Hund das "natürliche Knautschen" bewusst zu machen und zu vermitteln, dass er damit keinen Erfolg hat, sondern nur das ruhige Halten zu einer Bestätigung führt (welche immer das dann auch ist).
Ich habe da für mich eine etwas andere Logik bzw. sehe ich Parallelen aus dem Schutzdienst: Ein Hund, der dazu neigt, im Schutzdienst stumm und unter Anspannung mit maximalem Fokus zu bewachen (nach dem Aus), den bekomme ich auch beim Bringen über das Lauern zur 2. Beute ruhig. Das kann man auch im Ablauf trainieren.
Ein Hund der eher flippt, den bestätige ich fürs ruhige Halten eher mit Futter bzw. Clicker und trainiere das separat. Da wären die Wege und zu viel Gerenne eher hinderlich.
Zerren habe ich persönlich so noch nicht gemacht, kenne aber einige Hundeführer, die das tun. Auch das hat Erfolg... von daher stimme ich zu, dass Zerrspiele sich nicht zwangsläufig negativ auf das ruhigen Halten auswirken.... zumindest nicht generell... wenn ich einen Hund habe, der gerne rauft und das mit dem Hundeführer aktiv sucht.
Die Überlegung bzgl. "Beute-Sicherer" und "Beute-Teiler" habe ich aber auch schon lange gehabt und nehme da in der Ausbildung auch Rücksicht drauf. Das mache ich schon jahrelang und habe das bisher nur anders genannt.
Faszinierend ist, dass man aus einem "Sicherer" nie einen "Teiler" macht und andersrum. Man kann einen "Sicherer" mit Gehorsam dazu bringen die Beute nicht wegzuschleppen sondern mit dem Hundeführer zu teilen bzw. zu spielen, jedoch wirkt sich das nach meiner Beobachtung negativ auf die Grundstimmung und die Bedeutung der Bestätigung aus. Es ist immer Widerwillen da.
Interessant für mich als Züchter ist nebenbei noch: Ist dieses Verhalten genetisch, wird das in der Prägung mit dem neuen Hundeführer angelegt, oder kristallisiert sich das im Wurf heraus. Also je nach Rudelgefüge werden einige Welpen zu "Sicherern" und andere zu "Teilern".... aber das führt wohl zu weit.
Viele Grüße
Sören

