22-08-2016, 23:08
Die Quintessenz dessen, was ich schreiben wollte, ist , dass Konsequenz bei der Hundeerziehung unerläßlich ist und daß ein gewisses Maß an "Gewalt" nicht zu vermeiden ist - je nach Hund - Problem .... in unterschiedlicher Intensität. "Gewalt" kann für manchen Hund schon lautes ansprechen oder Kette rasseln sein.
Gegenwärtig wird in der "modernen" Hundeerziehung jegliche Form einer disziplinierender oder letztlich zu etwas zwingenden Einwirkung vermieden - zumindest offiziell - was nicht haltbar ist - es sei denn, man hat eine Schlaftablette mit zu niedrigem Blutdruck als Hund oder alle Zeit der Welt und sonst nichts zu tun, dann kann man mit einem rosa Wattebausch wedeln.
Kürzlich saßen wir auf dem Hundeplatz und die Schafe darauf gingen ihrer Arbeit nach. Das kleinste Schaf folgte Mama und beide standen plötzlich vor einem Gasthund. Mama düste los, Lamm traute sich nicht so recht und tippelte auf der Stelle. Dann schoß es los und bei Mama war aller Streß vorbei. Mama rührte sich dabei nicht wirklich.
Der Streß zwang das Lamm zur zielgerichteten Aktivität, um wieder Ruhe zu haben. Dieses Prozedere geschah keinem erwachsenen Tier, sondern einem Jungtier - in völligem Gegensatz zur positiven Belohnung.
An Tag eins lernt der Welpe bei uns, nicht an der Leine zu ziehen. Es kann sein, daß er es auch im Schutzdienst später nicht tun will☺
Beim Klettern auf dem Parcour kommt es immer wieder vor, daß Welpen sich fürchten. Da sie wissen, wie der Streß an der strammen Leine abgeschaltet wird, gehen sie auf die Klettergerüste zu. Bei der 1. Berührung, auch wenn sie sich eigentlich dagegen stemmen wollten, hört der Streß auf und es gibt gutes Futter. Nach dem 3. Versuch geht's dann rüber. Alle weiteren Probleme unterwegs werden in immer kürzerer Zeit gelöst. Die meisten Hunde toben bei Playtime freiwillig zum Parcours zum Klettern. Brauchen sie den Kick?
Sprünge trainieren die jungen Hunde, indem sie über Hindernisse müssen, wenn sie auf den Spielplatz wollen. Kein Sprung, kein play.
Das Sein besteht aus Konflikten. Routine im Lösen von Problemen kann man nur entwickeln, wenn Konflikte vorgesetzt werden. Das machen wir hier auch mit den verhaltensauffälligen, zu "therapierenden" Hunden. Denn die vorhandene Neurose ist lediglich die Vermeidung des Seins.
Manche Sachen clicker / shape ich immer. Clickern ist auch Konflikttraining. Es wird aber der Tag kommen, wenn man nun schon mit den großen Jungs unterwegs ist, daß der Hund seine Bezahlung nicht will und andere Interessen hat. Dann kommt sofort die negative Belohnung. Die ist imo ein streßstabiler und unter Belastung ein sicherer, funktionierender Verstärker.
Ein Hund, der viele Konflikte kennengelernt und selbständig gelöst hat, dürfte eine robuste, nicht immer leicht zu erschütternde Persönlichkeit sein. Wenn sie wissen, daß sie ihre Aufgabe erfüllt haben und nun freigegeben werden z.B. zum Beißen, dann ist es ihnen scheißegal, ob Du im Weg stehst - sie rennen Dich um, anstatt außen rum zu gehen. Sie nehmen auch mal eine Auseinandersetzung → Ohrfeige in Kauf, lassen es drauf ankommen, um ihrem Interesse zu frönen. Das stelle ich mir unter dem Begriff "ohrfeigenreif" vor. Er meint, es gibt Klärungsbedarf.
Dies mag als Widerspruch zum fehlerfreien Lernen erscheinen. Imo meint es, daß am Anfang der Hund nicht Quark lernen oder sich selbst beibringen soll (wie bei Kindern in der ersten Klasse, die nach Gehör irgend etwas hinschreiben dürfen, aber dann in der 4. Klasse plötzlich richtig schreiben sollen. Unter Druck kommt im Gymnasium Kl. 5 immer wieder die falsche Rechtschreibung durch, die die Note runterziehen wird. Anstatt Konflikte zu vermeiden, wurden viele unnötige geschaffen.). Sondern daß auf die Festplatte gebrannt wird, achte auf Papa, ziehe niemals an der Leine, gehe auf Deinen Korb und bleibe dort, egal was passiert und komme immer, wenn Du gerufen wirst. Damit bleiben nicht mehr viele Konflikte übrig, die möglich werden können.
Was ich besonders schätze, sind die etablierten Zwangseinwirkungen, die lebenslang auf Kindergartenstärke bleiben werden. Unseren Odin (11 Monate) tippe ich nur noch (mit dem Stöckchen) am Halsband an, wenn er sich hinlegen soll, er aber nicht kann, weil er gedanklich schon unterwegs ist. In manchen Stunden bleibt der Dicke in der Übungsstunde auf seiner Kiste, während der Rest tobt, zetert, randaliert, Ball spielt.
Unser Konzept ist, mit Clicker zu arbeiten, wenn es geleistet werden kann. Alle Kunden lernen, mit negativer Belohnung zu arbeiten. Ich sehe am Anfang auch keinen Unterschied zwischen Sport- und anderen Hunden. Die Leute begreifen schnell, daß sie so aus dem Streit rauskommen und der Hund sich selbst reguliert.
Das Tele schafft vielen Leuten die Basis, den Hund anders führen zu können (alte Erwartungshaltung vs. neue Gelassenheit → Macht in der Hand und keinen Kampf mehr). Sie bedanken sich.
So ist es. Wenn man nicht die DM gewinnen will, ist es nicht erforderlich, seinen Hund lesen zu können, sondern nur, selber deutlich zu sprechen, damit der Hund überhaupt wissen kann, was verlangt wird.
So, damit dürften wir bald auf der DIN A 4 Seite angekommen sein☺
Gegenwärtig wird in der "modernen" Hundeerziehung jegliche Form einer disziplinierender oder letztlich zu etwas zwingenden Einwirkung vermieden - zumindest offiziell - was nicht haltbar ist - es sei denn, man hat eine Schlaftablette mit zu niedrigem Blutdruck als Hund oder alle Zeit der Welt und sonst nichts zu tun, dann kann man mit einem rosa Wattebausch wedeln.
Kürzlich saßen wir auf dem Hundeplatz und die Schafe darauf gingen ihrer Arbeit nach. Das kleinste Schaf folgte Mama und beide standen plötzlich vor einem Gasthund. Mama düste los, Lamm traute sich nicht so recht und tippelte auf der Stelle. Dann schoß es los und bei Mama war aller Streß vorbei. Mama rührte sich dabei nicht wirklich.
Der Streß zwang das Lamm zur zielgerichteten Aktivität, um wieder Ruhe zu haben. Dieses Prozedere geschah keinem erwachsenen Tier, sondern einem Jungtier - in völligem Gegensatz zur positiven Belohnung.
An Tag eins lernt der Welpe bei uns, nicht an der Leine zu ziehen. Es kann sein, daß er es auch im Schutzdienst später nicht tun will☺
Beim Klettern auf dem Parcour kommt es immer wieder vor, daß Welpen sich fürchten. Da sie wissen, wie der Streß an der strammen Leine abgeschaltet wird, gehen sie auf die Klettergerüste zu. Bei der 1. Berührung, auch wenn sie sich eigentlich dagegen stemmen wollten, hört der Streß auf und es gibt gutes Futter. Nach dem 3. Versuch geht's dann rüber. Alle weiteren Probleme unterwegs werden in immer kürzerer Zeit gelöst. Die meisten Hunde toben bei Playtime freiwillig zum Parcours zum Klettern. Brauchen sie den Kick?
Sprünge trainieren die jungen Hunde, indem sie über Hindernisse müssen, wenn sie auf den Spielplatz wollen. Kein Sprung, kein play.
Das Sein besteht aus Konflikten. Routine im Lösen von Problemen kann man nur entwickeln, wenn Konflikte vorgesetzt werden. Das machen wir hier auch mit den verhaltensauffälligen, zu "therapierenden" Hunden. Denn die vorhandene Neurose ist lediglich die Vermeidung des Seins.
Manche Sachen clicker / shape ich immer. Clickern ist auch Konflikttraining. Es wird aber der Tag kommen, wenn man nun schon mit den großen Jungs unterwegs ist, daß der Hund seine Bezahlung nicht will und andere Interessen hat. Dann kommt sofort die negative Belohnung. Die ist imo ein streßstabiler und unter Belastung ein sicherer, funktionierender Verstärker.
Ein Hund, der viele Konflikte kennengelernt und selbständig gelöst hat, dürfte eine robuste, nicht immer leicht zu erschütternde Persönlichkeit sein. Wenn sie wissen, daß sie ihre Aufgabe erfüllt haben und nun freigegeben werden z.B. zum Beißen, dann ist es ihnen scheißegal, ob Du im Weg stehst - sie rennen Dich um, anstatt außen rum zu gehen. Sie nehmen auch mal eine Auseinandersetzung → Ohrfeige in Kauf, lassen es drauf ankommen, um ihrem Interesse zu frönen. Das stelle ich mir unter dem Begriff "ohrfeigenreif" vor. Er meint, es gibt Klärungsbedarf.
Dies mag als Widerspruch zum fehlerfreien Lernen erscheinen. Imo meint es, daß am Anfang der Hund nicht Quark lernen oder sich selbst beibringen soll (wie bei Kindern in der ersten Klasse, die nach Gehör irgend etwas hinschreiben dürfen, aber dann in der 4. Klasse plötzlich richtig schreiben sollen. Unter Druck kommt im Gymnasium Kl. 5 immer wieder die falsche Rechtschreibung durch, die die Note runterziehen wird. Anstatt Konflikte zu vermeiden, wurden viele unnötige geschaffen.). Sondern daß auf die Festplatte gebrannt wird, achte auf Papa, ziehe niemals an der Leine, gehe auf Deinen Korb und bleibe dort, egal was passiert und komme immer, wenn Du gerufen wirst. Damit bleiben nicht mehr viele Konflikte übrig, die möglich werden können.
Was ich besonders schätze, sind die etablierten Zwangseinwirkungen, die lebenslang auf Kindergartenstärke bleiben werden. Unseren Odin (11 Monate) tippe ich nur noch (mit dem Stöckchen) am Halsband an, wenn er sich hinlegen soll, er aber nicht kann, weil er gedanklich schon unterwegs ist. In manchen Stunden bleibt der Dicke in der Übungsstunde auf seiner Kiste, während der Rest tobt, zetert, randaliert, Ball spielt.
Steffi Arpe,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25483-Moderne-Hundeausbildung/?postID=174428#post174428 schrieb:Eigentlich geht es doch um diesen Passus am Themenstart oder? Du möchtest ein Konzept für deine Hundeschule in der du mit "moderner Hundeausbildung" einen grundstein legen kannst und darauf aufbaust. Hundeschule ..bedeutet für mich, nicht Hundesportplatz...sind für mich ein wenig "2 Welten" da die Ziele ganz unterschiedliche sind.
Moderne Hundeausbildung in einer Hundeschule .. die dann ja auch laufen soll, muß meiner Meinung nach, dem Hundebesitzer angepasst werden ist viel im "weißen"Bereich" also geht Lob und Spass ganz vorrangig in der Basisausbilung vor "schwarz" Tadel. Da sollte angesetzt werden und ein Konzept entwickelt werden. Aber davon gibt es mehr als reichlich im Netz zu finden..
Unser Konzept ist, mit Clicker zu arbeiten, wenn es geleistet werden kann. Alle Kunden lernen, mit negativer Belohnung zu arbeiten. Ich sehe am Anfang auch keinen Unterschied zwischen Sport- und anderen Hunden. Die Leute begreifen schnell, daß sie so aus dem Streit rauskommen und der Hund sich selbst reguliert.
Steffi Arpe,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25483-Moderne-Hundeausbildung/?postID=174429#post174429 schrieb:Wenn man jetzt anfängt, das Tele als modern in der Ausbildung zu betiteln, sind wir meiner bescheidenen Meinung nach ..schon am Thema vorbei, da in einer Hundeschule sowas zu einem Lynchmob führen würde;-) und es ist verboten.
Das Tele schafft vielen Leuten die Basis, den Hund anders führen zu können (alte Erwartungshaltung vs. neue Gelassenheit → Macht in der Hand und keinen Kampf mehr). Sie bedanken sich.
kimmy,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25483-Moderne-Hundeausbildung/?postID=174422#post174422 schrieb:zu dem Thema 'Moderne Hundeausbildung' fällt mir noch ein, dass wie in der Tat wesentlich mehr Kenntnis über Hunde haben. Über ihr Verhalten. Wie sie unsere Körpersprache bewerten. Das Hunde uns 'lesen können'. Wie Hunde lernen.
So ist es. Wenn man nicht die DM gewinnen will, ist es nicht erforderlich, seinen Hund lesen zu können, sondern nur, selber deutlich zu sprechen, damit der Hund überhaupt wissen kann, was verlangt wird.
So, damit dürften wir bald auf der DIN A 4 Seite angekommen sein☺

