06-07-2015, 16:07
Der Fall erinnert mich entfernt an eine Hündin, die ich besessen habe. Ein supersoziales Tier, zu sozial, nämlich schon wieder problematisch ranschmeißerisch und distanzlos, wenn ihr versteht. Einzige Ausnahme: Wenn beim Spaziergang in fremdem, unübersichtlichem Gelände (z. B. eben Wald!) plötzlich jemand aus einer Deckung trat oder aber von der Hündin in einer vermeintlichen "Deckung" wahrgenommen wurde, als habe er sich dort "versteckt". Dann eine ganz andere Hündin: selbstbewusst drohend (alles aufgestellt; kam der Fremde einen Schritt entgegen, ging sie drohend vier auf ihn vor …, zuerst "langsam" tief bellend, dann furchterregend grollend ...), sofort zwischen mir und dem "Lauernden" postiert, so dass ich sie zweimal ernsthaft mit Abbruchsignal hinlegen musste (Ich benutze "Platz" als absoluten Notabbruch für alles, was sofort aufzuhören hat), weil ich ausgerechnet bei diesem "verschmusten" Hund Sorge um den angedrohten Menschen bekam. Ganz offenbar war da ein Bedrohungsempfinden am Werk, was der Hündin sonst im Alltag völlig fehlte, das sie aber relativ selbstbewusst beantwortete. - In diesem Selbstbewusstsein mag ein wenig der Unterschied zum hier vorliegenden Fall liegen. Die Hündin rastete nicht immer wieder und schon gar nicht prinzipiell im Wald aus, sondern nur in relativ seltenen Situationen, die so interpretiert werden konnten, als habe uns jemand "aufgelauert". Und auch das war eigentlich kein "Ausrasten": Sie wirkte dabei durchaus geradezu beängstigend kontrolliert!
Bei mir war es so, dass ich die lästige Distanzlosigkeit dieser Hündin gehasst und diese "Walderlebnisse" gezielt benutzt habe, um so etwas wie Misstrauens- und Distanzempfindungen bei ihr zu stärken bzw. sie auf so etwas ansprechen zu können. Und da kommt nun die Parallele zu diesem Fall bzw. zu Tinkas Vorschlag ins Spiel: Ich habe in den Situationen (außer wenn es gefährlich zu werden drohte) gelobt. Ich habe damals das Clickern noch nicht gekannt, hatte aber Lobrituale, die auf Ähnliches hinausliefen. Und die haben bei der Hündin tatsächlich zu einer gewissen Lösung geführt. Sie wurde nicht unaufmerksam gegen die jeweilige "Bedrohung", verstand aber, dass ihre "Warnung" bei mir angekommen und verstanden worden ist und entspannte merklich, war dann auch steuerbar und bewegte sich mit deutlichem Bezug auf mich weiter, also Signale zum Folgen, aber möglicherweise auch zur Attacke erwartend und "bei Fuß" von der entgegenkommenden Person weg, aber auch auf sie zu führbar.
Das wird Chaco nicht wirklich helfen, weil die Grundmotivation der Hündin eine andere war als die seines Hundes. Aber dass über "Auflösesignale" Ruhe und Steuerung in die Sache zu bringen ist, das glaube ich aufgrund dieser Erfahrung schon.
Bei mir war es so, dass ich die lästige Distanzlosigkeit dieser Hündin gehasst und diese "Walderlebnisse" gezielt benutzt habe, um so etwas wie Misstrauens- und Distanzempfindungen bei ihr zu stärken bzw. sie auf so etwas ansprechen zu können. Und da kommt nun die Parallele zu diesem Fall bzw. zu Tinkas Vorschlag ins Spiel: Ich habe in den Situationen (außer wenn es gefährlich zu werden drohte) gelobt. Ich habe damals das Clickern noch nicht gekannt, hatte aber Lobrituale, die auf Ähnliches hinausliefen. Und die haben bei der Hündin tatsächlich zu einer gewissen Lösung geführt. Sie wurde nicht unaufmerksam gegen die jeweilige "Bedrohung", verstand aber, dass ihre "Warnung" bei mir angekommen und verstanden worden ist und entspannte merklich, war dann auch steuerbar und bewegte sich mit deutlichem Bezug auf mich weiter, also Signale zum Folgen, aber möglicherweise auch zur Attacke erwartend und "bei Fuß" von der entgegenkommenden Person weg, aber auch auf sie zu führbar.
Das wird Chaco nicht wirklich helfen, weil die Grundmotivation der Hündin eine andere war als die seines Hundes. Aber dass über "Auflösesignale" Ruhe und Steuerung in die Sache zu bringen ist, das glaube ich aufgrund dieser Erfahrung schon.

