17-03-2018, 11:03
[quote='Henning','http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26356-Schutzdienst-Video´s-von-H-Raiser/?postID=183263#post183263'][quote]
Aber wäre es nicht von Vorteil ihm vorher zu zeigen wie er auf die Strafe reagieren soll?
Auf Komando Sitz sitze er nicht, weil er gerade mit den Gedanken wo anders ist.
Ich setzte meine Strafe "zug nach oben an der Leine" ein und er sitzt sofort, weil er vorher gelernt hat, wie er sich auf die Einwirkung an der Leine verhalten soll.
[/quote]
Hallo Henning,
da hast Du Recht... in so einem Fall arbeite ich auch mit einer negativen Einwirkung. Und zwar auf den Hundeführer, weil er versemmelt hat, dass der Hund gerade nicht bei der Sache war und ihm trotzdem ein Kommando um die Ohren haut, was er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht korrekt ausführen wird.
Ich danke Dir für dieses Beispiel, das zeigt sehr deutlich, wo der häufigste Denkfehler in der Ausbildung liegt.
Du musst Dir die Frage stellen: Wo war das Fehlverhalten? Wofür bekommt der Hund die Korrektur?
Das Fehlverhalten war: Der Hund war unaufmerksam und war mit den Gedanken woanders. Er bekommt eine Korrektur für etwas, was er aufgrund seiner Unaufmerksamkeit verdaddelt hat. Du strafst also den Folgefehler und nicht den ursprünglichen Fehler. Der Hund war mental nicht in der Lage das "Sitz" auszuführen, da er nicht aufmerksam war. Du gibst das Hörzeichen trotzdem, weil Du nicht in der Lage bist den Hund zu lesen und gibst dafür eine Einwirkung, obwohl der Hund in der Stimmung gar nicht in der Lage war eine korrekte Ausführung zu zeigen. In meinen Augen ist das unfair...
Angenommen Du liest gerade ein spannendes Buch und ich sage Dir eine Rechenaufgabe. Du bist aber gerade in das Buch vertieft und bekommst die Aufgabe nicht mit. Dafür scheuere ich Dir eine. Wie findest Du das? Fair? Oder wäre es nicht besser, ich sorge erstmal dafür, dass Du mir überhaupt zuhörst bevor ich Dir eine Aufgabe stelle?
Und das ist moderne Hundeausbildung. Man straft kein Symptom sondern fragt sich erstmal: Warum hat der Hund den Fehler gemacht. Und wenn man dieses so konsequent denkt, dann gibt es eigentlich kein Fehlverhalten, wenn der Hund aufmerksam ist. Wenn dann trotz der Aufmerksamkeit ein Fehler passiert, dann hat er die Übung nicht richtig gelernt, weil es ansonsten gar keinen Grund gibt, warum er den Fehler machen sollte. Was hat denn der Hund davon wenn er sich nicht hinsetzt?
Und das ist im Grunde das Prinzip von Heuwinkl und Co.: Einwirkungen und Korrekturen gibt es nur bei Unaufmerksamkeit, weil das der Hauptgrund für eine falsche Übungsausführung ist. Wenn eine Übung nicht klappt, dann wird erstmal der Grund gesucht warum... und es wird dann nicht am Hund rumgezerrt.
Viele Grüße
Sören
Aber wäre es nicht von Vorteil ihm vorher zu zeigen wie er auf die Strafe reagieren soll?
Auf Komando Sitz sitze er nicht, weil er gerade mit den Gedanken wo anders ist.
Ich setzte meine Strafe "zug nach oben an der Leine" ein und er sitzt sofort, weil er vorher gelernt hat, wie er sich auf die Einwirkung an der Leine verhalten soll.
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Hallo Henning,
da hast Du Recht... in so einem Fall arbeite ich auch mit einer negativen Einwirkung. Und zwar auf den Hundeführer, weil er versemmelt hat, dass der Hund gerade nicht bei der Sache war und ihm trotzdem ein Kommando um die Ohren haut, was er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht korrekt ausführen wird.
Ich danke Dir für dieses Beispiel, das zeigt sehr deutlich, wo der häufigste Denkfehler in der Ausbildung liegt.
Du musst Dir die Frage stellen: Wo war das Fehlverhalten? Wofür bekommt der Hund die Korrektur?
Das Fehlverhalten war: Der Hund war unaufmerksam und war mit den Gedanken woanders. Er bekommt eine Korrektur für etwas, was er aufgrund seiner Unaufmerksamkeit verdaddelt hat. Du strafst also den Folgefehler und nicht den ursprünglichen Fehler. Der Hund war mental nicht in der Lage das "Sitz" auszuführen, da er nicht aufmerksam war. Du gibst das Hörzeichen trotzdem, weil Du nicht in der Lage bist den Hund zu lesen und gibst dafür eine Einwirkung, obwohl der Hund in der Stimmung gar nicht in der Lage war eine korrekte Ausführung zu zeigen. In meinen Augen ist das unfair...
Angenommen Du liest gerade ein spannendes Buch und ich sage Dir eine Rechenaufgabe. Du bist aber gerade in das Buch vertieft und bekommst die Aufgabe nicht mit. Dafür scheuere ich Dir eine. Wie findest Du das? Fair? Oder wäre es nicht besser, ich sorge erstmal dafür, dass Du mir überhaupt zuhörst bevor ich Dir eine Aufgabe stelle?
Und das ist moderne Hundeausbildung. Man straft kein Symptom sondern fragt sich erstmal: Warum hat der Hund den Fehler gemacht. Und wenn man dieses so konsequent denkt, dann gibt es eigentlich kein Fehlverhalten, wenn der Hund aufmerksam ist. Wenn dann trotz der Aufmerksamkeit ein Fehler passiert, dann hat er die Übung nicht richtig gelernt, weil es ansonsten gar keinen Grund gibt, warum er den Fehler machen sollte. Was hat denn der Hund davon wenn er sich nicht hinsetzt?
Und das ist im Grunde das Prinzip von Heuwinkl und Co.: Einwirkungen und Korrekturen gibt es nur bei Unaufmerksamkeit, weil das der Hauptgrund für eine falsche Übungsausführung ist. Wenn eine Übung nicht klappt, dann wird erstmal der Grund gesucht warum... und es wird dann nicht am Hund rumgezerrt.
Viele Grüße
Sören

