03-12-2013, 12:12
Helmut Dillmann,'index.php?page=Thread&postID=152996#post152996' schrieb:Träger gehören nach meinem Dafürhalten derzeit nicht in die Zucht.
Und genau da liegt das Problem.
Bin jetzt mal bewusst etwas provokant:
Ausgehend von einer recht seltenen Erkrankung, deren tatsächliche Häufigkeit eigentlich nur durch korrekte Diagnosestellung histologisch gesichert werden kann und bei der selbst das Vorhandensein beider Markerallele nicht eindeutig eine Erkrankung zur Folge hat,
nehmen wir nur homozygote Tiere aus der Zucht oder auch schon heterozygote Tiere?
Wie ist das bei der genetischen HD- und vermutlich auch ED-Prädisposition, welchen Schwellenwert lassen wir da zu. 5, 10, oder vielleicht besser überhaupt keinen Marker?
Es gibt unglaublich viele Marker, die in Kombination, einzeln, oder auch mit Schwellenwert, abhängig oder unabhängig von äußerlichen Faktoren verschiedensten Erkrankungen zugeordnet werden können.
Wollen und sollen wir die tatsächlich alle heraus mendeln?
Wir alle sind uns doch vermutlich einig, dass die meisten genetisch (mit-)bedingten Erkrankungen erst durch die Zucht entstanden sind. Gezielt auf bestimmte Merkmale hin züchten, erhöht auch immer die Gefahr, ungewünschte Merkmale zu verstärken.
Eine Selektion bezüglich aller darstellbaren Krankheitsmarker würde eine ganz erhebliche Einengung der Blutbasis bedeuten. Sicherlich hat der DSH da größere Ressourcen als so manche andere Rasse, aber machen wir uns doch nichts vor. Kein Mensch wird unter rein gesundheitlichen Aspekten züchten. Der Züchter muss also einen Hund wählen, der frei ist von allen darstellbaren Krankheitsmarkern, der anatomisch und / oder vom Wesen, von der Haarlänge, von der Größe, von der Arbeitsbereitschaft, etc. dem Ideal seines Zuchtgedanken (bestenfalls des Standards :whistling: ) entspricht. Da wird es dann schon ganz schön eng.
Fazit: Wir können nicht alle bekannten genetisch prädisponierten Erkrankungen heraus züchten, weil wir uns damit nämlich wieder neue Erkrankungen herein züchten. Also sollte jede Initiative in diese Richtung immer sehr deutlich am Nutzen- Risiko- Verhältnis orientiert sein.
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Liebe Grüße,
Barbara
"Auch Schöne können Leistung bringen!"
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